Otto Heinrich Frank

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Otto Frank (1961)

Otto Heinrich Frank (* 12. Mai 1889 in Frankfurt am Main; † 19. August 1980 in Birsfelden bei Basel) war ein deutscher Kaufmann, der von 1933 bis 1944 und von 1945 bis 1953 in den Niederlanden lebte. Er war der Vater von Anne Frank, deren Tagebuch von ihm herausgegeben wurde.

Leben[Bearbeiten]

Otto Franks Vater Michael stammte aus Landau in der Pfalz, der Stammbaum seiner Mutter Alice Stern lässt sich in Frankfurter Registern bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Otto Frank besuchte das Lessing-Gymnasium in Frankfurt, das er 1908 mit dem Abitur beendete[1], diente im Ersten Weltkrieg als deutscher Offizier im Rang eines Leutnants und war Träger des Eisernen Kreuzes.

Mit seiner Ehefrau Edith Frank-Holländer und den beiden Töchtern Margot und Anne wohnte er bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten in Frankfurt am Main.[2] Nach 1933 zog er mit seiner Familie nach Amsterdam, da er aufgrund seines jüdischen Glaubens Repressalien der Nationalsozialisten befürchtete.

Erich Elias, ein Freund von Robert Feix, vermittelte seinem Schwager Otto Frank 1933 das Angebot, für die deutsche Opekta eine niederländische Auslandsvertretung „Nederlandsche Opekta“ in Amsterdam aufzubauen. Otto Frank wurde anvertraut, die Ausweitung des Geschäfts in den Niederlanden zu organisieren. Er ging zunächst alleine nach Amsterdam, um eine Wohnmöglichkeit für seine Familie zu finden und Voraussetzungen für das Unternehmen zu klären. Im Februar 1934 kam seine Ehefrau Edith Frank-Holländer mit den beiden Töchtern Margot und Anne nach.

Zwei Jahre nach der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen am 14. Mai 1940 tauchte die Familie unter. Dazu versteckte sie sich am 6. Juli 1942 im Hinterhaus des Gebäudes an der Prinsengracht 263, wo sich im Vorderhaus der Firmensitz der „Nederlandsche Opekta“ befand, vor der deutschen Gestapo. Die Familie und weitere jüdische Bewohner des Hinterhauses wurden durch bisher Unbekannte verraten und am 4. August 1944 von SS-Oberscharführer im Sicherheitsdienst Karl Josef Silberbauer verhaftet.

Nach der Verhaftung der Untergetauchten wurde Otto Frank in das Durchgangslager Westerbork eingeliefert und später nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er von der sowjetischen Armee befreit. Als Einziger seiner Familie überlebte Otto Frank den Holocaust.

Auf Anraten einiger Freunde gab er das Tagebuch seiner Tochter Anne heraus. Am 10. November 1953 heiratete Otto Frank in Amsterdam Elfriede Markovits, die ihren ersten Mann, Erich Geiringer, und ihren Sohn im Konzentrationslager Auschwitz verloren hatte. Die beiden hatten sich im KZ kennengelernt. Gemeinsam wanderten sie im selben Jahr in die Schweiz aus. Er gründete 1966 den Anne-Frank-Fonds in Basel, nachdem 1957 die Anne Frank Stiftung zur Erhaltung des Hauses in der Prinsengracht 263 gegründet worden war.

Spielfilme[Bearbeiten]

Otto Frank wurde in dem Spielfilm Das Tagebuch der Anne Frank (1959) von Joseph Schildkraut und in Anne Frank – Die wahre Geschichte (2001) von Ben Kingsley dargestellt. In den beiden BBC-Produktionen The Diary of Anne Frank wurde er von Emrys James (1987) und Ian Glen (2001) dargestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carol Ann Lee: Otto Franks Geheimnis. Der Vater von Anne Frank und sein verborgenes Leben (Originaltitel: The Hidden Life of Otto Frank). Deutsch von Renate Weitbrecht und Helmut Dierlamm. Piper, München und Zürich 2006, ISBN 978-3-492-24692-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Schnabel: Anne Frank. Spur eines Kindes. Frankfurt am Main 1981, S. 13
  2. Abiturjahrgang Ostern 1908; 309. Frank, Otto, Ffm. 12. Mai 1989, Bankkaufmann zu Amsterdam. War vor 14 berufstätig in Ffm. und Düsseldorf mit mehreren Aufenthalten in New York; Kriegsteilnahme; danach wieder in Ffm. bis zur Übersiedlung nach Amsterdam; K: 2, nicht mehr am Leben. (Aus: Rudolf Bonnet: Das Lessing Gymnasium zu Frankfurt am Main - Lehrer und Schüler 1897-1947, Frankfurt am Main 1954)