Marvão

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Marvão
Wappen Karte
Wappen von Marvão
Marvão (Portugal)
Marvão
Basisdaten
Region: Alentejo
Unterregion: Alto Alentejo
Distrikt: Portalegre
Concelho: Marvão
Koordinaten: 39° 24′ N, 7° 22′ W39.4-7.3666666666667Koordinaten: 39° 24′ N, 7° 22′ W
Einwohner: 3553 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 154,89 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner pro km²
Kreis Marvão
Flagge Karte
Flagge von Marvão Position des Kreises Marvão
Einwohner: 3553 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 154,89 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 4
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal
Largo de Santa Maria
7330-101 Marvão
Präsident der Câmara Municipal: Victor Manuel Martins Frutuoso (PSD/PPD)
Webpräsenz: www.cm-marvao.pt


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Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Verwaltungsort ist leer Vorlage:Infobox Ort in Portugal/Wartung/Webseite ist leer Marvão ist eine an der spanischen Grenze gelegene Kleinstadt (Vila) und ein Kreis (Concelho) in Portugal mit 3553 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011).[1] Er gehört zum Distrikt Portalegre.

Auf einem 800-860 m hohen Felsplateau gelegen, bietet die Stadt einen schönen Blick über die umliegende Serra de São Mamede. Dank seiner strategischen Lage im Grenzgebiet zu Spanien blickt der Ort auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Zusammenhang mit den steten Bedrohungen und Eroberungen über die Jahrhunderte sind die umfangreichen Befestigungsanlagen der Stadt entstanden. Ein Antrag auf Anerkennung als UNESCO-Welterbe läuft.[3]

Blick auf die Burg von Marvão

Geschichte[Bearbeiten]

Seit der Altsteinzeit und besonders seit der Jungsteinzeit siedelten hier Menschen. Die hier später entstandenen eisenzeitlichen Siedlungen und Castros wurden von den Römern ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. unterworfen. Ausgrabungen römischer Landgüter belegen die folgende intensive landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes. Ammaia (heute São Salvador da Aramenha) war eine Civitas im heutigen Kreisgebiet. Ammaia wurde zum Municipium erhoben, bis es ab dem 5. Jahrhundert durch einfallende Germanenstämme unterworfen wurde, und vermutlich durch einen Dammbruch überschwemmt und weitgehend aufgegeben wurde.[4]

Ab 711 eroberten die Mauren die Iberische Halbinsel. Sie fanden hier die Festungsreste der Stadt Ammaia vor, die sie Burg von Ammaia nannten. Der galicische Konvertite Ibn Marwan (Bem Marvão) errichtete 884 hier eine neue Festung und legte eine Ortschaft an, aus der sich das heutige Marvão entwickelte, und von dem der Ortsname stammt.

Blick von der Burg auf das historische Ortszentrum

Nach einer ersten Eroberung 1166 durch Portugals ersten König, D.Afonso Henriques konnte erst König Sancho II. den Ort 1226 endgültig einnehmen und neu besiedeln.[5]

Im Verlauf des Restaurationskrieges (1640–1668) wurden die Festungsanlagen umgebaut, und Marvão wurde nach 1641 vor allem 1648 Ziel spanischer Angriffe. Im Zusammenhang mit dem Spanischen Erbfolgekrieg erlebte der Ort 1704 eine französisch-spanische Invasion. Zum Ende des Siebenjährigen Krieges war der Ort 1762 einer der wenigen Schauplätze tatsächlicher Gefechte in Portugal, als spanische Truppen hier die von Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe organisierte Verteidigung angriffen. Während der Napoleonischen Invasionen fiel Marvão dann in französische Hand, um 1808 durch portugiesisch-spanische Aufständische wieder befreit zu werden.

Im Miguelistenkrieg wurde der Ort 1833 mit Zustimmung der Bevölkerung durch liberale Truppen eingenommen, die mit Unterstützung der Bewohner und mit Nachschub aus Spanien einer Belagerung durch absolutistische Truppen 1834 trotzten. Im Juli 1847 wurde Marvão ein letztes Mal erobert, durch Truppen unter dem spanischen General Concha im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg zwischen liberalen Setembristen und konservativen Cartisten.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den Baudenkmälern des Ortes zählt u.a. die Burg und dazugehörige Befestigungen,[7] historische Brunnenanlagen und Brücken, das Herrenhaus Palácio Bourbon e Valle (auch Palácio dos Barros Castelo-Branco Barba Mouzinho e Mattos),[8] und die ab 1954 eingerichtete Pousada.[9] Auch eine Reihe denkmalgeschützter Sakralbauten sind in Marvão zu finden, darunter das Kloster Convento de Nossa Senhora da Estrela.[10] Der Gotikbau wurde 1448 begonnen und danach mehrmals erweitert und umgestaltet.[11]

Der historische Ortskern steht zudem als Ganzes unter Denkmalschutz.[12]

Im alten Rathaus ist die dreigeschossige Casa da Cultura untergebracht. In einer Dauerausstellung wird traditionelles Kunsthandwerk der Region gezeigt, das in einer Werkstatt im Haus auch hergestellt und verkauft wird. Daneben finden in anderen Räumen Wechselausstellungen und andere Veranstaltungen statt. Auch das Stadtarchiv ist hier untergebracht.[13][14]

Das 1987 in der ehemaligen Kirche Igreja de Santa Maria eröffnete Stadtmuseum Museu Municipal zeigt sakrale, ethnografische und archäologische Exponate der Region.[15]

Weitere Museen sind das zweigeschossige interaktive Heimatkundemuseum in der alten Wassermühle Moinho da Cova,[16] und die römischen Ausgrabungsstätten Ammaia in der Gemeinde São Salvador da Aramenha.[17][18]

Wanderwege und Lehrpfade sind in und um Marvão und der Serra de São Mamede angelegt.[19] Auch Stadtführungen, Ausflüge auf Pferden und andere thematische Rundgänge werden angeboten.[20]

Die römische Ausgrabungsstätte Ammaia in der Gemeinde São Salvador da Aramenha

Seit 2013 findet in Marvão und umgebenden Dörfern das internationale Filmfestival Festival Internacional de Cinema de Marvão statt.[21]

Verwaltung[Bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten]

Marvão ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises. Im Norden und Osten grenzt der Kreis Marvão an Spanien, die Nachbarkreise sind im Süden Portalegre und im Nordwesten Castelo de Vide.

Der Kreis (Concelho) Marvão besteht aus vier Gemeinden (Freguesias), von denen Santa Maria de Marvão das eigentliche Stadtgebiet Marvãos umfasst.

Die Gemeinden sind im Einzelnen:

Gemeinde Einwohner
(30. Juni 2011)
Beirã 496
Santa Maria de Marvão 489
Santo António das Areias 1100
São Salvador da Aramenha 1468

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Marvão (1801 – 2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2004 2011
4.048 3.780 5.994 7.116 7.478 5.418 4.419 4.029 3.739 3.512

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten]

  • 8. September

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bis zur Einstellung des Personenverkehrs am 1. Januar 2012 war der Ort über die Eisenbahnstrecke Ramal de Cáceres zu erreichen.

Marvão liegt an der Nationalstraße N246, die 50 km nordwestlich auf die Autobahn A23 (hier auch Europastraße 802) trifft, nachdem sie nach etwa 26 km bei Alpalhão in die IP2 übergangen ist.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. www.unesco.org, abgerufen am 27. Juli 2013
  4. Seite der Stadtverwaltung zur Vorgeschichte der Stadt, abgerufen am 27. Juli 2013
  5. www.verportugal.pt, abgerufen am 27. Juli 2013
  6. Geschichtsseite auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 27. Juli 2013
  7. www.monumentos.pt, abgerufen am 27. Juli 2013
  8. dito
  9. dito
  10. dito
  11. www.verportugal.net, abgerufen am 27. Juli 2013
  12. dito
  13. dito
  14. Seite der Casa da Cultura auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 27. Juli 2013
  15. Seite des Museu Municipal auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 27. Juli 2013
  16. Die Mühle Moinho da Cova auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 27. Juli 2013
  17. Website der Ausgrabungsstätte Ammaia, abgerufen am 27. Juli 2013
  18. www.verportugal.net, abgerufen am 27. Juli 2013
  19. Streckenverläufe auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 27. Juli 2013
  20. Hinweise auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 27. Juli 2013
  21. Artikel vom 12. September 2014 in der Zeitung Correio Alentejo zur zweiten Auflage des Festivals, abgerufen am 11. Oktober 2014
  22. www.anmp.pt, abgerufen am 27. Juli 2013