Primordial (Band)

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Primordial
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Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.
Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pagan Metal, Folk Metal
Gründung 1987
Website http://www.primordialweb.com/
Aktuelle Besetzung
Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill
Ciáran MacUiliam
Gitarre
Michael O’Floinn
Pól MacAmlaigh
Simon O’Laoghaire
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Derek MacAmlaigh
Gitarre
Feargal Flannery

Primordial (engl. ‚urzeitlich‘) ist eine irische Pagan-Metal-Band aus Skerries bei Dublin. Neben Waylander und Cruachan gilt sie als Begründer des Celtic Metals.

Geschichte[Bearbeiten]

Ciáran MacUiliam am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.

Die Gruppe wurde 1987 von Bassist Pól MacAmlaigh und Gitarrist Ciáran MacUiliam gegründet. Bis Anfang der 1990er Jahre war die Band unter wechselnder Besetzung und mit verschiedenen Musikern als Coverband aktiv. Erst 1991 festigte sich mit dem Eintritt des Sängers Alan „Nemtheanga“ Averill die Besetzung. Im Jahr darauf nannte sich die Band Primordial. 1993 erschien mit Dark Romanticism die erste, für rund 50 Pfund aufgenommene Demo. Die Band verkaufte über 1000 Kopien der EP.

1995 erschien das Debütalbum Imrama bei Cacophonous Records. Für eine Split-EP mit Katatonia steuerte Primordial 1996 das Stück To Enter Pagan vom 1993er Demo bei. 1998, 2000 und 2002 folgten A Journey’s End, Spirit the Earth Aflame und Storm Before Calm. Das nächste Album The Gathering Wilderness erschien 2005 bei Metal Blade Records.

Im Jahr 2006 hatte die Band ihren ersten Auftritt in den Vereinigten Staaten. Im November 2007 veröffentlichte Metal Blade Records das Primordial-Album To the Nameless Dead, welches im Rock Hard und auch im Metal Hammer zum „Album des Monats“ gewählt wurde.

Bei demselben Label veröffentlichte die Band am 15. März 2010 ihre erste DVD All Empires Fall. Sie enthält zahlreiche Live-Mitschnitte und Dokumentationen aus ihrer langen Karriere.

Stil[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Ihr Debütalbum Imrama, welches 1995 erschien, war im melodischen Black Metal einzuordnen. Beginnend mit dem Folgealbum A Journey’s End wandten sie sich aber einem vom Irish Folk beeinflussten Klang zu. So benutzten sie traditionelle irische Instrumente wie Mandolinen, Flöten und den Bodhrán. Insgesamt wurde der Stil wesentlich epischer, und neben gekreischtem Gesang – wie er im Black Metal üblich ist – nutzten sie fortan auch klareren Männergesang. Daher, sowie durch die ausladenden Stücke, rückten sie musikalisch auch in die Richtung des Doom Metal.

Dieser doomige Ansatz wurde auf den nachfolgenden Alben teilweise wieder verworfen, die Folk-Elemente hingegen weiter verfeinert. Die Musik ist somit eine Melange aus Black Metal, Celtic-/Folk Metal und Pagan Metal. Katrin Kropf von RockZOOM.de schreibt über To the Nameless Dead: „Es klingt als haben die Herren MacUilliam und O’Floinn diese Töne direkt aus dem irischen Boden gesogen, ein vorchristliches Relikt.“ (Katrin Kropf für RockZOOM.de[1])

Texte[Bearbeiten]

Die Band beschäftigt sich nicht mit dem Satanismus und ist daher in dem Sinne nicht dem Black-Metal-Spektrum zuzuordnen. Nemtheanga selbst betont, dass Black Metal „immer auf einer spirituellen oder idealistischen Sichtweise“ basierte; „die Texte und die generelle Ästhetik mussten satanisch, esoterisch, okkult oder gar religiös sein, um als ‚orthodox‘ durchzugehen. Schlicht und einfach: keine Abweichungen, keine Kompromisse. Das habe ich 1992 so gesehen, und das sehe ich auch heute noch so.“[2] Allerdings äußerte er, sich mehr als politische und weniger als spirituelle Person und Gleichgültigkeit als modernes Übel anzusehen.[3] Insbesondere durch die (meist englischsprachigen) Texte der Band drückte sich eine intensive Beschäftigung mit irischer Tradition und Geschichte aus; im Gegensatz zur Band Void of Silence, in der Averill ebenfalls aktiv ist, drehen sich die Texte bei Primordial weniger um ihn als um allgemeinere Themen.[3] Das Stück The Coffin Ships vom Album The Gathering Wilderness beschäftigt sich mit den Opfern der Hungersnot in Irland in den 1840er Jahren. Das Album To the Nameless Dead handelt von den irischen wie britischen Toten des irischen Freiheitskampfes.[1] Inspiriert wird Averill unter anderem von Statuen in alten europäischen Kirchen und der durch sie dargestellten Brutalität. Primordial versteht er als Kunst und nicht als Unterhaltung. In Interviews und Liedtexten betont er oftmals Werte wie Stärke, Ehre und Kampfgeist.[3]

Diskografie[Bearbeiten]

Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.

Alben[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 1993: Dark Romanticism (Demo)
  • 1996: Scarlet Heavens / To Enter Pagan MCMXCVI (Split-EP mit Katatonia) (Misanthropy Records)
  • 1999: The Burning Season (EP) (Hammerheart Records)
  • 2005: Soul Must Sleep / Cluain Tarbh (Split-EP mit Mael Mórdha) (Sentinel Records)
  • 2010: All Empires Fall (DVD) (Metal Blade Records)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Katrin Kropf: Gedanken zu PRIMORDIALs “To the Nameless Dead” auf RockZOOM.de, 26. November 2007 (deutsch, abgerufen am 19. Dezember 2007)
  2. Alan Nemtheanga: Keine Abweichungen, keine Kompromisse. In: Rock Hard, Nr. 269, Oktober 2009, S. 69.
  3. a b c Marcel Tilger: Alan Nemtheanga. Struck by forgotten Grace. In: Mørkeskye, Nr. 12/Sounds Under the Surface, Nr. 5, S. 303-311.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Primordial – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien