Lyssach

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Lyssach
Wappen von Lyssach
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Emmentalw
BFS-Nr.: 0415i1f3f4
Postleitzahl: 3421
UN/LOCODE: CH LSA
Koordinaten: 610697 / 21264347.064727.579451516Koordinaten: 47° 3′ 53″ N, 7° 34′ 46″ O; CH1903: 610697 / 212643
Höhe: 516 m ü. M.
Fläche: 6.1 km²
Einwohner: 1428 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 231 Einw. pro km²
Website: www.lyssach.ch
Luftaufnahme von Lyssach

Luftaufnahme von Lyssach

Karte
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Über dieses Bild
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Lyssach ([ˈliːsax]) ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Emmental des Kantons Bern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Lyssach liegt auf 516 m ü. M., 4 km westlich der Stadt Burgdorf (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am südlichen Rand der Schwemmebene der Emme, am Eingang in das Emmental und am Fuss der Molassehügel des höheren Schweizer Mittellandes.

Die Fläche des 6.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des zentralen Berner Mittellandes. Der nördliche Gemeindeteil liegt im Flachland der landwirtschaftlich intensiv genutzten Emmeebene. Im Nordosten verläuft die Grenze entlang der kanalisierten Emme. Nach Süden erstreckt sich der Gemeindeboden in die leicht gewellte Grundmoränenlandschaft, die vom eiszeitlichen Rhonegletscher geformt wurde. Hier befinden sich der ausgedehnte Birchiwald (541 m ü. M.), der Nassiwald, das Oberholz und eine moorige Niederung. Auf der Anhöhe des Räbberges wird mit 574 m ü. M. die höchste Erhebung von Lyssach erreicht. Die westliche Abgrenzung des Gemeindegebietes bilden die Verkehrsstränge der Autobahn A1 und der Neubaustrecke der Bahnlinie Bern-Olten (Bahn 2000). Von der Gemeindefläche entfielen 1997 15 % auf Siedlungen, 31 % auf Wald und Gehölze, 52 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 2 % war unproduktives Land.

Zu Lyssach gehören die Siedlung Schachen (513 m ü. M.) am Mülibach in der Emmeebene am Südrand von Rüdtligen-Alchenflüh, mehrere Gewerbezonen und einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Lyssach sind Kirchberg (BE), Burgdorf, Rüti bei Lyssach, Mötschwil, Hindelbank, Kernenried, Fraubrunnen und Rüdtligen-Alchenflüh.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Mit 1428 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehört Lyssach zu den kleineren Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 94.0 % deutschsprachig, 0.9 % italienischsprachig und 0.7 % sprechen Türkisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Lyssach belief sich 1850 auf 528 Einwohner, 1900 auf 716 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl bis 1970 langsam auf 974 Personen an. Besonders während der 1970er und 1980er Jahre wurden verstärkte Zuwachsraten verzeichnet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lyssach war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau und die Viehzucht einen gewissen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Zahlreiche weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden.

Seit der Eröffnung der Autobahn A1 mit der Anschlussstelle Kirchberg entwickelten sich an der Bernstrasse, bei der Siedlung Schachen und an der Hauptstrasse von Kirchberg nach Burgdorf verschiedene Gewerbe- und Industriezonen. Hier haben sich vor allem Einkaufsgeschäfte (Möbel, Sportartikel, Schuhe, Unterhaltungsbranche), Tankstellen, ein Hotel und eine Firma für Halb- und Fertigfabrikate aus Marzipan und Mandelspezialitäten niedergelassen. Zu den weiteren kleineren Betrieben zählen Unternehmen des Baugewerbes, des Gartenbaus, Schreinereien und mechanische Werkstätten. Mit diesen Grossbetrieben weist Lyssach einen deutlichen Zupendlerüberschuss auf. Viele Erwerbstätige sind aber auch Wegpendler, die hauptsächlich in Burgdorf und in der Agglomeration Bern arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrsmässig sehr gut erschlossen. Das Dorf selbst wird nicht von Durchgangsachsen gequert. Die Hauptstrassen von Bern nach Kirchberg und von Kirchberg nach Burgdorf verlaufen westlich beziehungsweise nördlich von Lyssach. Der nächste Anschluss an die Autobahn A1 (Bern-Zürich) befindet sich rund 3 km vom Ortskern entfernt. Am 16. Juni 1857 wurde die Eisenbahnlinie von Herzogenbuchsee nach Bern mit einem Bahnhof in Lyssach in Betrieb genommen. Die nördlichen Ortsteile werden durch eine Buslinie der Regionalverkehr Mittelland AG bedient, welche auf der Strecke von Burgdorf nach Fraubrunnen verkehrt.

Geschichte[Bearbeiten]

Überreste von Gräbern aus der Hallstattzeit und Funde von römischen Münzen weisen auf eine frühe Besiedlung des Gemeindegebietes hin. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1255 unter dem Namen Lissacho. Später erschienen die Bezeichnungen Lissache (1275), Lissach (1315) und Lisach (1360). Der Ortsname geht auf das lateinische Lissiacum zurück, was der Bedeutung von Landgut des Lissius entspricht.

Im Mittelalter unterstand Lyssach der Oberhoheit der Grafen von Kyburg. Als das Dorf unter die Herrschaft der Berner gelangt war, wurde es im 15. Jahrhundert dem Schultheissenamt Burgdorf zugeteilt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Lyssach während der Helvetik zum Distrikt Burgdorf und ab 1803 zum Oberamt Burgdorf, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im alten Ortskern sind zahlreiche charakteristische Bauernhäuser im bernischen Landstil aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten. Lyssach besitzt keine eigene Kirche, es gehört zur Pfarrei Kirchberg.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)