Lillie Langtry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträt von Sir John Everett Millais: Lillie Langtry, 1878

Lady Lillie Langtry (* 13. Oktober 1853 auf der Insel Jersey; † 12. Februar 1929 in Monte Carlo, eigentlich Emilie Charlotte Le Breton) war eine berühmte britische Schauspielerin und Mätresse von König Eduard VII. von Großbritannien und Irland.

Leben[Bearbeiten]

Lillie Langtry, um 1890
Lillie Langtry fotografiert von The Lafayette Studio, London (1899)

Emilie war die einzige Tochter von William Corbet Le Breton, Dekan of Jersey, und seiner Frau Emilie Davis. Sie wuchs gemeinsam mit ihren sechs Brüdern auf der Insel Jersey auf und wurde von einer französischen Gouvernante und dem Tutor ihrer Brüder erzogen. Emilie half oft ihrer Mutter bei verschiedenen sozialen Hilfsorganisationen. [1] Nach einer unglücklichen Liebe - mit ihrem Halbbruder wie sich herausstellte - war ihr Ziel, Jersey zu verlassen und in London zu leben. Im Jahr 1874 heiratete Emilie den irischen Grundbesitzer und Kaufmann Edward Langtry (1848–1897). Schon früh war sie enttäuscht von der Ehe, denn ihr Mann war am gesellschaftlichen Leben nicht interessiert, und sein Einkommen war auch nicht hoch. Mit der Schauspielerei begann sie, als ihr Mann mit seinen Geschäften Konkurs ging. [2]

Lillie Langtry fotografiert von The Lafayette Studio, London (1899)

Auf einem Empfang im Jahr 1877 lernte Lillie den Prince of Wales kennen, den späteren König Edward VII. (1841–1910), und wurde seine Mätresse. Seine Ehefrau, Prinzessin Alexandra (1844–1925), akzeptierte die Verbindung. Nach drei Jahren war die Affäre beendet, Lillie verliebte sich in dessen Cousin (zweiten Grades) Prinz Louis von Battenberg (1854–1921), Admiral der Royal Navy. Lillie wurde schwanger von ihm und gebar am 8. März 1881 in Paris ihre einzige Tochter Jeanne-Marie († 1964). Die Geburt blieb geheim, wie üblich in diesen Tagen, das Kind wuchs teilweise auf Jersey auf, ihre Mutter war für sie ihre Tante; erst später erfuhr sie die Wahrheit über ihre Geburt, was zum Bruch mit der Tante bzw. Mutter führte.

Nach der Geburt ihres Kindes musste Lillie für ihren Unterhalt selbst aufkommen, von ihrem Mann konnte sie nichts erwarten, eine Scheidung wollte er auch nicht. Deshalb ging sie zur Bühne zurück. Im Dezember 1881 debütierte Jersey Lily, so ihr Kosename, im Theatre Royal Haymarket mit dem Stück „She Stoops to Conquer“ von Oliver Goldsmith. [3] Das Publikum kam, um die Geliebte des Prinzen zu sehen, und so begann ihre Karriere. Mit ihrer natürlichen Schönheit, Charme und Talent eroberte sie die Gesellschaft. [4] Im Herbst 1882 ging sie auf Amerika-Tournee, mit den Stücken Wie es euch gefällt (Originaltitel: As You Like It) und „Die Dame von Lyon“ (Originaltitel: Lady of Lyons), wurde sie begeistert von den Theaterkritikern gefeiert. Künstler wie Sir John Everett Millais (1829–1896) und George Frank Miles (1852–1891) malten sie, und Oscar Wilde (1854–1900) lag ihr zu Füßen und unterstützte sie später in ihrer Theaterkarriere.

Frisuren, Kleider und Badeartikel wurden nach ihr benannt, und mit der Werbung verdiente sie zusätzliches Geld. In Amerika unterhielt sie einen Weinberg, eine Weinkellerei und eine Rennstallzucht. Sie war die erste Frau in einem Jockey Club, dies natürlich mit einer kleinen List. Sie erfand einen Männernamen, unter dem ihre Pferde liefen. [5] In den Vereinigten Staaten ließ sie sich 1897 von ihrem Mann scheiden und heiratete ein Jahr später in Kalifornien Sir Hugo de Bathe und wurde Lady de Bathe. 1929 starb Lillie in Monte Carlo; bestattet wurde sie auf dem Friedhof von St. Saviour auf der Kanalinsel Jersey.[6][7]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Ihre Enkeltochter, Lady Helen Mary Malcolm (1918–2010), wurde eine der ersten BBC Radiosprecherinnen.
  • Lillie Langtry taucht auch häufiger in Spielfilmen auf. So wurde sie in Der Westerner (The Westerner, 1940) von Lilian Bond gespielt, in Der Mann mit der grünen Nelke (The Trials of Oscar Wilde, 1960) von Naomi Chance und in Das war Roy Bean (The Life and Times of Judge Roy Bean, 1972) von Ava Gardner. Roy Bean war ein großer Verehrer der Schauspielerin und benannte seine Stadt, gegründet in den 1880er Jahren, Langtry.
  • Die BBC drehte in den 1970er Jahren eine 13-teilige Serie über Lillie Langtrys Leben. [8]
  • Ihr Kosename Jersey Lillie leitete sich von einer Amaryllis ab, die ein Symbol der Insel Jersey ist.
  • Die Single Pictures of Lily von der britischen Gruppe The Who, geschrieben von Pete Townshend im Jahre 1967, ist der Schauspielerin Lillie Langtry gewidmet. David Bowie hat später das Lied gecovert.
  • 1887 nahm sie die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an, um sich von ihrem Mann scheiden lassen zu können.

Literatur[Bearbeiten]

Autobiographie
  • Lillie Langtry: The Days I Knew. Redberry Press, Jersey 1999, ISBN 1-870544-02-1 (Nachdr. d. Ausg. London 1925).
Belletristik
  • Pierre Sichel: The Jersey Lily. A novel based on the life of Lillie Langtry. Allen, London 1958.
Sachbücher
  • Laura Beatty: Lillie Langtry. Manners Masks and Morals. Chattoo & Windus, London 1999, ISBN 1-85619-513-9.
  • Jeremy Birkett, John Richardson: Lillie Langtry. Her life in words and pictures. Blanford Press, Poole 1979, ISBN 0-7137-1073-X.
  • James Brough: The Prince and the Lillie. Hodder & Stoughton, London 1975.
  • Sonia Hillsdon: The Jersey Lily. The life and times of Lillie Langrty. Seaflower Books, Jersey 1993, ISBN 0-948578-55-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lillie Langtry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen & Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.lillielangtry.com/jersey_1853.htm Die Zeit auf Jersey
  2. erste Heirat, 1874
  3. Project Gutenberg - She Stoops to Conquer by Oliver Goldsmith
  4. London, 1876
  5. Pferderennen
  6. Tod von Lillie Langtry
  7. knerger.de: Das Grab von Lillie Langtry
  8. 13-teilige BBC-Serie