HSBC

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HSBC Holdings plc
Logo der HSBC
Rechtsform Public limited company
ISIN GB0005405286
Gründung 1865
Sitz London, Vereinigtes Königreich
Leitung Douglas Flint (Chairman)
Stuart Gulliver (CEO)
Mitarbeiter 216.000 (2013)
Umsatz $78,337 Mrd.
Branche Banken und Versicherungen
Website www.hsbc.com

Die Bank HSBC (Hongkong & Shanghai Banking Corporation Holdings PLC) ist eine international agierende Großbank mit Sitz in London. Gemäß der Fortune Global 500 Liste 2012 ist HSBC Holdings das 53-größte Unternehmen der Welt (2011: Rang 46).[1] 2012 betrug die Bilanzsumme 2.692 Mrd. $ (US-Dollar), der Gewinn vor Steuern 20,65 Mrd. $.[2] Nach dem Börsenwert von 102,72 Mrd. Euro im Jahr 2011 ist sie die größte Bank Europas.[3]

Das britische Finanzinstitut ist in Deutschland durch HSBC Trinkaus vertreten. Die Schweizer Tochtergesellschaft, die HSBC Private Banking Holdings (Suisse) SA, steht im Verdacht, über Jahre erfolgreich in der Geldwäscherei tätig gewesen zu sein.[4] Dies ergaben Ermittlungen der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma).[5]

HSBC ist eine von 28 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden.[6] Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital/Eigenmitteln. Aufgrund der internationalen Verflechtungen gilt ein Ausfall der Bank als so riskant, dass ihr Ausfall als mit einem besonders hohen Risiko für die internationalen Finanzmärkte verbunden wird. Sie muss daher neben drei anderen Instituten den höchsten bislang geforderten Zuschlag von 2,5 Prozentpunkten über dem bereits geforderten Satz von 8 % (Hartes Kernkapital 4,5 % + zusätzliches Kernkapital 1,5 % = Kernkapital 6 % + Ergänzungskapital 2 % = Eigenmittel 8 % + antizykl. Kapitalpuffer 2,5 % = 10,5 % + 2,5 % für systemrelevante Banken = 13 % tatsächliche Eigenmittel-Unterlegungserfordernis) am Eigenkapital/an Eigenmitteln gemessen an den risikobewerteten Aktiva sowie an den Standards von Basel III aufweisen.[7]

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges HSBC-Hauptgebäude in Shanghai (vorne)

Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation wurde 1865 in Hongkong auf dem damaligen Höhepunkt des Welthandelaufschwungs von dem Schotten Thomas Sutherland gegründet, um den britischen Handel im Fernen Osten zu finanzieren. Gründeraktionär war damals unter anderem die deutsche Privatbank Joh. Berenberg, Gossler & Co.[8], die gemeinsam mit weiteren Geschäftsleuten die Bank gründete, um den zunehmenden internationalen Handel zwischen Europa, China und den Vereinigten Staaten zu finanzieren. Das erste Direktorium der HSBC setzte sich aus britischen, deutschen, schweizerischen, persischen und US-amerikanischen Geschäftsleuten zusammen. In der Gründerzeit hatten deutsche Geschäftsinteressen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Bank, was sich unter anderem durch zwei deutsche Geschäftsleute widerspiegelt, die damals viele Jahre im Direktorium saßen.

Durch diese Tatsache ist es auch zu erklären, dass bereits 1889 neben Niederlassungen in London und Lyon ebenfalls eine Zweigstelle in Hamburg eröffnet wurde, was die ersten Repräsentanten der HSBC in Europa waren.

Welthauptquatier, der HSBC Tower in Canary Wharf, London

1959 wurde die British Bank of the Middle East erworben, 1978 eine Mehrheit an der Marine Midland Bank, und 1992 folgte der Zukauf der britischen Midland Bank. Aus rechtlichen Gründen musste HSBC mit diesem Kauf ihren Hauptsitz nach London verlagern.

1972 erwarb die HSBC 21 % der Laiki Bank in Griechenland und reichte diese Anteile 2006 an die griechische Marfin Investment Group weiter.[9]

Im Mai 1999 wurde bekannt, dass HSBC die 1966 von Edmond Safra gegründete US-Bank Republic New York Corp. – eine der größten New Yorker Banken (RNYC) – und deren europäische Tochtergesellschaft Safra Republic Holdings (SRH) SA für 10,3 Milliarden Dollar übernahm.[10]

2000 übernahm das damals größte britische Bankunternehmen HSBC die französische Bank Crédit Commercial de France (CCF) für elf Milliarden Euro.[11]

Ab Februar 2009 wollte CEO Michael Geoghegan von Hongkong aus das Geschäft im asiatischen Raum ausbauen.[12] Er wurde im Januar 2010 von Stuart Gulliver abgelöst.

Finanzkrise 2008/2009[Bearbeiten]

Im Rahmen der Finanzkrise verzichtete die HSBC Anfang 2009 auf Staatshilfen und führte stattdessen eine Kapitalerhöhung um 12,5 Mrd. Pfund (ca. 13,76 Mrd. Euro) durch, welche von 96,6 Prozent der bestehenden Aktionäre gezeichnet wurde.[13]

Firmenprofil[Bearbeiten]

Die HSBC hat ihren Sitz in London und verfügt über etwa 7200 Filialen in über 80 Ländern. Das Unternehmen ist auf allen Kontinenten vertreten.[14]

HSBC Amanah[Bearbeiten]

Der globale Geschäftsbereich HSBC Amanah ist die auf islamisches Bankwesen spezialisierte Geschäftseinheit von HSBC.[15] Sie wurde 1998 mit dem Ziel gegründet, die weltweiten Aktivitäten der HSBC in diesem Bereich unter einer einheitlichen Marke erscheinen zu lassen. Regionale Vertretungen hat HSBC Amanah im Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Malaysia, Indonesien, Bangladesch, Singapur und Brunei.

Im Bereich der islamischen Anleihen (Sukuk) ist HSBC Amanah weltweit der führende Anbieter. So wurde 2005 für Pakistan bereits die dritte islamkonforme Anleihe aufgelegt, nachdem bereits 2002 für Malaysia und 2003 für Katar ein solches Finanzkonstrukt erfolgreich aufgelegt wurde.[16]

Wissenschaftler weisen auf Geschäftsaktivitäten der HSBC hin, die zur Unterstützung fundamentalistischer islamischer Gruppierungen genutzt werden.[17]

Strafverfahren[Bearbeiten]

Im September 2010 wurde HSBC zusammen mit zehn anderen Banken vom Conseil de la Concurrence zu einer Geldbuße in Höhe von 381,1 Millionen Euro verurteilt. Die Banken hatten eine Verabredung getroffen, der zufolge sie von Januar 2002 bis Juli 2007 von ihren Kunden 4,3 Cent Scheckgebühren je Scheck verlangten, um Extragewinne zu erzielen. Dies betraf 80 % der in Frankreich verwendeten Schecks. Bis 2002 war der Scheckverkehr in Frankreich kostenfrei. Nach dem Einschreiten der Bankenaufsicht, die die Gewinne „unrechtmäßig“ nannte, wurde diese Praxis beendet. Die Banken dieses Kartells wurden außerdem für überzogene Gebühren mit zusammen 3,8 Millionen Euro bestraft.[18][19]

Im Juli 2012 wurde die Bank vom US-Senat wegen ihrer „durch und durch versaute[n] Unternehmenskultur“ („pervasively polluted“) gerügt. Die vorgebrachten Vorwürfe betrafen Geldwäsche für Terroristen und Drogenhändler.[20][21] Im Dezember 2012 einigten sich die Bank und die US-Staatsanwaltschaft auf eine Geldbuße in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar für die unzureichenden Kontrollen, die Geldwäsche in der Vergangenheit möglich gemacht haben (Gewinne vor Steuerabzug im dritten Quartal 2012: 3,5 Milliarden US-Dollar[22]). Dies ist die höchste Geldbuße, die für solch eine Straftat je gezahlt wurde.[23] Für die Entscheidung gegen eine Strafverfolgung wurden dabei durch den stellvertretenden US Justizminister Lanny Breuer wirtschaftliche Gründe angegeben. Laut Breuer hätte die strafrechtliche Verfolgung von HSBC zu gravierende Auswirkungen gehabt, da die Bank ihre Banklizenz in den USA sehr wahrscheinlich verloren hätte, womit der Fortbestand der Bank gefährdet gewesen wäre, was wiederum tausende von Jobs gekostet und zur Destabilisierung des gesamten Bankensystems geführt hätte.[22]

„Swissleaks“-Skandal[Bearbeiten]

