Tetris

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Tetris für den Game Boy, eine sehr populäre Tetris-Version (1989)

Tetris (russisch Тетрис) ist ein puzzleartiges Computerspiel des russischen Programmierers Alexei Paschitnow, der die erste spielbare Version im Juni 1984[1] auf einem Elektronika-60-Rechner[2] fertigstellte. Tetris gilt inzwischen als Computerspiel-Klassiker,[3] hat sich inzwischen über 100 Millionen Mal verkauft,[4] wurde vielfach ausgezeichnet[5] und ist wie kaum ein anderes Spiel für nahezu jedes elektronische Rechensystem erschienen.[6]

Spielprinzip[Bearbeiten]

Die Tetris-Bausteine I, J, L, O, S, T und Z (auch Tetrominos genannt)

Das Tetris-Spielprinzip lehnt sich an das Puzzlespiel Pentomino an; im Unterschied zu diesem besitzt Tetris jedoch nur sieben statt zwölf Formen. Diese stets aus vier Quadraten zusammengesetzte Formen werden häufig mit den lateinischen Buchstaben bezeichnet, denen sie ähneln. Während I, O und T symmetrisch sind, gibt es bei den Formen Z und L zwei spiegelbildliche Varianten (J/L und S/Z), woraus sich die abgebildete Gesamtzahl von sieben Formen in Tetris ergibt. Abgeleitet von dem mathematischen Begriff Tetromino (aus vier Quadraten bestehende Form) existiert die Bezeichnung Tetrimino speziell für die Tetris-Spielsteine.

Vom Spieler müssen die einzeln vom oberen Rand des rechteckigen Spielfelds herunterfallenden Tetrominos in 90-Grad-Schritten gedreht und verschoben werden, so dass sie am unteren Rand horizontale, möglichst lückenlose Reihen bilden. Sobald eine Reihe von Quadraten komplett ist, verschwindet diese. Alle darüberliegenden Reihen rücken nach unten und geben damit einen Teil des Spielfeldes wieder frei. Für das gleichzeitige Tilgen mehrerer Reihen erhält der Spieler eine höhere Punktzahl pro Reihe als für eine einzelne. Der Name des Spiels rührt von dem altgriechischen Wort tetra (dt. „vier“) und bezeichnet die Zahl der Quadrate pro Tetromino sowie das gleichzeitige Tilgen von vier Reihen.

Physikalische Unkorrektheit der Spielmodellierung beim klassischen Tetris: ein Spielstein schwebt in der Luft

In der ursprünglichen Form des Spiels verhalten sich die Spielsteine physikalisch nicht korrekt. Die Tetrominos bleiben in der Position liegen, in der sie landen, statt gemäß Gravitation zu kippen. Die nachrückenden Reihen füllen in vielen Versionen keine vorher vorhandene Lücken auf. Auf diese Weise können Tetrominos das Vervollständigen darunterliegender Reihen erschweren. Wenn eine bestimmte Anzahl entfernter Reihen erreicht worden ist, wird die Fallgeschwindigkeit der Tetrominos erhöht. Das Spiel endet, sobald sich die nicht abgebauten Reihen, also jene mit Lücken, bis zum oberen Spielfeldrand aufgetürmt haben.

Geschichte[Bearbeiten]

Idee und Erfolg im Ostblock[Bearbeiten]

Der Russe Alexei Paschitnow, damals beim Dorodnitsyn Computer Zentrum der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften in Moskau angestellt, kam im Frühling 1984 auf die Idee, das Puzzlespiel Pentomino, das er aus seiner Kindheit kannte und sehr mochte, in ein Computerspiel umzusetzen. Die erste Version, von Paschitnow auf seiner Elektronika 60 entwickelt und noch ohne Sound und Farbe, war bald fertig und zog nach und nach die ganze Belegschaft in ihren Bann. Paschitnow gab dem Spiel den Namen Tetris, als Kombination aus Tetromino und Tennis.[7] Vadim Gerasimov übertrug das Spiel kurze Zeit später auf einen IBM-PC. Im Sommer 1985 entstand die erste Farbversion, die Paschitnow dann auch nach außen weitergab. Das Spiel wurde immer weiter kopiert und breitete sich schnell in der Sowjetunion und danach im ganzen Ostblock aus.[8]

Erste Verkäufe im Westen[Bearbeiten]

Ungarn war zu der Zeit recht erfolgreich mit dem Export von Puzzlespielen und Computertechnologie, so dass dort der Geschäftsmann Robert Stein von Andromeda Software erstmals auf Tetris aufmerksam wurde. Seine Anfrage beim Computerzentrum wurde recht emotionslos aufgenommen, da man dort Tetris wenig ernst nahm. Steins Angebot beantwortete man aber mit der Bekundung von Interesse. Da formlose Vereinbarungen in der Softwareindustrie üblich waren, sah dieser die Antwort als Zusage an. Er nahm Kontakt mit Mirrorsoft auf, dem Softwareflügel der Maxwell Corporation, die 1986 zu den großen britischen Medienimperien gehörte. Auch bei Mirrorsoft fand das Spiel großen Anklang. Stein gelang zudem der Verkauf an Spectrum HoloByte in Kalifornien.

Kampf um die Videospiellizenz[Bearbeiten]

Als aber die erste Version auf dem Markt erschien, erhielt Stein ein Telex von Electronorgtechnica ("Elorg"), einer in Moskau ansässigen Staatsfirma, die für die zentrale Vermarktung von sowjetischen Softwareprodukten zuständig war. Diese erklärte ihm, dass die Rechte nie vergeben worden waren. Stein gelang es aber bei einem Besuch in Moskau, die Rechte für Personal- und Heimcomputer zu erhalten.

Der große Spielemarkt lag damals aber bei den Spielekonsolen, sodass Mirrorsoft mit Atari Games Kontakt aufnahm, eine Version für diese zu produzieren. Allerdings war man sich nicht bewusst, dass man die Rechte für diese Gerätegattung gar nicht besaß.

Henk Rogers vom japanischen Publisher Bullet Proof Software entdeckte das Spiel 1987 auf der Unterhaltungselektronik-Messe CES am Stand von Spectrum Holobyte und bemühte sich um die Verwertungsrechte für den japanischen Markt. Die Lizenz für Computer-Umsetzungen erhielt er direkt von Spectrum Holobyte.[9] Die Rechte für TV-Spielkonsolen erhielt Rogers von Atari Games und veröffentlichte auf dieser Grundlage 1988 in Japan eine Version für die Famicom-Konsole.[9][10][11]

Bei Nintendo wollte man Tetris bei der Markteinführung dem neu entwickelten Game Boy beilegen. Henk Rogers sollte daher Nintendo schnell die Rechte sichern. Robert Stein hatte diese schon mit Mirrorsoft weitgehend abgeklärt, wollte Rogers aber als potenziellen Abnehmer für andere Software bei der Stange halten.

Obwohl sich das Spiel erfolgreich verkaufte, blieben die Lizenzzahlungen in der Verwertungskette hängen, so dass Elorg nie die vereinbarten Zahlungen von Andromeda Software erhielt. Nikolai Belikow untersuchte bei Elorg im Auftrag der sowjetischen Regierung den Fall. Die Angelegenheit wurde zunehmend ein Politikum, da der Chef der Maxwell Corporation, Robert Maxwell, einer der reichsten Männer der Welt war und gute Kontakte zu Gorbatschow hatte.

