Kirkel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirkel
Kirkel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirkel hervorgehoben
49.2841666666677.2294444444444240Koordinaten: 49° 17′ N, 7° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Saarpfalz-Kreis
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 31,38 km²
Einwohner: 10.006 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 319 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66459
Vorwahlen: 06841, 06849
Kfz-Kennzeichen: HOM
Gemeindeschlüssel: 10 0 45 115
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 10
66459 Kirkel
Webpräsenz: www.kirkel.eu
Bürgermeister: Frank John (SPD)
Lage der Gemeinde Kirkel im Saarpfalz-Kreis
Bexbach Homburg Kirkel St. Ingbert Blieskastel Mandelbachtal Gersheim Frankreich Frankreich Rheinland-Pfalz Landkreis Neunkirchen Regionalverband SaarbrückenKarte
Über dieses Bild
Sicht auf Kirkel

Die Gemeinde Kirkel liegt im Osten des Saarlands.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den drei Orten Kirkel-Neuhäusel, Limbach und Altstadt. Zu Kirkel-Neuhäusel gehört der Ortsteil Abstäberhof, zu Limbach der Ortsteil Bayerisch Kohlhof und zu Altstadt der Zollbahnhof Limbach-Altstadt.

Im Zuge der saarländischen Gebietsreform 1974 wurden die oben genannten Ortsteile zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Kirkel-Neuhäusel liegt im bzw. am Sankt Ingbert-Kirkeler Waldgebiet, die Ortsteile Limbach und Altstadt liegen an der Blies. Die nächsten größeren Städte sind die Kreisstadt Homburg etwa zwei Kilometer östlich, St. Ingbert etwa acht Kilometer westlich, Neunkirchen etwa neun Kilometer nördlich und Zweibrücken etwa elf Kilometer südlich.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ortsteil Einwohner Männlich Weiblich Ausländer römisch-katholisch evangelisch sonstige Religionen ohne Religion
Altstadt 01751 0902 0849 038 0527 899 62 263
Kirkel-Neuhäusel 04437 2220 2217 119 1745 1842 155 695
Limbach 03902 2029 1873 170 1161 1983 219 539
Gesamt 10.090 5151 4939 327 3433 4724 436 1497

(Stand: 31. Dezember 2012)[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kirkel ist anlässlich der Gebietsreform am 1. Januar 1974 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Kirkel-Neuhäusel, Limbach bei Homburg und Altstadt entstanden. Ein Teilgebiet von Kirkel-Neuhäusel mit damals mehr als 400 Einwohnern (Eschweilerhof) wurde nach Neunkirchen/Saar umgegliedert.[3]

Die Wohnsiedlung Bayerisch Kohlhof, die der Gemeinde Limbach bei Homburg angehörte, wurde am 1. Januar 1975 ebenfalls der Stadt Neunkirchen/Saar zugesprochen. Gegen diese Abtretung als auch gegen die Abtretung des Eschweilerhofes hatten die neue Gemeinde Kirkel wie auch die früheren Gemeinden Kirkel-Neuhäusel bzw. Limbach beim Verfassungsgerichtshof des Saarlandes Verfassungsbeschwerde eingelegt. Diese wurde jedoch durch das Urteil vom 17. November 1975 verworfen. Nachdem die Regierung des Saarlandes im Jahr 1979 angekündigt hatte, die strittigen Neugliederungsmaßnahmen noch einmal überprüfen zu wollen, kam es im Februar 1980 zu großen Bemühungen der Gemeinde Kirkel, die abgetretenen Gebiete zurückzugewinnen. Die Stadt Neunkirchen war zu Verhandlungen nicht bereit. Am 10. Mai 1983 erließ die Regierung des Saarlandes eine Rechtsverordnung zur Umgliederung der bewohnten Teile des Bayerischen Kohlhofes in die Gemeinde Kirkel. Die Stadt Neunkirchen ging dagegen gerichtlich vor und bekam am 30. Januar 1984 Recht; denn der Verfassungsgerichtshof gab der Klage statt. Somit verblieb das strittige Gebiet bei Neunkirchen. Schließlich erließ der Landtag des Saarlandes am 30. Januar 1984 ein Gesetz, mit dem die bewohnten Teile der Siedlung Bayerischer Kohlhof mit Wirkung vom 1. April 1985 endgültig der Gemeinde Kirkel zugesprochen wurden. Das Gebiet kam zum Ortsteil Limbach.[4]

Die Ortsteile haben eine weitaus längere Geschichte, so wurde die Burg Kirkel bereits im Jahre 1075 das erste Mal urkundlich erwähnt. Bereits zuvor bestand in den heutigen Hollerlöchern die Hollerburg, die vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammte.

Das Dorf Kirkel-Neuhäusel entstand im Spätmittelalter am Fuße des Burghügels. Der Ort Limbach wurde 1219 erstmals erwähnt. Der Ort Altstadt ist das ursprüngliche Limbach. Im 13. Jahrhundert verlagerte sich der Ortskern, so dass der alte Ort (Alte Stätte) übrig blieb.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1974–1981: Ernst Bach SPD
  • 1981–2001: Arno Hussong, SPD
  • 2001–2009: Armin Hochlenert, CDU
  • ab 1. Juli 2009: Frank John, SPD

Bei der Stichwahl am 23. November 2008 setzte sich Frank John (SPD) mit 52,9 % gegen Armin Hochlenert (CDU) mit 47,1 % durch. John hat am 1. Juli 2009 die Amtsgeschäfte übernommen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach den Kommunalwahlen, zuletzt am 7. Juni 2009, ergab sich folgende Sitzverteilung[5]:

Sitzverteilung 2009
Partei Sitze (Wahl 2004) Sitze (Wahl 2009)
CDU 12 9
SPD 16 15
Grüne 3 3
FDP 2 3
Die Linke 3

Von 1999 bis zu den Wahlen 2009 bildeten CDU und FDP im Gemeinderat eine Fraktionsgemeinschaft.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 22. März 1981 verliehen.

Blasonierung: „In Blau über einem vom rechten unteren Schildrand ausgehenden aufsteigenden silbernen Schnörkel, ein von drei balkenweise gestellten silbernen Lindenblättern überhöhtes, balkenweise gelegtes goldenes Schwert.“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet kreuzen sich die Autobahnen A 6 und die A 8 und bilden das Autobahnkreuz Neunkirchen. Der Bahnhof Kirkel liegt zudem an der Eisenbahnstrecke Saarbrücken – Mannheim und ist Halt von Regionalbahnen und Regional-Express-Zügen. Der Ursprung der Bahnlinie geht bis in das Jahr 1879 zurück.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die DePuy GmbH zählt mit ihrer mehr als 100-jährigen Erfahrung zu den traditionsreichsten und weltweit führenden Anbietern orthopädischer Produkte auf den Gebieten des künstlichen Gelenkersatzes, der Wirbelsäulen-, Unfall- und Neurochirurgie. Das Unternehmen hat einen Standort in Limbach.

Die Herweck AG ist einer der größten IKT-Distributoren Deutschlands. In Kirkel befinden sich sowohl das Logistikcenter, als auch Vertrieb und Verwaltung mit über 100 Mitarbeitern.

Die Caigos GmbH (ein Unternehmen der IDS-Gruppe), Entwickler des Geoinformationssystems CAIGOS, hat in Kirkel ihren Sitz.

Die CASAR Drahtseilwerk Saar GmbH hat ihren Sitz in Limbach. CASAR entwickelt, produziert und vertreibt Spezialdrahtseile für Krane und andere Anwendungen aus dem Bereich der Hebetechnik.

Das Bildungszentrum Kirkel der Arbeitskammer des Saarlandes schult jährlich etwa 20.000 saarländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Die Praktiker AG, Betreiber von Bau- und Heimwerkermärkten, hatte bis Ende 2011 ihren Sitz in Kirkel. Dieser wurde im Rahmen der Restrukturierung des Unternehmens nach Hamburg an den Sitz der Praktiker-Tochter Max Bahr verlegt.

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Grundschule Kirkel-Neuhäusel
  • Grundschule Limbach-Altstadt

Weiterführende Schulen[Bearbeiten]

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Bademöglichkeiten[Bearbeiten]

  • Naturfreibad im Ortsteil Kirkel-Neuhäusel
  • Solarfreibad im Ortsteil Limbach

Sport- und Fußballplätze[Bearbeiten]

  • Ortsteil Altstadt: ein Rasen- und ein Hartplatz
  • Ortsteil Kirkel-Neuhäusel: drei Rasen- und ein Hartplatz
  • Ortsteil Limbach: zwei Rasen- und ein Kunstrasenplatz

Tennisplätze[Bearbeiten]

  • Ortsteil Kirkel-Neuhäusel: eine Anlage mit sechs Plätzen
  • Ortsteil Limbach: eine Anlage mit fünf Plätzen

Reitanlagen[Bearbeiten]

  • Ortsteil Altstadt: zwei Anlagen (und ein Zuchtbetrieb)

Campingplätze[Bearbeiten]

  • Campingplatz im Bereich der Freizeitanlage „Mühlenweiher“ im Ortsteil Kirkel-Neuhäusel

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Im Bereich des Felsenpfades gibt es einige zum Klettern geeignete Felsen.


