Nowy Urengoi

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Stadt
Nowy Urengoi
Новый Уренгой
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Ural
Region Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen
Stadtkreis Nowy Urengoi
Bürgermeister Iwan Kostogris
Gegründet 1973
Stadt seit 1980
Fläche 222 km²
Bevölkerung 104.107 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 469 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 40 m
Zeitzone UTC+5
Telefonvorwahl (+7) 3494
Postleitzahl 629300–629329
Kfz-Kennzeichen 89
OKATO 71 176
Website www.newurengoy.ru
Geographische Lage
Koordinaten 66° 5′ N, 76° 41′ O66.08333333333376.68333333333340Koordinaten: 66° 5′ 0″ N, 76° 41′ 0″ O
Nowy Urengoi (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Nowy Urengoi (Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen)
Red pog.svg
Lage im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen
Liste der Städte in Russland

Nowy Urengoi (russisch Но́вый Уренго́й) ist eine Großstadt in Russland mit 104.107 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1] Sie liegt im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen im nördlichen Westsibirien am Pur-Zufluss Jewo-Jacha, etwa 450 km östlich der Kreishauptstadt Salechard. Die nächstgelegene Stadt ist Tarko-Sale, das sich 139 km südlich von Nowy Urengoi befindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Springbrunnen in Nowy Urengoi

Mit der ersten Bohrung nahe dem heutigen Nowy Urengoi wurde im Jahr 1966 die Erschließung des Urengoi-Gasfeldes gestartet, die zur Ansiedelung von Arbeitskräften in dieser bis dahin weitgehend unbewohnten Gegend führte. Nahe dem Dorf Urengoi (im Nenzischen wörtlich „abgelegen“, „verschlafen“; nach anderen Deutungen „Hohes Gras“ oder „Endlose Anhöhen“[2]), etwa 80 km östlich der heutigen Stadt, entstand bereits Ende der 1960er-Jahre eine Arbeitersiedlung. Mit der Ausweitung der erschlossenen Gasvorkommen wurde im September 1973 zusätzlich eine neue Stadt angelegt, die in Abgrenzung zur Arbeitersiedlung den Namen Nowy Urengoi, also „Neues Urengoi“, erhielt.

1980 wurde Nowy Urengoi, das inzwischen über 16.000 Einwohner zählte, der Stadtstatus verliehen. 2004 wurden die städtischen Siedlungen Korottschajewo (russisch Коротча́ево) und Limbjajacha (Лимбяя́ха) eingemeindet, die beide etwa 70 km östlich am linken Ufer des Pur (in direkter Nähe des „alten“ Urengoi am jenseitigen Flussufer) liegen, dort wo ursprünglich die Polarkreiseisenbahn den Fluss hätte überqueren sollen (heute knickt die Bahnlinie jedoch Richtung Surgut nach Süden ab). Durch diese Eingemeindungen überschritt Nowy Urengoi die Grenze von 100.000 Einwohnern und wurde zur Großstadt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1979 8.580
1989 93.235
2002 94.456
2010 104.107

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Eines der Wohnviertel

Als Zentrum eines der wichtigsten Erdgasfördergebiete Russlands gilt Nowy Urengoi heute inoffiziell als Hauptstadt der russischen Gasförderung. Die drei größten in Nowy Urengoi ansässigen Unternehmen sind die zum Konzern Gazprom gehörenden Gasförderunternehmen Urengoigasprom, Jamburggasdobytscha und Tjumenburgas, die zusammen fast 75 % der russischen Gasproduktion liefern.

Aufgrund der abgeschiedenen Lage weist Nowy Urengoi keine Fernstraßenverbindungen zum restlichen Russland auf. Es gibt jedoch eine Eisenbahnverbindung über Surgut und Tobolsk nach Tjumen (von dort auch weiter nach Moskau), außerdem einen Flughafen. Im (alten) Urengoi, 80 km weiter östlich, existiert ein bedeutender Flusshafen am Pur, dessen Betreibergesellschaft in Nowy Urengoi ansässig ist. Der Transport des bei Nowy Urengoi geförderten Gases ins europäische Russland und nach Europa erfolgt über die Pipeline „Urengoi – Pomary [zwischen Kasan und Tscheboksary] – Uschhorod“.

Sport[Bearbeiten]

Die Volleyball-Männer und -Frauen von Fakel Nowy Urengoi spielen in der russischen Superliga.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Russische Wikipedia, leider auch dort ohne Nachweis

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nowy Urengoi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien