Hohen Viecheln

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Hohen Viecheln führt kein Wappen
Hohen Viecheln
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohen Viecheln hervorgehoben
53.78466666666711.510536Koordinaten: 53° 47′ N, 11° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 18,96 km²
Einwohner: 654 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23996
Vorwahl: 038423
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 031
Adresse der Amtsverwaltung: Am Wehberg 17
23972 Dorf Mecklenburg
Webpräsenz: amt-dorfmecklenburg-badkleinen.de
Bürgermeister: Lothar Glöde
Lage der Gemeinde Hohen Viecheln im Landkreis Nordwestmecklenburg
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Rostock Landkreis Rostock Landkreis Ludwigslust-Parchim Landkreis Ludwigslust-Parchim Bad Kleinen Barnekow Bobitz Dorf Mecklenburg Groß Stieten Hohen Viecheln Lübow Metelsdorf Ventschow Dragun Gadebusch Kneese Krembz Mühlen Eichsen Rögnitz Roggendorf (Mecklenburg) Veelböken Bernstorf Gägelow Stepenitztal Stepenitztal Stepenitztal Plüschow Roggenstorf Rüting Testorf-Steinfort Upahl Warnow (bei Grevesmühlen) Damshagen Hohenkirchen (Mecklenburg) Kalkhorst Klütz Zierow Alt Meteln Bad Kleinen Brüsewitz Cramonshagen Dalberg-Wendelstorf Gottesgabe (bei Schwerin) Grambow (bei Schwerin) Klein Trebbow Lübstorf Lützow (Mecklenburg) Perlin Pingelshagen Pokrent Schildetal Seehof (Mecklenburg) Zickhusen Benz (bei Wismar) Blowatz Boiensdorf Hornstorf Krusenhagen Neuburg (Mecklenburg) Bibow Glasin Jesendorf Jesendorf Lübberstorf Neukloster Passee Warin Züsow Zurow Carlow (Mecklenburg) Dechow Groß Molzahn Holdorf (Mecklenburg) Königsfeld (Mecklenburg) Rehna Rehna Rehna Rieps Schlagsdorf Thandorf Utecht Wedendorfersee Dassow Grieben (Mecklenburg) Groß Siemz Lockwisch Lüdersdorf Menzendorf Niendorf (Amt Schönberger Land) Roduchelstorf Schönberg (Mecklenburg) Selmsdorf Boltenhagen Grevesmühlen Insel Poel Poel WismarKarte
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Hohen Viecheln ist eine Gemeinde im Landkreis Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen mit Sitz in der Gemeinde Dorf Mecklenburg verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Ufer der Nordspitze des Schweriner Sees und etwa 15 Kilometer südlich von Wismar. Zu Hohen Viecheln gehören die Ortsteile Hädchenshof, Moltow und Neu Viecheln.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Wohnplatz Hohen Viecheln ist ein wichtiger Fundort der Mittelsteinzeit. In den nahezu ungestörten Schichten wurde reiches Fundmaterial der Maglemose-Kultur geborgen. Ernährungsgrundlage war die Jagd. Der Fischfang spielte eine gewisse Rolle. Das Einsammeln von Früchten, essbaren Pflanzenteilen und Kleingetier ergänzte den Speiseplan.

In geschichtlicher Zeit war in Hohen Viecheln bereits im Jahr 1178 ein Kirchspiel vorhanden. Ein Priester Simon wird als erster (vor Cramon und Kirch Stück) in einer Liste von Personen genannt, die in Dargun eine Urkunde bezeugten. Der damalige Ortsname Viecheln (Vichel) leitet sich eventuell von einem slawischen Personennamen ab, etwa „Ort des Vich“.[2]

Um 1310/20 wurde die backsteingotische Kirche errichtet.

Zwischen Hohen Viecheln und Bad Kleinen beginnt der Wallensteingraben, auch früher Viechelner Fahrt genannt, der den Schweriner See mit der Ostsee verbindet. Er wurde von 1577 bis 1582 unter Herzog Johann Albrecht I. erbaut.

Der Namenszusatz „Hohen“ erfolgte erst im 18. Jahrhundert, als auf der Feldmark ein weiterer Hof entstand, damals Neuhof, später Neu Viecheln, der dem Dorf zur Unterscheidung den Namen „Hohen Viecheln“ einbrachte.

In der Gemeinde besteht eine Erbfischerei mit einer über 250-jährigen Familientradition. In den letzten Jahren sind in Hohen Viecheln zahlreiche Eigenheime entstanden.

Die Kirche[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hohen Viecheln liegt in Reichweite der Ostseeautobahn A 20 sowie der A 14. Vom Nachbarort Bad Kleinen bestehen zahlreiche Bahnverbindungen nach Schwerin, Rostock, Hamburg, Lübeck und Wismar. Die Bahnstrecke Bad Kleinen–Rostock verläuft ohne Halt durch Hohen Viecheln.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, S. 287-295. ISBN 3-910179-06-1
  • Graf von Oeynhausen: Die Plessen und Hohen-Viecheln. Schwerin 1907.
  • Eckhard Michael: Die Holzskulptur eines Herrn von Plessen aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts in der Kirche zu Hohen Viecheln, Kreis Wismar, in: Plesse-Archiv. Heft 16, Göttingen 1980, S. 65–91.
  • Die mittelalterlichen Siedlungsnamen, in: Peter Donat, Heike Reimann, Cornelia Willich: Slawische Siedlung und Landesausbau im nordwestlichen Mecklenburg (Forschungen zur Geschichte und Kultur des Östlichen Mitteleuropa, Band 8). S. 59–128.
  • Liebliche Landschaft zwischen Wismar und Schwerin. Informationsbroschüre des Amtes Bad Kleinen, ohne ISBN

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hohen Viecheln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Aktueller Forschungsstand, vgl. Slawische Siedlung und Landesausbau S. 71. Nach einer veralteten Interpretation in Liebliche Landschaft zwischen Wismar und Schwerin (ohne ISBN) steht Vichle bzw. Vichele für slaw. Gestrüpp, Busch