Dieburg

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Dieburg, zur gleichnamigen Burg im Pfälzerwald siehe Burg Alsenborn
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dieburg
Dieburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dieburg hervorgehoben
49.8984722222228.8384722222222144Koordinaten: 49° 54′ N, 8° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 23,11 km²
Einwohner: 14.690 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 636 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64807
Vorwahl: 06071
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 004
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 4
64807 Dieburg
Webpräsenz: www.dieburg.com
Bürgermeister: Werner Thomas (parteilos)
Lage der Stadt Dieburg im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild
Dieburg - Plan der Innenstadt

Dieburg ist eine Stadt und ein Mittelzentrum im Süden von Hessen, etwa 15 km östlich von Darmstadt. Dieburg war vor 1977 Kreisstadt des Altkreises Dieburg und liegt im östlichen Teil des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Die Stadt ist einer der Standorte der Hochschule Darmstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Dieburg liegt in Südhessen, circa 15 km östlich von Darmstadt im weitläufigen Tal der Gersprenz. Geologisch ist Dieburg durch das Urstromtal der Gersprenz geprägt. Die Böden bestehen überwiegend aus tertiären Ablagerungen wie Kies, Sand und Ton überdeckt von jüngeren Flussablagerungen sowie Löss- und Flugsanddecken..[2] Die Stadt liegt nördlich des auslaufenden Mittelgebirges Odenwald in der Dieburger Bucht, die ein westlicher Ausläufer der Hanau-Seligenstädter Senke (Hanauer Becken oder auch Östliche Untermainebene[3]) ist. Nördlich und westlich der Stadt liegen ausgedehnte Waldgebiete des Dreieich. Höchste Erhebung ist der Mainzer Berg (auch Moret genannt) mit 227 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden grenzt Dieburg an die Gemeinde Münster, im Osten an den Ortsteil Münster-Altheim, im Südosten an den Ortsteil Groß-Umstadt-Semd, im Süden an die Gemeinde Groß-Zimmern und dessen Ortsteil Klein-Zimmern sowie im Westen an den Ortsteil Grube Messel der Gemeinde Messel.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Dieburg hat keine Stadtteile. Trotzdem gibt es für die Dieburger aber Viertel, die die Stadt weiter unterteilen. Eine Grenze zwischen Dieburg-Ost und Dieburg-West verläuft quer über den Leerparkplatz, den größten Parkplatz, westlich der Innenstadt. Die Grenzlinie zwischen Dieburg-Süd und Dieburg-Nord bildet die Bahnlinie Aschaffenburg – Darmstadt Hbf.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und Antike[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Stadtgebietes reicht bis in die Bronzezeit hinein. Ob die sogenannte Ochsenfigur von Dieburg aus der Kupferzeit aus der Dieburger Gegend stammt, ist nicht mehr eindeutig verifizierbar.

In der auslaufenden Eisenzeit siedelte im Gebiet um die Stadt der Stamm der Auderiensier. Die fruchtbare Dieburger Bucht wurde dann in den Jahren von 85–90 n. Chr. in die Provinz Obergermanien des Römischen Reiches eingegliedert. Etwa um 125 n. Chr. wurde im Bereich des heutigen Südhessen die Civitas Auderiensium gegründet, deren Hauptort das heutige Dieburg mit dem nur unvollständig überlieferten Namen ...MED... wurde. Als neuangelegte, stadtähnliche Siedlung befand sich das Forum im Kreuzungsbereich Frankfurter- /Aschaffenburger Straße. Zahlreiche Kultgegenstände, darunter ein bedeutendes Zeugnis des Mithraskultes, konnten ergraben werden und sind heute im Stadtmuseum zu sehen.

In der Zeit um 200 blühte die Siedlung auf. Das römische Dieburg war ein Vicus, allerdings mit städtischem Charakter. In der für Landwirtschaft gut geeigneten Umgebung entstanden zahlreiche Villae Rusticae, die als Wirtschaftsgüter MED... und die Truppen am nahen Limes versorgten.