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Ein Heimat- und Burgmuseum besteht in Kirkel-Neuhäusel.

Bauwerke[Bearbeiten]

Ruine der Burg zu Kirkel
Silbersandquelle
Geologischer Lehrpfad
Sandsteinformation
  • Die Burg Kirkel wurde im Jahre 1075 erbaut. Die Burgruine steht auf dem 307 m ü. NN hohen Schlossberg, den man von weit her sehen kann. Der noch erhaltene Turm der Burg ist Wahrzeichen von Kirkel-Neuhäusel.
  • Die evangelische Pfarrkirche im Ortsteil Limbach besitzt einen im unteren Teil spätromanischen Turm.
  • Der Glockenturm im Ortsteil Altstadt wurde 1859 im damaligen Zentrum des Ortes errichtet. Er ist heute das Wahrzeichen des kleinsten Ortsteiles der Gemeinde Kirkel. Der Glockenturm hat eine Zinnenbekrönung und einen steinernem Helm.

Natur[Bearbeiten]

  • Als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind das Kühnbruch und der Höllengraben in Altstadt. Beide Feuchtgebiete sind insbesondere Lebensraum für seltene Vogelarten wie Bekassine, Rohrweihe, Braunkehlchen und Wasserralle. Der Weißstorch, der in diesem Abschnitt des Bliestales bis in die 1960er Jahre regelmäßiger Brutvogel war, ist als Nahrungsgast ganzjährig zu beobachten.
  • Das Areal des ehemaligen Zollbahnhofs, gelegen Gemarkung Altstadt und Gemarkung Homburg, ist als „Vorranggebiet für Naturschutz“ ausgewiesen. Extrem trocken-heiß, ist er insbesondere für Reptilien von großer Bedeutung. So findet sich hier eine große Population der Mauereidechse. Aber auch zahlreiche Vogelarten und eine Vielzahl seltener Pflanzen kommen auf der planen Fläche vor. Ein großer Teil des „Zollbahnhofes“ wurde 2005/06 durch die Ansiedlung einer Wiederaufbereitungsanlage für Bahnschotter zerstört.
  • Der Kirkeler Felsenpfad ist Teil eines 7 km langen Rundwanderweges im Kirkeler Wald (Wald hinter dem Burgberg). Der sagenumwobene Unglücksfelsen und die Hollerkanzel sind markante Beispiele für die faszinierenden Steinformationen, die man im Kirkeler Wald finden kann. An dem Felsenpfad befindet sich auch der Frauenbrunnen. Rechts am Brunnen erkennt man einen Durchgang. Nach dem Volksmund soll dieser das Ende eines unterirdischen Fluchttunnels vom Kloster Wörschweiler sein. Geographisch betrachtet ist dies jedoch nicht möglich. Auf den Felsen hinter dem Brunnen sieht man einen Frauenkopf, um den sich mysteriöse Geschichten ranken.
  • Den geologischen Lehrpfad erreicht man auf demselben Rundwanderweg, wie der Kirkeler Felsenpfad und den Frauenbrunnen.
  • Die Silbersandquelle ist eine artesische Quelle im Wald zwischen Kirkel-Neuhäusel und Furpach. Charakteristisch ist der silberne Sand, aus dem das Wasser herausgepresst wird.
  • Der Wolfgangbrunnen ist ein Brunnen im idyllischen Tal zwischen Kirkel-Neuhäusel und Lautzkirchen. Er wird von klarem Wasser aus den Tiefen des Kirkeler Waldes gespeist.

Kirkel liegt an der Bliesgau-Schleife des Saarland-Rundwanderweges.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Pfingstquak in Altstadt
  • Kirkeler Burgsommer
  • Pfingstquak: Pfingstmontag in Limbach, Altstadt und Bayerisch Kohlhof

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Saarland.de – Fläche und Bevölkerung – Stand: 31.12.2013 (Basis Zensus 2011) (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerübersicht der Gemeinde Kirkel
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 803.
  4. Infos zum Stadtteil Limbach
  5. Wahlergebnis 2009 auf statistikextern.saarland.de/wahlen, gesehen 14. Dezember 2012
  6. Städtepartnerschaft mit Torrox offiziell besiegelt von der Gemeinde-Website www.kirkel.eu