Kwajalein

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Kwajalein
NASA-Bild von Kwajalein
NASA-Bild von Kwajalein
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Marshallinseln
Geographische Lage 9° 12′ N, 167° 28′ O9.1938888888889167.45972222222Koordinaten: 9° 12′ N, 167° 28′ O
Kwajalein (Marshallinseln)
Kwajalein
Anzahl der Inseln 97
Hauptinsel Kwajalein
Landfläche 16,39 km²
Lagunenfläche 2174 km²
Einwohner 11630 (2011)
Karte
Karte
Deutsche Karte von 1893

Kwajalein (deutsch veraltet: Mentschikowinseln[1]) ist ein Atoll, das zu den Marshall-Inseln im südlichen Pazifik gehört. Es liegt rund 3.900 km südwestlich von Hawaii (Luftlinie Honolulu – Insel Kwajalein 3.942 km) und ist das weltgrößte Korallenatoll mit der größten umschlossenen Lagune. Die 16,39 km² große Landfläche umschließt eine Lagune von 2.174 km² Größe. Das Atoll umfasst insgesamt 97 Inseln, von denen die Insel Kwajalein die südlichste und größte ist. Neben Kwajalein liegt die Insel Ebeye, die die am dichtesten besiedelte ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Kwajalein gehörte wie das gesamte Gebiet der Marshall-Inseln als Kolonie zum deutschen Kaiserreich. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs fielen die Inseln an Japan. Während des Zweiten Weltkriegs war Kwajalein ein wichtiger Stützpunkt der Kaiserlich Japanischen Marine.

Kwajalein-Invasion 1944

Am 31. Januar 1944 gelang es den Amerikanern während der Operation Flintlock, auf dem Atoll zu landen und es ihrerseits zu einer wichtigen Einsatz- und Nachschubbasis für die Fortdauer des Pazifikkriegs auszubauen.

Siehe dazu: Schlacht um die Marshall-Inseln

Zwischen 1946 und 1958 fanden auf Bikini und Eniwetok die amerikanischen Atom- und Wasserstoffbombentests statt. Kwajalein erhielt daher eine wichtige Radarstation. 1948 wurden die ausgesiedelten Bikinianer für ein halbes Jahr neben dem Flughafen in Zelten untergebracht, bis sie zur Insel Kili weiterverschifft wurden.

1954 kam es durch falsche Wettereinschätzungen der Militärmeteorologen während des Castle-Bravo-Tests auf Bikini zu einer Kontaminierung der Inseln Rongelap und Rongdrik durch Fallout. Die Inseln waren zu diesem Zeitpunkt bewohnt. Viele der Ureinwohner wurden nach Ebeye im Kwajalein-Atoll umgesiedelt.

Raketentests[Bearbeiten]

Seit 1961 wurden auf Kwajalein zahlreiche Tests von Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen durchgeführt. Hierfür gibt es Startanlagen auf Illeginni Island (9° 0′ 0″ N, 167° 42′ 0″ O9167.7), Meck Island (9° 0′ 21″ N, 167° 43′ 37″ O9.0058333333333167.72694444444), Roi-Namur Island (9° 24′ 4″ N, 167° 27′ 59″ O9.4011111111111167.46638888889) und Kwajalein Drop Zone, Pacific Ocean (7° 39′ 0″ N, 167° 42′ 0″ O7.65167.7). Die seit 1996 nicht mehr zum Programm gehörige Startanlage auf Omelek wird inzwischen von der Firma SpaceX benutzt.

Heute sind elf der 97 Inseln an die USA verpachtet, die dort die Ronald Reagan Ballistic Missile Defense Test Site, kurz RTS genannt, unterhalten. Das RTS besteht aus Radaranlagen sowie Anlagen für optische, Telemetrie- und Kommunikationsübertragung. Benutzt wird das RTS zur Überwachung und zum Abfangen von ballistischen Raketen und zur Unterstützung von Weltraummissionen.

Nach einer langjährigen Pattsituation zwischen der Regierung und den Landeigentümern und acht Jahre langen Verhandlungen wurde am 10. Mai 2011 das Kwajalein Land Use Agreement (LUA) unterzeichnet. Der Vertrag garantiert der USA eine Verlängerung ihrer Landnutzungsrechte auf Kwajalein bis ins Jahr 2066, mit einer Option auf eine weitere Verlängerung um 20 Jahre. Die Zeremonie in Ebeye wurde live von Marshall Islands’ Radio V7AB übertragen. Mit der Vertragsunterzeichnung wurde die Auszahlung von 32 Millionen US Dollar aus einem Treuhänderkonto an die Landeigentümer frei. Die Unterzeichner des Kwajalein Land Use Agreement waren Präsident Jurelang Zedkaia, Iroijlaplap Imata Kabua, Iroijlaplap Anjua Loeak, Iroijlaplap Nelu Watak, Leroij Likwor Litokwa, Finanzminister Alfred Alfred Jr., und Generalstaatsanwalt Frederick Canavor Jr.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Südosten des Atolls, nördlich der Insel Enubuj, liegt das Wrack des am 22. Dezember 1946 gekenterten und gesunkenen deutschen Kreuzers Prinz Eugen, der als Zielschiff während der Operation Crossroads gedient hatte. Das Heck des Schiffes ragt deutlich sichtbar aus dem Wasser heraus.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Koloniallexikon. Hrsg. von Heinrich Schnee. – Leipzig: Quelle & Meyer 1920. – 3 Bde
  2. Presseerklärung des Präsidialamtes der Republik der Marshallinseln vom 10. Mai 2011, zitiert in [1], eingesehen am 14. Mai 2011
  3.  Bauernfeind, Ingo: Radioaktiv bis in alle Ewigkeit – Das Schicksal der Prinz Eugen. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 2011, ISBN 978-3-8132-0928-0, S. 93.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kwajalein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien