Masseverschluss

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Schusswaffen mit Masseverschluss sind Rückstoßlader. Bei diesen Waffen wird die Energie des Gegenimpulses des Geschosses genutzt, um die Hülse aus der Kammer auszuziehen, auszuwerfen, die Waffe zu spannen und eine neue Patrone aus dem Magazin einzuführen. Hierbei wird die Verschlussmasse in Gegenrichtung zum Geschoss (d. h. nach hinten) beschleunigt und gleichzeitig durch die Schließfeder gebremst.

Die gespeicherte Federenergie steigt mit stärkerer Kompression der Feder an. Wenn der Verschluss seine gesamte kinetische Energie an die Feder abgegeben hat und sich so in seinem hinteren Totpunkt befindet, wird er durch die Feder wieder nach vorne beschleunigt.

Verschlussmasse, Federvorspannung und Munition müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass sich erst dann der Verschluss öffnet, wenn der Gasdruck abgesunken ist und das Geschoss den Lauf verlassen hat. Da der Rücklauf des Verschlusses unmittelbar nach der Zündung der Patrone einsetzt, verschießen die meisten Waffen mit Masseverschluss Munition mit zylindrischen Hülsen, um Gasverluste und Hülsenreißer möglichst zu vermeiden. Eine Ausnahme ist die russische MP PPSch-41 und ihre Nachfolger aus dem 2. Weltkrieg. Diese Waffe verschießt eine 7,62 × 25 mm TT-Patrone, die mit der 7,63 × 25-Mauserpatrone fast identisch ist und eine vorne verjüngte Hülse hat.

Waffen mit unverriegeltem Masseverschluss sind für starke Gewehrpatronen wie die 7,62 × 51 mm NATO-Patrone ungeeignet. Durch einen geeigneten Mechanismus lässt sich der Rücklauf des Verschlusses jedoch verzögern. Ein typisches Beispiel einer solchen Waffe mit einem als Rollenverschluss konzipierten verzögerten Masseverschluss ist das HK G3 von Heckler & Koch sowie das schweizerische Sturmgewehr 57.

Die meisten Selbstladepistolen für Kleinkaliberpatronen wie .22 kurz und .22 lfB oder in den Kalibern 6.35 / 7.65 und 9mm Browning haben einen unverriegelten Masseverschluss, siehe auch FN Browning Modell 1910, Walther PPK und Feder-Masse-Verschluss.

Mit wenig Ausnahmen hatten alle in den Weltkriegen verwendeten Maschinenpistolen einen Masseverschluss. Beispiele sind die deutsche MP 18, die Maschinenpistole 40, die englische Lanchester-Maschinenpistole und die Sten Gun. Eine der letzten MPi dieser Art ist die israelische Uzi.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Masseverschluss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien