Garuda Indonesia
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Garuda Indonesia | ||
|---|---|---|
| IATA-Code: | GA | |
| ICAO-Code: | GIA | |
| Rufzeichen: | Indonesia | |
| Gründung: | 31. März 1950 | |
| Sitz: | Jakarta, Indonesien | |
| Drehkreuz: | ||
| Flottenstärke: | 68 (+38 Bestellungen) | |
| Ziele: | überwiegend Asien | |
Garuda Indonesia ist eine staatliche indonesische Fluggesellschaft. Garuda Indonesia arbeitet eng mit China Airlines, Korean Air, Malaysia Airlines und Silk Air zusammen. Der Name Garuda bezeichnet einen Vogelmenschen aus der asiatischen Mythologie.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Vorgeschichte
Nach der Unabhängigkeitserklärung Indonesiens wurde von der Regierung eine während der Revolution beschlagnahmte Douglas DC-3 mit Spendengeldern von Kaufleuten als Transportmittel für den indonesischen Führer beschafft. Dieses Flugzeug wurde von der KLM erworben, die die Flotte der während der Aufstände im Jahre 1947 liquidierten Königlich Niederländischen-Indischen Luftfahrt Gesellschaft (abgekürzt KNILM, niederländischer Originalname: Koninklijke Nederlandsch-Indische Luchtvaart Maatschappij) übernommen hatte. Der Kaufpreis betrug 120.000 Malaysische Dollar. Der erste Flug wurde am 26. Januar 1949 durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt nannte man die Gesellschaft Indonesian Airways. Am 31. März 1950 wurde Garuda Indonesia offiziell unter Beteiligung der KLM als Fluggesellschaft gegründet.
[Bearbeiten] Nach der Gründung
Um die Flotte auszubauen, wurde Indonesien während der Gründungsphase durch Birma (heute Myanmar) finanziell unterstützt und man konnte schon bald weitere neunzehn Douglas DC-3 und acht Consolidated-Catalina-Wasserflugzeuge beschaffen. Im September 1950 wurden zusätzlich Convair CV 240 bestellt, sodass die Flotte bis zum Jahre 1953 auf 46 Flugzeuge anwuchs. 1955 wurden die Consolidated-Catalina-Wasserflugzeuge ausrangiert. Ein Jahr später wurden seitens der Gesellschaft die ersten Pilgerflüge für die größtenteils muslimische Bevölkerung Indonesiens durchgeführt.
Anfang der 1960er-Jahre gehörten zum Bestand unter anderem acht Convair CV 240, acht Convair CV 340 und drei Convair CV 440. Um die Airline zu modernisieren, wurde am 14. Januar 1961 eine Lockheed L-188 beschafft.
[Bearbeiten] Anfang des Jet-Zeitalters
Das erste Düsenflugzeuge der Airline war eine Convair CV 990, die im September 1963 erworben wurde. Mit diesem Jet wurden ab dem 28. September 1963 auch die ersten Flüge nach Amsterdam und Frankfurt durchgeführt. Im selben Jahr trennte sich der Teilhaber KLM von den Anteilen der Garuda Indonesia. Die Fluggesellschaft gehörte ab diesem Zeitpunkt zur neugegründeten Muttergesellschaft Merpati Nusantara, in der auch die zweite staatliche Fluggesellschaft Merpati Nusantara Airlines angesiedelt wurde.
Mit der Anschaffung von drei weiteren Convair CV 990, drei Lockheed L-188 und einer Douglas DC-8 hatte für die Garuda Indonesia endgültig das Düsenflugzeug-Zeitalter begonnen und man konnte ab dem Jahr 1965 das Streckennetz erheblich erweitern. Es wurden ab diesem Zeitpunkt als weitere europäische Ziele Rom und Paris bedient, gleichzeitig wurden neue Ziele in Asien, wie Peking, Hong Kong, Kairo und Phnom Penh, angeflogen. Zum Ende des Jahrzehnts wurden die ersten Douglas DC-9 und Fokker F-27 angeschafft. In den 1970er-Jahren wurden insgesamt sechsundreißig Fokker F-28 an die Garuda geliefert. Somit war die Fluggesellschaft der größte Abnehmer der Welt für diesen Flugzeugtyp. Neben diesen Flugzeugen verstärkten noch weitere DC-9 den Flugzeugpark. Gegen Ende des Jahrzehnts wurde die Flotte um drei Douglas DC-10 erweitert.
[Bearbeiten] Modernisierung
Als die älteren Flugzeuge in den 1980er-Jahren ersetzt werden mussten, entschied man sich, die Sitzplatzkapazitäten mit Großraumflugzeugen zu erhöhen. Garuda bestellte acht Airbus A300 und drei Boeing 747. Da das Unternehmen immer weiter expandierte, wurden ab der Mitte des Jahrzehnts auch Boeing 737 und McDonnell Douglas MD-11 und weitere DC-10 angeschafft. Seitdem wurden bei der Garuda je nach Passagieraufkommen diverse Boeing-Jets teilweise gebraucht gekauft und wieder verkauft. Die einzige Abweichung von Boeing waren die am Ende der 1980er-Jahre gebraucht beschafften Lockheed L-1011, die auch zwei Jahre später wieder veräußert wurden.
