Mantes-la-Jolie

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Mantes-la-Jolie
Wappen von Mantes-la-Jolie
Mantes-la-Jolie (Frankreich)
Mantes-la-Jolie
Region Île-de-France
Département Yvelines
Arrondissement Mantes-la-Jolie
Kanton Mantes-la-Jolie
Koordinaten 48° 59′ N, 1° 43′ O48.9905555555561.716666666666734Koordinaten: 48° 59′ N, 1° 43′ O
Höhe 17–41 m
Fläche 9,38 km²
Einwohner 42.727 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 4.555 Einw./km²
Postleitzahl 78200
INSEE-Code
Website www.manteslajolie.fr

Collégiale Notre-Dame

Mantes-la-Jolie ist eine französische Gemeinde mit 42.727 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Yvelines in der Region Île-de-France; sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Mantes-la-Jolie und des Kantons Mantes-la-Jolie. Mantes-la-Jolie gehört zur Intercommunalité Communauté d'agglomération de Mantes-en-Yvelines

Geographie[Bearbeiten]

Mantes-la-Jolie ist eine mittlere Industriestadt am linken Ufer der Seine, 53 Kilometer westlich von Paris.

Der Name „Mantes“ stammt aus dem Gallischen: medunta, die Eiche. Der Zusatz „la Jolie“ („die Schöne“) stammt aus einem Brief, den König Heinrich IV. an seine Geliebte Gabrielle d'Estrées schrieb, die in Mantes residierte. Der König schrieb: „Ich komme nach Mantes, meine Schöne.“

Die Gemeinde liegt im Zentrum einer Agglomeration von rund 80.000 Menschen. Nachbargemeinden sind Mantes-la-Ville und Buchelay im Süden, Rosny-sur-Seine im Westen, sowie – durch die Seine getrennt – Limay und Follainville-Dennemont im Norden.

Mantes-la-Jolie liegt an der Autobahn (A 13). Zwischen Mantes-la-Jolie und Mantes-la-Ville mündet der Fluss Vaucouleurs in die Seine.

Die Gemeinde besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Paris–Le Havre. In Mantes zweigt außerdem die Bahnstrecke nach Cherbourg ab.

Geschichte[Bearbeiten]

Mantes war zur Zeit der Karolinger ein Hafen an der Seine, der aufgrund seiner strategischen Lage in der Nähe der Grenze zur Normandie bald befestigt wurde. Mantes diente somit zum Schutz von Paris vor feindlichen Übergriffen entlang des Flusses. Der Ort wurde 1087 von Wilhelm dem Eroberer während seines Feldzugs im Vexin niedergebrannt. Ludwig VI. gestand dem Ort danach (1110) den Status einer „freien Stadt“ zu. König Philipp II. August starb hier am 14. Juli 1223. Während der Auseinandersetzungen mit den Engländern wechselte die Stadt häufig den Herrn.

Jean-Baptiste Camille Corot, Brücke bei Mantes (um 1870)

Beim Tod König Heinrich III. stand Mantes auf Seiten der katholischen Liga, wurde dann von Heinrich IV. erobert, der hier mit Blick auf die Besetzung von Paris sein Hauptquartier einrichtete. Später kam er häufig nach Mantes, um Gabrielle d'Estrées zu treffen.

Ursprünglich hieß der Ort „Mante“, woraus Ende des 18. Jahrhunderts „Mantes“ wurde, später dann, als die Post eingerichtet wurde und eine Verwechslung mit Nantes ausgeschlossen werden musste, „Mantes-sur-Seine“. Nach der Eingemeindung von Gassicourt im Westen hieß die Stadt „Mantes-Gassicourt“; der heutige Name stammt aus dem Jahr 1953.

Mantes ist Unterpräfektur des Départements Seine-et-Oise seit 1800 bis zur Einrichtung des Départements Yvelines, mit Ausnahme der Jahre 1926 bis 1943.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sainte-Anne de Gassicourt
  • Collégiale Notre Dame, 12. bis 13. Jahrhundert, Monument historique seit 1840;
  • Die Turm Saint-Maclou aus dem 16. Jahrhundert, letzter Rest einer 1806 abgerissenen Kirche
  • Die Kirche Sainte-Anne in Gassicourt, romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert
  • Die alte Brücke von Limay, ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert, die ursprünglich Limay und Mantes verband, aber im 18. Jahrhundert teilweise abgerissen wurde, um den „pont Peronnet“ zu bauen, so dass heute nur noch einige Bögen erhalten sind; Monument historique seit 1923 und Gemälde von Jean-Baptiste Camille Corot („Le pont de Mantes“), (Musée du Louvre).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Mantes ist verschwistert mit Hillingdon in England, mit Maia in Portugal und mit Schleswig in Deutschland.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sylvie Bergougnoux, Hèlène François, Véronique Icole, Stéphanie Maquart: Gassicourt, identité d'un village des origines à 1930, Mantes-la-Jolie 2002.
  • Alain Élande-Brandenburg (Hg.): Mantes médiévale, la collégiale au cœur de la ville, Mantes-la-Jolie 2000.
  • Jean-François Holvas, Véronique Icole, Antoinette Le Lièvre: Mantes-sur-Seine, une histoire d'eau du Moyen Âge à nos jours, Mantes-la-Jolie 2005.
  • Véronique Icole: Hommage à Pierre Goujon, Mantes-la-Jolie 2003.
  • Marcel Lachiver: Histoire de Mantes et du Mantois à travers chroniques et mémoires des origines à 1792, Meulan-en-Yvelines 1971.
  • E. Saintier: Les fortifications de Mantes depuis l'origine jusqu'au XVIe siècle, Montligeon 1925.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mantes-la-Jolie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien