Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti!

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Filmdaten
Deutscher Titel Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti!
Originaltitel Jane Austen’s Mafia!
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 83 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jim Abrahams
Drehbuch Jim Abrahams,
Greg Norberg,
Michael McManuns
Produktion Peter Agrams,
Robert L. Levy,
Bill Badalato
Musik John Frizzell
Kamera Peter Letarte
Schnitt Terry Stokes
Besetzung

Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1998 von Regisseur Jim Abrahams mit Lloyd Bridges in einer Hauptrolle. Der Streifen parodierte größtenteils Filme mit Mafia-Thematiken (vorrangig die Reihe „Der Pate“) sowie andere zum Produktionszeitpunkt erfolgreiche Kinostreifen.

Handlung[Bearbeiten]

Amerika in den 1960er Jahren. Der Jungmafioso Tony Cortino wird bei einem Attentat durch eine Autobombe schwer verletzt und beginnt, sich an seinen eigenen Werdegang sowie den seiner Familie zu erinnern.

Aus dem Off erzählend erfährt der Zuschauer, dass Tonys Vater Vincenzo im Jahre 1901 in seinem Heimatdorf in Sizilien Botengänge erfüllt hat. Eines Tages kommt Vincenzo dahinter, dass sein Vater Machenschaften mit dem einheimischen Mafioso Marzoni tätigt und wird hierbei entdeckt. Notgedrungen muss der Junge nun seiner Mutter Sophia Lebewohl sagen und wird in einem Esel aus dem Dorf geschmuggelt. Er flieht nach Amerika, wo er während der Einreisekontrollen seine spätere Frau kennenlernt.

Etliche Jahrzehnte später hat Vincenzo geheiratet und mit seiner Frau zwei Kinder bekommen: die Brüder Joey und Anthony. Als der jüngere und schwächlichere Sohn Tony beim Geldverdienen dem amtierenden Paten Don Narducci die Stirn bietet, kommt es zu einer Konfrontation, wobei Vincenzo eingreift und Narducci tötet. Daraufhin wird Vincenzo zum neuen Mafiachef.

Wieder einige Jahre später (die Handlung ist wieder in den 60er Jahren angelangt) ist Vincenzo zum (erfolgreichen, aber auch zerstreuten) Paten einer amerikanischen Mafiafamilie geworden, sein Sohn Joey ebenfalls in die Organisation eingestiegen. Nur Tony hat zunächst eine bürgerliche Linie eingeschlagen und sich bei der Armee durch erfolgreiche Kriegseinsätze einen Namen gemacht.

Während der Hochzeit eines Familienfreundes, bei der alle anwesend sind und Tony seine pazifistische Freundin Diane vorstellt, kommt es zu einem Attentat auf Vincenzo, das dieser schwer verletzt überlebt. Tony beginnt daraufhin und sehr zum Missfallen seiner besseren Hälfte, den Anschlag auf seinen Vater zu rächen. Dies gelingt ihm dann auch.

Tony muss sich nach Las Vegas absetzen und betreibt unter der Gönnerschaft des Gangsters Cesar Marzoni (allerdings ohne das Tony über dessen Vergangenheit Bescheid weiß) gemeinsam mit Joey erfolgreich ein Casino. Im Zuge dessen lernt er auch die Stripperin Pepper kennen, mit der er bald eine Affäre beginnt. Schon bald darauf erholt sich Vincenzo von dem Attentat, auch bedingt durch die Anwesenheit seiner noch immer lebenden Mutter Sophia. Kurz danach richtet der Pate seinen Geburtstag aus, auf dem er feierlich seinen Nachfolger verkündet: Tony! Der ältere Joey ist daraufhin wie vor den Kopf gestoßen und gibt sich der nach Ruhm gierenden Pepper hin. Als Tony die beiden beim Seitensprung erwischt, ist er am Boden zerstört. Er will schließlich im Auto davonfahren, als dieses explodiert (was die Detonation vom Anfang erklärt).

Allerdings übersteht auch Tony – zwar schwer entstellt, aber am Leben – den Anschlag, muss in der Zwischenzeit aber erfahren, dass Vincenzo beim Spielen mit Joeys Sohn Chucky verstorben ist. Während der Beerdigung des Paten kommt Tony allerdings dahinter, wer bezüglich der Anschläge die Fäden zieht: Cesar Marzoni. Dieser hatte auch Chucky für den Mordanschlag auf Vincenzo bestochen. Tony beschließt daraufhin, sich zu rächen und sein Leben wieder in die richtigen Bahnen zu führen. Er sucht Diane auf, die inzwischen zur neuen US-Präsidentin gewählt wurde und einen Sohn bekommen hat. Tony bittet sie, seine Frau zu werden, wonach Diane den Antrag annimmt. Während der Hochzeit sieht man dann, dass Tony zum neuen Paten geworden ist und wie er seine Gegner beseitigen lässt: Marzoni wird bei einer Tanzveranstaltung liquidiert, Chucky von Mini-Dinosauriern gefressen und Pepper von Sophia und ihren gewaltigen Blähungen zur Hölle geschickt.

Am Ende ist Tony mit Diane glücklich verheiratet – und kann gleichzeitig sein kriminelles Doppelleben vor ihr verheimlichen.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Mafia! wurde in Los Angeles, Beverly Hills sowie in Reno gedreht.
  • Bei Produktionskosten von ca. 10 Millionen US-Dollar, spielte der Film über 19 Mio. US-Dollar an den Kinokassen wieder ein.[1] In Deutschland wurde der Film von 673.494 Kinobesuchern gesehen.[2]
  • Mafia! war außerdem der letzte Film mit Lloyd Bridges. Der Mime starb kurz nach Ende der Dreharbeiten und erlebte die Premiere nicht mehr mit. Bridges zu Ehren wurde der Film gewidmet.
  • Der Bezug auf die britische Schriftstellerin Jane Austen im englischen Originaltitel hat nichts mit dem eigentlichen Film zu tun. Zum damaligen Zeitpunkt wurden viele ihrer Werke verfilmt und mit dem irreführenden Titel wollte man darauf verweisen.
  • Wegen angeblicher das Land Italien entstellender Szenen boykottierte eine Gruppe Italo-Amerikaner die damalige Premiere des Streifens.
  • John Frizzell, der die Filmmusik komponiert hat, erlaubte sich einen Scherz und ließ für die Nennung in den Credits seinen Namen in Gianni Frizelli umbenennen.
  • Das Schiff, mit dem Vincenzo nach Amerika fliehen will, trägt den Namen „Il Pacino“ – ein überdeutlicher Hinweis auf Al Pacino, der in „Der Pate“ eine gewichtige Rolle spielte.

Parodie[Bearbeiten]

Neben etlichen Filmen mit Mafia-Bezug („Der Pate“, „Casino“, „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“) werden auch einige andere Kinostreifen karikiert:

  • Jurassic Park: Chucky wird von Mini-Dinosauriern umgebracht.
  • E.T.: Mit dem Schiff, dem Vincenzo bis Amerika hinterherschwimmt, kommt auch E.T. in den USA an.
  • Der englische Patient: Tony kuriert sich in einem Hospital für englische Patienten und sieht nach dem Unfall genauso gezeichnet aus wie Ralph Fiennes seinerzeit.
  • Forrest Gump: Als der kleine Tony vor Narducci flüchtet, ruft ihm ein Mädchen nach „Lauf, Florist, lauf!“ (als Anlehnung auf den im Tom-Hanks-Film viel zitierten Satz „Lauf, Forrest, lauf!“).
  • Chucky – Die Mörderpuppe: Joeys Sohn Chucky wurde nicht nur namentlich, sondern auch optisch der mordenden Puppe nachempfunden.
  • Derrick: "Harry, hol' schon mal den Wagen."

Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli verglich den Film auf ReelViews mit der ebenfalls 1998 erschienenen Komödie Verrückt nach Mary. Gegenüber dieser wirke der Film „lahm“. Erschien der Humor bei früheren Werken des Regisseurs noch frisch, so fühlen sich nun laut Berardinelli viele Gags „wiederverwertet“ an.[3]

„Die ausufernde Familiengeschichte eines Mafia-Clans vom Aufstieg über den vorübergehenden Fall bis zur Rückeroberung der Macht, angelegt als Parodie auf die Filme der "Paten"-Trilogie. Auch andere Produktionen dieses Subgenres werden ununterbrochen zitiert und karikiert, ohne daß der Film an Eigenständigkeit und Überzeugungskraft gewinnt. Nicht mehr als eine Aneinanderreihung von Kalauern, wenig zündenden Gags und geschmacksunsicheren Slapstick-Einlagen.“

Lexikon des Internationalen Films[4]

„Regisseur Jim Abrahams ("Hot Shots") serviert fast nur alte Gags und flache Fäkalwitzchen. Ein paar vereinzelte Lacher sind dann aber doch zu finden.“

TV Spielfilm[5]

„Zwar mag es nicht die originellste aller Ideen gewesen sein, Filme wie "Der Pate" und Artverwandtes ausgerechnet 1998 durch den Kakao zu ziehen, aber immerhin hat Abrahams das mit offensichtlicher Liebe zu den Vorbildern und der nötigen Detailverliebtheit getan, so daß er mit seinem Sperrfeuer der Gags doch auch regelmäßig Wirkungstreffer zu landen vermag. [...] Ein wenig Patina hat dieses schonungslose Prinzip schon angesetzt, aber die Darsteller [...] haben so viel Spaß daran, ihre Lieblingsfilme nachzuspielen, daß man als Zuschauer auch auf seine Kosten kommt, wenn Spaghetti am Spieß verkauft werden oder der Todeskuß Mohrs Lippenstiftspuren beim Opfer hinterläßt.“

kino.de[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mafia! auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 14. Dezember 2011
  2. TOP 100 DEUTSCHLAND 1998 auf insidekino.de, abgerufen am 14. Dezember 2011
  3. Kritik von James Berardinelli
  4. Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti! im Lexikon des Internationalen Films
  5. Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti! auf tvspielfilm.de
  6. Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti! auf kino.de

Weblinks[Bearbeiten]