Olympische Sommerspiele 1936/Hockey

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Olympisches Hockeyturnier 1936
Olympische RingeHockey
Herren
Anzahl Nationen 11
Olympiasieger Britisch-IndienBritisch-Indien Indien
Austragungsort Berlin
Stadion Hockey-Olympiastadion
Eröffnung 4. August 1936
Endspiel 15. August 1936
1932 1948

Bei den XI. Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin wurde ein Hockeyturnier (Herren) ausgetragen. Die Sportart hatte an Bedeutung gewonnen und zum ersten Mal in der Olympischen Geschichte wurde ein eigenes Hockey-Stadion errichtet. Auch der übrige Aufwand für das Turnier war beträchtlich. Die Regeln wurden auf Englisch, Franzosisch und Spanisch übersetzt. Und als die 50 Dutzend Hockeybälle aus Indien, die 14 Tage vor Turnierbeginn eintrafen, vom Präsidenten der FIH Marc Bellin du Coteau für zu schwer und zu groß befunden wurden, bestellte man telefonisch neue Bälle aus England, die mit dem Flugzeug geliefert wurden.[1]

Turniermodus[Bearbeiten]

Eintrittskarte (9. August)

Jede der 11 gemeldeten Mannschaft sollte wenigstens drei und höchstens sechs Spiele machen. Deshalb wurden drei Gruppen gebildet. Für die Einteilung hatte der Welthockeyverband FIH eine Rangliste erstellt: (1) Indien, (2) Deutschland, (3) Frankreich. Die weitere Reihenfolge ist nicht bekannt. Die Gruppenersten und der Zweite der als stärkste eingeschätzten Gruppe C qualifizierten sich für die Halbfinale, anschliessend wurden die Medaillen ausgespielt.

Um den Teams, die sich nicht für das Finale qualifizieren konnten, weitere Spiele zu ermöglichen, wurde eine Trostrunde angesetzt.

Gruppe A[Bearbeiten]

Indien gewann alle Spiele zu Null und qualifizierte sich wie erwartet für das Halbfinale gegen den Zweiten der Gruppe C.
5. August 16:00 Indien – Ungarn 4:0 (2:0)  
  16:30 Japan – USA 5:1 (2:0)  
7. August 16:30 Indien – USA 7:0 (3:0)  
8. August 18:00 Japan – Ungarn 3:1 (1:0)  
10. August 16:30 Indien – Japan 9:0 (4:0)  
  18:00 Ungarn – USA 3:1 (3:0)  
Tabelle Gruppe A
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. Britisch-IndienBritisch-Indien Indien 3 20:0 6
2. JapanJapan Japan 3 8:11 4
3. UngarnUngarn Ungarn 3 4:8 2
4. Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 3 2:15 0

Gruppe B[Bearbeiten]

Auch Deutschland gewann seine beiden Spiele klar und qualifizierte sich für das Halbfinale gegen den Ersten der Gruppe C.
4. August 18:00 Afghanistan – Dänemark 6:6 (5:4)  
6. August 18:00 Deutschland – Dänemark 6:0 (2:0)  
8. August 16:30 Deutschland – Afghanistan 4:1 (1:0)  
Tabelle Gruppe B
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland 2 10:1 4
2. Afghanistan Königreich 1931Afghanistan Afghanistan 2 7:10 1
DanemarkDänemark Dänemark 2 6:12 1

Gruppe C[Bearbeiten]

Die Niederlande und Frankreich qualifizierten sich für das Halbfinale.
4. August 16:30 Frankreich – Schweiz 1:0 (0:0)  
  18:00 Niederlande – Belgien 2:2 (2:1)  
6. August 16:30 Niederlande – Schweiz 4:1 (2:1)  
7. August 18:00 Frankreich – Belgien 2:2 (1:2)  
9. August 16:30 Schweiz – Belgien 2:1 (1:0)  
  18:00 Niederlande – Frankreich 3:1 (1:0)  
Tabelle Gruppe C
Platz Team Spiele Tore Punkte
1. NiederlandeNiederlande Niederlande 3 9:4 5
2. FrankreichFrankreich Frankreich 3 4:5 3
3. SchweizSchweiz Schweiz 3 3:6 2
BelgienBelgien Belgien 3 5:6 2

Trostrunde[Bearbeiten]

An der Trostrunde konnten die Teams teilnehmen, die sich nicht für das Halbfinale qualifiziert hatten. Die Spiele hatten zwar keinen Einfluss auf die olympische Rangliste, sie boten den Teilnehmern jedoch weitere Vergleiche ihrer Spielstärken.[2]
11. August   Afghanistan – Belgien 4:1 (2:1)  
    Schweiz – Dänemark 5:1 (4:0)  
13. August   Afghanistan – USA 3:0 (2:0)  
    Japan – Dänemark 4:1 (1:0)  
    Ungarn – Belgien 1:0 (1:0)  

Finale[Bearbeiten]

Das Finale war ursprünglich auch für Freitag, 14. August, vorgesehen musste aber wegen starken Regens um einen Tag verschoben werden.[3]
12. August 16:30 Indien – Frankreich 10:0 (4:0) Halbfinale
  18:00 Deutschland – Niederlande 3:0 (1:0) Halbfinale
14. August 16:30 Niederlande – Frankreich 4:3 (2:1) Spiel um Platz 3
15. August 11:00 Indien – Deutschland 8:1 (1:0) Endspiel
Olympiasieger Indien, stehend zweiter von links der Kapitän "Hockey-Zauberer" Dhyan Chand
Rangliste
Platz Team
1. Britisch-IndienBritisch-Indien Indien
2. Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland
3. NiederlandeNiederlande Niederlande
4. FrankreichFrankreich Frankreich
5. SchweizSchweiz Schweiz
Afghanistan Königreich 1931Afghanistan Afghanistan
JapanJapan Japan
UngarnUngarn Ungarn
BelgienBelgien Belgien
DanemarkDänemark Dänemark
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA

Medaillengewinner[Bearbeiten]

Gold medal icon.svg Silver medal icon.svg Bronze medal icon.svg 4
Britisch-IndienBritisch-Indien Indien Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutschland NiederlandeNiederlande Niederlande FrankreichFrankreich Frankreich
Richard James Allen
Dhyan Chand Bais
Ali Iqtidar Shah Dara
Lionel Emmett
Peter Paul Fernandez
Joseph Galibardy
Earnest John Goodsir-Cullen
Mohd Hussain
Syed Mohd Jafar
Ahmed Sher Khan Sher
Ahsan Mohd Khan
Murza Nasir-ud-Din Masood
Cyril James Michie
Baboo Narsoo Nimal
Joseph Phillip
Shabban Shahab-ud-Din
Garewal Gurcharan Singh
Roop Singh Bais
Calyle Carrol Tapsell
Hermann Auf der Heide
Ludwig Beisiegel
Erich Cuntz
Karl Dröse
Alfred Gerdes
Werner Hamel
Harald Huffmann
Erwin Keller
Herbert Kemmer
Werner Kubitzki
Paul Mehlitz
Carl Menke
Fritz Messner
Detlef Okrent
Heinrich Peter
Heinz Raack
Carl Ruck
Hans Scherbart
Heinz Schmalix
Tito Warnholtz
Kurt Weiß
Erich Zander
Ernst Willem van den Berg
Pieter Adriaan Gunning
Rudolf Jacob van der Haar
Carl Erik Heijbroek
Antoine Robert Onslow van Lierop
Hendrik Christaan de Looper
Jan de Looper
Agathon de Roos
Henri Carel Willem Schnitger
René Sparenberg
Reindert Berend Jan de Waal
Max Westerkamp
Guy Chevalier
Emmanuel Gonat
Joseph Goubert
Claude Gravereaux
Félix Grimonprez
Ettienne Guibel
Guy Hénon
Charles Imbault
Paul Imbault
Marcel Lachmann
Claude Roques
Jean Rouget
Paul Sartorius
Claude Soulé
Raymond Tixier
François Verger
Michel Verkindère
Anatole Vologe

Team Schweiz[Bearbeiten]

SchweizSchweiz Schweiz
Roland Annen
René Courvoisier
Adolf Fehr
Konrad Fehr
Louis Gilliéron
Hans Gruner
Fridolin Kurmann
Charles Légeret
Giancarlo Luzzani
Walter Meier
Walter Scherrer
Roger Toffel
Ernst Tüscher

Quellen[Bearbeiten]

  1. IOC Report Vol 1 (PDF; 43,4 MB) S. 275
  2. IOC Report Vol 2 (PDF; 77,5 MB) S. 1064
  3. IOC Report Vol 2 (PDF; 77,5 MB) S. 1064