Bibliotheksverbund

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Bibliotheksverbünde in Deutschland

Bibliotheksverbünde oder Verbundzentralen sind zentrale Dienstleistungen für Bibliotheken im Bibliothekswesen.

Sie koordinieren die kooperative Katalogisierung und Fernleihe in ihrem Gebiet und nehmen oft zentrale Aufgaben der Datenverarbeitung, Fortbildung und andere Dienstleistungen wahr.

Verbundkataloge[Bearbeiten]

Sie sind Zentralkataloge und entstanden in den 1970er-Jahren nach US-amerikanischem Vorbild als Katalogisierungsverbünde. Das hat den Vorteil, dass eine Titelaufnahme im Verbund nur einmal aufgenommen wird und andere Bibliotheken ihre Exemplare nur hinzufügen müssen. Es gibt Vereinbarungen der teilnehmenden Bibliotheken über die arbeitsteilige Katalogisierung bestimmter Fachgebiete. Es existieren Vereinbarungen darüber, welche Bibliotheken Titelaufnahmen verändern dürfen. Die Verbundzentrale koordiniert die Arbeiten und entscheidet im Zweifelsfall.

Bibliotheksverbünde in Deutschland[Bearbeiten]

Für die Durchführung des Überregionalen Leihverkehrs ist die Bundesrepublik Deutschland in Leihverkehrsregionen eingeteilt. Leihverkehrsregionen und Verbundregionen sind in der Regel identisch. Für die Koordinierung des Leihverkehrs in den Regionen sind Leihverkehrszentralen zuständig. Die Leihverkehrsregionen bzw. Verbundregionen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg gebildet.

Bibliotheksverbund Bayern (BVB)[Bearbeiten]

BVB

Dem Verbund gehören mehr als 135 überwiegend wissenschaftliche Bibliotheken aus Bayern an, darunter die Bayerische Staatsbibliothek, 11 Universitätsbibliotheken, 17 Fachhochschulbibliotheken sowie 10 regionale staatliche Bibliotheken. Ein offizielles Gründungsdatum gibt es nicht; der Start im Offline-Verbund war 1970, im Online-Verbund 1987. Die Verbundszentrale ist bei der Bayerischen Staatsbibliothek in München angesiedelt. Sie betreut neben der zentralen Verbunddatenbank das Internetportal Gateway Bayern, den dynamischen Linkresolver SFX, die BVB-Aufsatzdatenbank, die Online-Fernleihe, den gemeinsamen CD-ROM-Server sowie das Multimediasystem DigiTool.

Der Verbundkatalog des BVB enthält über 18 Millionen Titeldaten mit über 35 Millionen Besitznachweisen. Im Rahmen der Kataloganreicherung werden Inhaltsverzeichnisse, Zusammenfassungen und Klappentexte angeboten.

Das Internetportal Gateway Bayern ermöglicht die Recherche in den heterogenen und vielfältigen Angeboten des BVB und stellt den zentralen Einstiegspunkt für Literatursuchende zu den Diensten der Virtuellen Bibliothek Bayern dar. Das Ergebnis einer Recherche beinhaltet im optimalen Fall nicht nur die Titel von Büchern und Zeitschriften, sondern auch von Aufsätzen und Metadaten für digitale Objekte wie Volltexte, Videos, Bilder und mehr.

Die Aufsatzdatenbank des BVB dient zur gezielten Recherche in Zeitschriften, deren Inhalte in Bibliothekskatalogen in der Regel nicht nachgewiesen werden. Sie enthält mehr als 46 Millionen Titel aus rund 21.000 Zeitschriften mit dem Fokus auf der aktuellen wissenschaftlichen Literatur.

Mit der Online-Fernleihe beschleunigte sich die Fernleihe sowohl bei Monographien wie auch bei Dokumenten von mehreren Wochen auf wenige Tage. Der ebenfalls in der Verbundzentrale administrierte gemeinsame CD-ROM-Server erlaubt den Bibliotheken des BVB, ihren jeweiligen Nutzern eine Vielzahl unterschiedlicher Datenbanken in einer wirtschaftlichen Form bereitzustellen.

Das Multimediasystem DigiTool ist die gemeinsame Plattform der bayerischen Verbundbibliotheken zur Verwaltung und Präsentation digitaler Dokumente und Sammlungen.

Gemeinsamer Bibliotheksverbund (GBV)[Bearbeiten]

Dem Gemeinsamen Bibliotheksverbund gehören über 430 Bibliotheken an, darunter alle wissenschaftlichen und zahlreiche öffentliche Bibliotheken in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie die Bibliotheken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Hauptaufgabe des GBV ist die Kooperation und Organisation von Dienstleistungen von und für Bibliotheken im Verbundgebiet. Dazu gehören vor allem das zentrale Bibliothekssystem (CBS) zur kooperativen Katalogisierung sowie die lokalen Bibliothekssysteme (LBS).

Im gemeinsamen Verbundkatalog (GVK) sind über 34,1 Millionen Titel mit mehr als 79,4 Millionen Besitznachweisen von Büchern, Zeitschriften, Aufsätzen, Kongressberichten, Mikroformen, elektronischen Dokumenten, Datenträgern, Musikalien, Karten etc. verzeichnet.

Der Sitz der Verbundzentrale, die aus dem Bibliotheksrechenzentrum Niedersachsen (BRZN) hervorgegangen ist, ist in Göttingen an der Staats- und Universitätsbibliothek. Als Software-Basis dient das System PICA.

Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz)[Bearbeiten]

Das Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) ist eine zentrale Dienstleistungs- und Entwicklungseinrichtung für die Hochschulbibliotheken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Auf Basis vertraglicher Vereinbarungen übernimmt das hbz seit 40 Jahren Aufgaben für Bibliotheken und Einrichtungen innerhalb und außerhalb von Nordrhein-Westfalen. Es hat seinen Sitz in Köln.

Die Verbunddatenbank umfasst Nachweise von über 18 Millionen Titeln, die von den teilnehmenden Verbundbibliotheken erstellt bzw. durch maschinelle Verfahren importiert wurden. Hinzu kommen über 40 Millionen Bestandsdaten der nordrhein-westfälischen und rheinland-pfälzischen Verbundbibliotheken. In der Verbunddatenbank werden zudem die Daten der Nordrhein-Westfälischen Bibliographie (NWBib) geführt. Sie wird in regelmäßigen Abständen mit den Daten der Zeitschriftendatenbank (ZDB) aktualisiert. Die bibliographischen Metadaten der hbz-Verbunddatenbank werden durch ca. 1 Millionen digitale Objekte – insbesondere Inhaltsverzeichnisse und Volltexte – angereichert.

Zu den weiteren Produkten und Dienstleistungen zählen:

  • Die Digitale Bibliothek (DigiBib): Portal zur Welt des Wissens für rund 220 Bibliotheken, Zugang mit Online-Fernleihe und Dokumentenlieferdienst zum heterogenen Informations- sowie Dienstleistungsangebot der jeweiligen Bibliothek, Möglichkeit der Recherche in mehr als 450 Falldatenbanken
  • das Linkverwaltungssystem DigiLink sowie den virtuellen und kooperativen Auskunftsverbund DigiAuskunft
  • Digital Peer Publishing (DiPP): Angebot zum Hosting von qualitätsgeprüften elektronischen Open-Access-Fachzeitschriften
  • Digitale Inhalte: konsortiale Erwerbung von elektronischen Inhalten, zentrales und überregionales Vertragsmanagement, Plattform für Nutzungsstatistiken, Hosting von Datenbanken, Kundenservice und -training von Benutzung und Recherche
  • Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS) und Österreichische Bibliotheksstatistik: jährliche Erfassung aller wichtigen Kennzahlen in den Bereichen Ausstattung, Bestand, Entleihung, Ausgaben, Finanzen und Personal der Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken
  • BIX – der Bibliotheksindex: bundesweites Ranking für Bibliotheken vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und hbz in Kooperation mit B.I.T.online, ermöglicht einen differenzierten Leistungsvergleich von Bibliotheken
  • Online-Fernleihe: Online-Literaturbestellung und Dokumentlieferdienst
  • Suchraum: technische Infrastrukturlösung für effizientes Retrieval in bibliographischen Beständen mittels Suchmaschinentechnologie
  • Digitalisierung: Umwandlung digitaler Medien wie Papierbücher und Zeitschriften in digitale Form mit den Digitalisierungsplattformen scantoweb hosted by hbz und MyBib eL® sowie Catalogue Enrichment
  • Speicherung und Verwaltung großer Mengen von digitalen Objekten aller Art, Hosting und Archivierung von Webseiten sowie Langzeitarchivierung elektronischer Pflichtexemplare, Hosting von Hochschulschriften und Dokumentenservern
  • Linked Open Data (LOD): Aufbau von Wissen und Technologie für Linked-Data-basierte Dienstleistungen, Entwicklungen in diesem Bereich basieren auf zwei Säulen: Publikation von offen lizenzierten Daten zur freien Nutzung durch jeden und domänenübergreifende Web-Standards für die Entwicklung neuer Technologien

Hessisches BibliotheksInformationsSystem (HeBIS)[Bearbeiten]

Das Hessische BibliotheksInformationsSystem HeBIS ist der elektronische Informations- und Dienstleistungsverbund der wissenschaftlichen Bibliotheken in Hessen und der Region Rheinhessen in Rheinland-Pfalz. Organisatorisch ist HeBIS eingebunden in die Hochschulen des Landes; federführend ist die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Abteilung HeBIS-Informationstechnologie ist das technische Servicecenter (bis 2007 als "Abteilung Bibliotheksdatenverarbeitung" Teil des Hochulrechenzentrums und daher in dessen Räumlichkeiten beheimatet). Die HeBIS-Verbundzentrale ist das bibliothekarische Servicecenter, beheimatet in den Räumlichkeiten der UB.

HeBIS basiert auf einer zentralen Verbunddatenbank in Frankfurt am Main mit sechs lokalen Subsystemen (an den Universitäten/Hochschulen in Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen, Kassel, Marburg, Mainz) unter Einsatz der international verbreiteten Bibliothekssoftware von OCLC PICA.

Das Spektrum der teilnehmenden Einrichtungen ist vielfältig: Universitäts- und Hochschulbibliotheken, Instituts- und Spezialbibliotheken, Landes- und Stadtbibliotheken haben sich HeBIS angeschlossen, um ihre Aufgaben durch Nutzung zentraler Dienstleistungen effizienter wahrnehmen zu können. Die Zahl der aktiv im Verbund katalogisierenden eigenständigen Groß-Bibliotheken beträgt z. Zt. 25. Die HeBIS-Verbunddatenbank enthält derzeit insgesamt über 40 Millionen Datensätze, darunter ca. 15 Millionen Titel aller Publikationsformen (einschließlich elektronischer Medien) mit über 23 Millionen Bestandsnachweisen aus insgesamt 638 Bibliotheken aller Größenordnungen in der Region.

HeBIS ging Anfang 1987 als reiner Online-Katalogisierungsverbund in Produktion. Seitdem haben sich die Aufgaben und Ziele grundlegend erweitert. Heute bietet HeBIS einen umfassenden Service für Bibliotheken und Benutzer auf der Basis anwender-konfigurierter Bibliothekssoftware mit allen Funktionsmodulen für eine leistungsstarke und kostengünstige Bibliotheksverwaltung unter Nutzung internationaler Standards:

  • Bereitstellung und Pflege von zentralen Katalogisierungs- und Nachweisdatenbanken einschließlich Fremd-, Norm- und Retro-Daten;
  • Bereitstellung und Pflege eines zentralen Verbund-Portals mit Authentifizierungsroutine, Datenbankauswahl, Metasuche, Verfügbarkeitsrecherche und integrierter Bestellkomponente;
  • Bereitstellung und Pflege lokaler Portalsichten nach individuellen örtlichen Rahmenbedingungen;
  • Bereitstellung und Pflege eines Verbund-OPAC mit benutzerfreundlicher Oberfläche;
  • Bereitstellung und Pflege verbundinterner und verbundübergreifender Fernleihfunktionen in Kooperation mit den übrigen Verbundsystemen;
  • Organisation und Durchführung abgestimmter, kostengünstiger Erwerbung von elektronischen Zeitschriften und Datenbanken im Rahmen des HeBIS-Konsortiums;
  • Aufbau von Volltextservern;
  • Systementwicklung und –pflege; bibliotheks-fachlicher, organisatorischer und technischer Support;
  • Betreuung der HeBIS-Verbundbibliotheken durch anwendungsbezogene Arbeitshilfen und Arbeitsmaterialien, Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen, technische und organisatorische Hilfestellung, Herausgabe einer Online-Zeitschrift zum HeBIS-Verbund („hebiscocktail“), umfangreiche Informationsangebote auf den HeBIS-Webseiten[1];
  • aktive Teilnahme an Standardisierungs- und Regelwerksarbeit;
  • Planung und Koordination von Projekten.

Kooperativer Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV)[Bearbeiten]

Der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) ist der Zusammenschluss aller Hochschulbibliotheken, aller öffentlichen Bibliotheken und vieler Spezialbibliotheken in Berlin und Brandenburg. Im Gegensatz zu den anderen deutschen Bibliotheksverbünden beschränkt sich die Zusammenarbeit auf eine Minimallösung. Die Titeldaten werden getrennt erfasst, und eine der größten Berliner Bibliotheken, die Staatsbibliothek zu Berlin, arbeitet statt mit dem KOBV mit dem GBV zusammen.

Der KOBV wurde 1997 bis 2000 am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) aufgebaut und 2001 durch Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg und dem ZIB institutionalisiert. Er ist der Nachfolger des Bibliotheksverbundes Berlin-Brandenburg (BVBB). Dienstleistungs- und Entwicklungszentrale des KOBV ist die im ZIB angesiedelte KOBV-Zentrale.

Die Verbundzentrale des KOBV betreibt das Internet-Portal der Berliner und Brandenburgischen Bibliotheken, das den Nutzerinnen und Nutzern den Zugang zu den Informationsangeboten vieler Bibliotheken ermöglicht. Gleichzeitig ist sie die Dienstleistungs- und Entwicklungszentrale für die beteiligten Bibliotheken und in dieser Funktion konsortialer Service-Provider für eine Reihe bibliothekarischer Anwendungen.

Zu den wichtigsten KOBV-Internet-Angeboten gehören:

  • KOBV-Portal – bietet die Suche und Online-Fernleihe in den Katalogen der KOBV-Bibliotheken, der deutschen Bibliotheksverbünde und großer internationaler Bibliotheken und Verbünde sowie die Suche in anderen nationalen und internationalen elektronischen Ressourcen.
  • KOBV-Volltextserver – bietet Zugang zu den Volltexten der im Friedrich-Althoff-Konsortium (FAK) lizenzierten elektronischen Zeitschriftenartikel (Archivserver; zugangsbeschränkt) und zu den Volltexten der in den regionalen Publikationsservern veröffentlichten frei zugänglichen Dokumente.
  • Virtuelle Verbundkataloge (VK) – für Recherche nach besonderen Medien bzw. Literatur aus besonderen Fachgebieten. Bisher sind VK Film, VK Judaica und VK Noten realisiert.
  • Bibliothekenführer – das Online-Gesamtverzeichnis der Berliner und Brandenburgischen Bibliotheken.

Die Zuständigkeiten für die Fernleihe und den Leihverkehr sind in Berlin und Brandenburg auf zwei Einrichtungen verteilt: die KOBV-Zentrale und die an der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) angesiedelte Leihverkehrszentrale Berlin-Brandenburg. Die KOBV-Zentrale realisiert die technische Umsetzung der automatisierten Fernleihe und der Online-Fernleihe für Endnutzer: Sie betreibt den Fernleih-Server und die Fernleih-Software, leistet den technischen Support für die Fernleihbibliotheken und führt die Abrechnung durch. Die Leihverkehrszentrale ist u.a. für die Zulassung neuer Bibliotheken zum Leihverkehr, die Führung der Amtlichen Leihverkehrsliste und die Organisierung des Bücherautodienstes verantwortlich.

Der KOBV kooperiert mit dem Friedrich-Althoff-Konsortium e.V. (FAK). Im FAK haben sich wissenschaftliche Einrichtungen der Länder Berlin und Brandenburg zusammengeschlossen, um ihre Nutzerinnen und Nutzer mit wissenschaftlichen Informationen aus elektronischen Veröffentlichungen zu versorgen.

Im Dezember 2007 haben der Bibliotheksverbund Bayern und der Kooperative Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg eine strategische Allianz vereinbart. Die Vereinbarung sieht die gemeinschaftliche Entwicklung innovativer Dienste und den Aufbau einer gemeinsamen Verbunddatenbank vor.

Südwestdeutscher Bibliotheksverbund (SWB)[Bearbeiten]

Im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund (SWB) erschließen etwa 1.200 Bibliotheken der Länder Baden-Württemberg, Sachsen und Saarland, der Goethe-Institute und einer Vielzahl von Max-Planck-Instituten sowie weitere bibliothekarische Einrichtungen aus dem In- und Ausland ihre Medienbestände in der gemeinsamen SWB-Datenbank, die das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) fachlich und technisch mit zusätzlichen Dienstleistungen betreibt (Datenlieferung und -tausch, Meta-, Fremd- und Normdatenbereitstellung usw.). Bereits 1990 traten die wissenschaftlichen Bibliotheken Sachsens dem SWB-Verbund aufgrund der Partnerschaft Baden-Württemberg – Sachsen bei. Die Datenbank enthält circa 62,5 Mio. Bestandsnachweise und 19,8 Mio. Titelnachweise sowie einen stetig wachsenden Anteil an elektronischen Ressourcen (Stand: Mitte 2014).

Das BSZ stellt seinen Bibliotheken auf der Basis des SWB-Verbundkataloges ein System zur elektronischen Eingabe und Bearbeitung von Fernleihbestellungen zur Verfügung. Die Online-Fernleihe bietet komfortable Bestellmöglichkeiten und schnelle Lieferung benötigter Literatur für den Benutzer. Sie gewährleistet kurze Bearbeitungs- und Lieferzeiten sowie hohe Transparenz und Benutzerfreundlichkeit.

Im Bereich Bibliothekssysteme ist das BSZ als Kompetenzzentrum für das Integrierte Bibliothekssystem Baden-Württemberg für die Administration des Systems aDIS/BMS auf der Anwendungsebene und den Support zuständig. Das webgestützte integrierte Bibliothekssystem Koha (Bibliothekssoftware) bietet das BSZ ebenfalls seit einigen Jahren als Open Source erfolgreich an.

Mit dem Bereich Museen, Archive und Repositorien (MARE) betreibt und hostet das BSZ Informationssysteme zur elektronischen Dokumentation und Publikation, zur Internetrecherche, zur Virtuellen Auskunft sowie zur digitalen Langzeitarchivierung für Museen, Archive und Bibliotheken. Die Aktivitäten reichen von der Beschaffung bzw. Entwicklung von Softwarekomponenten, der Festlegung von Formaten und Verfahren bis zur Beratung und Unterstützung von Museen und Bibliotheken. Das BSZ betreut darüber hinaus staatliche Museen in Baden-Württemberg im Kooperationsverbund MusIS in Fragen der Museumsdokumentation und stellt Dienstleistungen für das Landesarchiv Baden-Württemberg zur Verfügung. Das landeskundliche Portal LEO-BW (= Landeskunde entdecken online) ermöglicht die übergreifende Recherche über die Bestände der beteiligten Bibliotheken, Archive und Museen in Baden-Württemberg.

Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB)[Bearbeiten]

Der VÖBB wurde als Gemeinschaftsprojekt der 12 Berliner Bezirke, der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) und der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur 1995 ins Leben gerufen. Seine Titeldaten können über das Portal des KOBV recherchiert werden.

Österreichischer Bibliothekenverbund[Bearbeiten]

Der Österreichische Bibliothekenverbund ist ein Katalogisierungs- und Dienstleistungsverbund für Österreichs wissenschaftliche und administrative Bibliotheken. Den Kern bilden die Österreichische Nationalbibliothek und die Universitätsbibliotheken.

Bibliotheksverbünde in der Schweiz[Bearbeiten]

Die Verbundlandschaft in der Schweiz ist stark fragmentiert. Neben den grossen Verbünden der Universitäts- und Hochschulbibliotheken bestehen weitere Verbünde von Kantonsbibliotheken. Unten ist lediglich eine Auswahl aufgeführt.

Informationsverbund Deutschschweiz (IDS)[Bearbeiten]

Der Informationsverbund Deutschschweiz umfasst 400 Bibliotheken; in fünf Datenbanken sind 15 Millionen Titelaufnahmen mit über 24 Millionen Exemplaren verzeichnet. Der größte Teil dieser Bibliotheken befindet sich in der Deutschschweiz, es sind aber auch Bibliotheken aus der Romandie und italienischsprachigen Schweiz vertreten. Der IDS besteht aus sieben Partnern in fünf Aleph-Verbünden und deckt alle Universitäts- und Hochschulbibliotheken der Deutschschweiz ab.[2] Der Beginn der produktiven Zusammenarbeit war 1999.

Die Verbünde sind autonom; es besteht jedoch eine intensive Zusammenarbeit (gemeinsames Regelwerk etc.) und eine kleine Verbundorganisation für gemeinsame Projekte.

In der IDS-Recherche wird die übergreifende Suche zu den großen Bibliotheksdatenbanken und Verbünden der Schweiz angeboten.

Folgende Mitglieder sind als selbstständige Teilverbünde im IDS organisiert:

St. Galler Bibliotheksnetz (SGBN)[Bearbeiten]

Das St. Galler Bibliotheksnetz ist ein Bibliothekenverbund von 46 Bibliotheken, die gemeinsam eine Verbunddatenbank mit dem Bibliothekssystem Aleph betreiben und dem Publikum einen Online-Katalog sowie eine Dokumenten- und Buchbestellung anbieten. Die Verbundzentrale des SGBN ist der Kantonsbibliothek St. Gallen angegliedert.

Westschweizer Bibliotheksverbund (RERO)[Bearbeiten]

RERO unterhält einen Gesamtkatalog von ungefähr 215 Bibliotheken mit Dienstleistungen primär für die 35.000 Studierenden der vier französischsprachigen Universitäten der Schweiz (Genève, Fribourg, Lausanne et Neuchâtel).

Sistema bibliotecario ticinese (Sbt)[Bearbeiten]

Das Sistema bibliotecario ticinese umfasst die vier Tessiner Kantonsbibliotheken (Lugano, Locarno, Mendrisio und Bellinzona), die Universitätsbibliotheken in Lugano und Mendrisio sowie die Schulbibliotheken des Kantons Tessin. Es führt mehrere Publikumskataloge und einen Metakatalog. Hinsichtlich Datenformat und Regelwerk ist das Sbt ein IDS-Partner und verwendet dasselbe System wie die IDS-Bibliotheken.

Bibliotheksverbünde im nicht-deutschsprachigen Ausland[Bearbeiten]

In der Europäischen Union gibt es in allen größeren Ländern Bibliotheksverbünde wie beispielsweise Copac in England, SBN in Italien, LIBRIS in Schweden und REBIUN in Spanien. Die europäischen Nationalbibliotheken sind über die European Library vernetzt. In den USA gibt es keine Bibliotheksverbünde, die mit den Verbünden Deutschlands vergleichbar wären. Die bestehenden Bibliotheksverbünde sind oft kleiner und wurden zum Zwecke des Austausches ihrer Medien eingerichtet. Darüber hinaus wird der Leihverkehr zwischen den Bibliotheken von diesen selbst organisiert. Die Dienstleistungen der Library of Congress (LoC) sind weitestgehend kostenfrei. Das Online Computer Library Center (OCLC) dessen Hauptsitz in Dublin (Ohio)ist, arbeitet nicht profitorientiert,verlangt aber von den Bibliotheken zur Finanzierung der angebotenen Dienstleistungen und Software Gebühren.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. HeBis-Webseite; abgerufen am 9. Juli 2012
  2. IDS Informationsverbund Deutschschweiz: Das wichtigste in Kürze. Abgerufen am 30. März 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten]