London Interbank Offered Rate
| Zinssatz | Höhe |
|---|---|
| Europäische Zentralbank (gültig ab: 8. Mai 2013) | |
| Einlagesatz (deposit facility) | 0,00 % |
| Hauptrefinanzierungssatz (main refinancing operations) | 0,50 % |
| Spitzenrefinanzierungssatz (marginal lending facility) | 1,00 % |
| Schweizerische Nationalbank (gültig ab: 3. August 2011) | |
| 3-Monats-Libor-Zielband | 0,00–0,25 % |
| Federal Reserve System (gültig ab: 1. Mai 2011) | |
| Federal-Funds-Rate-Zielband | 0,00–0,25 % |
| Diskontsatz (secondary discount rate) | 0,75 % |
| Bank of Japan (gültig ab: 19. Dezember 2011) | |
| Diskontsatz (basic discount/loan rate) | 0,30 % |
| Bank of England (gültig ab: 5. März 2009) | |
| Repo Rate | 0,50 % |
| Chinesische Volksbank (gültig ab: 6. Juli 2012) | |
| Diskontsatz (one-year lending rate) | 6,00 % |
London Interbank Offered Rate (auch Libor, LIBOR) ist der täglich festgelegte Referenzzinssatz im Interbankengeschäft, der an jedem Arbeitstag um 11:00 Uhr Londoner Zeit fixiert wird. Es handelt sich um Sätze, welche die wichtigsten international tätigen Banken der British Bankers’ Association in London festlegen, zu denen sie am Markt Gelder von anderen Banken aufnehmen beziehungsweise angeboten bekommen. Libor-Zinsen sind daher Angebotszinsen.
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Bedeutung [Bearbeiten]
Als Referenzzinssätze sind Libor-Zinsen Grundlage für eine große Anzahl an Finanzmarktgeschäften.
Unter anderem steuern auch manche Zentralbanken ihre Geldpolitik durch ein Libor-Zwischenziel; beispielsweise steuert die Schweizerische Nationalbank ihre Geldpolitik mittels eines 3-Monats-Libor-Zielbands.
Arten [Bearbeiten]
Der Libor wird für sehr kurze und monatliche, bis hinauf zu einjährigen Notierungen fixiert. So ist beispielsweise der 3-Monats-Libor der Zinssatz heute für ein über drei Monate laufendes Geldmarkt-Geschäft.
Libor-Zinssätze werden für 10 verschiedene Währungen berechnet: australischer Dollar, kanadischer Dollar, Schweizer Franken, dänische Krone, Euro, Pfund Sterling, Yen, Neuseeland-Dollar, schwedische Krone und US-Dollar. Der Euro-Libor hat als Referenzzinssatz allerdings eine wesentlich geringere Bedeutung als der EURIBOR.
Berechnung [Bearbeiten]
Für das Pfund Sterling wird als Zinsberechnungsmethode actual/365 verwendet, für alle anderen Währungen actual/360.
Je nach Währung wird der Libor von 8, 12 oder 16 verschiedenen Banken fixiert, wobei lediglich die mittleren 50% für die Berechnung berücksichtigt werden.
Manipulationen [Bearbeiten]
Im Juni 2012 wurden jahrelange Manipulationen durch die Barclays-Bank bekannt.[1][2] Zinssätze wurden demnach ohne Grundlage freihand festgesetzt. Mittlerweile vermuten die Behörden in den USA, Europa und Japan, dass bis zu 20 Banken weltweit an den Manipulationen mitgewirkt haben könnten, gegen die nun u.a. wegen Verdacht auf Betrug ermittelt wird.[3] Zu den möglicherweise beteiligten Instituten zählten am 12. Juli 2012 die Bank of America, Barclays, Mitsubishi-UFJ, Citi, Credit Suisse, die Deutsche Bank, HSBC, JP Morgan, Lloyds, Royal Bank of Scotland und UBS[4]. Den finanziellen Schaden, der Teilen der Weltwirtschaft durch die LIBOR-Manipulationen erwachsen sein könnte, schätzten Analysten zu diesem Zeitpunkt auf 17,1 Milliarden US-Dollar.[3]
Drei Banken haben sich auf Vergleiche geeinigt: Die britische Barclays zahlte 360 Millionen Euro, die Royal Bank of Scotland (RBS) zahlte 455 Millionen Euro, die Schweizer UBS 1,2 Milliarden Euro Buße.[5]
Siehe auch [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
- BBA (British Bankers’ Association), LIBOR definition (englisch)
- Erklärungen bei riskglossary (englisch)
- Finanz-Seiten.com: Definition, Berechnung und Anwendung Libor (deutsch)
- neuwal.com: Was ist LIBOR? (deutsch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ nzz.ch: Libor-Manipulationen bei Barclays – Ruf nach Strafen für Händler
- ↑ Spiegel Online vom 9. Juli 2012: Angebliche Zinsmanipulationen: Wie Metzler die Deutsche Bank drankriegen will
- ↑ a b Financial Times Deutschland: Zinsmanipulation: Libor-Lüge kann Milliarden kosten, 12. Juli 2012, Abs. 3
- ↑ Christian Siedenbiedel, FAZ.net vom 10. Februar 2013 Zinsmanipulation Die Libor-Bande. Nach und nach kommt heraus, mit welch krimineller Energie Banken über Jahre den Zins manipulierten. [1]
- ↑ http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/leitzins-manipulation-durch-royal-bank-of-scotland-libor-skandal-kostet-britische-bank-millionen-euro-1.1593209