Lion Air

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Lion Air
Boeing 737-900ER der Lion Air
IATA-Code: JT
ICAO-Code: LNI
Rufzeichen: LIONINTER
Gründung: 1999
Sitz: Jakarta, IndonesienIndonesien Indonesien
Drehkreuz:

Flughafen Jakarta

Leitung: Pak Rusdi Kirana (CEO)
Vielfliegerprogramm: Lion Passport
Flottenstärke: 95 (+ 553 Bestellungen)
Ziele: National und kontinental

Lion Air ist eine indonesische Fluggesellschaft mit Sitz in Jakarta und Drehkreuz auf dem dortigen Soekarno-Hatta International Airport.

Geschichte[Bearbeiten]

Lion Air, eigentlich PT Lion Mentari Airlines, wurde im Jahr 1999 gegründet und nahm den Flugbetrieb am 30. Oktober 2000 mit einem Flug von Jakarta nach Pontianak auf. 2005 war die Gesellschaft mit einer Großbestellung Erstkunde der Boeing 737-900ER, das erste Exemplar wurde am 27. April 2007 übergeben.

Im Juli 2007 wurden alle indonesischen Fluggesellschaften auf die Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union gesetzt.[1] Obwohl bis April 2012 einige indonesische Gesellschaften wieder von der Liste entfernt wurden, darf Lion Air nach wie vor keine Ziele in der Europäischen Union anfliegen.[2]

Am 18. November 2011 unterzeichnete Lion Air-Chef Kirana auf Bali in Anwesenheit von US-Präsident Barack Obama mit Boeing-Chef Conner persönlich eine Rekordbestellung in Höhe von 230 Flugzeugen mit einem Wert von 21,7 Mrd. Euro.[3]

Auf der Singapore Air Show im Februar 2012 bestellte Lion Air 201 Boeing 737 im Wert von 22,4 Mrd. Dollar.[4] Des Weiteren bestellte die Tochtergesellschaft Wings Air 20 ATR 72-500 und 40 ATR 72-600.[5]

Im März 2013 wurde bekannt, dass Lion Air mehr als 200 Mittelstrecken-Maschinen vom Typ A320 bestellt. Der Vertrag wurde am 18. März 2013 im Élysée-Palast, wo Präsident François Hollande die Chefs der EADS-Tochter und von Lion Air empfing, unterschrieben. Tatsächlich wurden nun 234 Mittelstreckenjets von Airbus geordert. Die Bestellung umfasst 109 Stück der neuen sparsamen Airbus A320neo, 65 A321neo sowie 60 A320ceo. Nach Listenpreisen hat der Auftrag ein Volumen von rund 18,5 Milliarden Euro.[6]

Ziele[Bearbeiten]

Lion Air bedient hauptsächlich ein dichtes Netzwerk an Zielen innerhalb Indonesiens, darunter Banda Aceh und Denpasar, und bedient darüber hinaus mit Singapur, Penang, Kuala Lumpur, Ho-Chi-Minh-Stadt und Dschidda auch einige internationale Flugziele.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Boeing 737-400 der Lion Air

Mit Stand Oktober 2013 besteht die Flotte der Lion Air aus 95 Flugzeugen[7] mit einem Durchschnittsalter von 5 Jahren[8]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[9][10] Anmerkung
Airbus A320 060
Airbus A320neo 109
Airbus A321neo 065
Boeing 737-300 002 werden ausgemustert
Boeing 737-400 005 Ausmusterung vsl. 2017
Boeing 737-800 019 008
Boeing 737-900ER 067 105 Lion Air war Erstkunde
Boeing 737 MAX 9 201
Boeing 747-400 002
Gesamt 095 548

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Lion Air verzeichnete in ihrer Geschichte sieben Zwischenfälle mit Flugzeugverlust[11], davon einen mit Todesopfern. Weiterhin hat die Airline eine auffällig hohe Zahl an Zwischenfällen, bei denen eine Maschine bei Start oder Landung von der Piste abkam. Allein seit Januar 2009 listet The Aviation Herald sieben derartiger Vorfälle.[12] Exemplarisch sind zwei schwere Zwischenfälle aufgeführt:

  • Am 14. Januar 2002 kam eine 32 Jahre alte Boeing 737-200 (Flug 386) nach einem Startabbruch 275 Meter hinter dem Ende der Start-/Landebahn 18 des Sultan Syarif Kasim II Flughafens zum Stehen. Bei diesem Zwischenfall gab es unter den 96 Passagieren und 7 Besatzungsmitgliedern keine Todesopfer, das Flugzeug wurde jedoch irreparabel beschädigt.[13]
  • Am 30. November 2004 verunglückte eine McDonnell Douglas MD-82 auf Flug 538, als sie bei der Landung auf dem Flughafen Surakarta infolge von Aquaplaning über die Landebahn hinausschoss. 23 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben bei diesem Unglück.[14]
  • Am 13. April 2013 setzte eine Boeing 737-800 (Flug JT904) im Anflug auf den Flughafen Denpasar auf Bali vor der Landebahn im Meer auf und zerbrach in zwei Teile. Alle 108 Insassen überlebten das Unglück.[15]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. spiegel.de: EU setzt alle indonesischen Airlines auf Schwarze Liste, 28. Juni 2007
  2. Europäische Kommission: Liste der Luftfahrtunternehmen, deren gesamter Betrieb in der EU untersagt ist, 3. April 2012
  3. Sebastian Steinke: Erfolg für Boeings verbesserten Baby-Jet, Rekordauftrag für die Boeing 737 MAX. FlugRevue, Januar 2012. S. 26ff.
  4. Singapur Airshow endet mit Rekordaufträgen, flugrevue.de
  5. Indonesische Wings Air erteilt Großauftrag für ATR72-600, aero.de
  6. Rekord-Auftrag für Airbus, Industrie Magazin, Ausgabe 18. März 2013
  7. ch-aviation.ch – Lion Air (englisch) abgerufen am 18. Juli 2013
  8. Flotte der Lion Air - planespotters.net (englisch) abgerufen am 18. Juli 2013
  9. Orders, Deliveries, Operators. Airbus, 30. Juni 2013, abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).
  10. Customer Reports. Boeing, 30. Juni 2013, abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).
  11. Lion Air bei aviation-safety.net
  12. The Aviation Herald (englisch), 14. April 2013
  13. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  14. aviation-safety.net: Unfallbericht (englisch) abgerufen am 2. September 2010
  15. Accident: Lionar B738 at Denpasar on Apr 13th 2013, came to stop in sea Aviation Herald (englisch), 13. April 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lion Air – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien