Lemmings

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Lemmings
Lemmings Logo.gif
Entwickler DMA Design
Publisher Psygnosis
Sony Computer Entertainment
Erster Titel Lemmings (1991)
Letzter Titel Lemmings Tribes (2008)
Plattform(en) Windows, DOS, PlayStation, PS2, PS3, PlayStation Portable, 3DO, Acorn Archimedes, Amiga, Amiga CD32, Amstrad CPC, Atari ST, CD-i, CDTV, C64, FM Towns, Game Boy, Game Boy Color, Game Gear, Mega Drive, Atari Lynx, Mac OS, NES, PC-98, SAM Coupé, Master System, Saturn Sharp X68000, SNES, PC Engine, ZX Spectrum, J2ME
Genre(s) Denkspiel

Lemmings ist eine Reihe von Computerspielen des Entwicklers DMA Design, die ab 1991 von Psygnosis veröffentlicht wurden. Sie waren vor allem Anfang der 1990er Jahre sehr populär und besitzen nach wie vor eine Fangemeinde.

Die Spiel-Lemminge sind kleine Geschöpfe mit grünen Haaren und blauem Anzug. Sie sind nicht besonders intelligent und gehen stur geradeaus, bis sie auf ein Hindernis stoßen, in einen Abgrund fallen oder auf platzierte Objekte stoßen, die ihnen eine neue Richtung geben. Aufgabe des Spielers ist es, in diesen Automatismus mit verschiedenen Aktionen einzugreifen.

Spielprinzip[Bearbeiten]

Der Spieler muss in jedem Level eine Horde von bis zu 100 Lemmingen von einem Eingang zu einem Ausgang führen. Dabei gilt es, möglichst viele Lemminge vorbei an Hindernissen, Abgründen und Fallen zu leiten, damit eine vorgegebene Mindestanzahl den Ausgang erreicht.

Dazu können jedem Lemming per Mausklick spezielle Fähigkeiten zugewiesen werden:

  • Blockierer
  • Kletterer
  • Fallschirmspringer
  • Athlet, d. h. Kletterer und Fallschirmspringer
  • Stiegenbauer
  • Bergmann, d. h. graben in verschiedene Richtungen
  • lebende Bombe

Diese Fähigkeiten stehen allerdings nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Meistens sind nur bestimmte Fähigkeiten für ein Level verfügbar.

In den späteren Versionen gibt es dann noch verschiedene Lemming-„Stämme“, jeweils mit verschiedenen Sonderfähigkeiten.

Der wichtigste und am schwierigsten zu meisternde Faktor ist das Timing. Wenn z. B. die Lemminge auf ein einige Pixel breites Hindernis zumarschieren, das gesprengt werden muss, damit sie nicht umdrehen und ein paar Meter weiter alle in einen Abgrund stürzen, dann muss z. B. einer der Lemminge in eine Bombe verwandelt werden, die das Hindernis beseitigt. Die Explosion findet aber erst fünf Sekunden nach der Zündung statt und die Lemminge sind ständig in Bewegung. Ein Klick zum ungünstigen Zeitpunkt kann ausreichen und es überleben nicht mehr genug Lemminge, um den Level zu schaffen.

Wenn man einen Level vorzeitig abbrechen will, kann man einen Selbstzerstörungs-Button anklicken, der einen Countdown startet, nach dem dann alle verbliebenen Lemminge kurz nacheinander wie ein kleines Feuerwerk explodieren und dabei wie Sektkorken knallen.

Um Wartezeiten (z.B. bis alle Lemminge den Ausgang erreicht haben) zu verkürzen, wurden in späteren Versionen spezielle Beschleunigungsfunktionen eingebaut.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Nachdem DMA Design in ihr erstes Büro gezogen waren, begannen sie die Entwicklung des Spiels Walker. Scott Johnson zeichnete für das Spiel Animationen von Spielfiguren mit 16×16 Pixeln Größe. Als ein Beweis, dass auch mit 8×8 Pixeln Größe Spielfiguren möglich sind, zeichnete David Railly daraufhin kleinere animierte Figuren, darunter auch skurrile Todesanimationen. Gary Timmons zeichnete weitere Todesanimationen, woraufhin Russell Key meinte, dass man daraus ein Spiel machen könnte. Key entwickelte eine Demoversion, die er im September 1989 Psygnosis vorstellte.

Programmierer David Jones (2003)

Die Farben der Lemminge wurden wegen der EGA-Palette gewählt, bei der die Farbkombination blau-grün den besten Eindruck auf die Entwickler machte. DMA-Mitarbeiter Dave Jones entschloss sich, das Spiel zu programmieren. Timmons und Johnson entwickelten die Grafik. Es wurde ein Leveleditor geschrieben, der von Deluxe Paint inspiriert war. Psygnosis testete die Levels und gab Feedback. Dailly schuf vier spezielle Levels, deren Grafiken aus Amiga-Spielen von Reflections und Psygnosis stammten. Diese waren Shadow of the Beast 1+2, Blood Money und Menace. Ein verbreiteter Irrtum rankte sich um das Level All the 6's, das aus drei Sechsern besteht. Es handelte sich dabei nicht wie oft vermutet um eine Anspielung auf die biblische Zahl, sondern um eine Idee Raillys, der zunächst versuchte, ein Level aus Fünfern zu kreieren. Es gelang ihm nicht, die Anzahl der für den Levelabschluss zu rettenden Lemminge auf 55 Prozent zu bringen, jedoch schaffte er 66 Prozent. Er entwickelte die Idee daraufhin mit Sechsern statt Fünfern. Erst später fiel es auf, dass er stattdessen die Anzahl der Lemminge hätte verändern können. Da er das Level im Höllen-Grafikset angesiedelt hatte, dachte er an 666. Diese Spezial-Levels sind nicht in allen Spielversionen enthalten.

Scott Johnsons jüngerer Bruder Brian Johnson entwickelte Soundeffekte und Musik für das Spiel, wobei er vor allem auf klassische Musik zurückgriff. Gary Timmons entwickelte die Intro-Musik. Scott Johnsons Mutter lieh den Lemmings ihre Stimme.

Es wurde ein Zweispielermodus per Nullmodemkabel entwickelt, der zu einem Splitscreen-Modus umgeschrieben wurde. Weil es am PC zu technischen Problemen bei mehr als einer gleichzeitig verwendeten Maus kam, wurde dieser nur beim Amiga und Atari ST verwendet.

Erstmals wurde die Schnellvorlauffunktion bei der nie erschienenen Arcade-Version benutzt. Diese wurde später bei Lemmings 2 integriert.

Plattformen[Bearbeiten]

Das erste Lemmings-Spiel entstand für den Amiga. Es wurde auf Atari ST, Atari Lynx, Macintosh, Commodore 64, Acorn Archimedes, MS-DOS, Microsoft Windows, OS/2, SAM Coupé, ZX Spectrum, Schneider CPC, NES, SNES, GameBoy, Game Boy Color, Sega Mega Drive, Sega Master System, Sega Game Gear, PlayStation, PlayStation 2, PlayStation 3, PlayStation Portable, PalmOS, iPhone und weitere Systeme portiert. 1993 entstand ein gleichartiges Spiel namens The Brundles für Atari-8-Bit-Rechner.

Spiel-Versionen[Bearbeiten]

  • Lemmings (1991)
  • Oh No! More Lemmings (1991; Zusatz-Disc für Lemmings von 1991)
  • Holiday Lemmings alias Xmas Lemmings (1991 bis 1994; vier Weihnachts-Spezialausgaben, 1991 und 1992 mit nur vier Leveln und kostenlos)
  • Lemmings 2: The Tribes (1993)
  • Lemmings 3 alias All New World of Lemmings alias The Lemmings Chronicles (1994)
  • Lemmings für Windows (1995; Windows-Version (Win32s) von Lemmings und Oh No! More Lemmings)
  • 3D Lemmings (1995)
  • Lemmings Paintball (1996; Ableger)
  • The Adventures of Lomax (1996; ein Plattform-Spiel als Ableger der Reihe)
  • Lemmings Revolution (2000)
  • Lemmings PSP (2006)
  • Lemmings PS2 (2006)
  • Lemmings PS3 (2007)
  • Lemmings Tribes für J2ME-fähige Mobiltelefone (2008)

Klone und Varianten:

Für die Betriebssysteme Linux, Windows und Mac OS X gibt es einen Lemmings-Klon mit dem Namen Pingus, bei dem, als Anspielung auf das Linux-Maskottchen Tux, statt der Lemming-Figuren Pinguine verwendet werden.
  • Lamers (DOS)
1992 entstand eine Lemmings-Parodie namens Lamers. Das Spielziel ist es, die kleinen Figuren mit Waffen, wie z.B. einer Pistole, davon abzuhalten, den rettenden Ausgang zu erreichen. Das Spiel kursierte damals in BBS-Kreisen und war Ende 1992 neben anderen Programmen auch in einer Ausgabe der Zeitschrift Disc-EDV-Report auf Diskette zu finden.

Weblinks[Bearbeiten]