Moltke (Adelsgeschlecht)

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Stammwappen der von Moltke

Moltke ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts.

Geschichte[Bearbeiten]

Die von Moltke gehören zum mecklenburgischen Uradel katholischer Konfession. Ein Ritter Matthäus Moltke wird im Jahr 1220 erwähnt. Das Geschlecht erscheint urkundlich zuerst am 19. September 1254 mit den Gebrüdern und Rittern Fridericus Meltiko, miles und Johannes Moltike.[1][2] Die Stammreihe beginnt mit dem genannten Friedrich. Im 14. Jahrhundert sind die von Moltke auch in Schwedisch-Pommern und Schweden ansässig und kamen dort zu großen Ehren. Dorthin gelangten sie durch Hennig von Moltke unter Albrecht III. von Mecklenburg. In Schweden starb die Linie wieder aus. Der mecklenburgische Stamm breitet sich nach und nach immer weiter aus, gelangte zu großem Grundbesitz, unter anderem dem Gut auf der Halbinsel Wustrow und verzweigte sich später nach Österreich, Bayern, Württemberg, Preußen, Pommern, Thüringen, Schleswig-Holstein und Dänemark. Schon im 13. Jahrhundert sind die von Moltke im Ribnitzer Gebiet anzutreffen. Am 27. Dezember 1280 sind sie Mitunterzeichner Ribnitzer Urkunden[3] und 1295 ist Johannis de Moltke Pfarrer der Ribnitzer Stadtkirche.[4] Noch Mitte des 18. Jahrhunderts hatten verschiedene Zweige der von Moltke bedeutenden Grundbesitz inne. Der 1727 geborene Eberhard Friedrich Ehrenreich von Moltke als Provisor des Klosters Ribnitz und ritterschaftlicher Deputierter des Amtes Gnoien besaß Walkendorf, Strietfeld, Friedrichsdorf, Dorotheenwalde, Schorssow, Ziddorf, Tessenow und Bülow. Danach nahm der Besitz aber mehr und mehr ab und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die von Moltke in der Ribnitzer Gegend kaum nennenswerten Grundbesitz.

Im Einschreibebuch des Klosters Dobbertin befinden sich 16 Eintragungen von Töchtern der Familie von Moltke von 1696 bis 1863 aus Walkendorf, Schorssow und Samow zur Aufnahme in das adelige Damenstift im Kloster Dobbertin.

Der Familien entstammten zahlreiche Offiziere, darunter die beiden preußischen Generalstabschefs Helmuth Karl Bernhard von Moltke († 1891) und Helmuth Johannes Ludwig von Moltke († 1916). Helmuth James Graf von Moltke († 1945) wurde im Dritten Reich als Widerstandskämpfer hingerichtet.

Der Familie wurden mehrere Standeserhöhungen zuteil. So wurde Adam Gottlob von Moltke, Königlich dänischer Oberhofmarschall, aus der Linie Bregentved des Stammes Strietfeld am 31. März 1750 in den dänischen Lehnsgrafenstand erhoben.[5] Aus der Linie Schorsow des Stammes Samsow wurde Werner von Moltke, Königlich dänischer Oberpräsident in Kopenhagen, am 29. April 1834 in den dänischen Lehnsgrafenstand erhoben.[6] Ferner wurde ein dänisches Baronat nebst Wappen- und Namensvereinigung mit den Lehnsbaronen Rosenkrantz als Baron af Moltke-Rosenkrantz dem dänischen Kammerherrn Georg Moltke am 1. Mai 1828 erteilt[7]. Außerdem wurde Helmut von Moltke als preußischer General der Infanterie und Generalstabschef am 28. Oktober 1870 in den erblichen preußischen Grafenstand erhoben.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Allianzwappen derer von Moltke (links) und Burt über dem Portal des Schlosses in Kreisau

Das Stammwappen der Familie zeigt in Silber drei (2,1) schwarze Birkhähne. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken stehen sowohl sieben als auch acht fächerartig gestellte goldene Spickel, jeder mit einer natürlichen Pfauenfeder besteckt.

Bedeutende Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pommersches Urkundenbuch 593
  2. Mecklenburgisches Urkundenbuch (MUB) Band II. Schwerin (1864) Nr. 734
  3. (MUB) Band II. (1864) Nr. 1553
  4. (MUB) Band III. (1865) Nr. 2311
  5. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band IX, Seite 143
  6. Genealog. Handbuch des Adels, Adelslexikon, aaO., Seite 142
  7. Genealog. Handbuch, aaO., Seite143
  8. Genalog. Handbuch, aaO., Seite 141

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moltke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien