Lucrezia Borgia (Oper)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Werkdaten
Titel: Lucrezia Borgia
Originaltitel: Lucrezia Borgia
Form: Opera seria
Originalsprache: italienisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Felice Romani
Literarische Vorlage: Lucrèce Borgia von Victor Hugo
Uraufführung: 26. Dezember 1833
Ort der Uraufführung: Teatro alla Scala, Mailand
Ort und Zeit der Handlung: Venedig und Ferrara, 16. Jahrhundert
Personen
  • Don Alfonso d’Este, Herzog von Ferrara (Bass)
  • Lucrezia Borgia, seine Frau (Sopran)
  • Gennaro (Tenor)
  • Maffio Orsini (Alt)
  • Jeppo Livoretto (Tenor)
  • Aposto Gazella (Bass)
  • Ascanio Petrucci (Bass)
  • Oloferno Vitellozzo (Tenor)
  • Gubetta (Bass)
  • Rustighello (Tenor)
  • Astolfo (Bass)

Lucrezia Borgia ist eine Oper in einem Prolog und zwei Akten (fünf Bildern) von Gaetano Donizetti (Musik) mit einem Libretto von Felice Romani nach dem Drama Lucrèce Borgia von Victor Hugo.

Handlung[Bearbeiten]

Prolog[Bearbeiten]

Der junge Hauptmann Gennaro erholt sich vom Treiben des Karnevals von Venedig, als eine maskierte Frau einer Gondel entsteigt und entzückt den Schlafenden entdeckt. Gennaro erwacht und verliebt sich seinerseits sogleich in die schöne Unbekannte. Er nennt ihr seinen Namen und erzählt ihr von seiner Mutter, die er nie kennengelernt hat, und die er dennoch sehr liebt. Doch werden die beiden von Gennaros Freunden unterbrochen, die in der Frau Lucrezia Borgia erkannt haben und die nicht zögern, die Mordtaten der Familie Borgia aufzulisten, Gennaro zum Schrecken.

Erster Akt[Bearbeiten]

Ferrara, vor dem herzoglichen Palast. Don Alfonso verdächtigt Gennaro, der Geliebte seiner Gattin Lucrezia zu sein, und plant dessen Ermordung. Als Gennaro, der noch immer auf die Borgia-Familie wütend ist, vorbeikommt, bricht er aus dem Familienwappen den Anfangsbuchstaben „B“ heraus, so dass nur noch „ORGIA“ übrigbleibt. Er wird sogleich verhaftet. – Lucrezia ist empört wegen der Verstümmelung des Wappens und verlangt von ihrem Mann die Bestrafung des Täters. Alfonso verspricht es ihr, und er führt, zu Lucrezias Entsetzen, Gennaro als Täter vor. Alfonso zwingt sie, Gennaro selbst den vergifteten Wein zu geben, der Gennaro töten soll, doch nachdem der Herzog sich entfernt hat, reicht sie ihm schnell das Gegengift und fleht ihn an, schnell aus der Stadt abzureisen.

Zweiter Akt[Bearbeiten]

Die Fürstin Negroni gibt ein Fest. Lucrezia erscheint und erklärt Gennaros Freunden triumphierend, dass sie aus Rache für die in Venedig erfahrenen Beleidigungen den Wein vergiftet habe. Zu spät erkennt Lucrezia, dass auch Gennaro, der aus Trotz nicht geflohen ist, unter den Vergifteten ist. Sie offenbart ihm, dass er in Wahrheit ihr Sohn ist, und fleht ihn an, erneut das Gegengift zu trinken, doch es ist nicht genügend Gegengift vorhanden, um sowohl ihn als auch seine fünf Freunde zu retten. Nachdem diese dem Gift zum Opfer gefallen sind, beschließt Gennaro, ihnen in den Tod zu folgen und das Gegengift nicht zu trinken. Er stirbt in den Armen seiner Mutter, die ihn beweint und dann selbst entseelt zusammenbricht.

Entstehung[Bearbeiten]

Victor Hugo verfasste sein Drama Lucrèce Borgia, das frei auf dem Leben und Mythos der historischen Person Lucrezia Borgia (1480–1519) basiert, im Jahr 1833. Es wurde alsbald von Felice Romani zu einem Libretto für Donizettis Oper verarbeitet. Als das Stück im Jahr 1840 für eine Aufführungsserie im Théâtre des Italiens in Paris vorbereitet wurde, erwirkte Victor Hugo eine gerichtliche Verfügung, die die weitere Verwendung seines Stückes als Vorlage untersagte. Das Textbuch wurde daraufhin umgeschrieben, die italienischen Figuren wurden zu Türken, und die Vorstellungen wurden unter dem Titel La Rinegata fortgesetzt.

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • William Ashbrook: Donizetti and his Operas, Cambridge, Cambridge University Press 1982. ISBN 0-521-27663-2
  • Noten: Ricordi, Mailand/Milano, Donizetti, Lucrezia Borgia, 1869. (Klaviernoten und Libretto)

Weblinks[Bearbeiten]