Linthal GL

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GL ist das Kürzel für den Kanton Glarus in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Linthalf zu vermeiden.
Linthal
Wappen von Linthal
Staat: Schweiz
Kanton: Glarus (GL)
Bezirk: (Der Kanton Glarus kennt keine Bezirke.)w
Gemeinde: Glarus Südi2
Postleitzahl: 8783
Koordinaten: 718734 / 19756846.9186068.997497662Koordinaten: 46° 55′ 7″ N, 8° 59′ 51″ O; CH1903: 718734 / 197568
Höhe: 662 m ü. M.
Fläche: 131.24 km²
Einwohner: 1088 (31.12.2010)
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Karte
Linthal GL (Schweiz)
Linthal GL
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2011

Linthal ist eine ehemalige politische Gemeinde des Kantons Glarus in der Schweiz.

Das Dorf wurde im Rahmen der Glarner Gemeindereform auf den 1. Januar 2011 mit den Gemeinden Betschwanden, Braunwald, Elm, Engi, Haslen, Luchsingen, Matt, Mitlödi, Rüti (GL), Schwanden (GL), Schwändi und Sool zur neuen Gemeinde Glarus Süd zusammengelegt.

Geographie[Bearbeiten]

Linthal mit Ausgleichsbecken

Die südlichste Gemeinde des Kantons liegt im oberen Linthal und ist das Quellgebiet der Linth, die nach Norden in Richtung Linthebene fliesst. Mit gut 131 km² weist Linthal die grösste Gemeindefläche aller Glarner Gemeinden auf. Zum Gemeindegebiet gehören der Limmerensee (1'857 m ü. M.) und der Muttsee (2'446 m ü. M.), zwei Stauseen der Kraftwerke Linth-Limmern AG (KLL).

Im südlichen Teil der Gemeinde liegen die höchsten Gipfel der Glarner Alpen. Der höchste Punkt der Gemeinde und gleichzeitig auch des Kantons ist der 3'614 m ü. M. hohe Tödi (rät. Piz Russein), an der Grenze zum Kanton Graubünden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Kraftwerke Linth-Limmeren[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kraftwerke Linth-Limmern

Einer der heute wichtigsten Wirtschaftszweige von Linthal ist neben dem Tourismus die Elektrizitätsproduktion. Die dazu gegründete und am 25. Juni 1957 im Glarner Handelsregister eingetragene Kraftwerke Linth-Limmern AG (KLL) hat ihren Sitz und ihre Werksanlagen in Linthal.

Verkehr[Bearbeiten]

Strasse[Bearbeiten]

Linthal ist der Ausgangspunkt der Klausenpassstrasse. Bereits vor Jahrhunderten bestand ein Saumpfad über den Klausenpass ins Urner Reusstal. Damit verbunden ist die Legende von der Grenzziehung am Klausenpass zwischen Glarus und Uri, die besagt, dass die Grenzstreitigkeiten mit einem Wettlauf gelöst wurden. Je ein Läufer sollte von beiden Seiten starten und dort wo sie sich treffen, solle der künftige Grenzverlauf sein. Die Startzeit zum ersten Hahnenschrei am Morgen zogen die Urner vor, indem sie ihre Hähne hungern liessen und diese bereits mitten in der Nacht zu schreien begannen. So passierte der Urner Läufer die Passhöhe und rannte weiter in Richtung Glarus, bis er auf den Glarner Läufer traf. Ob wahr oder nicht, von Linthal aus in Richtung Südosten erreicht man nach einer kurzen Steilstrecke, wo die heutige Strasse in Serpentinen verläuft, ein breites Hochtal, den Urnerboden. Nach nur 5 km Luftlinie erreicht man auf 1310 m ü.M. die Grenze zum Kanton Uri, von wo aus es nochmals 8 km Luftlinie bis auf den Klausenpass (1948 m ü.M.) sind.

Die relativ gut ausgebaute Klausenpassstrasse ist Teil der Hauptstrasse 17 (Leibstadt–Zürich–Rapperswil–Glarus–Altdorf) und im Sommer eine bei Motorradfahrern beliebte Ausflugsroute. Da der Klausenpass nicht wintersicher ist, kann der Urnerboden über das Winterhalbjahr nur von Glarus her erreicht werden.

Von Linthal führt eine Strasse durchs Linthal nach Süden zur Streusiedlung Tierfehd (805 m ü.M.) am Fusse des Tödi. Die Strasse dient vor allem der Erschliessung des gleichnamigen Kavernenkraftwerks unterhalb des Limmernsees.[1]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Linthal wurde am 1. Juni 1879 durch die Eröffnung des letzten Teilabschnitts der Strecke Weesen-Linthal ans Bahnnetz angeschlossen. An der damals von der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) eröffneten Strecke hat sich bis heute wenig verändert. Vom Kantonshauptort Glarus aus, der bereits früher seinen Bahnanschluss erhielt, führt die 15.85 km lange, einspurige Strecke über eine Höhendifferenz von 175 Metern zum Streckenendpunkt im Ortsteil (Unter-)Ennetlinth (648 m ü.M.), mit einer einzigen Kreuzungsmöglichkeit für Züge in Schwanden.

Zum 125-jährigen Jubiläum der Strecke im Jahre 2004 wurde die Modernisierung des etwa 10.6 km langen Abschnitts Schwanden–Linthal in Angriff genommen, die 2006 abgeschlossen werden soll und verschiedene Anpassungen an der Infrastruktur umfasst. Neben der Anpassung der Publikumsanlagen an heutige SBB-Standards (Perronhöhen und Perronlängen) und der Aufhebung unbewachter, unfallträchtiger Bahnübergänge, steht die Realisierung der Streckenfernsteuerung und ihre Integration ins Stellwerk Ziegelbrücke (seit dem Hochwasser im Sommer 2005 ausser Betrieb) im Vordergrund.

Linthal ist seit 1907 Standort der Talstation der meterspurigen Braunwaldbahn, einer knapp 1.4 km langen Standseilbahn zum nördlich gelegenen, autofreien Ferienort Braunwald GL (1256 m ü.M.).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick von der Klausenpassstrasse über Linthal auf die Glarner Alpen

Bekannt ist die Gemeinde als Ausgangspunkt für Wanderungen im Gebiet der Glarner Alpen, sowie für Ausflüge nach Braunwald und auf den Klausenpass.

Der Fernwanderweg Via Alpina verläuft mit Etappe C4 von Elm nach Linthal über den 2'261 m hohen Richetlipass, der kürzesten Verbindung ins Sernftal. Über den 2'714 m hohen Kistenpass gelangt man nach Brigels im Bündner Vorderrheintal.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Linthal GL – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Südostschweiz.ch
  2. schweizer-illustrierte.ch: André Reithebuch, Zugriff am 17. Juli 2009