Linksjugend Solid

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Basisdaten
Gründungsdatum: 20. Mai 2007
Gründungsort: Berlin, Karl-Marx-Allee, im Kosmos
Bundessprecherinnen
und Bundessprecher:
Karsten Stöber
Imogen Wilkins
Lisa Müller
Lissy Bott
Miriam Strunge
Julius Zukowski-Krebs
Bundesschatzmeister: Hannes Retzlaff
Bundesgeschäftsführer: Kaspar Scholemann[1]
Bundesgeschäftsführer
für Finanzen:
Marcel Stutz[1]
Mitglieder: 10.000 davon 4.100 aktiv (Stand: Juni 2010)[2]
Website: www.linksjugend-solid.de

Die Linksjugend Solid (Eigenschreibweise linksjugend [ˈsolid]) ist ein deutscher Jugendverband. Er ist eine anerkannte, parteinahe Jugendorganisation der Partei Die Linke.

Selbstverständnis[Bearbeiten]

Die Organisation bezeichnet sich selbst als antikapitalistisch, sozialistisch, antifaschistisch, basisdemokratisch und feministisch. Solid steht für „sozialistisch, links, demokratisch“.

Die Jugendorganisation will eine Plattform für radikale Gesellschaftskritik und selbstbestimmte Politik sein. Der Jugendverband bekennt sich zu einer Gesellschaft, die den Kapitalismus überwinden soll, sowie zur Errichtung einer „libertären, klassenlosen Gesellschaft“. Banken und Konzerne sollen dabei „in öffentliches Eigentum überführt werden“ (Verstaatlichungen).

Der Jugendverband sieht sich als Teil der emanzipatorischen Bewegungen und sucht auf internationaler Ebene Kooperationen mit anderen politischen Jugendstrukturen, die sich ebenfalls als Sozialisten, Kommunisten und Anarchisten verstehen.[3] Zudem sieht er sich als Interessenvertretung linker Jugendlicher in und bei der Partei Die Linke.

Der Parlamentarismus wird als eine Bühne, die für den Kampf um eine gerechtere Welt genutzt werden soll, gesehen. Der Kampf gegen den Kapitalismus soll aber insbesondere außerparlamentarisch erfolgen, da nur die außerparlamentarische Bewegung reale Veränderungen herbeiführen könne. Dabei setzt die Linksjugend Solid vor allem auf „massenhaften Widerstand, die Selbstorganisation von Betrieben, Schulen und Hochschulen sowie bewusste Aktion der organisierten Mehrheit der Bevölkerung“.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Auf der 9. Bundesdelegiertenkonferenz (BDK) von Solid – die sozialistische Jugend, dem Linkspartei.PDS-nahen Jugendverband, wurde die Linksjugend Solid gegründet. Im Zuge dessen verstand sich der Jugendverband als Jugendorganisation der – sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Gründungsphase befindenden – Partei Die Linke. An der Gründung nahmen auch auf Landesmitgliederversammlungen von Solid gewählte Delegierte der WASG-Jugend (z. B. Links!WASGeht Bayern) und der Jungen Linken.PDS Berlin-Brandenburg und Sachsen teil. Der Parteitag der Partei Die Linke am 16. Juni 2007 hat den Jugendverband als Jugendorganisation anerkannt.

Die Linksjugend Solid versteht sich nicht als Nachfolgeorganisation der Jugendorganisation Solid, sondern als Neugründung verschiedener Jugendverbände. Das Bundesinnenministerium schreibt im Verfassungsschutzbericht 2007: „Der neue Verband tritt die Rechtsnachfolge des bisherigen parteinahen Jugendverbandes der ‚Linkspartei.PDS‘ ‚[ˈsolid] – die sozialistische Jugend‘ an.“[4]

Auf dem 1. Bundeskongress (BuKo) der Linksjugend Solid in Leipzig wurde im April 2008 das Programm des Jugendverbandes beschlossen, die aktuelle Fassung besteht seit 2011.

Der Verein ist Mitglied im European Network of Democratic Young Left (ENDYL), einem Netzwerk linker und demokratischer Jugendverbände in Europa.

Struktur[Bearbeiten]

Die Organe sind auf Bundesebene der Bundeskongress (BuKo), der BundessprecherInnenrat (BSPR), der Länderrat und die Bundesschiedskommission sowie thematische Bundesarbeitskreise (BAK). Diese tagen grundsätzlich öffentlich.

Innerhalb des Bundesverbandes bestehend die Bundesarbeitskreise Internationales, Antifa, Antimilitarismus und Frieden (AuF), Bildung, Queer, hipster und Shalom.

Auf Landesebene existieren Landesarbeitskreise (LAK), LandessprecherInnenräte (LSPR, in einigen Bundesländern alternativ auch Landesvorstände, Landeskoordinierungsräte oder Beauftragtenrat genannt) und Kommissionen der Landesebene. Das Gros der Arbeit findet in den Basisgruppen (BG) statt.

Mitglied können Personen im Alter von 14 bis 35 werden, wobei die Mitarbeit im Jugendverband vom Alter unabhängig ist. Sympathisanten haben weitgehend dieselben Rechte wie Mitglieder.

Die Förderung der Gleichstellung der Mitglieder ist ein Grundprinzip des Verbandes. So muss bei Wahlen innerhalb des Jugendverbandes zu Gremien und Organen grundsätzlich ein mindestens fünfzigprozentiger Frauenanteil gewährleistet sein. Außerdem haben Frauen das Recht, innerhalb des Verbandes eigene Strukturen aufzubauen und Frauenplena (das Abhalten einer Versammlung, an denen nur Frauen und Menschen, die sich als Frauen verstehen, teilnehmen) durchzuführen, sowie ein Veto mit aufschiebender Wirkung einzulegen.

Der Studierendenverband Die Linke.SDS ist laut Satzung ein Bundesarbeitskreis mit Sonderstatus der Linksjugend Solid und somit formell Bestandteil des Jugendverbandes Linksjugend Solid.[5]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Linksjugend veranstaltet Camps und Freizeiten mit politischem und emanzipatorischem Anspruch. Weiterhin finden auch inhaltliche Workshops, politische Rollenspiele und Aktionen statt. Das erste Camp Ya Basta! fand im Sommer 2007 in Bielefeld statt. 2008 folgte das Klimacamp in Hamburg, das vom Bundesarbeitskreis Klima der Linksjugend mitgestaltet wurde und an dem sich der Verband mit einem eigenen Barrio beteiligte, im September 2008 beteiligte sich der Verband am 5. Europäischen Sozialforum in Malmö (Schweden) mit einer eigenen Veranstaltung.[6]

Beobachtung durch den Verfassungsschutz[Bearbeiten]

Der Jugendverband wird im Zuge der Beobachtung der Partei Die Linke durch den Verfassungsschutz des Bundes in den Verfassungsschutzberichten 2007 und 2008 erwähnt und unter „linksextremistische Bestrebungen und Verdachtsfälle“ eingeordnet.[4] Eine Einschätzung des Gesamtverbandes findet jedoch in keinem der beiden Berichte statt. Vom Verfassungsschutz des Landes Baden-Württemberg wurde die Ortsgruppe Stuttgart in der Vergangenheit als linksextremistisch eingestuft.[7] Der Jugendverband wird im Verfassungsschutzbericht des Bundes von 2010[2] und 2011[8] unter „Linksextremismus“ erwähnt, nicht jedoch im Bericht für 2012.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b linksjugend-solid.de
  2. a b Verfassungsschutzbericht 2010 (PDF; 4,3 MB) S. 160 162 165 167f
  3. a b Programm der Linksjugend [ˈsolid], abgerufen am 6. Juli 2009
  4. a b Verfassungsschutzbericht 2007 (PDF) S. 156f
  5. Verfassungsschutzbericht 2008 (PDF) S. 147
  6. Verfassungsschutzbericht 2008 (PDF) S. 173
  7. Verfassungsschutzbericht 2008 des Landes Baden-Württemberg (PDF; 10,2 MB) S. 211
  8. Verfassungsschutzbericht 2011 (PDF; 6,01 MB) S. 178 179
  9. Verfassungsschutzbericht 2012 (PDF; 5,7 MB)Inhaltsverzeichnis Seite 8ff.