Semlow

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Semlow
Semlow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Semlow hervorgehoben
54.18027777777812.65527777777828Koordinaten: 54° 11′ N, 12° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Ribnitz-Damgarten
Höhe: 28 m ü. NHN
Fläche: 34,38 km²
Einwohner: 733 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18334
Vorwahl: 038222
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 085
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
18311 Ribnitz-Damgarten
Webpräsenz: www.ribnitz-damgarten.de
Bürgermeisterin: Andrea Eichler
Lage der Gemeinde Semlow im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Semlow ist eine Gemeinde im Westen des Kreises Vorpommern-Rügen. Sie liegt südöstlich von Ribnitz-Damgarten. Bis zum 1. Januar 2005 war die Gemeinde Teil des Amtes Ahrenshagen und ist seitdem Teil des Amtes Ribnitz-Damgarten.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Semlow liegt etwa 20 Kilometer südöstlich von Ribnitz-Damgarten. Die Bundesstraße 105 Rostock-Stralsund verläuft nördlich der Gemeinde. Der Ort ist von der Bundesautobahn 20 über den Anschluss Tribsees (ca. 20 km) zu erreichen. Die Gemeinde liegt an der Grenze zu Mecklenburg, die hier an der Recknitz verläuft.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Camitz
  • Palmzin
  • Plennin
  • Zornow
  • Semlow

Geschichte[Bearbeiten]

Semlow wurde im Jahr 1320 erstmals urkundlich erwähnt. Die Gegend war aber schon in der Steinzeit besiedelt. Davon zeugen Megalithgräber und Trogmühlensteinfunde. Der Name Semlow ist slawischen Ursprungs und soll „Neue Erde“ oder „Neue Heimat“ bedeuten. An der Stelle des jetzigen Schlosses befand sich eine alte slawische Burganlage. Im Jahre 1398 erschien der Ort erstmals im Besitz des Geschlechtes Behr. Diesen gehörte die Gegend bis zum Zweiten Weltkrieg. Semlow wurde zum Stammsitz des reichen Geschlechts. Der Vorgängerbau des heutigen Gutshauses wurde 1565 als Grenzburg zu Mecklenburg errichtet. Die Gemeinde hatte während des Dreißigjährigen Krieges schwer zu leiden. 1767 nahm das Geschlecht neben ihrem Stammnamen und Wappen den des verwandten, aber ausgestorbenen Geschlechts Negendank an und führte jetzt den Namen von Behr-Negendank. Das Herrenhaus wurde 1830 nach den Plänen des mecklenburgischen Hofarchitekten Friedrich Wilhelm Buttel (1796–1869) für Bauherr Carl August von Behr-Negendank erbaut. Es ist ein schlichter klassizistischer Bau mit viersäuligem Mittelrisalit.

Das Hauptgebäude vom Schloss wurde um 1800 im klassizistischen Stil errichtet. Etwa um 1855 erfolgte an der östlichen Gebäudeseite ein Anbau für ein Gewächshaus und Orangerie. Der westliche Anbau nahe der Kirche wurde erst um ca. 1868 als Wohnbereich des Schlossbesitzers errichtet. Durch das sehr hohe Kellergeschoss ist das Schloss zur Hof- und Parkseite dreigeschossig. Der an der parkseitigen Gebäudefront vorhandene fünfachsige Mittelrisalit wird durch flache Wandsäulen besonders hervorgehoben. Ursprünglich war der Mittelrisalit mal mit einem Dreiecksgiebel ausgestattet. Rechtsseitig, zwischen dem Schloss und der damaligen Orangerie, befindet sich eine steile Treppe als Zugang zum Schlosspark. Die in Richtung Dorf zeigende Schlossseite ist nur zweigeschossig. Der an dieser Seite vorhandene dreiachsige Mittelrisalit wird durch den Säulenvorbau und dem darauf ruhenden Altan hervorgehoben. Der an der Parkseite, unmittelbar vor dem Schloss gelegene Teich, wurde zwischen 1851–1853 im Zusammenhang mit der Parkgestaltung angelegt. Am südlichen Teichrand steht eine Sumpfzypresse und auch ein nordamerikanischer Nadelbaum.

1861 wurde die Familie in den preußischen Grafenstand erhoben. Zum Gut Semlow kamen folgende Pertinenzen: Carlshof, Palmzin, Wossen, Stormsdorf und Weitenhagen, später kamen hinzu: Behrenwalde, Katzenow und Koitenhagen.[2] Als weitere Besitzungen sind genannt: Dölitz und Kranichshof.[3] Die Familie von Behr-Negendank mit dem Stammsitz Semlow wurde damit zu einem der größten und einflussreichsten Gutsbesitzungen in Pommern.

Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 geriet Vorpommern und somit auch der Ort Semlow bis zum Jahr 1815 unter schwedische Herrschaft und danach zur preußischen Provinz Pommern.

Die Gemeinde war bis 1952 Teil des Landkreises Franzburg-Barth und gehörte danach bis 1994 zum Kreis Ribnitz-Damgarten im Bezirk Rostock.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 7. September 2001 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 250 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein blauer Wellenschrägbalken, belegt nach der Figur: oben mit einem goldenen Buchenblatt, unten mit einem goldenen Eichenblatt; begleitet nach der Figur: oben von einem schreitenden, rot gezungten und bewehrten schwarzen Bären mit goldenem Halsband, unten von einem schwarzen Pflug.“

Das Wappen wurde von dem Weimarer Michael Zapfe gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Semlow

  • Nach 1800 im klassizistischen Stil erbautes Herrenhaus Schloss Semlow
  • Landschaftspark am Schloss, angelegt auf Initiative von Ulrich von Behr-Negendank
  • Dorfkirche Semlow: Feldsteinkirche, um 1857 restauriert und 1861–1863 durch Carl Julius Milde mit spätnazarenischer Wand- und Deckenmalerei versehen; einschiffiger Feldsteinbau mit eingezogenem, quadratischem Chor, Südsakristei und Westturm, Anfang 13. Jahrhundert, 1790 Turmobergeschoss mit geschweifter Haube; Ausstattung 1576–1727
  • Kapelle Semlow: Grabkapelle des Geschlechtes von Behr-Negendank. Von W. Walter, Berlin 1880/1881 erbaut im Stil der Neugotik aus Backstein mit Dekor. 1999 Rekonstruktion
  • Gebäudeensemble an der Hauptstraße
  • Drei Großsteingräber, darunter ein Urdolmen, ein Großsteingrab und ein Hünenbett aus der Jungsteinzeit

Kultur[Bearbeiten]

  • Seit dem Jahr 2001 existiert der Förderverein zur Erhaltung Semlower Kulturgüter, der kirchliche und kulturelle Belange des Ortes Semlow fördert und unter anderem zur Erhaltung denkmalgeschützter Gebäude und Anlagen beiträgt[4].

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Lisch: Urkunden und Forschungen zur Geschichte des Geschlechts Behr, Band I, Schwerin 1861. Band I, 203 Seiten (online).
  • 675 Jahre Semlow. Ortschronik von Eberhard Kell.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Semlow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 182, ISBN 3-88042-636-8
  3. Friedrich Lisch: Urkunden und Forschungen zur Geschichte des Geschlechts Behr, Band I, Schwerin 1861, S.107
  4. http://www.schlosspark-semlow.de/Der_Forderverein/der_forderverein.html