Chrysler 300 (2004)

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Chrysler
Chrysler 300 C

Chrysler 300 C

300
Produktionszeitraum: 2004–2010
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi
Motoren: Ottomotoren:
2,7–6,1 Liter
(142–317 kW)
Dieselmotor:
3,0 Liter (160 kW)
Länge: 5015–5151 mm
Breite: 1880 mm
Höhe: 1462–1507 mm
Radstand: 3048–3200 mm
Leergewicht: 1805–2050 kg
Vorgängermodell: Chrysler 300M
Nachfolgemodell: Chrysler 300 (2011)

Der hier behandelte Chrysler 300 war ein von Chrysler gebautes Pkw-Modell der oberen Mittelklasse, das von Anfang 2004 bis Ende 2010 gebaut wurde. Der Chrysler 300C wurde ab Juni 2005 für die Märkte außerhalb Nordamerikas bei Magna Steyr in Graz gefertigt.

Von der Markteinführung bis Anfang Januar 2010 registrierte das Kraftfahrtbundesamt insgesamt 7666 zugelassene Chrysler 300C in Deutschland.[1]

Das 'C' im Modellnamen bedeutet eine höherwertige Ausstattung, diese Variante war für den europäischen Markt serienmäßig. Der Buchstabe C für die Ausstattungsvariante wurde wiederum gewählt, weil der Chrysler 300C „letter series“ von 1957 als Vorbild für diesen Nachfolger diente. Auch optisch war er an den alten 300C letter series angelehnt und somit leicht im sogenannten Retro-Look gestaltet.

Anfang 2011 wurde der Nachfolger des Chrysler 300 vorgestellt, der in Zusammenarbeit mit Lancia entstand. Für den europäischen Markt ist daher nur der baugleiche Lancia Thema vorgesehen, und somit ist der Chrysler 300 nicht mehr offiziell in Europa erhältlich. Ausnahmen sind Russland, die Ukraine, das Vereinigte Königreich und Irland.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Chrysler 300 war ursprünglich ein Fahrzeug der sogenannten „Letter Series“ (Buchstaben-Serie) von Chrysler, die im Jahre 1955 erstmals vorgestellt wurde. Letter steht hierbei für den Buchstaben hinter der Baureihe der früher jedes Jahr gewechselt wurde. Der Name startet immer mit der Modellbezeichnung 300 gefolgt von einem Buchstaben. 1957 gab es bereits einen ersten 300C. Die Letter Series wurden mit dem 300L (1965-1970) vorläufig beendet und erst mit dem Erscheinen des Chrysler 300M im Jahre 1999 kam der letzte Vertreter der Letter Cars auf den Markt.

Entwicklung[Bearbeiten]

Vorgestellt wurde die neue Limousine des Chrysler 300 erstmals 2003 auf der New York Auto Show als Konzeptfahrzeug, und im Frühjahr 2004 als Serienversion für das Modelljahr 2005.

Der Chrysler 300 hatte im Gegensatz zum Vorgänger Hinterradantrieb und bot ein mit dem Vorgänger Chrysler 300M vergleichbares Maß an Luxus zu einem günstigeren Preis. Der 300 wurde in Europa ausschließlich ab der gehobenen Ausstattungslinie 300C angeboten, das Basismodell 300 war offiziell nicht verfügbar und nur für den amerikanischen Markt vorbehalten.

Es wurde auch ein Kombi des 300 angeboten, der in Europa den Namen 300C Touring erhielt. In den USA wurde ein ähnliches Kombi-Modell unter dem Namen Dodge Magnum angeboten. Alle Modellversionen teilen sich die LX-Plattform von Chrysler, welche zahlreiche Komponenten der Mercedes-Benz E-Klasse (Baureihe 210)[3] enthielt und auch als Plattform des Dodge Chargers fungierte. Maßgeblich übernommene Teile sind neben dem Fahrwerk, die vorderen Sitzkonsolen, der Kabelbaum, die Lenksäule, die Fünf-Stufen-Automatik und ein vom 4MATIC-System abgeleiteter Allradantrieb.

Im Sommer 2007 fand eine Modellpflege statt: Die dritte Bremsleuchte war nun nicht mehr in der Heckscheibe, sondern in dem Kofferraumdeckel integriert, der seinerseits eine Abrisskante in Form eines angedeuteten Spoilers erhielt. Die Scheinwerfer wurden größer, und Rückleuchten umgestaltet, so dass die Rückfahrleuchten sich nun ganz unten in der Leuchteneinheit befanden.

Technische Daten[Bearbeiten]

In Europa wurde der Chrysler 300C in fünf Varianten ausgeliefert:

Modell Hubraum
cm³
Max. Leistung
kW (PS) bei min-1
Max. Drehmoment
Nm bei min-1
Beschleunigung
0-100 km/h
Höchstgeschwindigkeit Verbrauch Getriebe Bauzeit
Ottomotoren
2.7 V6 2736 142 (193)/6400 257/4000 11,1 s 209 km/h 10,7 L / 100 km 4-Stufen-Automatikgetriebe 2004–2007
3.5 V6 3518 183 (249)/6400 340/3800 9,2 s 219 km/h 11,1 L / 100 km 4-Stufen-Automatikgetriebe;
im Touring auch als AWD
mit 5-Stufen-Automatikgetriebe
2004–2007
5.7 Hemi-V8 5654 250 (340)/5000 525/4000 6,4 s 250 km/h 12,3 L / 100 km 5-Stufen-Automatikgetriebe;
im Touring auch als AWD
2004–2010
6.1 Hemi-V8
SRT8
6063 317 (431)/6000 569/4600 5,4 s 265 km/h 14,2 L / 100 km 5-Stufen-Automatikgetriebe 2004–2010
Dieselmotoren
3.0 CRD 2987 160 (218)/4000 510/1600 7,6 s 230 km/h 8,1 L / 100 km 5-Stufen-Automatikgetriebe 2004–2010

(Alles Werksangaben)

Das Basismodell 300C 2.7 besaß serienmäßig 18-Zoll-Leichtmetallräder, ein Reifendruckkontrollsystem, Tempomat, Einparkhilfe, Xenonscheinwerfer, vier Scheibenbremsen, Traktionskontrolle, elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP), Front- Seiten- und Kopf-Airbags und eine Vier-Stufen-Automatik. Angetrieben wurde er von einem 2,7-Liter-V6-Ottomotor mit 142 kW (193 PS). Weiterhin gab es auch einen 3,5-Liter-V6 mit 183 kW (249 PS) im 300C 3.5

Das V8-Modell, der 300C 5.7 verfügte über einen 5,7-Liter-Hemi-V8-Motor. Die Steuerung dieses Motors schaltete bei geringeren Leistungsbedürfnissen vier Zylinder ab, um den Verbrauch zu senken. Wenn alle acht Zylinder aktiv waren, leistete der Motor 250 kW (340 PS) und hatte ein Drehmoment von 525 Nm.

Das Topmodell war der 300C SRT-8, der von einem 6,1-Liter-Hemi-V8 mit 317 kW (431 PS) angetrieben wurde. Er unterschied sich neben dem stärkeren Motor sowohl äußerlich (20-Zoll-Räder, Aerodynamik-Paket) als auch durch die Innenausstattung (Leder/Alcantara-Sportsitze) von den anderen Ausstattungsversionen.

Der 300C 3.0 CRD wurde von einem Sechszylinder-Common-Rail-Dieselmotor von Mercedes-Benz mit serienmäßigem Rußpartikelfilter und einer Fünf-Stufen-Automatik angetrieben. Dieser V6-Motor mit 3,0 Litern Hubraum hat eine Piezo-Direkteinspritzung, leistet 160 kW (218 PS) und entwickelt dabei ein sehr hohes Drehmoment mit 510 Nm bei nur 1600 min-1. Zum Vergleich leistet der 5,7 Liter V8-Motor des „Hemi“ mit 525 Nm lediglich 15 Nm mehr, erreicht dieses Drehmoment aber erst bei 4000 min-1

Presseecho[Bearbeiten]

Der Chrysler 300C, ist laut dem ADAC ein Auto, welches vergleichsweise selten auf der Strasse „liegenbleibt“. In der Statistik des Automobilclubs wurden „relativ wenig Pannen“ registriert. Am häufigsten defekt waren dabei die Kurbelwellensensoren bei Dieselmodellen des Baujahrs 2006. Ausserdem kommt es laut ADAC ab dem dritten Betriebsjahr zu vermehrten Batteriedefekten. Offensichtlich in diesem Zusammenhang mit dem schwachen Stromspeicher, berichten einige Halter in Internet-Foren auch von kleineren Elektronikproblemen.[1]

Weil im Chrysler 300C viel Mercedes-Technik steckt, sieht es im Bezug auf den Antriebsstrang laut der Zeitschrift Der Spiegel deutlich besser aus; da die 300C-Plattform viele Komponenten der E-Klasse enthält, wird als klarer Vorteil in Bezug auf die Zuverlässigkeit gewertet.[1]

Laut der Auto-Zeitschrift auto motor und sport sei der 300C im Fahrbetrieb zwar nicht laut, klinge jedoch rau. Das Fahrwerk reiche kleine Fahrbahn-Unebenheiten auf die stößige Tour weiter, neige beim Überfahren herber Fugen zum Poltern und wünsche sich auf engen Landstraßen den Horizont einer geraden Autobahn zurück. Der Chrysler hinterlasse am ehesten das Gefühl einer schweren Limousine klassischer Art; die Beweglichkeit seiner Klassen-Kameraden könne er aber nicht nachvollziehen.[4]

Des Weiteren wird die wenig hochwertig anmutende Qualität und Materialien im Innenraum kritisiert. Das Plastik des Armaturenbretts und der Lenkstockhebel würden „billig“ wirken und sich auch so anfühlen. Man habe oft das Gefühl, dass etwas schnell zu Bruch gehen könne.[1] Der niedrigere Preis des 300C im Vergleich zu anderen Oberklasse-Limousinen sei in vielen Details sichtbar. So müsse die zwar problemfreie Bedienung über ein Interieur hinwegtrösten, in dessen Plastikholz-Leisten die Rasterpunkte sichtbar seien und die funkelnden Plastik-Applikationen würden etwas zu deutlich an Lametta erinnern. Vor allem fehle es dem 300C auch im alltäglichen Fahrbetrieb an Feinschliff.[4]

Daher blieb die Verarbeitungsqualität unter den Standards deutscher Autohersteller wie beispielsweise BMW oder Mercedes, dafür waren die Neupreise im Vergleich deutlich niedriger.[1]

Das äussere Design des Chrysler 300C ist wegen seines bulligen Designs mit der hohen Fensterlinie ebenfalls nicht unumstritten. Viele Gegner des Autos verspotten die schmalen Seitenscheiben daher als „Schießscharten“.[1]

Ausserdem wurde der relativ hohe Treibstoffverbrauch unter anderem bedingt wegen des hohen Leergewichts kritisiert. Wobei der Dieselmotor weitaus sparsamer ist als die Benzinmotoren.[1]

Wissenswertes[Bearbeiten]

Von 2004 bis zu seiner Wahl als Präsident der USA fuhr Barack Obama einen 300C, der bei eBay versteigert wurde.[5]

In der zweiten Staffel der Fernsehserie Desperate Housewifes, fährt 'Bree Van De Kamp' einen Chrysler 300.[6]

Nachfolger[Bearbeiten]

Seit Anfang 2011 gibt es einen gleichnamigen Nachfolger (Chrysler 300 (2011)) mit neuer Karosserie, das in USA weiterhin als Chrysler 300, in Europa jedoch (außer z. B. in Großbritannien) im Zuge der Zusammenlegung von Chrysler und Lancia als Lancia Thema angeboten wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Roman Büttner: Chrysler 300 als Gebrauchter: Ami-Schlitten mit Stromporblemen. Spiegel Online Auto. Abgerufen am 8. Mai 2014.
  2. Chrysler 300C. chrysler.co.uk, abgerufen am 19. Januar 2012 (html, englisch): „Arriving Summer 2012“
  3. Marc Rozman & David Zatz: Burke Brown, LX Car Reader, on the 300C, Magnum, Charger, Challenger, and Hemi. Allpar.com (englisch). Abgerufen am 8. Mai 2014.
  4. a b Lexus GS 300, Citroën C6, Chrysler 300C: Die Alternative. Auto Motor Sport. Abgerufen am 8. Mai 2014.
  5. What Kind of Cars Do our Politicians Drive?. Examiner.com. 2. November 2010. (englisch). Abgerufen am 8. Mai 2014.
  6. Chrysler 300C and Desperate Housewifes. Coolspotters. (englisch). Abgerufen am 8. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chrysler 300 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien