Meno Burg

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Major Meno Burg

Meno Burg (* 9. Oktober 1789 in Berlin; † 26. August 1853 ebenda),[1] war der erste und lange Zeit einzige preußische Stabsoffizier jüdischen Glaubens, königlich-preußischer Major der Artillerie und Lehrer der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule.[2][3] Burg, auch Judenmajor genannt, erreichte den höchsten Dienstgrad, den ein Jude in der preußischen Armee des 19. Jahrhunderts erlangte. Gleichwohl ist sein militärischer Werdegang ein Beleg für die Diskriminierung der Juden im preußischen Staatsdienst.

Er fiel einer Cholera-Epidemie in Berlin zum Opfer. Am 29. August 1853 wurde Burg mit allen militärischen Ehren auf dem jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee beigesetzt. Der Beerdigung wohnten mehr als 60.000 Personen bei.[4]

Ausbildung und zivile Berufslaufbahn[Bearbeiten]

Berlinisches Gymnasium zum Grauen Kloster
Berliner Bauakademie

Nach dem Besuch von jüdischen Schulen wurde Burg im Dezember 1802 Schüler der Berliner Stadtschule, die später als Gymnasium zum Grauen Kloster bekannt wurde. Er verließ die Schule bereits im Jahre 1804, um bei seinem Vetter, dem königlichen Bauinspektor Salomo Sachs,[5] in die Lehre zu gehen. Er besuchte sodann die Berliner Bauakademie, wo er im Jahre 1807 das Examen als Kondukteur und Feldmesser ablegte. Genau wie sein Vetter, der unter König Friedrich Wilhelm II. als erster preußischer Jude in den Staatsdienst übernommen worden war, wurde auch Burg unter Friedrich Wilhelm III. Staatsbediensteter. Burg hatte damit einen Beruf ergriffen, der von denjenigen Berufen abwich, die im Allgemeinen Juden ergreifen mussten, wie es das „Revidierte General-Privilegium und Reglement“ vom 17. April 1750 für sie bestimmte.[6] Unter dem Eindruck der politischen Lage wurden die Normen des Judenreglements offensichtlich nicht streng eingehalten. Hätte man bei Burg entsprechend der Gesetzeslage entschieden, wäre ihm der Zutritt zu dem von ihm gewählten Beruf verwehrt worden.[7] Burg war bereits Staatsbediensteter als das Edikt vom 11. März 1812 „betreffend der bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate“ in Kraft trat. Obwohl das Edikt den Juden Preußens neue Rechte zugestand, war die Zulassung zu Staatsämtern nicht vorgesehen und einer späteren Gesetzgebung vorbehalten.[8]

Eintritt in das preußische Heer während der Befreiungskriege[Bearbeiten]

Akademie der Künste
Preußische Landwehrkavallerie in den Befreiungskriegen

Burg stand vor seinem Abschlussexamen an der Akademie der Künste in Berlin, als er sich am 14. Februar 1813 während der Befreiungskriege freiwillig zum Militärdienst meldete, um für „Preußens Freiheit und Wiedergeburt“ zu kämpfen, wie er sich ausdrückte.[9] Die Truppe seiner Wahl war das Garde-Normal-Bataillon in Breslau, eine Eliteeinheit der Infanterie. Nach wenigen Tagen wurde Burg jedoch mit der Begründung aus dieser Einheit entlassen, dass er als Jude „nach bestehenden Gesetzen und den obwaltenden Umständen“ im Gardekorps nicht dienen dürfe.[10] „Wie selbstverständlich die Ablehnung jüdischer Soldaten in der Garde für die alteingesessenen Kreise war, kann dem Umstand entnommen werden, dass Staatskanzler Karl August von Hardenberg, ansonsten dem berechtigten Verlangen der Juden auf Gleichstellung wohlgesinnt, zwei Gesuche Burgs auf Wiedereinstellung in der Garde unbeantwortet ließ.“[11]

Burg entschloss sich hierauf, sich bei der Artillerie zu bewerben, einer Truppengattung, die zu jener Zeit beim Adel weniger Ansehen genoss und die als eine Waffe der Bürgerlichen galt. Um jedoch nicht wieder eine Entlassung zu riskieren, wurde Burg beim Generalinspekteur der Artillerie, dem Prinzen August von Preußen vorstellig, der seine Einstellung unterstützte.[12] Burg, dessen Leistungen allgemein Anerkennung fanden, wurde bereits nach neun Monaten Dienst von den Subalternoffizieren seiner Einheit zum Offizier vorgeschlagen. Die Beförderung scheiterte jedoch am Veto des Platzkommandanten Hauptmann Karl Moritz Ferdinand von Bardeleben,[13] der Burgs Beförderung zum Offizier mit der Begründung ablehnte, „solange (er) etwas zu sagen habe, soll(e) kein Jude Offizier in der Artillerie werden“.[14] Diese Zurücksetzung führte dazu, dass Offizieranwärter, die Burg selbst ausgebildet hatte, vor ihm zum Offizier befördert werden sollten. Auch seine Versetzung zu einer Feldeinheit nützte seiner angestrebten Beförderung nicht. Nur eine Bewährung vor dem Feind hätte eine Beförderung ohne Offizierswahl ermöglichen können. Er kam jedoch nicht wie beabsichtigt mit seiner Einheit zum Fronteinsatz.

Burg war nicht, wie manchmal fälschlich behauptet, der erste preußische Offizier jüdischen Glaubens.[15] Andere preußische Soldaten jüdischen Glaubens waren bereits am Anfang des Krieges Offiziere geworden. Bei ihnen handelte es sich aber um Soldaten in Kampfeinheiten, die unmittelbar unter dem Einfluss der Front standen, oder sie gehörten der Miliz, den Jägerdetachements[16] oder der Landwehr an.[17] Reichlich spät wurde Burg schließlich am 18. August 1815 zum Seconde-Lieutenant der Artillerie befördert und wurde kurz darauf als Kompanieoffizier zur Ersten Artilleriebrigade (Ostpreußen) nach Danzig versetzt.

Als Offizier jüdischen Glaubens in der Zeit der Restauration[Bearbeiten]

Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule

Seit 1816 als Zeichenlehrer an der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule in Berlin wurde Burg am 4. Juli 1826 seinem Dienstalter gemäß in der Reihenfolge, wie die Rang- und Quartierlisten ausweisen, zum Premierleutnant befördert. Es ist bemerkenswert, dass Burg in dieser Zeit der Reaktion in der „Reihe“ befördert wurde, während andererseits jüdische Freiwillige, die berechtigte Ansprüche auf Anstellung im Staatsdienst anmeldeten, wegen ihres Glaubens abgewiesen wurden.

Trotz höchster Protektion durch Prinz August von Preußen wäre Burg beinahe nicht zum Hauptmann befördert worden. In diesem Beförderungsdrama musste sich Burg zunächst in den Kompromiss fügen, lediglich zum „Hauptmann von der Armee“, einem dem Hauptmann der Artillerie nicht gleichwertigen Rang, befördert zu werden.[18] Dann wurde ihm nahegelegt, sich taufen zu lassen, um die Beförderung möglich zu machen, was Burg letztlich ablehnte. Hier muss allerdings erwähnt werden, dass Burg einmal im Jahre 1824 die Taufe beantragt, seinen Antrag aber „Familienverhältnissen wegen“ am 16. November 1824 aufgeschoben haben soll.[19]

Am 6. Dezember 1830 ließ der König wissen, dass er Burg nicht einmal zum Hauptmann von der Armee ernennen könne, wenn dieser nicht „zum Heil des christlichen Glaubens“ gelange.[20] Dem Umstand, dass Burg sich neben seinen dienstlichen Leistungen auch als Autor von militärischen Sachbüchern und als Ausbilder in der gesamten Artillerie verdient gemacht hatte,[21] wurde nicht Rechnung getragen. Burg, der sich bereits mit dem Gedanken getragen hatte, den Dienst zu quittieren, wurde dann doch in der richtigen Reihenfolge zum Hauptmann der Artillerie befördert.[22] Er durfte jedoch nicht die Uniform der Artillerie tragen, sondern lediglich die eines „Zeugkapitäns“, einer Sonderlaufbahn, die in der preußischen Armee ganz unten rangierte.[23]