Im Laufe des 3. Jahrhunderts häuften sich allerdings Raubüberfälle der Alamannen aus dem Gebiet außerhalb des Limes. Obwohl der Ort, der die spätere mittelalterliche Stadt in seiner Fläche weit übertraf, mit einer Stadtmauer gesichert wurde, konnte nicht verhindert werden, dass sich das Römische Reich ab 260 n. Chr. auf linksrheinische Gebiete Germaniens zurückziehen musste (Limesfall). Das Schicksal der Stadt bis zum frühen Mittelalter liegt im Dunkeln. Eine Kontinuität der Besiedlung ist aber, wenn auch in weit einfacherem Rahmen als zuvor, sehr wahrscheinlich. Münzfunde und Bebauungsspuren deuten darauf hin. So liegt die heutige Wallfahrtskirche im westlichen Bereich des römischen Forums, ihr Grundriss wird durch römische Vorgängerbauten bestimmt. Vermutlich vermischte sich der zurückbleibende Teil der römischen Bevölkerung, der hauptsächlich germanischen und keltischen Ursprungs war, mit den hinzuströmenden Alamannen, die eventuell als Föderaten im Vorfeld des römischen Mainz (Mogontiacum) noch regen Handel mit dem Imperium trieben.

siehe auch: Dieburg in römischer Zeit

Mittelalter[Bearbeiten]

Das älteste Siegel der Stadt Dieburg

Nach der Eroberung des Gebietes durch die Franken wurde in Dieburg und im nahen Groß-Umstadt ein Königshof installiert. Die Siedlung war zu dieser Zeit als „Altenstadt“ bekannt und konzentrierte sich um den Bereich der Wallfahrtskirche, deren Ursprungsbau spätestens karolingisch ist, wie aber schon gesagt wurde, auch einen römischen Vorgängerbau besitzt, dessen Zweckbestimmung unbekannt ist. Die Hauptstraße dieser Siedlung trägt heute noch den Namen „Altstadt“, obwohl sie außerhalb der Mauern des mittelalterlichen Dieburgs lag.

Diese mittelalterliche Stadt Dieburg wurde erstmals im Jahr 1169 als „Castrum Dieteburg“ erwähnt. Sie ist eine Stadt, die planmäßig im Bereich zwischen der Wasserburg in der Gersprenz und der „Altenstadt“ angelegt wurde. Ihr mustergültiger Grundriss mit differenzierten Haupt- und Nebengassen, Stadtmauer mit Gräben, Burg, Markt und neuer Pfarrkirche ist heute noch im Stadtplan zu erkennen. Neuere Forschungen gehen anhand dieser Stadtanlage davon aus, dass das regierende Kaisergeschlecht der Staufer Dieburg zu einer Reichsstadt ausbauen wollte, um ihre Machtbasis im heutigen Rhein-Main-Gebiet zu verbessern. Allerdings geriet die Stadt schnell in die Abhängigkeit des Erzbistumes Mainz. Nach der Stadtgründung blieb Altenstadt als Vorstadt mit der Wallfahrtskirche erhalten. Damals war die Wallfahrtskirche noch Stadtkirche St. Peter und Paul, erst im 16. Jh. ging das Patrozinium auf die heutige Stadtkirche in der Stadt über, danach wurde die Kirche in der Altstadt in Wallfahrtskirche umbenannt.

Der Name der Stadt bedeutet so etwas wie „Volksburg“, da das Wort „Diete“ vom altdeutschen „diot“ = Volk stammt. (Das Wort deutsch hat die gleiche Wurzel.)

In dieser Zeit bestand in Dieburg eine der 30 Wildhuben des Wildbannes Dreieich, welchem auch die umliegenden Wälder angehörten.

Um 1220 entstand die Stadtmauer. Ab 1239 waren die Herren von Münzenberg im Besitz der Burg. Nach deren Aussterben gelangte Dieburg in den Besitz der Grafen von Isenburg. 1277 gewährte Rudolf von Habsburg dem „oppidium Dippurch“ auf Bitten des Mainzer Erzbischofs Werner von Eppstein alle Freiheitsrechte und bestätigte die vorhandenen Stadtrechte. Zwischen 1284 und 1294 kaufte der Erzbischof von Mainz die Anteile an Burg und Stadt von den Grafen von Isenburg.

Im Jahre 1310 wurde Dieburg vollständig kurmainzisch und Residenz zahlreicher Adelsfamilien, die von hier aus ihre umliegenden Besitzungen verwalteten. Das Schloss der Familie von Fechenbach ist als Stadtmuseum erhalten, ebenso Reste des berühmten Parks des vergangenen Stockauer Schlosses derer von Groschlag. Die alte Burg wurde um 1810 fast vollständig abgerissen, zu einem Schloss der Familie Albini umgestaltet, kam 1857 in den Besitz der Stadt und dient nach einigen Umbauten heute (noch) als Landratsamt.

Für das Jahr 1368 ist die Verleihung des Münzrechts an den Henelin von Straßburg durch Erzbischof Gerlach von Nassau belegt.

Historische Namensformen[Bearbeiten]

Historische Namensformen[4] sind:

  • Dieburch (1207)
  • Ditburg (1208)
  • Dipburg (1254)
  • Dippurch (1262)
  • Dipurg (1269)
  • Diepurg (1276)
  • Diepburg (1284)
  • Dippurg (1286)
  • Dyetburch (1291)
  • Deypurg (1293)
  • Dyburg (1297)
  • Dypburg (1314)
  • Dyppurg (1327)
  • Dyepurck (1339)
  • Ditpurg
  • Dytpurg (1354)

1500 - 1700[Bearbeiten]

Dieburg um 1700

Im Mittelalter entwickelte sich Dieburg vor allem aufgrund seiner Lage als Etappenort zwischen den kurfürstlichen Residenzen Mainz und Aschaffenburg zu einem aufstrebenden Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum. Seit 1553 hatte der Erzbischof von Mainz den Land- und Marktzoll zu Dieburg inne.

Die urkundliche Ersterwähnung von Bewirtungen am Aschermittwoch im Jahre 1508 gilt als erster Beleg der Dieburger Fastnacht.

Innerhalb des Mainzer Oberstiftes war Dieburg Mitglied des Neunstädtebundes, mit umfangreichen Privilegien. Im Bauernkrieg stellte sich der Bund auf die Seite der Aufständischen. Nach dessen Niederschlagung wurden diese Vorrechte von Kurfürst Albrecht von Brandenburg in der Stadtordnung von 1527 vollständig aberkannt. Im Zuge des Bauernaufstandes 1525 wurden das Schloss und der kurfürstliche Vorratskeller geplündert. Die aufständischen Bauern wurden im Odenwald und am Main von einem Söldnerheer geschlagen.

Mitte des 16. Jahrhunderts ist die Mehrheit der Bürger katholisch, in den Jahren 1582 bis 1586 kam es zu Konfessionsstreitigkeiten zwischen dem protestantisch dominierten Stadtrat und dem katholischen Pfarrer.

Um 1600 entsteht mitten auf dem Marktplatz das (nicht mehr erhaltene) Renaissance-Rathaus. Zwischen 1606 und 1613 leidet die Bevölkerung unter einer Pestepidemie, in deren Verlauf die Hexenprozesse (seit 1596) wieder auflodern.

Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu Truppendurchzügen der Spanier, Pfälzer und Bayern. Mit den Soldaten wurde wieder die Pest eingeschleppt. 1622 brandschatzte der protestantische Heerführer Ernst von Mansfeld die ungeschützten Vororte. Die zweite Welle der Hexenprozesse begann 1626. Beim Friedensschluss bot Dieburg ein trostloses Bild: Die Stadt halb zerfallen, die Vorstädte zerstört, die Verteidigungsanlagen desolat, die Bevölkerung stark auf nur noch 500 Einwohner dezimiert. Es folgten der religiöse Wiederaufbau und die Wiederbelebung der Wallfahrt (1675). Mit den neu errichteten Schlössern Stockau nebst weiträumigem Schlossgarten (1699) und Fechenbach (1717) entfaltete sich auch in Dieburg barocke Pracht.

Hexenprozesse in Dieburg 1600 - 1630[Bearbeiten]

Von 1600 bis 1630 sind für das Erzstift Mainz Dokumente zum Tod von 1879 Menschen als Opfer der Hexenverfolgungen erhalten geblieben. In Dieburg fanden etwa 60 Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen.

Der "Drache zu Dieburg" war der Glöckner und Kupferschmied Lorenz Drach aus Dieburg. Er wurde am 18. April 1603 im kurmainzischen Aschaffenburg zusammen mit anderen Männern durch Vierteilung hingerichtet. Wegen der Verfolgung ihrer Frauen hatten die Männer eine Schmähschrift verfasst, in der die Hexenprozesse des Erzbischofs angeprangert wurden. Sie wurden beschuldigt, angeblich die Ermordung des Erzbischofs geplant zu haben.[5][6]

1626 wurde Kurfürst Georg Friedrich von Greiffenclau gleich zu seinem ersten Besuch in Dieburg von der Zentmannschaft gebeten, die nötigen Untersuchungen zur Ausrottung des Lasters der Zauberei anzuordnen.

In Dieburg gab es viele der Hexerei verdächtige Personen, und das Volk war sehr aufgebracht. Zur Beruhigung der Einwohner wurde ein Hexenprozess begonnen gegen die Witwe von Martin Padt, deren Mutter vor zwanzig Jahren als Hexe verbrannt worden war. Am 26. Juni 1627 wurde sie verhört und am 7. Juli hingerichtet. Von der Padtin wurden viele Menschen als angebliche Mitschuldige besagt, so dass es zu einer Serie neuer Prozesse kam in Dieburg, Seligenstadt, Aschaffenburg usw.

Als angebliche Hexentanzplätze wurden in den unter der Folter erpressten Geständnissen genannt: der Eichwasen bei Dieburg, der Humesbühl, der große Formel usw.

Ein Angeklagter, Philipp Krämer aus Dieburg, sagte im Verhör aus, dass alle Zeugenaussagen gegen ihn falsch seien und der Glaube an Hexerei nichts als Aberglauben wäre. Dafür wurde er am 6. September 1627 enthauptet und seine Leiche verbrannt.

1627 wurden nach den vorliegenden Akten in Dieburg 36 Personen hingerichtet, nach Notizen von Pfarrer Laubenheimer sogar 85 "Hexen".

1629 begann im November eine neue Prozesswelle gegen 21 Verdächtige, und ganze Familien sind fast völlig ausgerottet worden.

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Während der Napoleonischen Kriege kommen mehrmals französische Truppen nach Dieburg. Zu Beginn des 19. Jh. wurde das fast 500 Jahre lang kurmainzische Dieburg hessisch und Kreisstadt des Kreises Dieburg in der Provinz Starkenburg im Großherzogtum Hessen. Zeitweise war es Sitz des Regierungsbezirkes Dieburg. Durch die frühe Anbindung an die Hessische Ludwigsbahn - der Bahnhof wurde 1861 erbaut und 1863 fertig gestellt - konnte sich Dieburg auch industriell entwickeln. Ebenso entstanden ca. 200 Handwerksbetriebe. 1895 wurde Dieburg noch an die Dreieichbahn angebunden.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

1977 wurde der Kreis Dieburg mit dem Landkreis Darmstadt vereinigt. Dieburg verlor so seinen Kreisstadtstatus. Seit 2004 werden Teile des teilweise in Dieburg noch ansässigen Landratsamts nach Darmstadt-Kranichstein (das nicht dem Landkreis angehört) übersiedelt. Die Staatliche Abteilung wird dafür in Dieburg (auch für den Westkreis) konzentriert. Durch den von der Landesregierung betriebenen Abzug des Kataster-, Gesundheits- und Schulamts wird die 1900 Jahre währende Mittelpunktfunktion in der Verwaltung der Region aus finanziellen Gründen weiter erheblich geschwächt. Mittlerweile stehen zwei denkmalgeschützte Landesliegenschaften aus der Gründerzeit (das alte Amtsgericht und die alte Polizeistation, die durch einen Neubau am Stadtrand ersetzt wurde) leer.

siehe auch Dieburger Siegel, Dieburg in der Zeit des Nationalsozialismus

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[4]

  • 1485: 40 Hofstätten in Altenstadt und Minnefeld
    in mainzischem Besitz, 11 Häuser auf dem Steinweg
  • 1508: insgesamt 341 Familien
  • 1545: 333 steuerpflichtige Haushaltsvorstände
  • 1618: 1816 bzw. 2600 Einwohner
  • 1648: 500 Einwohner
  • 1659: 975 Einwohner
  • 1663: 1185 Einwohner
  • 1695: 1500 Einwohner
  • 1804: 2125 Einwohner
  • 1829: 2965 Einwohner
  • 1939: 6584 Einwohner
  • 1961: 9523 Einwohner
  • 1970: 11394 Einwohner
  • 1987: 13436 Einwohner
  • 1997: 15012 Einwohner
Dieburg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
3.042
1840
  
3.541
1846
  
3.602
1852
  
3.680
1858
  
3.707
1864
  
3.591
1871
  
3.736
1875
  
3.927
1885
  
4.160
1895
  
4.782
1905
  
5.557
1910
  
5.755
1925
  
6.139
1939
  
6.584
1946
  
7.884
1950
  
8.562
1956
  
8.979
1961
  
9.532
1967
  
10.629
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte folgendes Ergebnis:[7]

Parteien und Wählergemeinschaften 2011 2006
Kommunalwahl in Dieburg 2011
 %
40
30
20
10
0
38,8 %
23,6 %
21,1 %
9,2 %
7,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,9 %p
+1,7 %p
+8,3 %p
-1,8 %p
-1,3 %p
% Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,8 14 45,7 17
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 23,6 9 21,9 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 21,1 8 12,8 5
FDP Freie Demokratische Partei 9,2 3 11,0 4
UWD Unabhängige Wählergemeinschaft Dieburg 7,2 3 8,5 3
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 57,4 47,9

CDU und Bündnis 90/Die Grünen haben im Mai 2011 eine Zusammenarbeit in ausgewählten Themenbereichen vereinbart. Ziele dieser Kooperation sind unter anderem Schuldenabbau und ein ausgeglichener Haushalt. In der vorangegangenen Amtsperiode hatte eine Koalition aus CDU und FDP bestanden.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2005 Werner Thomas, der als erster Bürgermeister von Dieburg parteilos ist. Er löste den langjährigen Bürgermeister Peter Christ (CDU) ab.

Werner Thomas wurde am 27. März 2011 wiedergewählt. Er setzte sich im ersten Wahlgang mit 70,7 Prozent der Stimmen gegen Harald Schöning (CDU) und Ferdinand Böhm (SPD) durch.[9]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 20. Juli 1954 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

„Auf der weißen Mittelbahn des blau-weiß-blauen Flaggentuches das Wappen der Kreisstadt Dieburg.“[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Dieburg unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Blason Aubergenville01.svg Aubergenville, Frankreich, seit 1975
Wappen Vielau.png Vielau, Sachsen, seit 1990
Mladá Boleslav CoA CZ.svg Mladá Boleslav, Tschechien, seit 1997

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Gaasbecksuhr über dem Rathaus
Marktplatz in Dieburg
Mittelalterliches Badhaus
Zuckerstraße in Dieburg

Das durch seine zahlreichen Fachwerkhäuser geprägte Dieburg ist als Gesamtensemble sehenswert. Bedeutende Bauwerke sind:

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Sportanlagen:

  • Ludwig-Steinmetz-Bad
  • Trainingsbad Dieburg
  • Trabrennbahn Dieburg
  • Sportplatz am Schlossgarten
  • Hassia Fussballplatz
  • DJK Sportgelände
  • Tennisplatz am Schlossgarten

Historische Bedeutung haben die von 1948 bis 1955 ausgetragenen Motorrad- und Automobilrennen um das Dieburger Dreieck.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

  • Strecke KBS 647: Dreieichbahn Dieburg–Ober-Roden (Umsteigemöglichkeiten auf die S1 in Richtung Offenbach–Frankfurt Innenstadt–Wiesbaden)–Dreieich-Buchschlag (Umsteigemöglichkeiten auf die S3 und S4 in Richtung Frankfurt City–Bad Soden/Kronberg). Montags bis Freitags werden im Berufsverkehr früh drei Züge von Dieburg nach Frankfurt Hauptbahnhof und abends drei Züge von Frankfurt Hauptbahnhof nach Dieburg durchgebunden.
  • Strecke KBS 651: Rhein-Main-Bahn Wiesbaden–Mainz–Darmstadt–Dieburg–Babenhausen–Aschaffenburg

Der Bahnhof wurde bis 2005 zu einem modernen Verkehrsknoten zwischen Bus und Bahn ausgebaut.

