Van (Automobil)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite (Abschnitt Artikelstruktur) angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Ford Galaxy, VW Sharan und Chrysler Voyager

Ein Van [væn] ist im deutschen Sprachgebrauch ein Kraftfahrzeug mit fünf bis sieben, in seltenen Fällen auch bis zu neun Sitzen (mit durchgehender Sitzbank vorne), das sich dank eines variablen Sitzkonzepts, in der Regel auch hinten mit Einzelsitzen, sowie einer hohen Silhouette deutlich variabler nutzen lässt als ein herkömmlicher Kombi. Im weiteren Sinne werden damit alle Arten von PKW mit erhöhter Karosserie, Hochdachkombis und Kleinbusse bezeichnet.

Nicht zu den Vans gehören die mehr oder weniger geländegängigen Sports Utility Vehicle (SUV).

Inhaltsverzeichnis

Begriff Van [Bearbeiten]

Der Begriff Van ist ein Anglizismus, der im deutschen Sprachraum die Bedeutung Großraumlimousine angenommen hat. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch bezeichnet das Wort van hingegen große, kastenförmige Lieferwagen für den Warentransport (Kastenwagen), und ist dort aus dem Begriff „Caravan“ entstanden, der früher üblichen Bezeichnung für Planwagen[1]. Fahrzeuge gleicher Bauart und Ausstattung, die für den Personentransport gedacht sind, heißen minivans, größere Varianten, wie z.B. der GMC-Vandura, nennt man hingegen conversion vans („Umnutzungsvan“). Traditionell nennt man US-amerikanisch die geräumigen Limousinen mit vielen Sitzplätzen Station Wagon (Kombinationskraftwagen), die sich von den Minivans vor allem dadurch unterscheiden, dass sie flacher sind.

Unterschiede Benutzung und Größendefinition des Begriffs Van in USA und Europa
Begriff in den USA Beispiele USA Beispiele Europa Begriff in Europa
„(full-size) Van“/„Minibus“ Dodge Ram Van Mercedes Sprinter (großer) „Kleintransporter“/„Kleinbus
„Compact Van“/„Minibus“ Dodge A100 VW-Bus (mittlerer) „Kleintransporter“/„Kleinbus
„Microvan“ (aus Japan) Suzuki Carry Subaru Domingo (kleiner) „Kleintransporter“/„Kleinbus“/„Microvan“ (aus Japan)
„Minivan“/„(Large) MPV“ Plymouth Grand Voyager Renault Espace „Van“/„Großraumlimousine“/„Großraum-Van“
„Compact MPV“ Chevrolet Orlando VW Touran Kompaktvan
„Mini MPV“ - Opel Meriva Minivan

Nachdem sich der Begriff Van nun im Deutschen eingebürgert hat, wird der Begriff Großraumlimousine immer öfter für geräumigere Kombis wie den Ford S-MAX oder die Mercedes-Benz R-Klasse verwendet.

Die ersten Vans [Bearbeiten]

Renault Espace, zweiter in Europa erhältlicher Van (1984)
Plymouth Voyager, erstes Fahrzeug dieser Art in Nordamerika (1984)

Die ersten Fahrzeuge dieser Kategorie wurden 1983 eingeführt: Der Mitsubishi Space Wagon, der Nissan Prairie und der Honda Civic Shuttle aus Japan. 1984 folgte der Plymouth Voyager auf dem Nordamerikanischen Markt und der Renault Espace in Europa. Ab dem Jahr 1988 wurde in Europa der Chrysler Voyager, der ein Ableger des Plymouth Voyager war, angeboten. Chrysler produzierte den Voyager in den ersten Jahren nur in Nordamerika. Ab 1991 lief auch in Europa die Produktion des Voyagers an. Auf dem europäischen Markt folgten andere Automobilhersteller erst Jahre später mit vergleichbaren Modellen. So entwickelten zum Beispiel VW und Ford gemeinsam ein Fahrzeug, das als VW Sharan, Seat Alhambra und Ford Galaxy 1995 auf den Markt kam.

In Nordamerika begründete Chrysler mit seinen Automarken dieses Fahrzeugsegment quasi im Alleingang. Das Unternehmen verkaufte dort parallel zum Plymouth Voyager auch unter der Marke Dodge einen Ableger, den Dodge Caravan. Ein paar Jahre später kam mit dem Chrysler Town & Country noch ein anderes Schwestermodell hinzu.

Fahrzeugkonzept [Bearbeiten]

Hauptartikel: Fahrzeugkonzept

Großraum-Vans haben ein variables Innenraumkonzept. Die Sitze sind üblicherweise in drei Reihen der Form 2-3-2 bzw. 2-2-3 angeordnet, wobei die letzte Sitzreihe aufgrund der Radkästen schmaler ist. Mit wenigen Handgriffen demontiert man die Sitze der zweiten und dritten Sitzreihe. Dadurch ist es möglich, eine für einen PKW außergewöhnlich große Ladefläche von rund zwei Metern Länge zu erhalten.

Die meisten Kunden kaufen die Fahrzeuge ohne die beiden hinteren Sitze, diese gehören bei vielen Modellen zur Zusatzausstattung. Die Nachrüstung eines zusätzlichen Sitzes kostet bei manchen Modellen fast 1000 Euro. Es wurden zahlreiche Fälle bekannt, in denen Sitze aus Vans gestohlen und danach weiterverkauft wurden.[2]

Arten von Vans [Bearbeiten]

Inzwischen bezeichnet man im deutschsprachigen Raum auch Fahrzeuge, die kleiner als Großraum-Vans sind, als Vans. Das sind die Kompaktvans auf Basis von Fahrzeugen der Kompaktklasse, Minivans auf Kleinwagenbasis und sogenannte Microvans, die zu den Kleinstwagen gehören.

Das KBA unterscheidet jedoch nur zwischen Großraum-Vans und Minivans und nicht zwischen Kompaktvan, Minivan und Microvan. Dies ist in der Liste der Fahrzeugsegmente des Kraftfahrt-Bundesamtes ersichtlich. Diese Liste ist in aktueller Form unter dem unten genannten Weblink abrufbar.

Marktanteile [Bearbeiten]

2005 [Bearbeiten]

Von Januar bis Juni 2005 wurden in Deutschland 210.422 Vans zugelassen, was ein Marktanteil von 12,4 Prozent bedeutet.

Die größten Zulassungszahlen im Zeitraum Januar bis Juni 2005 erreichten dabei die Kompaktvans im Vergleich zu allen gebauten Vans:

  • VW Touran (42.045 Stück = 20 % aller zugelassenen Vans),
  • Opel Meriva (29.930 Stück = 14 % aller zugelassenen Vans) und
  • Opel Zafira (20.135 Stück = 10 % aller zugelassenen Vans).

2012 [Bearbeiten]

Von Januar bis Juni 2012 wurden in Deutschland 190.127 Vans zugelassen, was einem Marktanteil von 11,6 Prozent entspricht.

Die größten Zulassungszahlen in ebendiesem Zeitraum erreichten dabei folgende Modelle:

Aktuelle Großraum-Vans [Bearbeiten]

Eine umfangreichen Überblick, auch über ältere Fahrzeuge, erhält man in der Großraum-Vans (Kategorie).

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Etymology Online über „van“, abgerufen am 2. März 2009
  2. Polizeipräsidium Südhessen, auf presseportal.de: Polizei fasst polnische Diebesbande. Über 500 Autositze entwendet und über das Internet zu Geld gemacht., 3. April 2008 (online), abgerufen am 2. März 2009

Weblinks [Bearbeiten]