Maria Stuarda

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Werkdaten
Titel: Maria Stuart
Originaltitel: Maria Stuarda
Form: Durchkomponiert
Originalsprache: Italienisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Giuseppe Bardari
Literarische Vorlage: "Maria Stuart" von Friedrich Schiller
Uraufführung: 30. Dezember 1835
Ort der Uraufführung: Mailand
Spieldauer: ca. 2 1/2 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: England 1587
Personen

Maria Stuarda (in der deutschen Fassung Maria Stuart) ist eine Oper – lyrische Tragödie – in drei Akten (vier Bildern) von Gaetano Donizetti. Das Libretto verfasste Giuseppe Bardari. Als literarische Vorlage diente ihm das Drama „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller. Uraufführung war am 30. Dezember 1835 am Teatro alla Scala in Mailand mit Maria Malibran in der Titelrolle.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Teatro San Carlo in Neapel beauftragte Donizetti 1834, Giuseppe Bardaris Libretto „Maria Stuarda“ zu vertonen. Im August des Jahres sollte Premiere sein. Bereits die Probenarbeiten standen jedoch unter einem unguten Stern. Wegen „innerbetrieblicher und Besetzungsschwierigkeiten“ wurde die Generalprobe immer weiter hinausgeschoben. Als sie dann Ende September endlich stattfand, tauchte ganz überraschend die Königin beider Sizilien, Maria Christina von Neapel, im Theater auf und wollte sich die Oper schon vor der Uraufführung ansehen. Während der letzte Akt über die Bühne ging, passierte schließlich das Verhängnis: Die Monarchin war von der Beichtszene so ergriffen, dass sie in Ohnmacht fiel. Die Folge war, dass die Zensur die Aufführung des Werkes mit einem Verbot belegte.

Donizetti hielt seine Musik für zu wertvoll, als sie einfach in der Versenkung verschwinden zu lassen. In Gemeinschaftsarbeit mit einem neapolitanischen Librettisten verfasste er einen neuen Text, den er seiner Musik unterlegte. Am 18. Oktober 1834 erlebte dann die neue Oper unter dem Titel „Buondelmonte“ eine völlig glanzlose Uraufführung.

Als die Mailänder Scala für die Premiere zum Jahreswechsel 1835/1836 nach einer geeigneten Oper Ausschau hielt, schlug die damals schon sehr berühmte Sängerin Maria Malibran Donzettis „verbotene“ Oper „Maria Stuarda“ vor. Nach heftiger Diskussion wurde das Werk angenommen. Donizetti erhielt den Segen, seine lyrische Tragödie im Original herauszubringen. Am 30. Dezember war es dann soweit. Aber wieder hatte es das Schicksal nicht gut mit der Oper gemeint. Beide Sängerinnen, die Maria und Elisabeth verkörpern sollten, waren völlig indisponiert. Das Beste wäre gewesen, die Uraufführung auf das kommende Jahr zu verschieben. Die Sängerinnen wollten jedoch so kurz vor dem Jahreswechsel nicht auf ihre Gage verzichten und bestanden darauf, dass das Werk über die Bühne ging. Das Ende ist vorhersehbar: Der Erfolg war wiederum nur sehr mäßig. Daraufhin wurde Donizetti so zornig, dass er nie mehr etwas mit der Mailänder Scala zu tun haben wollte.

Erst 123 Jahre später wurde „Maria Stuarda“ wiederentdeckt. Die Aufführung nach einer solch langen Pause erfolgte 1958 in Donizettis Geburtsort Bergamo, und dieses Mal blieb ihr der verdiente Erfolg nicht versagt.

Handlung[Bearbeiten]

Ort und Zeit[Bearbeiten]

Die Oper spielt im Palast zu Westminster sowie im Schloss und dem angrenzenden Park zu Fotheringhay 1587 während der letzten Lebenstage Maria Stuarts.

Erster Akt[Bearbeiten]

Bild: Palast der Königin Elisabeth I. von England

Ein französischer Diplomat überbringt der englischen Monarchin ein Schreiben seines Königs, in dem dieser um ihre Hand anhält. Gleichzeitig bittet er Elisabeth, Maria Stuart wieder die Freiheit zu schenken. (Die Königin von Schottland wurde vor 18 Jahren von ihrem Volk vertrieben, weil sie ihren Gatten ermorden ließ, und suchte bei ihrer englischen Cousine Schutz. Elisabeth selbst fürchtete jedoch um ihren Thron und ließ Maria gefangen nehmen.) Auch die beim Königshof versammelte Gesellschaft unterstützt den Wunsch des französischen Königs. Einzig und allein Cecil, der Baron von Burleigh, fordert den Tod Marias. Er war früher selbst einmal in die schöne Königin von Schottland verliebt. Als sie ihn aber abgewiesen hatte, wandelte sich seine Liebe in Hass.