Als Offizier jüdischen Glaubens im Vormärz[Bearbeiten]

Zweiter Vereinigter Landtag (1848)

Es bedurfte des neuen Chefs der Artillerie, Prinz Adalbert von Preußen, und des neuen Königs Friedrich Wilhelm IV., um das Unrecht der diskriminierenden Waffenfarbe zu beseitigen. Mit einer Kabinettsorder vom 16. April 1844 durfte Burg die schwarzen Epauletten durch rote Schulterstücke ersetzen.[24]

Roter Adler-Orden IV. Klasse

Das war jedoch nicht das Ende der Diskriminierung. Wie die Rang- und Quartierlisten ausweisen, wurden Rangjüngere vor Burg zum Major befördert. Am 27. März 1847 wurde Burg dann der „Charakter als Major der Artillerie“ erteilt.[25] Das war eigentlich keine wirkliche Beförderung. Seine Uniform wies ihn zwar nach außen als Major aus, er hatte jedoch nicht die Planstelle eines Majors. Damit bestand kein Recht auf das Gehalt eines Majors und eine weitere Beförderung.[26] Das war das Ende seiner militärischen Laufbahn. Die Burg gegebene Begründung, dass die Planstelle für einen Stabsoffizier den Etat überschritten hätte, überzeugt nicht, da an der Schule jeweils zwei bis drei dienstjüngere planmäßige Majore tätig waren, die nicht die Verdienste Burgs hatten.[27] Die Zeit sprach augenfällig dagegen, Juden zu Staatsstellungen zuzulassen oder wenn sie eine solche hatten, sie in ihr zu fördern. So durfte Otto von Bismarck noch am 15. Juni 1847 im Vereinigten Landtag sagen, er „gönne den Juden alle Rechte, nur nicht das, in einem christlichen Staat ein obrigkeitliches Amt zu bekleiden“; wenn er einem Juden gehorchen sollte, müsste er sich „tief niedergedrückt und gebeugt fühlen“.[28]

Ähnlich wie bei seinen Beförderungen erging es Burg auch bei der Verleihung militärischer Orden. Obwohl er seit 1838 vom Inspekteur der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule zum Roten Adlerorden IV. Klasse eingereicht worden war, dauerte es mehr als drei Jahre bis ihm der Orden endlich von Friedrich Wilhelm IV. verliehen wurde.[29] Für den Wert des Ordens sprechen die Tatsachen, dass es in der Artillerie-Brigade, der Burg bis zu seiner Beförderung zum Hauptmann angehört hatte, bis zu dem Zeitpunkt der Ordensverleihung an Burg, unter achtzehn Hauptleuten nur einen einzigen Träger des Roten Adlerordens gab und unter den acht Hauptleuten der Schule, die als Lehrer tätig waren, Burg der einzige war.[30] Anders verhielt es sich mit zivilen Auszeichnungen, deren Vergabe an Juden den Preußenkönigen offenbar leichter fiel. Burg wurde wiederholt mit hohen zivilen Auszeichnungen belohnt.[31]

Trotz der antisemitischen Schikanen erfreute sich der Judenmajor großer Popularität bei seinen Kameraden. Sie wählten Burg zum Präses ihrer Pensions-Zuschusskasse und zum Vorsitzenden des Ehrenrats für Subaltern-Offiziere der Schule. Ferner war er ein weit über die Grenzen Deutschlands anerkannter Fachbuchautor. Sein Werk Die geometrische Zeichnenkunst wurde ins Französische übersetzt und er erhielt dafür die große goldene Medaille der Wissenschaft aus Händen des Königs sowie ein wertvolles Geschenk des russischen Zaren.[32]

Gläubiger Jude[Bearbeiten]

Burg nahm als ein gläubiger Jude aktiv am jüdischen Gemeindeleben teil. Er gehörte für lange Jahre dem Vorstand des Kulturvereins, dem Vorstand des Auerbachschen Waisenhauses und seit 1845 der Gesellschaft der Freunde an. Er war in der jüdischen Gemeinde von Berlin tätig, der er in den Jahren 1849/50 auch im Vorstand angehörte. Burg schied aus dem Vorstand aus, als diesem 1850 wegen Nichtbeachtung des General-Juden-Privilegs vom 17. April 1750 bei der Wahl die Legitimität entzogen wurde und der Vorstand deshalb sein Recht durch Einreichen einer Klage bei Gericht holen wollte. Als königlicher Offizier wollte Burg „die Widersetzlichkeit gegen die Regierung nicht teilen“.[33]

Burg versuchte scharf zwischen seinem Staatsdienst und seiner Religionsausübung zu trennen. Dabei lebte er im Spannungsbereich zwischen seiner jüdischen Gemeinde, die sich als „orthodox“ begriff, und seinem Staat, der sich als „christlich“ bezeichnete. Burg konnte sich als Soldat nicht strikt an die Zeremonialgesetze halten, so dass er sich de facto von der strengen Orthodoxie lösen musste. Insofern ist er ein Beispiel für die dem Neuen zugewandten Neo-Orthodoxen, die die Meinung vertraten, dass der Staatsdienst den Zeremonialgesetzen nicht entgegenstand.

Königstreuer Preuße[Bearbeiten]

Cholera-Baracke

Religiös im Judentum wurzelnd, beschrieb sich Burg in seinen Memoiren als königstreuer Preuße. Das eine schloss das andere nicht aus. Seiner konservativen Einstellung entsprechend, bekannte er sich uneingeschränkt zu seinem König und obersten Feldherrn.[34] Mit dieser Einstellung befand er sich in Übereinstimmung mit dem Nationalbewusstsein der gebildeten jüdischen Kreise, mit denen er freundschaftlich und gesellschaftlich verkehrte, deren Ziel es war, in die deutsche Gesellschaft und Kultur hineinzuwachsen und von der sie sich zunehmend aufgenommen fühlten.[35]

