Roger Moore

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Roger Moore 2010

Sir Roger George Moore, KBE (* 14. Oktober 1927 in London, Vereinigtes Königreich) ist ein britischer Schauspieler. Moore spielte in den 1970er- und 1980er-Jahren in sieben Filmen den britischen Geheimagenten James Bond.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Roger Moore (1973)

Der Sohn eines Polizisten wollte ursprünglich Zeichner werden. Ab 1941 besuchte er eine Londoner Kunstschule und arbeitete anschließend für ein Trickfilmstudio. 1945 trat er als 18-Jähriger in die britische Armee ein und diente in ihr im besetzten Nachkriegsdeutschland. In Schleswig und später in Neumünster stationiert, wirkte er für die „Combined Services Entertainment Unit“ an diversen Theaterstücken und Shows für die Truppentheater der umliegenden Städte wie dem „Gaiety Theatre ‚Stadt Hamburg‘“ in Eckernförde mit.[1]

Ende der 1940er Jahre übernahm Moore mehrere kleine Statistenrollen beim Film und beschloss daraufhin, Schauspieler zu werden. Nach einem Studium an der Royal Academy of Dramatic Art ging er 1953 in die Vereinigten Staaten, wo er neben einigen Kinofilmen auch in mehreren Folgen der Fernsehserie Maverick als Cousin der von James Garner gespielten Titelfigur zu sehen war. Zwischenzeitlich drehte er auch in England eine Fernsehserie: Ivanhoe.

Nach einem Abstecher nach Italien, wo er zwei unbedeutende Filme drehte, kehrte Moore nach England zurück, wo er mit der Rolle des Gentleman-Detektivs Simon Templar in der gleichnamigen Erfolgsserie (1962-1969) Mitte der 60er endgültig weltberühmt und wohlhabend wurde. Es folgte 1971/72 an der Seite von Tony Curtis die Hauptrolle in der Kult-Fernsehserie Die Zwei, die zwar in den Vereinigten Staaten floppte, aber in Europa und den meisten anderen Ländern der Welt sehr erfolgreich war.

Nachdem Moore durch seine Fernsehserien weltbekannt geworden war, etablierte er sich auch als Leinwandstar, als er 1973 für Leben und sterben lassen die Rolle des Geheimagenten James Bond übernahm. Es folgten die Filme Der Mann mit dem goldenen Colt (1974), Der Spion, der mich liebte (1977), Moonraker (1979), In tödlicher Mission (1981), Octopussy (1983) und Im Angesicht des Todes (1985). Als er die Rolle zum letzten Mal verkörperte, war er bereits knapp 58 Jahre alt.

Roger Moore bei den Aufnahmen von Die Seewölfe kommen

Während seiner Bond-Ära spielte Moore auch in etlichen anderen Filmen Hauptrollen, wobei das Katastrophendrama Gold (1974), die Kriegsabenteuerfilme Die Wildgänse kommen (1978) und Die Seewölfe kommen (1980) sowie die Actionkomödie Auf dem Highway ist die Hölle los (1981) die erfolgreichsten dieser Nicht-Bond-Filme waren. Gelegentlich zeigte Moore, dass seine schauspielerischen Fähigkeiten ihn zu mehr befähigten, als „nur“ den smarten Frauenhelden und Abenteurer darzustellen: So überzeugte er 1970 in dem Psychothriller Ein Mann jagt sich selbst in einer Doppelrolle als biederer Angestellter und Familienvater und als dessen rücksichtsloses und hemmungsloses Alter ego, spielte in dem Actionfilm Sprengkommando Atlantik (1979) einen zynischen und exzentrischen Antiterrorspezialisten, der Frauen hasst, aber Katzen, Sticken und Scotch liebt – und war glaubwürdig als verängstigter und hilfloser Psychiater in dem Psycho-Thriller Das nackte Gesicht (1984).

Nach seinem Ausstieg als James Bond zog sich Moore nach und nach aus dem Filmgeschäft zurück und betätigte sich stattdessen – seit 1991 – engagiert als UNICEF-Botschafter und im Namen der Tierrechtsorganisation PETA gegen die Produktion von Stopfleber. Roger Moore beteiligte sich in Wien an einer Klinik, die auf Schwangerschaftsabbrüche spezialisiert war. Heute lebt Roger Moore in Crans-Montana (Schweiz) sowie Monaco.

[Bearbeiten] Privatleben

Roger Moore war insgesamt viermal verheiratet und hat drei Kinder. 1946 heiratete er seine Jugendliebe Doorn van Steyn, von der er sich bereits 1953 scheiden ließ. Im selben Jahr noch heiratete er die Sängerin Dorothy Squires, mit der er unter anderem in Hollywood zusammenlebte. 1961 lernte er bei Dreharbeiten zu dem italienischen Film Der Raub der Sabinerinnen seine dritte Frau Luisa Mattioli kennen, die er überzeugte mit ihm nach England zu ziehen und die er nach der Scheidung mit Dorothy Squires 1968, 1969 heiratete. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: die Schauspielerin Deborah Moore, der Schauspieler Geoffrey Moore und der Filmproduzent Christian Moore. 1996 ließen die beiden sich scheiden. 2002 heiratete er Kristina Tholstrup.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

Roger Moore erhielt im Laufe der Jahrzehnte diverse Preise und Ehrungen. So bekam er 1967 und 1981 den Goldenen, 1969, 1972 und 1973 den Silbernen sowie 1968, 1974 und 1979 den Bronzenen Bravo Otto der deutschen Jugendzeitschrift BRAVO. Ebenfalls 1967 erhielt er vom spanischen Fernsehen den Ondas Award als bester Schauspieler in einer internationalen TV-Serie (für „Simon Templar“), wurde – jeweils gemeinsam mit Serienpartner Tony Curtis – für Die Zwei 1973 vom französischen Magazin "tele-7-jours" als „Bester Schauspieler“ in einer ausländischen Fernsehserie sowie in Deutschland mit einem Bambi ausgezeichnet;1980 erhielt er in Hollywood einen Golden Globe als World Film Favourite und einen Saturn Award als "Most popular international performer". Für sein Lebenswerk bekam er in Deutschland 1991 einen Bambi und 1992 die Goldene Kamera in der Kategorie Weltstar mit Einsatz für UNICEF, in Italien 1995 den Tele Gatto sowie einen Lifetime Achievement Award 1997 beim 2. jährlichen Filmfestival in Palm Springs (USA), 2001 beim Internationalen Filmfestival in Jamaika und 2002 beim Film- und Fernsehfestival von Monte Carlo. Für sein soziales Engagement wurde er 1999 in Großbritannien zum Commander of the British Empire (CBE) ernannt, erhielt 2003 in Deutschland das Bundesverdienstkreuz und wurde im selben Jahr in Großbritannien zum Knight Commander of the British Empire (KBE) ernannt (und ist seitdem Sir Roger Moore). Außerdem erhielt er 2007 die "Dag-Hammarskjöld-Medaille" der Vereinten Nationen. Am 11. Oktober 2007 bekam Moore einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame bei der Adresse 7007 Hollywood Boulevard. Im Jahr 2008 wurde er mit dem höchsten französischen Kulturorden, dem Ordre des Arts et des Lettres, geehrt.[2] 2010 bekam er die DIVA des Deutscher Entertainment Preises in der Kategorie Hall of Fame den Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk. 2012 wurde ihm der St. Georgs Orden des Dresdner Semperopernballs 2012 für sein Lebenswerk verliehen.[3]

[Bearbeiten] Filmografie (Auswahl)

[Bearbeiten] als Schauspieler

[Bearbeiten] als Produzent

[Bearbeiten] Bibliografie

  • Roger Moore: Mein Name ist Bond... James Bond: Die Autobiografie, I.P. Verlag, 2009, ISBN 978-3-931624-62-0
  • Roger Moore: My Word is My Bond, Michael O'Mara Publications, 2008, ISBN 1-84317-332-8
  • Roger Moore: Roger Moore as James Bond - Roger Moore's Own Account of Filming LIVE AND LET DIE, Macmillan, 1973, ISBN

[Bearbeiten] Diskografie

  • 1959: We Wish You A Merry Christmas - 15 Great Christmas Favorites sung by Warner Bros. Stars
  • 1963: Aladdin told by Roger Moore
  • 1965: Snow White And The Seven Dwarfs told by Roger Moore
  • 1985: Sidney Sheldon: If Tomorrow Comes
  • 1987: Sidney Sheldon: The Naked Face
  • 1993: Jack Higgins: Thunder Point
  • 1995: The Children's Audiobook Of Virtues
  • 2006: Catching Life By The Throat. How To Read Poetry And Why brought together by Josephine Hart

[Bearbeiten] Deutsche Synchronstimmen

Seine markante deutsche Synchronstimme stammt überwiegend von Niels Clausnitzer.[4] In der Fernsehserie Die Zwei und in einigen Folgen von Simon Templar wurde er von Lothar Blumhagen gesprochen.

[Bearbeiten] Literatur

  • John Williams: The Films of Roger Moore, Barnden Castell Williams Limited, London 1974, ISBN 0 904159 14 0
  • Paul Donovan: Roger Moore, Virgin Books, 1983, ISBN 0-491-03051-7
  • Roy Moseley, Philip Masheter, Martin Masheter: Roger Moore: A Biography, New English Library, Sevenoaks 1985, ISBN 0 450 06114 0
  • Gareth Owen & Oliver Bayan: Roger Moore - His Films and Career, Robert Hale Ltd, 2002, ISBN 0-7090-7884-6
  • Jessica Johnston, Andrea Rennschmid, Reinhard Weber: Roger Moore ...mehr als nur James Bond, Reinhard Weber Verlag, 2002, ISBN 3-9802987-7-9

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Roger Moore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ilse Rathjen-Couscherung, Eckernförde unter britischer Besatzung, Seite 78 f., Heimatgemeinschaft Eckernförde, 2008, ISBN 978-3-00-025744-5 - Angaben wurden der Autorin von Roger Moore direkt bestätigt
  2. vgl. "Ordre des Art et Lettres" an Roger Moore bei derstandard.at, 29. Oktober 2008 (aufgerufen am 30. Oktober 2008)
  3. „Ornella Muti wird mit Semperopernball-Orden geehrt“, Freie Presse, 20. Januar 2012
  4. Deutsche Synchronkartei Eintrag zu Roger Moore.
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