Buslinien[Bearbeiten]

Linie Strecke Bemerkungen
K68 Dieburg–Semd–Groß-Umstadt–Mömlingen Montag-Freitag
K69 Dieburg–Semd–Groß-Umstadt–Wiebelsbach Montag-Freitag
671 Darmstadt–Dieburg–Groß-Umstadt–Wiebelsbach täglich
672 Darmstadt–Roßdorf–Gundernhausen–Groß-Zimmern–Klein-Zimmern–Dieburg täglich
674 Darmstadt–Dieburg–Münster–Eppertshausen–Ober Roden Montag-Freitag
677 Darmstadt–Dieburg–Babenhausen–Stockstadt–Aschaffenburg Nur im Spätverkehr
679 Reinheim–Groß-Zimmern–Dieburg–Münster–Eppertshausen–Ober-Roden täglich

In Dieburg gibt es ein Ruftaxi.

Radwegenetz[Bearbeiten]

Ausgeschildertes Radwegnetz im Landkreis auf Karte L 6118

Fußgängerzone[Bearbeiten]

Die Zuckerstraße (Fußgängerzone) im Altstadtkern mit Läden und Gastronomie ist etwa 400 Meter lang.

Parkplätze[Bearbeiten]

Mehrere ausgeschilderte Parkplätze im Innenstadtbereich, teilweise kostenpflichtig. Park&Ride Parkplatz am Bahnhof sowie an der Auffahrt zu B 26 neu (Sauerkreuzung)

Fernstraßen[Bearbeiten]

  • B 26 westlich Richtung Darmstadt Anschluss zur A 5 (Basel- Karlsruhe-Frankfurt-Kassel) und A 67
  • B 26 östlich Richtung Aschaffenburg Anschluss zur A 3 (Köln-Bonn-Frankfurt-Würzburg-Nürnberg-Passau)
  • B 45 nördlich Richtung Hanau Anschluss zu A 3 und A 45 (Hanau)
  • B 45 nördlich Richtung Frankfurt/Offenbach über B 486 und A 661 (Egelsbach-Frankfurt)
  • B 45 südlich Richtung Michelstadt/Erbach

Die vierspurigen Abschnitte der B 26 und der B 45 liegen heute auf den Trassen der ehemaligen Autobahnen A 680 und A 683.

Universitäten, Fachhochschulen, Berufsakademien, Schulen[Bearbeiten]

Aula und Einfahrt zum Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt

Einige Jahrzehnte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Dieburg mit der Deutschen Bundespost eng verwoben, die am östlichen Rand 1968 eine Ingenieur-Akademie eröffnet hatte, um ihren Bedarf an Nachrichtentechnikern abdecken zu können. 1971 wurde die Akademie in die staatlich anerkannte Fachhochschule der Deutschen Bundespost, mit Studiengang Nachrichtentechnik, umgewandelt. 1979 wurde es zusätzlich eine Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung Fachbereich Post und Fernmeldewesen, an der angehende Beamte ausgebildet wurden. Nach der Aufteilung und späteren Privatisierung der Deutschen Bundespost entfiel der Bedarf an Beamten und auch der Bedarf an Nachrichtentechnikern sank signifikant, so dass der Eigentümer Deutsche Telekom im Jahr 2000 die Trägerschaft an das Land Hessen abgab, das in Dieburg eine Außenstelle der Hochschule Darmstadt ansiedelte (heutiger Campus Dieburg).

Heute bestehen in Dieburg folgende Bildungseinrichtungen:

  • Hochschule Darmstadt (h_da) Campus Dieburg; Fachhochschule
  • Gutenbergschule; Grundschule
  • Marienschule; Grundschule
  • Goetheschule; Gesamtschule
  • Alfred-Delp-Schule; Oberstufengymnasium
  • Landrat-Gruber-Schule; Berufsbildende Schule mit Beruflichem Gymnasium
  • Anne-Frank-Schule; Förderschule für Lernhilfe
  • Gustav-Heinemann-Schule; Förderschule für geistige Entwicklung und körperlich-motorische Entwicklung.
  • PTI-Dieburg; Privatschule

siehe hierzu: Bildungswesen in Dieburg

Kirchen in Dieburg[Bearbeiten]

Pietà in der Wallfahrtskirche
Fastnachtsbrunnen in Dieburg

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Die folgende Liste enthält in Dieburg geborene Personen unabhängig davon, ob diese ihren späteren Wirkungskreis in Dieburg hatten oder nicht.

  • Philipp Uebel (1864–1929), Reichstags- und Landtagsabgeordneter (Zentrum)
  • Peter Keller (1906–1985), ehemaliger Landtagsabgeordneter (CDU)
  • Hans Steinmetz (1908–1987), Mitbegründer der CDU im hessischen Dieburg
  • Hugo J. Hahn (1927–2010), Rechtswissenschaftler
  • Christian Bieniek (1956–2005), deutscher Schriftsteller und Kinderbuchautor
  • Bertram Schmitt (* 1958), Honorarprofessor an der Universität Würzburg und Richter am Bundesgerichtshof
  • Willy A. Flegel (* 1960), deutscher Professor für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie
  • Jörg Roßkopf (* 1969), Tischtennisspieler, in Münster aufgewachsen
  • Frank Weber (* 1969), Politiker (SPD), Abgeordneter des Thüringischen Landtags
  • Hannes Blank (* 1983), Radprofi

In Dieburg gelebt und gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Alfred Delp, machte sein Abitur an der Goetheschule in Dieburg.
  • Paulus Terwitte, leitete von Februar 2006 bis April 2009 das Kapuzinerkloster Dieburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Heinrich Gebhard: Hexenprozesse im Kurfürstentum Mainz des 17. Jahrhunderts. Aschaffenburg 1989, ISBN 3-87965-049-7.
  • Wilhelm Gottlieb Soldan, Henriette Heppe: Geschichte der Hexenprozesse. Müller, München 1911, Bd. II, S. 45 ff. (Nachdruck: outlook Verlag, Bremen 2011, ISBN 978-3-86403-186-1)
  • Krešimir Matijević, Rainer Wiegels: Inschriften und Weihedenkmäler aus dem römischen Dieburg. Reinheim 2003, ISBN 3-9805719-8-X.
  • Herbert Pohl: Hexenglaube und Hexenverfolgung im Kurfürstentum Mainz. Stuttgart 1988, ISBN 3-515-05330-1, S. 118 f.
  • Magistrat der Stadt Dieburg (Hrsg.): Dieburg eine Chronik. Dieburger Verlag, 2007, ISBN 978-3-00-023096-7.
  • Magistrat der Stadt Dieburg (Hrsg.): Dieburg als kurmainzer Amtsstadt von 1310 bis 1803. Museum Schloss Fechenbach, Dieburg 2010, ISBN 978-3-941823-06-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dieburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Dieburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geologie des Odenwald im Mineralienatlas
  3. Umweltatlas Hessen - Rhein-Main-Tiefland Gliederung
  4. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDieburg, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 1. November 2012.
  5. Als Beispiel für Tyrannei und Willkür der Obrigkeit ist er erwähnt in: Anton Praetorius: Gründlicher Bericht über Zauberey. 1613 Vorrede, S. 20.
  6. Herbert Pohl: Zauberglaube und Hexenangst im Kurfürstentum Mainz. 2., überarb. u. erw. Auflage. Stuttgart 1998, S. 118 f.
  7. Kommunalwahlen 2011 in Hessen. Abgerufen am 9. April 2011.
  8. Zwei Fraktionen sind sich besonders grün. In: Dieburger Anzeiger. 5. Mai 2011, abgerufen am 11. Mai 2011.
  9. Wahlen 2011 in Hessen. Abgerufen am 29. März 2011.
  10. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1954 Amtsblatt Nr. 32 Seite 780