Luterbach

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Luterbach
Wappen von Luterbach
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn (SO)
Bezirk: Wasseramtw
BFS-Nr.: 2527i1f3f4
Postleitzahl: 4542
Koordinaten: 611172 / 22987647.219727.586117431Koordinaten: 47° 13′ 11″ N, 7° 35′ 10″ O; CH1903: 611172 / 229876
Höhe: 431 m ü. M.
Fläche: 4.54 km²
Einwohner: 3374 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 743 Einw. pro km²
Website: www.luterbach.ch
Kirche Sankt Joseph

Kirche Sankt Joseph

Karte
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Luterbach ist eine politische Gemeinde im Bezirk Wasseramt des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Luterbach liegt auf 431 m ü. M., 3.5 km östlich des Kantonshauptortes Solothurn (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf der Schotterebene östlich der Emme, am Jurasüdfuss, im Solothurner Mittelland.

Die Fläche des 4.5 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der grundwasserreichen Schotterebene im inneren Wasseramt. Die Aare bildet eine natürliche Gemeindegrenze in nördlicher Richtung, die Emme dagegen grenzt Luterbach von Zuchwil in westlicher Richtung ab. Bei Hochwasser wurden früher oft weite Teile der Ebene von Luterbach überschwemmt, weswegen das ursprüngliche Dorf rund 1 km von den Flussläufen entfernt angelegt wurde. Nach Osten erstreckt sich der Gemeindeboden über die Ebene und die kanalisierten Bachbetten des Dorfbachs und des Rüttibachs bis in den Dornwald und in den Affolterwald, ein Waldgürtel inmitten der Schwemmebene. Die höchste Erhebung von Luterbach wird mit 436 m ü. M. am südlichen Rand des Gemeindegebietes erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 32 % auf Siedlungen, 25 % auf Wald und Gehölze, 39 % auf Landwirtschaft und rund 4 % war unproduktives Land.

Zu Luterbach gehört die Siedlung Vorholz (431 m ü. M.) am Rüttibach am westlichen Rand des Waldgürtels. Nachbargemeinden von Luterbach sind Deitingen, Derendingen, Zuchwil und Riedholz.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 3374 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehört Luterbach zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind 90.6 % deutschsprachig, 2.9 % italienischsprachig und 1.9 % sprechen Serbokroatisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Luterbach belief sich 1850 auf 447 Einwohner, 1900 auf 1050 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl kontinuierlich weiter an.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindeverwaltung von Luterbach

Die Anzahl Sitze im Gemeinderat von Luterbach wurde über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich reduziert. So gab es im Jahr 1997 noch 16, 2001 elf und 2009 nur noch 9 Sitze zu vergeben[2][3]. Die 1997 gegründete Partei Freie Liste Luterbach konnte bereits in ihrer ersten Amtsperiode 1997-2001 drei Sitze im Gemeinderat für sich gewinnen. Zwei Amtsperioden später (2005-2009) gelang es ihr mit 4 Sitzen zur stärksten Partei von Luterbach aufzusteigen, während gleichzeitig ihr Parteigründer Hugo Schumacher zum Gemeindepräsident gewählt wurde. Nachdem die Partei in der folgenden Amtsperiode 2009-2013 bereits die Hälfte ihrer Sitze verlor, sowie Hugo Schumacher sich entschloss zur SVP zu wechseln und sich kein Nachfolger finden lassen konnte, wurde 2012 die Auflösung der Partei bekannt gegeben[2]. Da es für die Amtsperiode 2013 bis 2017 nicht mehr Kandidaten als Sitze gab, kam es zu einer stillen Wahl[4].

Partei 2013-2016[4] (+/-) 2009-2017 (+/-) 2005-2009[5]
Christlichdemokratische Volkspartei   4 2
Sozialdemokratische Partei 2 3
FDP.Die Liberalen
(bis 2009 Freisinnig-Demokratische Partei)
1 2
Schweizerische Volkspartei 1 -
Bürgerlich-Demokratische Partei 1 -
Freie Liste Luterbach - 4

Wirtschaft[Bearbeiten]

Luterbach war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Die Wasserkraft des Dorfbachs wurde früher für den Betrieb einer Mühle genutzt. Heute haben der Ackerbau und der Obstbau sowie die Viehzucht nur noch einen marginalen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung.

Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. Seit den 1960er Jahren haben sich dank der guten Verkehrslage verschiedene Unternehmen in Luterbach niedergelassen. Gewerbe- und Industriezonen befinden sich in Bahnhofnähe nördlich des Dorfes. Heute sind in der Gemeinde Betriebe der Elektro- und der Elektronikbranche (Schaffner Holding), des Bau- und Transportgewerbes, der Informationstechnologie, des Gartenbaus, der Präzisionsmechanik, eine Sägerei, sowie weitere mechanische Werkstätten vertreten.

Prägend für das Dorf war zudem jahrzehntelang die Zellulosefabrik in Attisholz am nördlichen Aareufer (mit Sitz in Riedholz). Zur Fabrik gehörte ein grosses Holzlager in Luterbach zwischen Bahnhof und Aare. Die letzte Besitzerin, der norwegische Konzern Borregaard, hat die Fabrik mit zuletzt 440 Arbeitsplätzen im Januar 2009 geschlossen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in der Region Solothurn arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrsmässig sehr gut erschlossen, obwohl das Dorf selbst abseits der grösseren Durchgangsstrassen an einer Verbindungsstrasse von Solothurn nach Deitingen liegt. Luterbach erreicht man über die Autobahn A1 durch die Ausfahrten bei Wangen an der Aare oder Kriegstetten, oder über die Ausfahrt Solothurn-Ost auf der Autobahn A5. Südöstlich des Dorfes befindet sich die Verzweigung Luterbach, an der die A5 (Biel-Solothurn) in die A1 mündet.

Luterbach hat einen eigenen Bahnhof (Luterbach-Attisholz) an der 1876 eröffneten Gäubahn Olten–Solothurn. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgt die Buslinie der BSU, welche die Strecke von Solothurn nach Luterbach bedient und vier Bushaltestellen auf dem Gemeindeboden besitzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1052 unter dem Namen lutere Bach; von 1287 ist der heutige Name überliefert. Der Ortsname geht auf einen Gewässernamen zurück und bedeutet klarer oder heller Bach.

Seit dem Mittelalter unterstand Luterbach dem Sankt-Ursen-Stift in Solothurn und kam 1356 unter die direkte Verwaltung der Stadt Solothurn. Ab 1466 gehörte es zur Vogtei Kriegstetten und war dem Gerichtsort Zuchwil zugeteilt. Die hohe Gerichtsbarkeit oblag zunächst den Grafen von Kyburg und Buchegg, ging 1406 an Bern und erst 1516 ebenfalls an Solothurn. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Luterbach während der Helvetik zum Distrikt Biberist und ab 1803 zum Bezirk Kriegstetten, der 1988 offiziell in Bezirk Wasseramt umbenannt wurde.

An der Emme bestand früher eine Hammerschmiede. Im Jahr 1872 wurde an der Grenze zu Derendingen Kammgarnspinnerei Schoeller & Lang gegründet, die bald durch eine Kammgarnweberei ergänzt wurde. Die Nähe dieser Fabrik führte in Luterbach zu einem markanten Bevölkerungswachstum von 396 Einwohnern (1870) auf 1050 Einwohner (1900).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wasseruhr

Die katholische Kirche Sankt Joseph wurde 1786 erbaut und im Lauf des 20. Jahrhunderts mehrfach umgestaltet. Die reformierte Kirche stammt von 1966. Als Wahrzeichen des Dorfes gilt die Wasseruhr beim Gemeindehaus. Eine Besonderheit in Luterbach ist das Synthorama, ein Museum für elektronische Musikinstrumente (Synthesizer). Der Industrielehrpfad Emmekanal führt zu zahlreichen Industrieanlagen aus dem 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Weiss blauer Wellenbalken, überhöht von blauem fünfstrahligem Stern

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Blank: Schweizerische Kunstführer GSK, Band 715: Der Industrielehrpfad Emmekanal im solothurnischen Wasseramt, Bern 2002, ISBN 3-85782-715-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luterbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Solothurner Zeitung: Nach 16 Jahren verschwindet die Freie Liste von der Bildfläche
  3. Protokoll der Einwohnergemeindeversammlung Luterbach: Teilrevision Gemeindeordnung (Donnerstag, 3. Juni 2009, Seite 2; PDF; 289 kB)
  4. a b Gemeinde Luterbach: Wahlen 2013 (PDF; 145 kB)
  5. Solothurner Tagblatt: Gemeindewahlen (Ausgabe vom Montag, 25. April 2005, Seite 26; PDF; 381 kB)