Konfessionalisierung

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Konfessionalisierung bezeichnet die geschichtswissenschaftliche Theorie über die ineinandergreifende Entwicklung von Kirche, Staat und Gesellschaft nach der Reformation. Sie prägt bis heute die (deutschsprachige) Erforschung der frühneuzeitlichen Geschichte Europas. Die Epoche, innerhalb derer die Konfessionalisierung im Heiligen Römischen Reich stattfand (etwa 1540 bis 1648), wird im Anschluss daran in der Forschung auch als konfessionelles Zeitalter oder Zeitalter der Konfessionalisierung bezeichnet, die im bisherigen Sprachgebrauch als Zeitalter der Glaubensspaltung oder Zeitalter der Glaubenskämpfe bekannt ist.

Zu unterscheiden ist der im Nachhinein von der Forschung geprägte Begriff der Konfessionalisierung von dem aus zeitgenössischen Quellen überlieferten Begriff des Konfessionalismus. Dieser meint eine protestantische Denkschule im Deutschland des 19. Jahrhunderts, die pointiert u.a. von Rudolf Rocholl vertreten wurde.[1]

Konfessionsbildung als theoretischer Vorläufer[Bearbeiten]

Die Theorie der Konfessionalisierung baut auf den Arbeiten von Ernst Walter Zeeden auf, der in den 1950er Jahren als erster das Phänomen der Konfessionsbildung beschrieben hatte, wobei Zeeden mit diesem Begriff vor allem innerkirchliche Wandlungsprozesse im Zuge der Konsolidierung nach der ereignisreichen Reformationszeit angesprochen hatte: „die geistige und organisatorische Verfestigung der seit der Glaubensspaltung auseinanderstrebenden christlichen Bekenntnisse zu einem halbwegs stabilen Kirchentum nach Dogma, Verfassung und religiös sittlicher Lebensform“.[2] Außerdem spricht Zeeden bereits vom „konfessionellen Zeitalter“

Grundzüge der Theorie[Bearbeiten]

Die deutschen Historiker Wolfgang Reinhard und Heinz Schilling haben die Theorie dann Ende der 1970er Jahre unabhängig voneinander parallel entwickelt. Schilling sieht in der Konfessionalisierung „einen gesellschaftlichen Fundamentalvorgang, der das öffentliche und private Leben in Europa tiefgreifend umpflügte, und zwar in meist gleichlaufender, bisweilen auch gegenläufiger Verzahnung mit der Herausbildung des frühmodernen Staates und mit der Formierung einer neuzeitlichen disziplinierten Untertanengesellschaft, die anders als die mittelalterliche Gesellschaft nicht personal und fragmentiert, sondern institutionell und flächenmäßig organisiert war“[3]. Nach dieser Auffassung hat die Spaltung der Christenheit in mehrere Konfessionen also nicht nur in der Kirche und auf religiösem Gebiet große Veränderungen bewirkt, sondern die Gesellschaft in allen Teilbereichen tiefgreifend verändert, wobei alle Konfessionen vergleichbare Entwicklungsmuster aufweisen. Die Entwicklung der drei großen Bekenntnisse verlief auch zeitlich parallel: Statt die Gegenreformation nur als Reaktion auf die Reformation zu begreifen, wird die Institutionalisierung der katholischen Reform nach dem Abschluss des Konzils von Trient in den 1560er Jahren parallelisiert mit der im Reich seit den 1560er Jahren vordringenden zweiten Reformation des reformierten (calvinistischen bzw. zwinglianischen) Bekenntnisses; zeitgleich dazu habe sich auch die lutherische Konfession erst dann zu ähnlicher institutioneller Verfestigung konsolidiert.

Diese Konzeption ist beeinflusst durch die seit den 1970er Jahren bestehende Dominanz der modernisierungstheoretisch fundierten Gesellschaftsgeschichte in der westdeutschen Geschichtswissenschaft, womit sich Wolfgang Reinhards rückblickende Einschätzung der Entdeckung erklären lässt: „Wir denken zwar, aber gleichzeitig denkt es in uns. Wie sehr aufgrund dieses überpersönlichen Trends bestimmte Schlußfolgerungen „in der Luft liegen“, habe ich selbst erfahren, als Heinz Schilling zur selben Zeit mit mir, aber anscheinend völlig unabhängig von mir und auf der Basis ganz andersartigen Datenmaterials den neuen Begriff der 'Konfessionalisierung' geprägt hat.“[4] Im Unterschied zu dem im 19. Jahrhundert von der protestantisch-preußischen Geschichtsschreibung geprägten Begriffspaar ReformationGegenreformation für das Zeitalter der Glaubenskämpfe, bei dem zwischen der als fortschrittlich gewerteten Reformation und der als rückschrittlich betrachteten Gegenreformation unterschieden worden ist, findet in dem von Reinhard und Schilling geprägten Begriff eine stärkere Betonung der Modernisierung der frühneuzeitlichen Gesellschaft statt. Damit wird der pejorative Zug überwunden, der dem Ausdruck Gegenreformation bislang anhaftete. Nach Reinhard haben sowohl die Reformation als auch die katholische Reform und Gegenreformation zur Modernisierung Europas beigetragen.

Somit ist durch die Konfessionalisierungsthese die Religion, die im Alltagsleben der Frühen Neuzeit eine große Rolle spielte, aber in der Forschung lange vernachlässigt worden war, durch ihre Verknüpfung mit Staatsbildung und Modernisierungsparadigma wieder ins Zentrum der historiographischen Aufmerksamkeit gerückt.[5]

Modelle[Bearbeiten]

Beide Forscher haben grundlegende Modelle für die Konfessionalisierung entwickelt, Reinhard für die inhaltliche, Schilling für die zeitliche Analyse.

Wolfgang Reinhard hat die „Geschlossenheit der neuen Großgruppe Konfession“ auf folgende Punkte gestützt:

  1. Wiedergewinnung klarer theologischer Vorstellungen,
  2. Verbreitung und Durchsetzung neuer Normen,
  3. Propaganda und Verhinderung von Gegenpropaganda,
  4. Internalisierung der neuen Ordnung durch Bildung,
  5. Disziplinierung der Anhänger (im engeren Sinn),
  6. Einsatz von Riten,
  7. Beeinflussung der Sprache.[6]

Das nutzend, habe die Arbeit der Gemeindepriester und lokalen Lehrer Zugriff auf die Lebensführung der Untertanen geboten, die Kirchendiener wirkten also als „wichtige Transmissionsriemen zwischen staatlich-bürokratischem Zentrum und Peripherie“.[7] Und wenn der werdende frühneuzeitliche Staat sich dieser Ressourcen zu bedienen verstand, habe er damit eine „Disziplinierung und Homogenisierung der Untertanen“[8] erreichen können.

Heinz Schilling liefert ein Vierphasenmodell für die Zeit der Konfessionalisierung innerhalb des Heiligen Römischen Reiches:

  1. Vorkonfessionelle Phase: späte 1540er bis frühe 1570er Jahre → funktionierender Religionsfrieden
  2. Überleitung zur konfessionellen Konfrontation in den 1570er Jahren: Verstärkte Polarisierung und Konfrontation der Konfessionen, nicht zuletzt wegen der Ausbreitung der „Zweiten Reformation“ und eines politischen Generationswechsels
  3. Höhepunkt der Konfessionalisierung: 1580er bis 1620er Jahre
  4. Abschluss der Konfessionalisierung: vor allem nach dem Westfälischen Frieden 1648 mit einem „irenischen Impuls“.[9]

Damit wurde auch die Geschichtsepoche zwischen 1570 und 1620, die zuvor im Schatten der herausragenden Ereignisse um die Reformation und den Dreißigjährigen Krieg gestanden hatte, in den Mittelpunkt der Forschungsdiskussion gerückt.

Wolfgang Reinhard sieht dagegen einen weiteren zeitlichen Rahmen der Konfessionalisierung: Begonnen habe sie bereits mit den fürstlichen Kirchenvisitationen in den 1520er Jahren (und den Reaktionen auf altgläubiger Seite), geendet erst mit den konfessionellen Homogenisierungsprozessen in Frankreich und Großbritannien 1685 bzw. 1688-1707 und mit der Vertreibung der Salzburger Lutheraner 1731.[10] In letzter Zeit hat außerdem unter anderen Helga Schnabel-Schüle den Schlusspunkt durch den Westfälischen Frieden, 1648, in Frage gestellt. Auch verschiedene Forschungen zu den Konfessionsbildungen in anderen Teilen Europas haben gezeigt, dass derartige Prozesse auch in anderen Zeiträumen stattfanden.[11] Trotzdem ist die Rede von der Konfessionalisierung inzwischen auch in die geschichtswissenschaftlichen Debatten außerhalb des deutschsprachigen Raumes eingedrungen.[12]

Kritik und Neuausrichtung[Bearbeiten]

Der ursprünglichen Konzeption der Konfessionalisierung ging es um den Nachweis eines Zusammenhanges zwischen der Verfestigung kirchlicher Strukturen und dem Anwachsen der Staatsgewalt seit dem 16. Jahrhundert, die daher etatistisch geprägt war. Dagegen wenden sich seit den 1990er Jahren immer mehr Historiker, die auch die gesamteuropäischen Entwicklungen außerhalb des Reiches in den Blick nehmen.[13] Als Vorreiter dieser Entwicklung gilt Heinrich Richard Schmidt.[14] Er fordert, die staatszentrierte Sicht durch eine Konfessionsbildung von „unten“ zu ergänzen. Dabei kommt den Gemeinden und Städten, insbesondere aber den Äußerungen der einzelnen Untertanen in diesem Prozess der Modernisierung eine Rolle zu, weshalb Schmidt anhand von Gerichtsprotokollen untersucht hat, ob sich an den Glaubensüberzeugungen der Untertanen mittels des Transmissionsriemens Konfessionalisierung tatsächlich etwas geändert hat.[15] Inzwischen wird deshalb weniger der Zusammenhang von Konfessionsbildung und Staatsbildung betont als die Auswirkung der Konfessionsbildung auf die Sozialdisziplinierung, die Ausformung eines homogenisierten Untertanenverbandes, die laut Gerhard Oestreich auf das 16. und 17. Jahrhundert zu datieren ist.[16]

Einige weitere Grundannahmen der Konfessionalisierungsthese sind ebenfalls bestritten worden; so kann Winfried Schulze in den neugebildeten Konfessionen nach wie vor keinerlei Modernisierungsimpuls erkennen,[17] und Michael Stolleis hat daran festgehalten, dass der frühneuzeitliche Staat nicht durch konfessionelle Bindung, sondern im Gegenteil allein durch Säkularisierung entstanden sei.[18] Und es ist darauf hingewiesen worden, dass eine konfessionelle Identität in der Bevölkerung sich tiefgreifend erst im 19. Jahrhundert ausgebildet habe, während vorher oft religiöse Indifferenz festzustellen sei.[19] Eine Forschergruppe um Lucian Hölscher hat in denselben Bahnen von der „späten Konfessionalisierung“ der Deutschen im 19. Jahrhundert gesprochen.[20]

Außerdem sind in den letzten Jahren, ausgehend vom Wandel der Geschichtswissenschaft durch die Neue Kulturgeschichte, die (oftmals fließenderen als bisher angenommen) Übergänge und Pluralitäten zwischen den und innerhalb der Konfessionen sowie Formen des gemischtkonfessionellen Zusammenlebens und Austauschs in den Blick gekommen,[21] oft untersucht anhand von mikrohistorischen Regionalstudien.[22]

Inzwischen wird die ursprüngliche Konzeption der Konfessionalisierung also kaum noch in Reinform vertreten, sondern ist immer weiter ausdifferenziert worden, wie die jüngste Konferenz zu diesem Thema zeigt.[23] Geblieben ist jedoch der Fokus der deutschsprachigen Frühneuzeitforschung auf dem Zusammenhang von Religion und Gesellschaft und der zeitlich wie funktional parallelen Entwicklung der drei großen Konfessionen, weshalb man von der Konfessionalisierung inzwischen in der Terminologie von Thomas S. Kuhn als einem (Forschungs-)Paradigma spricht[24] – das bisher als nicht überwunden gilt.

Literatur[Bearbeiten]

Vorläufer

  • Ernst Walter Zeeden: Grundlagen und Wege der Konfessionsbildung im Zeitalter der Glaubenskämpfe. In: Historische Zeitschrift 185 (1958), S. 249–299.
  • Ernst Walter Zeeden: Grundlagen und Wege der Konfessionsbildung in Deutschland im Zeitalter der Glaubenskämpfe. In: ders. (Hrsg.): Gegenreformation. Darmstadt 1973, S. 85–134.
  • Ernst Walter Zeeden: Konfessionsbildung. Studien zur Reformation, Gegenreformation und katholischen Reform. Stuttgart 1985.

Entwicklung der Theorie

  • Wolfgang Reinhard: Gegenreformation als Modernisierung? Prolegomena zu einer Theorie des konfessionellen Zeitalters. In: Archiv für Reformationsgeschichte 68 (1977), S. 226–251.
  • Wolfgang Reinhard: Konfession und Konfessionalisierung in Europa. In: ders. (Hrsg.): Bekenntnis und Geschichte. Die Confessio Augustana im historischen Zusammenhang. München 1981, S. 165–189.
  • Heinz Schilling: Konfessionskonflikt und Staatsbildung. Eine Fallstudie über das Verhältnis von religiösem und sozialem Wandel in der Frühneuzeit am Beispiel der Grafschaft Lippe. (Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 48), Gütersloh 1981.
  • Wolfgang Reinhard: Zwang zur Konfessionalisierung? Prolegomena zu einer Theorie des konfessionellen Zeitalters. In: Zeitschrift für historische Forschung 10 (1983), S. 257–277.
  • Heinz Schilling (Hrsg.): Die reformierte Konfessionalisierung in Deutschland – Das Problem der „Zweiten Reformation“. Wissenschaftliches Symposium des Vereins für Reformationsgeschichte 1985. Gütersloh 1986.
  • Heinz Schilling: Die Konfessionalisierung im Reich. Religiöser und gesellschaftlicher Wandel in Deutschland zwischen 1555 und 1620. In: Historische Zeitschrift 246 (1988), S. 1–45.
  • Hans-Christoph Rublack (Hrsg.): Die lutherische Konfessionalisierung. Wissenschaftliches Symposion des Vereins für Reformationsgeschichte 1988. Gütersloh 1992.
  • Wolfgang Reinhard, Heinz Schilling (Hrsg.): Die katholische Konfessionalisierung. Wissenschaftliches Symposium der Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum und des Vereins für Reformationsgeschichte. Münster 1995.

Rezeption und Kritik

  • Heinrich Richard Schmidt: Konfessionalisierung im 16. Jahrhundert. (Enzyklopädie Deutscher Geschichte (EDG), 12), München 1992.
  • Heinrich Richard Schmidt: Sozialdisziplinierung? Ein Plädoyer für das Ende des Etatismus in der Konfessionalisierungsforschung. In: Historische Zeitschrift 265 (1997), S. 639–682 (PDF von der Website des Autors; 140 kB).
  • Heinrich Richard Schmidt: Lutherische Kirchenkonvente – reformierte Chorgerichte. In: Hermann Ehmer, Sabine Holtz (Hrsg.): Der Kirchenkonvent in Württemberg. Epfendorf/Neckar 2009, S. 293–313. Vergleich lutherischer württembergischer und reformierter Berner Konsistorien (PDF von der Website des Autors; 247 kB)
  • Heinrich Richard Schmidt: Religions- und Konfessionsräume, in: Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2013, Zugriff am: 2. September 2013.
  • Arno Herzig: Der Zwang zum wahren Glauben. Rekatholisierungspolitik vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Göttingen 2000.
  • Arno Herzig: Die Rekatholisierung in den deutschen Territorien im 16. und 17. Jahrhundert. In: Geschichte und Gesellschaft 26 (2000), S. 76–106.
  • Maximilian Lanzinner: Konfessionelles Zeitalter 1555–1618. In: Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte. Hrsg. v. Wolfgang Reinhard, Band 10, Stuttgart 2001, S. 3–203.
  • Harm Klueting: „Zweite Reformation“ – Konfessionsbildung – Konfessionalisierung. Zwanzig Jahre Kontroversen und Ergebnisse nach zwanzig Jahren. In: Historische Zeitschrift 277 (2003), S. 309–341.
  • Helga Schnabel-Schüle: Vierzig Jahre Konfessionalisierungsforschung – eine Standortbestimmung. In: Konfessionalisierung und Region. (Forum Suevicum. Beiträge zur Geschichte Ostschwabens und der benachbarten Regionen 3). Konstanz 1999, S. 23–40.
  • Kaspar von Greyerz, Manfred Jakubowski-Tiessen, Thomas Kaufmann, Hartmut Lehmann (Hrsg.): Interkonfessionalität – Transkonfessionalität – binnenkonfessionelle Pluralität. Neue Forschungen zur Konfessionalisierungsthese. (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, 201), Gütersloh 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte der protestantischen Dogmatik im 19. Jahrhundert. 2. erw. Auflage, R. Brockhaus, Wuppertal/Zürich 1989, ISBN 3-417-29343-X, S. 169.
  2. Ernst Walter Zeeden, Grundlagen und Wege der Konfessionsbildung im Zeitalter der Glaubenskämpfe, in: Historische Zeitschrift 185 (1958), S. 249–299, hier S. 251 f.
  3. Heinz Schilling, Die Konfessionalisierung im Reich. Religiöser und gesellschaftlicher Wandel in Deutschland zwischen 1555 und 1620, in: Historische Zeitschrift 246 (1988), S. 1–45, hier S. 6.
  4. Wolfgang Reinhard, Sozialdisziplinierung – Konfessionalisierung – Modernisierung. Ein historiographischer Diskurs, in: Die Frühe Neuzeit in der Geschichtswissenschaft. Forschungstendenzen und Forschungserträge, hrsg. von Nada Boskova-Leimgruber, Paderborn-München-Wien-Zürüch 1997, S. 39–55, hier S. 39. (RTF von der Website Heinrich Richard Schmidts; 68 kB).
  5. Siehe Wolfgang Reinhard, Sozialdisziplinierung – Konfessionalisierung – Modernisierung. Ein historiographischer Diskurs, in: Die Frühe Neuzeit in der Geschichtswissenschaft. Forschungstendenzen und Forschungserträge, hrsg. von Nada Boskova-Leimgruber, Paderborn-München-Wien-Zürüch 1997, S. 39–55 (RTF von der Website Heinrich Richard Schmidts; 68 kB).
  6. Wolfgang Reinhard, Zwang zur Konfessionalisierung? Prolegomena zu einer Theorie des konfessionellen Zeitalters, in: Zeitschrift für Historische Forschung 10 (1983), S. 257–277, hier S. 263.
  7. Formulierung bei Heinz Schilling, Das konfessionelle Europa. Die Konfessionalisierung der europäischen Länder seit Mitte des 16. Jahrhunderts und ihre Folgen für Kirche, Staat, Gesellschaft und Kultur, in: Konfessionalisierung in Ostmitteleuropa. Wirkungen des religiösen Wandels im 16. und 17. Jahrhundert in Staat, Gesellschaft und Kultur, hrsg. v. Joachim Bahlcke und Arno Strohmeyer, Stuttgart 1999, S. 13–62, hier S. 45.
  8. Wolfgang Reinhard, Zwang zur Konfessionalisierung? Prolegomena zu einer Theorie des konfessionellen Zeitalters, in: Zeitschrift für Historische Forschung 10 (1983), S. 257–277, hier S. 268.
  9. Heinz Schilling, Die Konfessionalisierung im Reich. Religiöser und gesellschaftlicher Wandel in Deutschland zwischen 1555 und 1620, in: Historische Zeitschrift 246 (1988), S. 1–45.
  10. Reinhard, Zwang, 262
  11. Stefan Plaggenborg, Konfessionalisierung in Osteuropa im 17. Jahrhundert. Zur Reichweite eines Forschungskonzeptes, in: Bohemia 44 (2003), S. 3–28; Olaf Mörke, Die politische Bedeutung des Konfessionellen im Deutschen Reich und in der Republik der Vereinigten Niederlande. Oder: War die Konfessionalisierung ein „Fundamentalvorgang“?, in: Der Absolutismus – ein Mythos? Strukturwandel monarchischer Herrschaft in West- und Mitteleuropa (ca. 1550–1700), hrsg. von Ronald G. Asch und Heinz Duchhardt, Köln/Weimar/Wien 1996, S. 125–164.
  12. Heinz Schilling, Confessionalization. Historical and Scholarly Perspectives of a Comparative and Interdisciplinary Paradigm, in: Confessionalization in Europe, 1555–1700. Essays in Honor and Memory of Bodo Nischan, hrsg. v. John M. Headley, Hans J. Hillerbrand und Anthony J. Papalas, Aldershot 2004, S. 21–35; für Spanien exemplarisch José Martínez Millán, En busca de la ortodoxia. El inquisidor general Diego de Espinosa, in: La corte de Felipe II, hg. von dems., Madrid 1994, S. 189–228, hier S. 191 f. und 196–221.
  13. So hat eine Arbeit über Irland festgestellt, dass es zwar zu einer die soziale Kohäsion fördernden doppelten Konfessionalisierung gekommen sei, diese aber nichts mit dem Staatsbildungsprozess zu tun gehabt habe: Ute Lotz-Heumann: Die doppelte Konfessionalisierung in Irland. Konflikt und Koexistenz im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Spätmittelalter und Reformation, Neue Reihe 13. Tübingen 2000.
  14. Heinrich Richard Schmidt: Sozialdisziplinierung? Ein Plädoyer für das Ende des Etatismus in der Konfessionalisierungsforschung. In: Historische Zeitschrift 265 (1997), S. 639–682.
  15. Heinrich Richard Schmidt: Dorf und Religion. Reformierte Sittenzucht in Berner Landgemeinden der Frühen Neuzeit. Quellen und Forschungen zur Agrargeschichte 41. Stuttgart 1995.
  16. In diesem Sinne und insgesamt kritisch Volker Reinhardt: Rom im Zeitalter der Konfessionalisierung. Kritische Überlegungen zu einem Epochendeutungskozept. In: Zeitsprünge 7 (2003), S. 1–18.
  17. Winfried Schulze, Vom Gemeinnutz zum Eigennutz. Über den Normwandel in den ständischen Gesellschaften der frühen Neuzeit, in: Historische Zeitschrift 243 (1986), S. 591–626. Reinhard widerspricht dem hinsichtlich der Absichten der historischen Akteure nicht, wendet aber ein, dass gerade nichtintendierte Folgen der katholischen Reformmaßnahmen modernisierend gewirkt haben.
  18. Michael Stolleis: „Konfessionalisierung“ oder „Säkularisierung“ bei der Entstehung des frühmodernen Staates. In: Zeitsprünge 1 (1994), S. 452–477.
  19. Exemplarisch: Nichole Grochowina: Confessional Indifference in East Frisia. In: Reformation and Renaissance Review 7 (2005), Nr. 1, S. 111–124.
  20. Den Konflikt ins rechte Licht rücken. Konfessionspolitik in Deutschland zwischen 1800 und 1970 – RUB-Forscher untersuchen «späte Konfessionalisierung» der Deutschen, Presseinformation der Ruhr-Universität Bochum vom 19. April 2004.
  21. Kaspar von Greyerz, Manfred Jakubowski-Tiessen, Thomas Kaufmann, Hartmut Lehmann (Hrsg.): Interkonfessionalität – Transkonfessionalität – binnenkonfessionelle Pluralität. Neue Forschungen zur Konfessionalisierungsthese. Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, 201. Gütersloh 2003.
  22. Frank Fätkenheuer: Lebenswelt und Religion. Mikro-historische Untersuchungen an Beispielen aus Franken um 1600. Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, 198. Göttingen 2004; Stefan Ehrenpreis: Konfessionalisierung von unten. Konzeption und Thematik eines bergischen Modells? In: Burkhard Dietz, Stefan Ehrenpreis (Hrsg.): Drei Konfessionen in einer Region. Beiträge zur Geschichte der Konfessionalisierung im Herzogtum Berg vom 16. bis 18. Jahrhundert. Köln 1999, S. 3–13.
  23. Siehe den Tagungsbericht zu Das Konfessionalisierungsparadigma – Leistungen, Probleme, Grenzen. XX. Bayreuther Historisches Kolloquium. Bayreuth: Dieter J. Weiß, Bayerische und Fränkische Landesgeschichte Universität Bayreuth; Thomas Brockmann, Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Bayreuth, 22. bis 24. Mai 2008.
  24. Winfried Schulze: Konfessionalisierung als Paradigma zur Erforschung des konfessionellen Zeitalters. In: Burkhard Dietz, Stefan Ehrenpreis (Hrsg.): Drei Konfessionen in einer Region. Beiträge zur Geschichte der Konfessionalisierung im Herzogtum Berg vom 16. bis 18. Jahrhundert. Köln 1999, S. 15–30; Ute Lotz-Heumann: The Concept of 'Confessionalization'. A Historiographical Paradigm in Dispute. In: Memoria y Civilización 4 (2001), S. 93–114. Anderer Ansicht aber exemplarisch Luise Schorn-Schütte: Konfessionalisierung als wissenschaftliches Paradigma? In: Joachim Bahlcke, Arno Strohmeyer (Hrsg.): Konfessionalisierung in Ostmitteleuropa. Wirkungen des religiösen Wandels im 16. und 17. Jahrhundert in Staat, Gesellschaft und Kultur. Stuttgart 1999, S. 63–77.