Am 26. August 1853 starb Burg als Opfer der soeben ausgebrochenen Cholera. Die Beisetzung, die am 29. August mit allen militärischen Ehren durchgeführt wurde, war für ganz Berlin ein großes Ereignis. Die Polizei schätzte, dass sich etwa 60.000 Personen versammelt hatten.[36] Dass Meno Burg fast jeder siebte Berliner die letzte Ehre erwiesen hat, liegt wohl daran, dass er bei seinen Kameraden sehr populär und ein bekannter sowie anerkannter Fachbuchautor war.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die geometrische Zeichnenkunst. Die allgemeine geometrische Zeichnungslehre. Das Zeichnen und Aufnehmen der Artillerie-Gegenstände I. Die allgemeine geometrische Zeichnungslehre – II. Das Zeichnen und Aufnehmen der Artillerie-Gegenstände. Berlin 1822.
  • Account of the Most Recent Improvements on the Lunar Tables. 1824.
  • Das architektonische Zeichnen, oder vollständiger Unterricht in den beim Zeichnen der Architekturgegenstände und der Maschinen vorkommenden Constructionen; sowohl hinsichtlich der Anfertigung einer richtigen Linearzeichnung, als der Bestimmung der Schatten. Berlin 1830.
  • Traité du dessin géométrique/Exposition complète de l’art du dessin linéaire. Paris 1847.
  • Die geometrische Zeichnenkunst/Vollständige Anweisung zum Linearzeichnen, zur Construction der Schatten und zum Tuschen für Künstler und Technologen und zum Selbstunterricht; zunächst zum Gebrauche beim Unterricht in den königlich-preussischen Artillerie-Schulen. Berlin 1848.
  • Traité du dessin et du levé du matériel d’artillerie. Paris 1848.
  • Geschichte meines Dienstlebens. Berlin 1854.
  • Geschichte meines Dienstlebens. Ludwig Geiger (Hrsg.). Berlin 1916. (S. a.: Literatur. 5. Quellenangabe.)
  • Geschichte meines Dienstlebens. Erinnerungen eines jüdischen Majors der preußischen Armee. 1998.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julius LoewenbergBurg, Meno. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 590 f.
  2. Rieger, Renatus F.: Major Meno Burg: Ein preußischer Offizier jüdischen Glaubens (1789–1853). (Google Buchsuche.) Dissertation. Duisburg 1990. Der hier abgedruckte Apparat ist auf die notwendigsten Nachweise beschränkt. Weitere Hinweise – zumal in Hinblick auf die Einordnung in die Auseinandersetzung mit der Forschung – enthält die angegebene Dissertation.
  3. Burg, Meno: Geschichte meines Dienstlebens. Ludwig Geiger (Herausgeber). Berlin 1916. (Ausgabe von 1916PDF-Datei, 9,4 MB)
  4. Rosenthal, Jacob: Die Ehre des jüdischen Soldaten. Seite 25–27.
  5. Rosenthal, J.: Die Ehre des jüdischen Soldaten. Seite 25–27. Siehe auch: Salomo Sachs – Architekt, Jude, Preuße.
  6. Rieger, R. F.: Major Meno Burg (1789–1853). Der einzige preußische Stabsoffizier jüdischen Glaubens im 19. Jahrhundert. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Jüdische Soldaten. Potsdam 1996. S. 125 f. Von diesem Privileg waren die Juden abhängig, das heißt, der Staat schützte und duldete sie, soweit sie Schutzjuden waren und sich den Anforderungen des Gesetzes unterwarfen. Ihnen waren danach nur genau festgelegte Tätigkeiten gestattet. Sie durften, von Ausnahmen abgesehen, die erkauft werden mussten, im Waren-, Hausier- und Kommissionshandel oder in einigen dem Innungszwang nicht unterworfenen Handwerken arbeiten. Der Staat verwehrte ihnen aber nicht, staatliche Schulen zu besuchen und zu studieren. Siehe auch: Julius H. Schoeps: Die mißglückte Emanzipation. Zur Tragödie des deutsch-jüdischen Verhältnisses. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Jüdische Soldaten. Potsdam 1996. S. 29 ff. und die dort angegebenen Quellen.
  7. Selbst ein halbes Jahrhundert später war ein Feldmesser-Eleve jüdischen Glaubens nach bestandenen Examen wohl zur Vereidigung als Feldmesser zuzulassen, ihm war aber zu eröffnen, dass er durch die Prüfung keinen Anspruch auf eine Staatsstelle erlange. Siehe dazu: Verfügung der Minister für Handel etc. und für landwirtschaftliche Angelegenheiten vom 6.10.1852 (V. M. Bl. S. 269). Zitiert nach: Alfred Michaelis: Die Rechtsverhältnisse der Juden in Preußen seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Berlin 1910. S. 108 f.
  8. Edikt vom 11. März 1812 betreffend der bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate. Zitiert nach: Gesetzsammlung für die königlich-preußischen Staaten. Nr. 5. 1812. S. 17 ff.