Da nicht gezahlt wurde, blieben die weiteren Verhandlungen stecken. Rogers fühlte sich von Stein hingehalten und flog selbst nach Moskau. Auch Stein war in Moskau, und Mirrorsoft hatte heimlich Kevin Maxwell, den Sohn von Robert Maxwell, geschickt, um sich die Rechte zu sichern. Während die beiden Termine bei Elorg hatten, kam Rogers unvorbereitet und unerwartet nach Moskau. So ergab es sich, dass alle drei am selben Tag bei Elorg erschienen, wobei man allerdings vermied, dass sie sich begegneten. Rogers war der erste und zeigte Belikow die japanische Tetris-Version, die bei Atari Games und damit indirekt bei Robert Stein lizenziert war. Es stellte sich heraus, dass die Rechte dafür gar nicht an Stein vergeben worden waren. Rogers war schockiert, offerierte aber seine guten Kontakte mit Nintendo. Stein war der zweite Besucher des Tages und hatte gehofft, er könnte sich weitere Rechte an Tetris sichern, sah sich dann aber wegen der Lizenzüberschreitungen und ausbleibenden Zahlungen nur mit Vorwürfen konfrontiert. Maxwell erschien als dritter und brach die Verhandlungen schnell ab, da ihm die Lizenzverstöße bis dahin unbekannt waren und er zuerst Rücksprache halten musste.

Belikow gelang es durch eine geschickte Verhandlungstaktik, die Rechte für Stein präzise auf bestimmte Geräte einzugrenzen, ohne dass sich dieser dessen bewusst war. Letztendlich legte der neue Vertrag weitgehend die sowieso schon abgeschlossenen Rechte fest. Rogers hatte sich derweil mit Paschitnow angefreundet. Da Maxwell zudem arrogant auftrat, entschied Elorg sich, die Handheld-Rechte an Rogers zu vergeben. Bei Nintendo wollte man sich auch die Konsolenrechte sichern und flog heimlich nach Moskau und schloss dort einen Vertrag mit Elorg ab, der einen Betrag von 500.000 US-Dollar zuzüglich 0,50 US-Dollar pro Kopie festlegte.

Politischer Druck[Bearbeiten]

Als man sich bei Maxwell bewusst wurde, dass man die Rechte nicht erhalten hatte, war man wütend und drohte am 23. März 1989 in einem Telex an Belikow, bei Gorbatschow persönlich bei dessen Staatsbesuch in Großbritannien Druck auszuüben. Belikow wurde auch von sowjetischer Seite unter Druck gesetzt, aber da die Situation sich durch die Perestroika verändert hatte, waren die Auswirkungen für ihn nicht so fatal, wie sie noch wenige Jahre zuvor hätten ausfallen können.

Desaster für Atari Games und Maxwell[Bearbeiten]

Für Atari Games entwickelte sich die Angelegenheit zu einem Desaster und wurde so zu einem der Gründe für den Niedergang der Firma. Man hatte schon Millionen in Entwicklung und Vermarktung investiert, als Nintendo die Firma davon in Kenntnis setzte, dass sie die Videospielrechte nicht hätten. Atari Games Konsolenspieltochter Tengen brachte das Produkt im Mai 1989 trotzdem auf den Markt und Atari Games strengte einen Prozess gegen Nintendo an, bei dem Belikow als Zeuge aussagen sollte. Dieser wurde vor seinem Abflug vor einen staatlichen Ausschuss zitiert, wo man ihm drohte, ihn für alle Verluste verantwortlich zu machen, die der Sowjetunion entstehen würden, wenn Atari Games den Prozess gewinnen würde. Im November 1989 fiel die Entscheidung zugunsten Nintendos. Atari Games musste Hunderttausende von Spielemodulen in ihrem Lager vernichten.[12]

Nintendos und Paschitnows größter Erfolg[Bearbeiten]

Für Nintendo wurde Tetris ein großer Erfolg. Sie verkauften acht Millionen Kopien für das Nintendo Entertainment System. Der Game Boy wurde auch durch das im Lieferumfang enthaltene Tetris zu einem Erfolg und verkaufte sich insgesamt 70 Millionen mal.

Paschitnow erhielt allerdings nichts aus den gezahlten Geldern und entschied sich 1991, in die USA auszuwandern und in Seattle eine Firma aufzubauen. Zwischen 1996 und 2005 arbeitete er für Microsoft. Die ursprünglich vergebenen Rechte liefen ebenfalls 1996 aus, so dass er von da an auch Geld für das von ihm entwickelte Spiel erhielt.[13] Allerdings machten die Gewinne zu diesem Zeitpunkt nur noch einen Bruchteil der in den vorangegangenen Jahren gezahlten Summen aus.

Versionen[Bearbeiten]

Tetris auf einem TI-83-Plus-Taschenrechner
GNOMEtris: ein freier Klon von Tetris

Tetris ist wie kaum ein anderes Spiel kopiert und nachgeahmt (Software-Clone) worden und in vielen Versionen und Variationen für nahezu jedes System erschienen. Schon bald erschienen Ende der 1980er Jahre Tetris-Spiele von Herstellern wie Atari, THQ und Nintendo für verschiedene Heimcomputer und stationäre Arcade-Systeme.

Tetris für den Game Boy[Bearbeiten]

Die monochrome Version von 1989 für die tragbare Spielekonsole Game Boy von Nintendo wurde sehr populär und erfolgreich, da die ersten Game Boys zusammen mit einem Tetris-Modul ausgeliefert wurden. Die Game-Boy-Variante von Tetris kann mit zwei Game Boys über ein Link-Kabel zu zweit gespielt werden. Durch gleichzeitiges Abbauen von zwei oder mehr Zeilen kann man dem Gegner eine unvollständige Zeile von unten in sein Spielfeld schieben. Zwei komplette Zeilen ergeben eine Zeile beim Gegner, drei Zeilen entsprechend zwei. Nur bei einem „Tetris“ – also vier Zeilen auf einmal – werden auch vier Zeilen zum Gegner geschickt. Die Zeilen enthalten eine freie Spalte, wodurch sie, falls diese Spalte nicht durch andere Steine verdeckt ist, mit einer passenden Form eliminiert und so zurückgeschickt werden können.

Tetris für Windows[Bearbeiten]

1989 war Tetris inklusive Verweis auf Alexei Paschitnow und Wadim Gerasimow im ersten Microsoft Windows Entertainment Pack für 16-bit Windows enthalten. Die Windowsversion selbst ist von Dave Edson.

Tetris für den Nintendo DS[Bearbeiten]

Für den Nintendo DS sind zwei Tetris-Spiele bekannt. Tetris DS erschien am 20. April 2006 und bot einige klassische Spielmodi, die auf den Touchscreen des Nintendo DS angepasst waren. Tetris Party Deluxe ist ein weiteres Tetris-Spiel, das am 3. September 2010 erschienen ist. Spieler haben nun auch die Möglichkeit, selbst Rätsel zu erstellen. Das Spiel ist auch für Nintendo Wii erschienen.[14]

Tetris für den Nintendo 3DS[Bearbeiten]

Für den Nintendo 3DS erschien am 21. Oktober 2011 das Spiel Tetris. Mittels der AR-Funktionen des Handhelds ist es möglich, das Spielfeld in die Umgebung zu projizieren, außerdem können alle 20 Spielmodi in 3D gespielt werden. Ebenfalls neu ist ein 8-Spieler-Online-Modus.

Weitere Versionen[Bearbeiten]

Tetris zählt zu den von Fremdherstellern und Hobbyprogrammierern am meisten nachgeahmten und geklonten Computerspielen überhaupt. Beispielsweise gibt es selbst für den Commodore 64 über 100 Varianten des Spiels, da viele Hobbyprogrammierer selbst neue Versionen erstellen. Für Unix Desktop Environments wie GNOME oder KDE wurden später Tetris-Klone erstellt. Auch für Editoren wie Emacs oder Vim gibt es entsprechende Nachahmungen. Von Electronic Arts erschienen Versionen für diverse Mobiltelefone.

Rezeption[Bearbeiten]

Erfolg[Bearbeiten]

Über die Fensterbeleuchtung des finnischen Studentenwohnheims Mikontalo der Technischen Universität Tampere wurde auch Tetris gespielt (2007)[15]

Tetris gilt inzwischen als Computerspiel-Klassiker und wurde später retrospektiv als „Mutter aller Casual Games“ bezeichnet, als früher Ursprung oder Vorläufer dieses später sehr erfolgreichen Computerspiel-Genres.[8] Tetris war auch abseits der Computerspielbranche einflussreich; so inspirierte es beispielsweise auch Geschirrhersteller[16] oder wurde auf vielen Gebäuden gespielt, z. B. über die Fensterbeleuchtung.[15]

Es ist auch wie kaum ein anderes Spiel in vielen Versionen und Variationen für nahezu jedes System erschienen: Videospielkonsolen, Computer, Mobiltelefone, Portable Media Player, PDAs, Network music players, graphische Taschenrechner und sogar als Easter Egg in Nicht-Media-Produkten wie Oszilloskopen.[17] Guinness World Records hat Tetris als das Spiel gelistet, welches auf die meisten Systeme portiert wurde; 2011 gibt das Buch 65 verschiedene Plattformen an.[6]

Es wurden zwar viele Versionen von Tetris in den 1980er Jahren für viele Heimcomputer und Arcadesysteme verkauft, jedoch war es die enorm erfolgreiche Game-Boy-Version von 1989, welche Tetris’ Ruf als eines der populärsten Spiele überhaupt begründete. Von Tetris wurden mehr als 70 Millionen Kopien verkauft.[18] Im Januar 2010 wurde bekannt gegeben, dass Tetris seit 2005 100 Millionen Mal allein auf Mobiltelefonen verkauft wurde.[4] In der Ausgabe 100 von Electronic Gaming Monthly erschien Tetris auf dem ersten Platz als Greatest Game of All Time. 2007 war Tetris auf dem zweiten Platz in IGNs "100 Greatest Video Games of All Time" gelistet.[5] Im Jahre 2009 erreichte Tetris den dritten Platz der Top 200 Games of All Time von Game Informer.[19]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Tetris wurde im März 2007 in die Game Kanon gewählt, eine Liste von Computerspielen, die als Meilensteine gelten.[3][20]

Das Tetris-Tetromino L konnte 2007 auch den sechsten jährlichen Videospielcharakter-Popularitätskontest der Videospielwebseite GameFAQs für sich entscheiden, obwohl dieses ursprünglich als nicht ernst gemeinte Einreichung gehandelt wurde.[21]

Am 6. Juni 2009 ehrte Google Tetris zum 25. Jahrestag durch eine Anpassung des Logos (Google Doodle) zu einer Version bestehend aus Tetrominos.[22][23]

Am 29. November 2012 gab das Museum of Modern Art den Erwerb von 14 Computerspielen, darunter Tetris, für eine neue Design-Dauerausstellung in den Philip Johnson Galleries ab März 2013 bekannt. In der Bekanntmachung wurden die Titel als herausragende Vertreter im Bereich des Interaktionsdesigns bezeichnet. Kriterien waren demnach neben der visuellen Qualität und der ästhetischen Erfahrung sämtliche Aspekte, die zur Gestaltung der Interaktion beitragen, etwa die Eleganz des Programmcodes oder das Design des Spielerverhaltens.[24]

Musik[Bearbeiten]

Melodie von Korobeiniki

Bekannt geworden durch ihre eingängige Melodie ist die Musik der Game-Boy-Ausgabe von Tetris (Music A). Es basiert auf dem Lied Korobeiniki, das auf dem 1861 geschriebenen, gleichnamigen Gedicht von Nikolai Alexejewitsch Nekrassow basiert. Dieses Lied hat den Charakter eines russischen Tanzes und wird normalerweise mit einer stetigen Tempobeschleunigung (Accelerando) gespielt. Music C in der Game-Boy-Version ist eine modifizierte Adaption des Menuetts der dritten Französischen Suite von Johann Sebastian Bach, einer Tanzsammlung für Tasteninstrumente, in h-Moll, BWV 814. Auf dem Game Boy erklingt das zweistimmige Stück in a-Moll.

Die berühmte Musik ist auch in dem Spiel Super Smash Bros. Brawl zu finden: Eine orchestrale und volksliedähnliche Variante des Typs A und eine eher arabische Version des Typs B; beide Titel werden in der Stage Luigi’s Mansion gespielt.

Die Commodore-64-Version des Spiels hat einen vierstimmigen Soundtrack mit einer Länge von fast 26 Minuten.

Filme[Bearbeiten]

  • Tetris: From Russia with Love, 60-minütige Dokumentation von Magnus Temple (BBC, 2004) (zugehörige Seite unter bbc.co.uk, englisch)

Trivia[Bearbeiten]

Das PC Spiel von Spectrum Holobyte (1987) hatte als Zusatz eine arbeitsspeicherresidente Version des Spieles mit dabei[25], die mit ihrer Größe von 56 Kb in den damals üblicherweise 640 kB großen Arbeitsspeicher geladen und mit der Tastenkombination Strg C jederzeit ein- und auch wieder ausgeschalten werden konnte. Das ermöglichte es in einem beliebigen Arbeitsprogramm zu arbeiten und trotzdem in Sekundenbruchteilen zu Tetris zum Spielen und in Sekundenbruchteilen auch wieder zurück wechseln zu können. Dadurch war das Spiel besonders in Büroumgebungen beliebt: Kam eine Aufsichtsperson in Sichtweite, war man mit der Tastenkombination Strg C wieder in der aktuellen Arbeitsumgebung, wo nahtlos weitergearbeitet werden konnte. Es gab für die Aufsichtsperson keinerlei Hinweis, dass im Hintergrund Tetris im Pausenmodus wartete und mit neuerlichem Drücken von Strg C am aktuellen Spielstand fortgesetzt werden konnte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Solomon W. Golomb: Checkerboards and Polyominoes. In: The American Mathematical Monthly 61, December 1954, Nr. 10.
  • Solomon W. Golomb: Polyominoes. Scribners, New York NY 1965, (Bearbeitete Neuauflage: Princeton University Press, Princeton NJ 1994, ISBN 0-691-08573-0; Russische Ausgabe: Polimino, Moskau Мир 1975)
  • Ilja Karenovics: Fallende Ost-Blöcke. Tetris oder Wie die Sowjetunion den Game Boy zum Superstar machte. In: Birgit Menzel (Hrsg.): Der Osten im Westen. Importe der Populärkultur. (Osteuropa 57, 2007, 5), S. 83–93.
  • Maria Koth, Notburga Grosser: Das Pentomino-Buch. Denkspielspaß für Kinder von 9 bis 99. Kopiervorlagen Mathematik. Aulis-Verlag Deubner, Köln 2004, ISBN 3-7614-2543-0.
  • David Sheff: Nintendo–„Game Boy“. Wie ein japanisches Unternehmen die Welt erobert. Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-30600-0, S. 370ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tetris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franklin Paul: At 25, Tetris Still Eyeing Growth. reuters.com, 2. Juni 2009. (englisch)
  2. Witold Pryjda: Tetris und der Siegeszug der fallenden Steine. Zeit Online, 10. Juni 2006.
  3. a b HEATHER CHAPLIN: Is That Just Some Game? No, It’s a Cultural Artifact (englisch) nytimes.com. 12. März 2007. Abgerufen am 1. November 2013.
  4. a b » Tetris atteint les 100 millions de téléchargements payants (et une petite histoire du jeu) – Maximejohnson.com/techno : actualités technologiques, tests et opinions par le j. Maximejohnson.com. 19. Januar 2011. Abgerufen am 22. November 2012.
  5. a b IGN Top 100 Games of All Time – 2007. Top100.ign.com. Abgerufen am 22. November 2012.
  6. a b Most ported computer game (englisch) Guinnessworldrecords.com. 1. Oktober 2010. Abgerufen am 23. November 2013: „Tetris, created by Alexey Pajitnov in 1985, has been translated (or “ported”) to more than 65 different computer game platforms, including mobile phones. Updated in Guinness World Records Gamers Edition 2011
  7. Tetris Story von Vadim Gerasimov (englisch)
  8. a b Christian Klaß: Interview: Tetris - die Mutter aller Casual Games - "Genießt jede Minute, die ihr spielend verbringt!". golem.de. 13. November 2007. Abgerufen am 16. November 2013.
  9. a b A Right Twisty Tale. In: Russel DeMaria, Johnny L. Wilson: "High Score." 2nd edition, McGraw-Hill/Osborne, Emeryville, Kalifornien 2004, ISBN 0-07-223172-6. Seite 197 (englisch) – Die wichtigsten Ereignisse bei der Lizenzvergabe zu Tetris (1984–1996) in 15 Punkten zusammengefasst
  10. Tetris von Bullet Proof Software bei MobyGames (englisch)
  11. Tetris von Bullet Proof Software für Famicom in der Datenbank von GameFAQs. (englisch)
  12.  Steven L. Kent: The Ultimate History of Video Games. Three Rivers Press, New York 2001, ISBN 0-7615-3643-4, S. 377–380.
  13. Matt Beer and Jacob Fries: Pushed past the brink (englisch) San Francisco Chronicle. 24. September 1998. Archiviert vom Original am 2009. Abgerufen am 26. November 2013.
  14. Artikel auf DSi-Fans.de
  15. a b Mikontalo Lights Project (2007, englisch)
  16. Perets, Abbi: Tetris-inspired dishware brings the game to dinner (englisch). In: CNet, 22. Februar 2010. 
  17. HP 54600B Oscilloscope Easter Eggs. Eeggs.com. Abgerufen am 12. November 2008.
  18. The Guardian, 2. Juni 2009, How Tetris conquered the world, block by block
  19. The Game Informer staff: The Top 200 Games of All Time. In: Game Informer. Nr. 200, Dezember 2009, S. 44–79. „"If a game could be considered ageless, it's Tetris"“
  20. James Ransom-Wiley: 10 most important video games of all time, as judged by 2 designers, 2 academics, and 1 lowly blogger (englisch) Joystiq. Abgerufen am 3. November 2013.
  21. Fall 2007: The Great GameFAQs Character Battle VI. GameFAQs. Abgerufen am 29. November 2007.
  22. Google Features TETRIS Look For Game’s 25th Anniversary (englisch) Electronic Arts. 5. Juni 2009. Abgerufen am 25. September 2009: „Google will roll out the TETRIS-inspired design in 24-hour periods, starting first at 1:00 pm EDT in Japan, Australia, and New Zealand. From 6:00 pm  – 7:00 pm EDT, the TETRIS-inspired design will begin appearing in Europe, Asia, Africa, and the Middle East. Starting June 6th, at 12:00 am EDT, the TETRIS-inspired design will be available in North and South America.“
  23. 25 Years of Tetris – courtesy of Tetris Holding, LLC (englisch) Google.com. 6. Juni 2009. Abgerufen am 22. November 2012.
  24. Paola Antonelli: Video Games: 14 in the Collection, for Starters (englisch) In: Inside / Out. A MoMA/MoMA PS1 Blog. Museum of Modern Art. 29. November 2012. Abgerufen am 29. November 2012.
  25. memory-resident Tetris Abgerufen am 18. Dezember 2014.