Hauptartikel: Swiss-Leaks

Im Februar 2015 wurde das bisher größte Datenleck der Bankenbranche als Swiss-Leaks bekannt, das vertrauliche Dokumente der HSBC Private Bank (Suisse) betraf. Sie offenbarten das Bild „einer kriminellen Organisation“.[24] Insgesamt sollen die Daten 100 Milliarden US-Dollar von 106.000 Kunden aus 203 Ländern betreffen .[25] Die HSBC machte Geschäfte „mit Personen, die verdächtigt werden, Osama bin Ladens Terrorgruppe finanziert zu haben. Mit Waffendealern, die vermutlich Granaten zu Kindersoldaten nach Afrika verbrachten. Mit Handlangern von Diktatoren, mit mutmaßlichen Händlern von Blutdiamanten oder Drogen und mit Betrügern aller Art“.[26]

Das Gebäude[Bearbeiten]

HSBC-Gebäude in Hongkong

Das Gebäude der Bank in Hongkong wurde von Norman Foster entworfen und unter der Verantwortung seines Partners Roy Fleetwood gebaut. Es gilt als eine Architekturikone und war lange Zeit das teuerste Gebäude der Welt. In London befindet sich das Unternehmen HSBC im HSBC Tower.

An der Stelle des heutigen Hauptsitzes in Hongkong stand seit 1935 ein älteres Gebäude, das dem jetzigen Bau weichen musste. Der Bau, dessen Planung sechs Jahre (1979–1985) beanspruchte, ist ein bekanntes Beispiel für den High-Tech-Baustil. Der Wolkenkratzer ist 179 Meter hoch, hat 47 Stockwerke und ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. So sind beispielsweise die einzelnen Stockwerksabschnitte (auf dem rechten Bild türkis) an auf der Außenseite angebrachten Traggerüsten eingehängt und lediglich mit Querstreben (auf dem Bild orange) versteift. Versorgungselemente wie Toiletten und Aufenthaltsräume sind an der Außenseite des Gebäudes gut sichtbar angeordnet (weiß, am linken Rand des Bildes), ein typisches Element dieses Baustils.

Die wichtigsten Tochtergesellschaften der Firmengruppe[Bearbeiten]

Tochterfirma Tätigkeitsgebiet
The Hongkong and Shanghai Banking Corporation Limited Hongkong, Filialen im asiatischen Raum
Hang Seng Bank Limited Hongkong
HSBC Bank plc Großbritannien
HSBC France Frankreich
HSBC Bank USA New York
HSBC Bank Brasil S.A. – Banco Múltiplo Brasilien
HSBC Private Banking Holdings (Suisse) SA Schweiz, Hongkong SAR, Monaco, Luxemburg, Vereinigtes Königreich, Singapur und Kanalinseln.
Grupo Financiero HSBC, S.A. de C.V. Mexiko
Quelle: [27]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

HSBC Holdings plc

  • HSBC Bank plc, 100 %
  • HSBC Private Banking Holdings (Suisse) SA, 100 %
  • HSBC Holdings BV (Netherlands), 100 %
    • HSBC Bank Egypt SA, 94,00 %
    • The Saudi British Bank, 40,00 %
    • HSBC Asia Holdings (UK) Limited, 100 %
  • HSBC Bank Middle East Limited, 100 %
  • The Hongkong and Shanghai Banking Corporation Limited, 100 %
    • HSBC Bank China Co. Limited, 100 %
    • HSBC Bank Vietnam Limited, 100 %
    • HSBC Bank (Taiwan) Limited, 100 %
    • HSBC Bank Australia Limited, 100 %
    • HSBC Bank Malaysia Berhad, 100 %
    • PT Bank Ekonomi Raharja Tbk, Indonesia, 98,00 %
  • Hang Seng Bank Limited, 62,00 %
    • Hang Seng Bank China Limited, 100 %
  • HSBC Overseas Holdings (UK) Limited, 100 %
    • HSBC Bank Canada, 100 %
  • HSBC North America Holdings Inc., 100 %
    • HSBC Investments (North America) Inc., 100 %
      • HSBC Finance Corporation, USA, 100 %
      • HSBC Securities USA Inc., 100 %
    • HSBC USA Inc., 100 %
      • HSBC Bank USA N.A, 100 %
  • HSBC Latin America Holdings (UK) Limited
    • HSBC Mexico S.A, 99 %
    • HSBC Bank Brasil S.A
  • HSBC Latin America B.V
    • HSBC Bank Argentina S.A, 99,00 %

Quelle: [28]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Christina Haberlik: 50 Klassiker. Architektur des 20. Jahrhunderts. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2001, ISBN 3-8067-2514-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HSBC Hauptverwaltung in Hong Kong – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: HSBC – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Fortune Global 500 2012: The World's largest corporations. 23. Juli 2012 (englisch).
  2. finanzen.net GuV-Seite der HSBC-Aktie
  3. Europas 35 größte Banken Auslistung in Welt Online vom 21. September 2011
  4. Christoph Giesen, Charlotte Theile: Ein Fall für den Staatsanwalt. Hausdurchsuchung bei der Schweizer HSBC: Ermittler in Genf gehen nun gegen die Bank vor, die durch weltweite Enthüllungen in der Kritik steht. Die Behörden prüfen den Verdacht der Geldwäsche. In: Süddeutsche Zeitung vom 19. Februar 2015, S. 15.
  5. Ermes Gallarotti: Läuterungsprozess der HSBC Private Bank (Suisse). In: Neue Zürcher Zeitung vom 10. Februar 2015, internationale Ausgabe, S. 24.
  6. Policy Measures to Address Systemically Important Financial Institutions. In: Financial Stability Board (FSB) vom 4. November 2011 (PDF-Datei; 102 kB)
  7. Update of group of global systemically important banks (G-SIBs) (PDF-Datei; 42 kB) vom 1. November 2012
  8. Berenberg Bank – Das Bankhaus in der Gründerzeit
  9. http://cyprus-mail.com/2013/08/09/7422/ + http://www.banking.us.hsbc.com/inside/about/group_fact_sheet_feb05.pdf
  10. Britischer Finanzriese kauft US-Bank, Hamburger Abendblatt Nr.10, Seite 23, historisches Archiv vom 11. Mai 1999
  11. Bankriese kauft „Juwel“, HSBC übernimmt französische Bank CCF Hamburger Abendblatt Nr.79, Seite 21, historisches Archiv vom 3. April 2000
  12. UPDATE 3-HSBC CEO moves to Hong Kong, focus shifts 'home'
  13. HandelsblattMega-Kapitalerhöhung – HSBC stärkt Eigenkapital um 12,5 Milliarden Pfund vom 5. April 2009
  14. hsbc.com: About HSBC
  15. HSBC Amanah (englisch)
  16.  Successful international 'Sukuk' issue for Pakistan arranged by HSBC Amanah. In: AME Info. 17. März 2005 (englisch).
  17. Vgl. Schneckener, Ulrich: Transnationaler Terrorismus. Charakter und Hintergründe des „neuen“ Terrorismus, Frankfurt a.M. 2006, S. 150.
  18. Collusion in the banking sector. Pressemitteilung der Autorité de la concurrence vom 20. September 2010, abgerufen am 9. Februar 2011
  19. Frankreichs Banken sollen Millionen zahlen in: Handelsblatt vom 21. September 2010, abgerufen am 9. Februar 2011
  20. US-Senat rügt Grossbank hsbc – eine durch und durch versaute Unternehmenskultur in: Süddeutsche vom 17. Juli 2012, abgerufen am 17. Juli 2012
  21. US-Senat wirft Großbank Geldwäsche vor in: Tagesschau (ARD) vom 18. Juli 2012, abgerufen am 18. Juli 2012
  22. a b Dominic Rushe, Jill Treanor: HSBC's record $1.9bn fine preferable to prosecution, US authorities insist. The Guardian, 11. Dezember 2012, abgerufen am 17. Dezember 2012
  23. HSBC blasted for 'stunning failures over oversight' BBC News 11. Dezember 2012, abgerufen am 15. Dezember 2012
  24. Ermes Gallarotti: Eine andere Realität. Die Schweizer HSBC-Tochter wird die Vergangenheit nicht mehr los. In: Neue Zürcher Zeitung vom 10. Februar 2015, internationale Ausgabe, S. 19.
  25. ICIJ: Explore the Swiss Leaks Data, abgerufen am 11. Februar 2015
  26. Frederik Obermaier, Bastian Obermayer, Gerard Ryle: Tresor der Mächtigen und Verschwiegenen. In: Süddeutsche Zeitung, 9. Februar 2015, S. 6.
  27. hsbc.com: Structure and network
  28. Simplified Structure Chart of HSBC Holdings plc (PDF)