  9. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. Berlin 1854. S. 11 f. (Nachdruck erhältlich: Geschichte meines Dienstlebens. Erinnerungen eines jüdischen Majors der preußischen Armee. (Gebundene Ausgabe; Nachdruck) mit kleinem Porträt. Hentrich & Hentrich, Januar 1998. 193 S. ISBN 978-3933471000.)
  10. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. Berlin 1854. S. 14. Vgl. auch: Schreiben an die Königliche Regierung im Nachlass Moritz Stern. In: The Central Archives for the History of the Jewish People. Jerusalem. S. 17–418.
  11. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 15 f. Siehe auch: Nachlass Moritz Stern. In: The Central Archives for the History of the Jewish People. Jerusalem. S. 17–252.
  12. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 19.
  13. Karl Moritz Ferdinand von Bardeleben wurde später Generalleutnant und Kommandeur von Koblenz. Als solcher stand er der dortigen Freimaurerloge vor. Siehe Chronologie/Geschichte der Loge (als PDF-Datei, 1,62 MB) bei Freimaurerloge Friedrich zur Vaterlandsliebe.
  14. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 33.
  15. So zum Beispiel von Gay, Ruth und Gay, Peter: The Jews of Germany. Yale University Press, 1994. (Google Buchsuche.)
  16. Siehe dazu auch: Aufstellung freiwilliger Jägerdetachements vom 3. Februar 1813 bei Epoche Napoleon – von der Bastille bis Waterloo.
  17. Für diese Formationen galten andere Beförderungsbedingungen als für das stehende Heer, dem Burg angehörte. Siehe dazu: Renatus F. Rieger: Major Meno Burg: Ein preußischer Offizier jüdischen Glaubens (1789–1853). Diss. Duisburg 1990.
  18. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 106.
  19. Jacobson, Jacob: Bemerkungen zum Artikel von Carl Cohen: The Road to Conversion – Leo Baeck Institute Year Book VI. 1961. In: Leo Baeck Institute Year Book VII. 1962. S. 333.
  20. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 111.
  21. Zu seinen Schülern gehörte – neben praktisch allen führenden Artilleristen seiner Zeit – auch Werner von Siemens.
  22. Die Beförderung fand am 11. November 1832 statt. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 114.
  23. Burg war seiner Uniform nach nicht mehr dafür vorgesehen, eine Truppe zu führen. Siehe: Rieger, R. F.: Major Meno Burg (1789–1853). Der einzige preußische Stabsoffizier jüdischen Glaubens im 19. Jahrhundert. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Jüdische Soldaten. Potsdam 1996. S. 130.
  24. Burg beschreibt in seinem Dienstleben, Prinz Adalbert empfände die schwarzen Epauletts des Zeughauptmanns „gleichsam als ein Abzeichen“, eine „Unbill, die eigentlich schon längst hätte wiedergutgemacht werden müssen“. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 137–139.
  25. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 147.
  26. Ausführungen in: Rieger, R. F.: Major Meno Burg: Ein preußischer Offizier jüdischen Glaubens (1789–1853). Diss. Duisburg 1990.
  27. Rieger, R. F.: Major Meno Burg (1789–1853). Der einzige preußische Stabsoffizier jüdischen Glaubens im 19. Jahrhundert. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Jüdische Soldaten. Potsdam 1996. S. 130.
  28. Bleich, Eduard: Der Erste Vereinigte Landtag in Berlin 1847. Vierter Teil. Berlin 1847. S. 1783 ff.
  29. Verleihungstag am 15. Oktober 1841. – Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 127–130.
  30. Rieger, R. F.: Major Meno Burg. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Deutsche Jüdische Soldaten. S. 131.
  31. Unter anderem wurde Burg am 28. Januar 1845 die große goldene Medaille für Wissenschaft verliehen. Rieger, R. F.: Major Meno Burg. S. 131.
  32. Rosenthal, J.: Die Ehre des jüdischen Soldaten. Campus Verlag, 2007. ISBN 9783593384979. S. 25–27.
  33. Bericht über die Verwaltung der jüdischen Gemeinde in Berlin in den Jahren 1849 bis inklusive 1853. Abgestattet durch den Vorstand, Berlin 1854. S. 3 ff. – Allgemeine Zeitung des Judentums vom 16. Dezember 1850. – Aaron Hirsch Heymann: Lebenserinnerungen. Heinrich Loewe (Hrsg.), Berlin 1909. S. 322.
  34. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 153 und 161.
  35. Rieger, R. F.: Major Meno Burg. S. 135.
  36. Burg, M.: Geschichte meines Dienstlebens. S. 165. – Vossische Zeitung vom 27. August 1853 und 28. August 1853. – S. 3 f. – V. Z. vom 30. August 1853. – S. 8. – Kraft Prinz zu Hohenlohe-Ingelfingen: Aus meinem Leben. Bd. 1. Berlin 1897. S. 222 f.
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