Flugverkehrskontrolle
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Die Flugverkehrskontrolle (englisch: air traffic control) ist die Hauptaufgabe eines Flugsicherungsunternehmens und wird von dem Fluglotsen wahrgenommen. Dabei wird sichergestellt, dass zwischen zwei Luftfahrzeugen die vorgeschriebenen vertikalen sowie horizontalen Abstände eingehalten werden. Wichtigstes Hilfsmittel der Fluglotsen sind dabei Radar sowie UKW- Sprechfunk zur Kommunikation mit den Piloten. Der Fluglotse steuert den Flugverkehr im Wesentlichen mittels Anweisungen an die Piloten bezüglich der Flughöhe, des Steuerkurses und, seltener, der Fluggeschwindigkeit der Luftfahrzeuge.
Die Flugverkehrskontrolle lässt sich in drei Hauptkomponenten unterteilen:
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[Bearbeiten] Die Flugplatzkontrolle
Die Flugplatzkontrolle (englisch: aerodrome control, TWR) ist zuständig für alle Luftfahrzeugbewegungen im Nahbereich eines Flugplatzes, der sogenannten Kontrollzone (englisch: control zone, CTR), sowie auf dem Boden des Flugplatzgeländes. Die Fluglotsen der Flugplatzverkehrskontrolle arbeiten im Kontrollturm direkt am Flugplatz. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt haben sie Sichtkontakt zu den Luftfahrzeugen. Dennoch steht ihnen auch Radar sowie Sichtgeräte zur Verfügung. In der klassischen Besetzung befinden sich in einem Kontrollturm zwei Arbeitsplätze mit getrennten Funkfrequenzen. Ein Flugverkehrskontrolllotse (Rufzeichen: TURM/TOWER) ist zuständig für alle Luftfahrzeuge die gegenwärtig innerhalb der Kontrollzone fliegen sowie für alle Start- und Landebahnen. Dieser Lotse erteilt also die Ein- und Ausflugfreigaben für die Kontrollzone sowie die Start- und Landefreigaben. Darüber hinaus legt er in Übereinstimmung mit der Anflugkontrolle die Landerichtung fest und steuert die Flugplatzbefeuerung. Der zweite Lotse (Rufzeichen: ROLLKONTROLLE/GROUND) steuert die Rollbewegungen auf den Rollwegen am Boden und erteilt die sog. Streckenfreigabe sowie die Genehmigung zum Anlassen der Triebwerke. An größeren Flugplätzen können auch mehr als zwei Arbeitsplätze eingerichtet werden. So ist es beispielsweise üblich, Rollkontrolle und Erteilen der Streckenfreigabe/Anlassgenehmigung zu trennen, wenn beide Funktionen aufgrund des Verkehrsaufkommens nicht von einer Person wahrgenommen werden können. Der Arbeitsplatz der Streckenfreigabe und Anlassgenehmigung nennt sich DELIVERY (Das Rufzeichen lautet dann z. B. "Frankfurt Delivery").
[Bearbeiten] Die Anflugkontrolle
Die Anflugkontrolle (englisch: approach control, APP) führt die Luftfahrzeuge vom System der Luftstraßen zu einem geeigneten Punkt in der Nähe des Zielflugplatzes, von dem aus der Pilot den Anflug selbständig (mit Hilfe bodenseitiger Navigationsanlagen) fortsetzen kann. Dieser Punkt, der sog. Endanflugpunkt (FAF, final approach fix) befindet sich in Verlängerung der Piste etwa 8 bis 12 nautische Meilen vom Flughafen entfernt. Dort wird das Luftfahrzeug dann auf die Frequenz der Flugplatzkontrolle übergeben. Doch auch für startende Luftfahrzeuge ist die Anflugkontrolle zuständig. Die Bezeichnung Anflugkontrolle ist hier also etwas missverständlich. Unmittelbar nach dem Abheben verlassen die Piloten die Funkfrequenz der Flugplatzkontrolle und melden sich bei der Anflugkontrolle, die dann den weiteren Steigflug und das Einfädeln in das Luftstraßensystem übernimmt. Die Lotsen der Anflugkontrolle arbeiten oft in den großen Kontrollzentralen der Flugsicherung, und nicht im Kontrollturm. Im Gegensatz zu den Towerlotsen haben sie, aufgrund meist verdunkelter Räumlichkeiten, also nicht die Möglichkeit des Sichtkontaktes zum Luftfahrzeug und sind daher voll und ganz auf Radar angewiesen. Zu jedem Flugplatz mit Flugverkehrskontrolle gehört eine Anflugkontrolle (Rufzeichen: RADAR). Es ist durchaus üblich, dass ein und derselbe Lotse für die Anflüge an mehreren Flughäfen gleichzeitig zuständig ist, wenn es sich um kleine Flugplätze mit wenig Verkehrsaufkommen handelt. Ähnlich der Flugplatzkontrolle ist auch hier der umgekehrte Fall möglich, nämlich die weitere Aufteilung. So kann man An- und Abflüge von unterschiedlichen Lotsen überwachen lassen, man verwendet dann die Rufzeichen ARRIVAL und DEPARTURE. Weitere Varianten, wie z. B. ein DIRECTOR, sind möglich. Der Director ist ebenfalls eine Anflugkontrolle die speziell für die Separation der ankommenden Flugzeuge zuständig ist. Er wird auf verschiedenen Flugplätzen zu Spitzenzeiten eingesetzt, um die eigentliche Anflugkontrolle zu entlasten.
[Bearbeiten] Die Streckenkontrolle
Der dritte große Bereich ist die Streckenkontrolle (englisch: area control). Die Lotsen der Streckenkontrolle sitzen ebenfalls in den Kontrollzentralen und überwachen dabei die Luftfahrzeuge „auf Strecke“, wobei das STCA ein wichtiges Hilfsmittel ist. Der Luftraum wird dabei horizontal und vertikal in unterschiedlich große Sektoren eingeteilt und gegebenenfalls werden Luftfahrzeuge gestaffelt, je nach Komplexität sowie Verkehrsaufkommen. In verkehrsärmeren Zeiten können Sektoren auch zusammengelegt werden. Jeder Sektor arbeitet auf einer eigenen Frequenz und die Luftfahrzeuge werden von Sektor zu Sektor übergeben. Vertikal unterscheidet man in unteren sowie oberen Luftraum.
Für einen typischen Flug nach Instrumentenflugregeln ergibt sich damit nachfolgende Kette:
- Anlassfreigabe und Streckenfreigabe von der Flugplatzkontrolle (GROUND oder DELIVERY)
- Rollfreigabe vom Vorfeld zur Piste von der Flugplatzkontrolle (GROUND)
- Aufrollfreigabe auf die Piste von der Flugplatzkontrolle (TOWER)
- Startfreigabe von der Flugplatzkontrolle (TOWER)
- Steigflug bis zu einem bestimmten Punkt im Streckensystem bei der Anflugkontrolle (RADAR oder DEPARTURE)
- Streckenflug durch mehrere Sektoren bei der Streckenkontrolle (RADAR)
- Sinkflug und Führung zum Anfangsanflugpunkt durch die Anflugkontrolle (RADAR,ARRIVAL oder DIRECTOR)
- Sinkflug im Endanflug und Landefreigabe durch die Flugplatzkontrolle (TOWER)
- Landung und Abrollen von der Piste (TOWER)
- Rollfreigabe zum Vorfeld von der Flugplatzkontrolle (GROUND)
[Bearbeiten] Siehe auch
- Flugsicherung – Zu den Besonderheiten der Luftverkehrskontrolle in Deutschland und den dazu bestehenden Institutionen.

