Krasiejów

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Krasiejów
Krasiejów führt kein Wappen
Krasiejów (Polen)
Krasiejów
Krasiejów
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Oppeln
Gmina: Ozimek
Geographische Lage: 50° 40′ N, 18° 15′ O50.66805555555618.246666666667Koordinaten: 50° 40′ 5″ N, 18° 14′ 48″ O
Einwohner: 2050
Postleitzahl: 46-040
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPO

Krasiejów (deutsch: Krascheow oder Crascheow) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Krasiejów liegt in der Gemeinde Ozimek (Malapane) im Powiat Opolski in der polnischen Woiwodschaft Oppeln.

Geografie[Bearbeiten]

Kirche
Der Dinopark
Paläontologischer Pavillon des Museums

Geografische Lage[Bearbeiten]

Krasiejów liegt am linken Ufer der Mała Panew, drei Kilometer östlich vom Gemeindesitz Ozimek (Malapane) und 23 Kilometer östlich von der Kreisstadt und Woiwodschaftshauptstadt Oppeln.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbarorte von Krasiejów sind im Westen Ozimek, im Osten Klein Stanisch (Staniszcze Małe) und Colonnowska (Kolonowskie), im Südosten Carmerau (Spórok) und im Südwesten Krzyżowa Dolina (Kreuzthal).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1292 erstmals urkundlich als "Crasseow" erwähnt.[1] 1860 besaß Krascheow eine Eisenhütte und eine Gewehrfabrik und hatte 1.083 Einwohner.[2] 1896 wurde das Klostergebäude erbaut. 1910 wurde der Grundstein für die neue neobarocke Kirche gelegt, die von 1911 bis 1913 erbaut wurde.[1]

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 452 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 433 für Polen.[3]. Krascheow verblieb beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 1.675 Einwohner. Am 10. August 1936 wurde der Ort in Schönhorst umbenannt. 1939 hatte der Ort 1.864 Einwohner. Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Oppeln.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Krasiejów umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Oppeln. Seit den 1970er Jahren baut man bei Krasiejów in einem Tagebau für die Zementfabrik in Strzelce Opolskie (Groß Strehlitz) ab. Seit 1993 führt man in der durch den Tagebau entstanden Tongrube paläontologische Grabungen durch. 1999 kam der Ort zum wiedergegründeten Powiat Opolski.

2001 entdeckte Professor Jerzy Dzik drei vollständige Skelette einer bis dahin unbekannten Archosaurier-Art. Diesen „Ursaurier“ nannte er Silesaurus opolensis. 2005 wurde das Paläontologische Museum in Krasiejów eröffnet. 2006 folgte die Eröffnung des Paläontologischen Pavillons des Paläontologischen Museums an der Ausgrabungsstätte. Bis heute wurden in den Tonablagerungen tausende Skelette von Süßwasser- und Landwirbeltieren aus dem Mesozoikum entdeckt. Die Ausgrabungsstätte und das Gelände um den Pavillon sollen zu einer touristischen Attraktion entwickelt werden. Das zunächst unter dem Namen „Dinopark“ umgestaltete Gelände wurde am 1. Juni 2010[4] als Teil des „JuraPark Krasiejów“ eröffnet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • neobarocke Kirche (1911-1913)
  • Klostergebäude (1896)
  • Paläontologisches Museum
  • Paläontologischer Pavillon
  • Dinopark

Vereine[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Georg Reitor (1919–2013), Offizier, Maschinenbauingenieur, Hochschullehrer sowie Fach- und Sachbuchautor

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Krascheow, mein Geburtsort – arm und klein, aber nicht unbedeutend. In: Georg Reitor: Vom Lager zum Lehrstuhl. Von unten nach oben und allem daneben. Book on Demand, Norderstedt / Gummersbach 2001, ISBN 3-8311-0244-9, S. 123–139.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krasiejów – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Sonstiges[Bearbeiten]

Krasiejów war 2003 Schauplatz der Folge Zu Tisch in Schlesien in der vom ZDF produzierten ARTE-Reihe Zu Tisch in ….

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Vgl. Internetseite des Ortes
  2. Vgl. Zeno: Pierer's Universal-Lexikon, Band 9. Altenburg 1860, S. 771.
  3. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921
  4. JuraPark