[Bearbeiten] Krise
Durch die Asienkrise in den Jahren 1997 und 1998 verloren der Staat Indonesien und die Garuda Indonesia viel Kapital. Man entschloss sich auf diese Verluste mit diversen Streckenkürzungen im interkontinentalen Bereich zu reagieren. Es wurden zu diesem Zeitpunkt nur noch Amsterdam, Frankfurt und London von der Airline bedient. Durch die Terroranschläge am 11. September 2001 und den Bombenanschlag auf Bali am 12. Oktober 2002 waren die letzten beiden Europaverbindungen auch unrentabel geworden und wurden eingestellt. Im Jahr 2001 wurden Garuda Indonesia und die zweite staatliche Fluggesellschaft Merpati Nusantara Airlines von ihrer gemeinsamen Muttergesellschaft getrennt und agieren seitdem eigenständig.
[Bearbeiten] Gegenwart
Im Inland wird Garuda Indonesia in den letzten Jahren vermehrt von neuen Billigairlines wie Lion Air und Batavia Air bedrängt. Deshalb gründete man die Division Citilink, die anfänglich mit Fokker F-28 geflogen ist und nun auf die etwas modernere Boeing 737-300 umgestellt hat. Citilink ist seit 2006 eine eigenständige Airline und soll in Zukunft 18 Airbus A319-100 betreiben. Aufgrund schwerer Sicherheitsmängel ist die Garuda Indonesia so wie alle anderen indonesischen Fluggesellschaften im Juni 2007 in die Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union aufgenommen worden, so dass momentan für alle Maschinen ein Landeverbot in der EU besteht[1]. Allerdings sind seitdem bereits Gespräche zwischen EU und Indonesien geführt worden und von der indonesischen Regierung auch Maßnahmen zur Verbesserung der Situation getroffen worden. Auf der im Juli 2009 veröffentlichten Liste ist Garuda zusammen mit zwei weiteren indonesischen Fluggesellschaften (Mandala Airlines und Ekspress Air) nicht mehr enthalten[2]. Erstes europäisches Ziel nach Aufhebung des Verbotes wird Amsterdam sein.
[Bearbeiten] Ziele
Garuda Indonesia fliegt 22 Ziele im Nahen und Fernen Osten, Neuseeland und Australien sowie 20 Ziele im Inland an. [3]
Weitere 12 Inlandsziele werden vom Tochterunternehmen Citilink angeflogen. Europa wird seit dem 1. November 2004 ausschließlich mit Codeshare-Flügen in Zusammenarbeit mit Malaysia Airlines bedient. Die eigenen Flüge (zuletzt Amsterdam) wurden ab diesem Zeitpunkt eingestellt.
[Bearbeiten] Flotte
(Stand: Juli 2009)
Die aktive Flotte der Garuda Indonesia besteht aus: [4]
| Anzahl | Flugzeugtyp | Erste Auslieferung |
|---|---|---|
| 6 | Airbus A330-300 | 16. Dezember 1996 |
| 1 | Airbus A330-200 | 19. Mai 2009 |
| 15 | Boeing 737-300 | 31. Dezember 1997 |
| 20 | Boeing 737-400 | 15. Oktober 1993 |
| 5 | Boeing 737-500 | 26. Dezember 1997 |
| 14 | Boeing 737-800 | 15. Dezember 2005 |
| 3 | Boeing 747-400 | 14. Januar 1994 |
Das Durchschnittsalter der Flotte beträgt derzeit 11,7 Jahre.[7]
Während der Haddsch-Saison mietet Garuda Indonesia oft sehr viele Flugzeuge von Drittgesellschaften an.
[Bearbeiten] Unfälle
Garuda Indonesia war seit ihrer Gründung in 18 Unfälle verwickelt, bei denen 566 Menschen starben. Die letzten Unfälle waren:[8]
- Am 13. Juni 1996 schoss eine Douglas DC-10 nach einem Startabbruch über die Landebahn hinaus und brannte völlig aus. 273 der 275 Passagiere konnten sich aus dem Flugzeug retten.
- Am 26. September 1997 stürzte ein Airbus A300 auf der Strecke Jakarta–Medan kurz vor der Landung in einen Wald. Zur Zeit des Absturzes herrschte aufgrund benachbarter Buschfeuer schlechte Sicht. Alle 234 Passagiere kamen bei dem Absturz ums Leben.
- Am 16. Januar 2002 stürzte eine Boeing 737 nach einer Notlandung in den Bengawan-Fluss auf der Insel Java. Bei der Bruchlandung kam ein Besatzungsmitglied ums Leben. Mehrere Menschen wurden verletzt.
- Am 7. März 2007 schoss eine Boeing 737-400 mit der Kennung PK-GZC über die Landebahn des Flughafens Yogyakarta auf der indonesischen Insel Java hinaus und ging in Flammen auf. Nach Angaben der Behörden waren 133 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder an Bord. Es wurden 21 Menschen bei dem Absturz getötet.[9] (→ siehe auch Garuda-Indonesia-Flug 200)
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ spiegel.de: EU setzt alle indonesischen Airlines auf Schwarze Liste 28. Juni 2007
- ↑ Schwarze Liste der EU, Stand 2009 17. Juli 2009
- ↑ www.garuda-indonesia.com
- ↑ ch-aviation.ch: Flotte der Garuda Indonesia 18. Juli 2009
- ↑ Airbus: Bestellungen von Garuda Indonesia 30. November 2008
- ↑ Boeing: Bestellungen von Garuda Indonesia 9. Dezember 2008
- ↑ airfleets.net: Flottenalter der Garuda Indonesia 11. Dezember 2008
- ↑ www.airdisaster.com
- ↑ Spiegel online