Der Graf von Shrewsbury, Georg Talbot, überbringt Graf Leicester ein Schreiben der inhaftierten Königin, in dem sie darum bittet, er möge sich doch bei Elisabeth für sie einsetzen. Leicester genießt die hohe Gunst seiner Herrscherin. Weil sein Herz aber für die schöne Maria entbrannt ist, ist er allzu gerne geneigt, bei Elisabeth ein gutes Wort für die Schottin einzulegen. Nach langem Zureden erklärt sich Elisabeth bereit, sich mit Maria zu treffen.

Zweiter Akt[Bearbeiten]

Bild: Park des Schlosses zu Fotheringhay

Maria ist froh, nach langer Kerkerhaft endlich mal wieder einen Sonnentag an der frischen Luft genießen zu können. Als von ferne Hörner ertönen, schlägt ihr Herz höher. Sie ist sich bewusst, dass Elisabeth mit ihrer Jagdgesellschaft auf dem Weg nach Fotheringhay ist. Plötzlich steht Graf Leicester vor ihr. Er ist der Jagdgesellschaft vorausgeeilt, um sich unter vier Augen mit ihr unterhalten zu können. Er fleht die von ihm so geschätzte Maria an, sich demütig vor Elisabeth niederzuwerfen. Dies sei der einzige Ausweg, um ihr Leben zu retten. In Sorge um Leicesters persönliches Geschick erklärt sie sich schließlich dazu bereit.

Beim Zusammentreffen der beiden Königinnen kommt alles anders, als von Maria erhofft. Die stolze Engländerin hat für ihre Verwandte nur Hohn und Spott übrig. Sie erinnert sie an ihre früheren Amouren und an ihren Mann, den sie verraten hatte und anschließend töten ließ. Maria hält die Schmach nicht lange aus und dreht den Spieß um, indem sie Elisabeth die Verachtung über ihre Herkunft ins Gesicht schleudert: Tief geschändet sei Englands Thron durch den Bastard, der sie sei.

Wachen führen Maria ab.

Dritter Akt[Bearbeiten]

Bild: Arbeitszimmer der Königin Elisabeth

Cecil drängt Elisabeth, endlich Marias Todesurteil zu unterschreiben. Zunächst zögert sie; doch als sie Leicester erblickt und ihr bewusst wird, welch hinterhältiges Spiel er mit ihr getrieben hat, setzt sie ihren Namen unter das Dokument.

Cecil triumphiert und fordert seinen Widersacher Leicester auf, sich freiwillig gefangen zu geben. Er gesteht ihm auch, selbst dafür gesorgt zu haben, dass Marias Brief ihm zugespielt worden sei. Er habe dies alles so geschickt eingefädelt, um ihn als Verschwörer gegen Elisabeth überführen zu können. Leicester erkennt, dass seine Lage völlig aussichtslos geworden ist und begeht Selbstmord.

Verwandlung – Bild: Im Kerker

Maria ist sich bewusst, dass sie bald dem Henker zugeführt wird. Talbot überbringt ihr die Nachricht, Leicester habe sich ihretwegen das Leben genommen. Diese Kunde macht ihr so zu schaffen, dass sie Wahnvorstellungen bekommt. Sie sieht ihren Ehemann und ihre früheren Liebhaber, die alle ihretwegen umgebracht wurden. Einem katholischen Geistlichen gelingt es, Maria wieder in die Realität zurückzuführen. Bei ihm legt sie ihre letzte Beichte ab und geht dann gefasst in den Tod.

Musik[Bearbeiten]

Donizetti hat sein Werk mit viel Belcanto ausgestattet. Es gibt zahlreiche Arien, Duette, Ensembles und Chöre. Als musikalische Höhepunkte seien hervorgehoben:

  • Kavatine der Elisabeth im ersten Akt: Ah! quando all'ara sorgemi - Ah dal ciel discenda un raggio
  • Leicesters Kavatine und sein sich anschließendes Duett mit Talbot im ersten Akt: Ah! rimiro il bel sembiante
  • Arie der Maria in der zweiten Szene des dritten Aktes: Ah! se un giorno
  • Marias Duett mit ihrer Amme und Chor im dritten Akt: Anna! Qui più sommessi . . . Deh! Tu di un'umile preghiera il suono Anna!

Weblinks[Bearbeiten]