Poliuto

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Werkdaten
Titel: Poliuto
Form: durchkomponiert
Originalsprache: italienisch
Musik: Gaetano Donizetti
Libretto: Salvatore Cammarano
Literarische Vorlage: Polyeucte von Pierre Corneilles
Ort der Uraufführung: Teatro San Carlo, Neapel
Spieldauer: 2 Stunden, 15 Minuten
Ort und Zeit der Handlung: Armenien, 257 n. Chr.
Personen
  • Severo, Prokonsul (Bariton)
  • Felice, Gouverneur (Bass)
  • Poliuto, Richter (Tenor)
  • Paolina, seine Gattin, Tochter des Gouverneurs (Sopran)
  • Callistene, Hoherpriester des Jupiter (Bass)
  • Nearco, Führer der Christen (Bass)
  • Ein Christ (Tenor)
  • Christen, Richter, Priester des Jupiter, armenisches Volk, römische Krieger (Chor)

Poliuto ist eine Oper in drei Akten von Gaetano Donizetti. Das Libretto verfasste Salvatore Cammarano auf Grundlage der Tragödie “Polyeucte” von Pierre Corneille. Das Werk entstand 1838. Zunächst wurde es am 10. April 1840 in Paris aufgeführt als Les Martyrs. Die Uraufführung der Originalversion fand posthum am 30. November 1848 am Teatro San Carlo in Neapel statt.

Inhalt[Bearbeiten]

Armenien zur Zeit der Christenverfolgung: Poliuto ist heimlich zum Christentum konvertiert. Seine Frau Paolina, weiterhin Anhängerin des Jupiterkultes, macht ihm deshalb Vorwürfe. Severo, früher Paolinas Geliebter, kommt als Prokonsul nach Armenien, um gegen die Christen vorzugehen. Poliuto glaubt, dass seine Frau ihn mit Severo betrügt. Als der Christenführer Nearco vor Gericht gestellt wird, bekennt Poliuto sich öffentlich zum Christentum. Nachdem Paolina vergeblich bei Severo um Gnade für ihren Mann gebeten hat, tritt sie ebenfalls zum Christentum über, um gemeinsam mit Poliuto den Märtyrertod zu sterben.

Rezeption[Bearbeiten]

Weil das Libretto von der Zensur beanstandet wurde, überarbeitete Donizetti das Werk für die Premiere in Paris, wo es 1840 als "Les Martyrs" zur Aufführung kam. Diese Version wurde 1841 auch in Hamburg und Wien und 1843 in Lissabon gespielt, ehe es 1848 zur Uraufführung der Originalfassung in Neapel kam. 1960 fand an der Mailänder Scala eine Wiederaufführung der Originalversion mit Maria Callas als Paolina statt.

Aufnahmen[Bearbeiten]

  • 1960 mit Maria Callas, Franco Corelli, Ettore Bastiannini - EMI
  • 1975 mit Louis McDonnall, Adrian Thompson, Terence Sharp (franz. Fassung) - UORC
  • 1977 mit Adriana Maliponte, Giorgio Lamberti, Renato Bruson - Voce
  • 1978 mit Leyla Gencer, Ottavio Gravanta, Ferrucio Furlanetto (franz. Fassung) - Voce
  • 1986 mit Katia Ricciarelli, José Carreras, Juan Pons - CBS
  • 1988 mit Elizabeth Connell, Nicola Martinucci, Renato Bruson - Nuovo Era
  • 1993 mit Denia Gavazzeni-Mazzola, José Sempere, Simone Alaimo - Ricordi

Literatur[Bearbeiten]

  • Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, Piper Verlag 1987
  • Reclams Opernlexikon, Reclam Verlag 2001
  • Karsten Steiger: Opern - Ein Verzeichnis aller Aufnahmen, Ullstein Verlag 2000

Weblinks[Bearbeiten]