Patrick Macnee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Patrick Macnee, Szenenbild aus Lobster Man from Mars, 1989

Daniel Patrick Macnee (* 6. Februar 1922 in London) ist ein britischer Schauspieler und Hörspielsprecher.

Vom Publikum wird Macnee zumeist mit der Rolle des Gentleman-Agenten „John Steed“ identifiziert, die er in der Fernsehserie Mit Schirm, Charme und Melone spielte.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Macnees Vater Daniel "Shrimp" Macnee war Pferdetrainer, der trank, das Familienvermögen verspielte und schließlich die Familie verließ. Patrick wuchs bei seiner lesbischen Mutter Dorothea Mary (geb. Henry oder Hastings)[1][2] und deren Lebensgefährtin Evelyn auf. Bis zu seinem elften Lebensjahr musste er den Kilt tragen, obwohl die Familie in Südengland wohnte. Während der Schulzeit wäre Macnee beinahe vom Eton College verwiesen worden, da er einen Spielerring aufgezogen hatte. Nach Abschluss der Schule trat er zuerst als Bühnenschauspieler auf und hatte seine erste kleine Filmrolle in Pygmalion. Roman eines Blumenmädchens (Pygmalion, 1938).

Der Zweite Weltkrieg unterbrach seine beginnende Filmkarriere, denn er wurde von der Royal Navy eingezogen. Nach dem Krieg besuchte Macnee mit einem Stipendium die Webber Douglas School of Dramatic Art in London und setzte seine Filmlaufbahn als junger „Jacob Marley“ in Eine Weihnachtsgeschichte (Scrooge, 1951) fort. Enttäuscht über das beschränkte Rollenangebot verließ er England und zog als Produzent nach Kanada und in die USA. In Kanada gilt er als Pionier des dortigen Fernsehens.

1954 ging er mit einer Truppe des Old-Vic-Theaters aus London an den Broadway und zog später nach Hollywood, wo er verschiedene Fernseh- und Filmauftritte hatte. Zu seinen bekanntesten Filmen der 1950er Jahre gehören Panzerschiff Graf Spee (The Battle of the River Plate, 1956) und Die Girls (1957). 1959 kehrte Macnee nach England zurück, wo er von seinen Erfahrungen in Hollywood und Kanada profitierte. Er wurde Co-Produzent der Fernsehserie Winston Churchill: The Valiant Years (1960).

Kurz danach erhielt er die Rolle, die ihn weltweit bekannt machte: John Steed in der Fernsehserie The Avengers (1961) (Mit Schirm, Charme und Melone) und im Kinofilm The Avengers von 1998 als Stimme des „Invisible Jones“. Nach Absetzung der Serie 1969 hatte er, aufgrund der engen Verbindung seiner Person zu dieser Rolle, Schwierigkeiten, neue Angebote zu bekommen. Mit der Neuauflage der Serie 1976 unter dem Titel The New Avengers erhielt er die Möglichkeit, die Rolle des John Steed weiter zu spielen. Die Magie und den Charme der ursprünglichen Serie, insbesondere der Folgen mit Diana Rigg als Emma Peel, besaßen die neuen Folgen jedoch nicht. Danach sah man ihn im Fernsehfilm Sherlock Holmes in New York (1976) als Doktor Watson an der Seite von Sherlock Holmes (Roger Moore). 1980 war er im Abenteuerfilm Die Seewölfe kommen in einer Nebenrolle als Major 'Yogi' Crossley zu sehen und spielte so an der Seite von Gregory Peck, Roger Moore und David Niven. Der Film entwickelte sich zu einem Kassenerfolg.

Während der 1980er und der 1990er Jahre war er Gast in mehreren amerikanischen Fernsehserien wie Gavilan (1982), Empire (1984), in 26 Folgen der Fernsehserie Thunder in Paradise (1994) mit Hulk Hogan und Night Man (1997). Wenig bekannt ist seine Rolle in der Fernsehserie Kampfstern Galactica (1978–1980) als Darsteller des erhabenen Herrschers der Zylonen und als Count Iblis. Daneben nahm er auch verschiedene Hörbücher auf.

Größere Nebenrollen hatte er in Joe Dantes Horrorfilm Das Tier (The Howling, 1981) als „Dr. George Waggner“, in Rob Reiners This is Spinal Tap (1984) als „Sir Denis Eton-Hogg“ und in dem James-Bond-Film James Bond 007 – Im Angesicht des Todes (A View to a Kill) (1985) als „Sir Godfrey Tibbett“. Ferner spielte er auch in der Komödie Trottel im Weltall (The Creature Wasn't Nice, 1983) mit Leslie Nielsen in der Hauptrolle. Danach trat er auch in verschiedenen Fernsehserien auf, wie In 80 Tagen um die Welt (1989) neben Pierce Brosnan und als Doktor Watson neben Christopher Lee (als Sherlock Holmes). Seinen bislang letzten Kinofilm drehte er 2003 mit The Low Budget Time Machine. Im Jahr 2000 wirkte er als Erzähler an Dokumentationen über verschiedene James-Bond-Filme und über Ian Fleming mit.

Einen kurzen Gastauftritt hatte er als Fahrer der Gruppe Oasis im Videoclip Don’t Look Back In Anger.

Die deutschen Stimmen von Patrick Macnee waren unter anderem Gert Günther Hoffmann und Hans Sievers.

Macnee war von 1942 bis 1956 mit Barbara Douglas, von 1965 bis 1969 mit Katherine Woodville und von 1988 bis zu ihrem Tod 2008 mit Baba Majos de Nagyzsenye verheiratet. Mit seinen beiden Kindern aus erster Ehe lebt Macnee in Rancho Mirage und La Jolla in Südkalifornien. 1959 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1968 erhielt Patrick Macnee in Deutschland den Goldenen Bravo Otto und 1969 den Bronzenen Bravo Otto der Jugendzeitschrift Bravo. Die Academy of Science Fiction, Fantasy and Horror ehrte Macnee mit der Golden Scroll-Auszeichnung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Macnee, Marie Cameron: Blind in One Ear. The Avenger Returns. Mercury House, 1992, ISBN 0-91651585-0. (Autobiografie)
  • Patrick Macnee, Dave Rogers: The Avengers And Me. Titan Books, 2004, ISBN 1-85286801-5. (Biografie)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Patrick Macnee“ – Biografie. Offizielle Website des Schauspielers. Abgerufen am 22. Juni 2013.
  2. Patrick Macnee, Marie Cameron: Blind In One Ear. S. 294.