Aare
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| Aare | |
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Die Aareschlucht bei Meiringen um 1900 |
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| Daten | |
| Lage | Schweiz |
| Länge | 291 km |
| Ursprung | Oberaar- und Unteraargletscher im Grimselgebiet |
| Quellhöhe | 2'310 m ü. M. (Oberaargletscher) |
| Mündung | Rhein bei Koblenz (CH)Koordinaten: 47° 36′ 22″ N, 8° 13′ 26″ O; CH1903: (659039 / 273130) 47° 36′ 22″ N, 8° 13′ 26″ O |
| Mündungshöhe | 311 m ü. M. [1] |
| Flusssystem | Rhein |
| Einzugsgebiet | 17'620 km² |
| Abflussmenge | 590 m³/s |
| Schiffbar | Nidau - Solothurn |
Die Aare (frz. Aar, veraltet Arole) ist ein Nebenfluss des Rheins in der Schweiz. Gemessen an der Wassermenge, die sie dem Rhein zuführt, ist sie mit weitem Abstand vor Mosel, Main und Neckar der wichtigste Nebenfluss. Ihre Gesamtlänge beträgt 291 km, das Gefälle 1565 m, ihr Einzugsgebiet 17'620 km² und der mittlere Abfluss 590 m³/s. Sie ist der längste Fluss, der von seiner Quelle bis zur Mündung innerhalb der Schweiz bleibt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Verlauf
Sie entspringt den Aargletschern (Oberaar- und Unteraargletscher) im Grimselgebiet einige Kilometer südlich von Guttannen, passiert Innertkirchen und durchquert die tief eingeschnittene Aareschlucht oberhalb von Meiringen im Haslital. Bei Brienz mündet sie in den Brienzersee. Kurz nach dem Ausfluss aus dem Brienzersee mündet die Lütschine aus dem Jungfraugebiet. Dann durchquert die Aare den Thunersee, wo sie die Kander einschliesslich Simme und Engstlige aufnimmt. Der Brienzer- und der Thunersee sind schiffbar.
Bei Thun verlässt die Aare den Thunersee und fliesst durch das breite Aaretal zwischen Münsingen und dem Belpberg nach Bern. Im Belpmoos treffen die Gürbe und die Giesse zusammen und münden gemeinsam in die Aare. In Bern macht die Aare einen engen Bogen um die auf einem Geländesporn errichtete Altstadt, wo mit einer seit dem Mittelalter bestehenden langen Staustufe, der Schwelle, ein kurzer Kanal abgeleitet ist, und wenig unterhalb in ähnlicher Weise um die Engehalbinsel, bevor sie im Wohlensee zur Stromgewinnung gestaut wird.
Nach der Einmündung der Saane bei Oltigen südlich von Aarberg fliesst die Aare durch den künstlichen Hagneck-Kanal und bei Hagneck in den Bielersee. Bei Nidau verlässt sie den Bielersee durch den Nidau-Büren-Kanal, so dass sie vor Büren wieder auf ihr altes Flussbett trifft. Die Strecke des ursprünglichen Flusslaufs zwischen Aarberg und Büren an der Aare, die sogenannte Alte Aare, bildet ein weites naturbelassenes Gebiet, das nördlich des Kanals um den weiten, bei der Flusskorrektion abgeschnittenen Altlauf im so genannten Häftli ergänzt wird. Die Aarestrecke von Nidau bis Solothurn ist ebenso wie der Bielersee schiffbar.
Von Büren an der Aare an fliesst die Aare in einer weiten Ebene, die durch Verlandung des so genannten Solothurner Sees am Ende der letzten Eiszeit entstand, dem Jura entlang in nordöstlicher Richtung durch Solothurn nach Luterbach, wo die Emme mündet. Sie fliesst dann an Wangen an der Aare, Bannwil, Aarwangen, Wolfwil, Murgenthal, Aarburg, Olten und Aarau vorbei und schliesslich in einer engen Klus durch Brugg. Dann nimmt sie kurz nacheinander Reuss und Limmat auf. Diese Gegend wird Wasserschloss der Schweiz genannt, da sich dort drei der wasserreichsten Flüsse der Schweiz vereinigen. Die Landschaft rechts der Aare zwischen Thun und Aarwangen wurde früher Klein-Burgund genannt. 60 Gemeinden in den Agglomerationen Aarau, Olten und Zofingen bildeten um 2005 eine regionale Partnerschaft unter der Bezeichnung Aareland rund um die Netzstadt Aarau/Olten/Zofingen.
Von Brugg an fliesst die Aare bei Stilli durch eine breite Klus im Jura nach Norden. Zwischen dem Ortsteil Felsenau der Gemeinde Leuggern und Koblenz (CH) gegenüber von Waldshut (DE) mündet sie in den Rhein. Bemerkenswert ist, dass die Aare mit 590 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s). Aus hydrologischer Sicht ist also der Rhein ein Nebenfluss der Aare, nicht umgekehrt.
[Bearbeiten] Geschichte
Seit der Antike diente die Aare mit einigen ihren Nebenflüssen dem Schiffsverkehr. Im 19. Jahrhundert florierte im Mündungsgebiet die Holzflösserei; als Andenken wurde zwischen Stilli und Laufenburg der Flösserweg etabliert. Der Fernverkehr auf dem Fluss kam erst Ende des 19. Jahrhunderts, nach dem Bau der Eisenbahnlinien und der ersten Flusskraftwerke, zum Erliegen.
[Bearbeiten] Ausbau
Auf mehreren Abschnitten ist der Flussverlauf durch grosse Baumassnahmen verändert worden. Seit dem 18. Jahrhundert suchten die Kantone Bern und Solothurn die durch Erosion gefährdeten Ufer an zahlreichen Stellen zu sichern. Mit der ersten Juragewässerkorrektion, einem der grössten Flussbauprojekte der Schweiz im 19. Jahrhundert, sanierten Bund und Kantone das versumpfte und von häufigen Überschwemmungen bedrohte Berner Seeland, indem die Aare und ihr Geschiebe in den Bielersee umgeleitet wurden. Seit 1939 steuert das Regulierwehr Port den Wasserhaushalt der Seen und der Aare im Abschnitt am Jurasüdfuss. Die zweite Juragewässerkorrektion verbesserte um 1960 die Wirkung der Wasserstandregulierung.
[Bearbeiten] Wasserkraft
Beginnend mit den Stauseen Oberaarsee und Grimselsee im Quellgebiet dient die Aare der Elektrizitätsproduktion in zahlreichen Wasserkraftwerken. Am Flusslauf befinden sich die Schweizer Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen und Beznau, deren Kühlsysteme Wasser aus der Aare verwenden.
[Bearbeiten] Zuflüsse und Seen
- Saane (Sarine)
[Bearbeiten] Bildergalerie
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Aare vor Guttannen fliesst in einer fiefen Klus |
Aare bei Innertkirchen |
Die Aare bei Thun um 1900 |
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Aare beim Dählhölzli in Bern |
Aare in der Stadt Bern |
Alte Aare bei Aarberg |
Brücke über die Aare bei Arch |
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Aare durchfließt Solothurn |
Aare bei Aarburg |
Aare in Aarau |
Aare im Wasserschloss an der Mündung der Reuss |
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Aaremündung bei Koblenz |
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
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Wiktionary: Aare – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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Commons: Aare – Bilder, Videos und Audiodateien
- Artikel Aare im Historischen Lexikon der Schweiz
[Bearbeiten] Fußnoten
- ↑ Bundesamt für Umwelt BAFU, http://www.hydrodaten.admin.ch/d/2116.htm

