Primordial (Band)

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Primordial
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Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.
Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.
Allgemeine Informationen
Genre(s) Pagan Metal, Folk Metal
Gründung 1987
Website http://www.primordialweb.com/
Aktuelle Besetzung
Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill
Ciáran MacUiliam
Gitarre
Michael O’Floinn
Pól MacAmlaigh
Simon O’Laoghaire
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Derek MacAmlaigh
Gitarre
Feargal Flannery

Primordial (engl. ‚urzeitlich‘) ist eine irische Pagan-Metal-Band aus Skerries bei Dublin. Neben Waylander und Cruachan gilt sie als Begründer des Celtic Metals.

Geschichte[Bearbeiten]

Ciáran MacUiliam am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.

Die Gruppe wurde 1987 von Bassist Pól MacAmlaigh und dessen Bruder D gegründet. Ende 1987 stieß Ciaran zu ihnen. 1988 wechselte die Band häufig den Sänger und nahm im Laufe des Jahres ein Demo mit dem Death-Cover Born Dead, Sepulturas Screams Behind the Shadows und einem oder zwei eigenen Stücken auf. Auch 1989 wechselte die Besetzung bis auf die Gebrüder MacAmlaigh und Ciaran. Der damalige Name der Band ist laut Alan „A.A. Nemtheanga“ Averill nicht eindeutig überliefert, angeblich habe sie Sticky Clits geheißen. Averill stieg 1991 aufgrund einer Anzeige der Band im wichtigsten Metal-Laden Dublins als Sänger ein, auf die außer ihm niemand geantwortet hatte. Nach eigenen Angaben war er bei der ersten Probe „entsetzlich“, brachte aber Kenntnisse der Untergrundszene ein.[1] Im September[2] oder Oktober[1] trat die zu dem Zeitpunkt Forsaken genannte Band[2] in der Gemeindehalle von Skerries erstmals mit ihm auf, wobei sie Cover von unter anderem Sodom, Sepultura, Death und Massacre spielte. Außerdem begann die Band, eigene Lieder zu schreiben. Im Jahr darauf gab die Band einige Konzerte in Dublin. Im Sommer 1992 erschien eine Sampler-Kassette mit einer Proberaumversion von The Darkest Flame, die laut Averill die wohl größte Rarität für potentielle Primordial-Komplettisten sein dürfte. Diese Kompilation war die erste ihrer Art in Irland und laut Averill einer der wichtigsten Wendepunkte. Aufgrund satanischer und okkulter Referenzen in den ersten eigenen Lieder der Band zerstritten diese und der Rest der irischen Szene sich. Außerdem schrieb die Band das Lied To Enter Pagan, das nach wie vor zu ihrem Live-Repertoire gehört, und benannte sich im Dezember in Primordial um.[1]

1993 schrieb die Band zwar Lieder, sah die Aufnahme eines Demos wegen der Schule, des nötigen Geldes, Reisekosten und Ausrüstung jedoch nicht als möglich an. Im Juni konnte die Band jedoch ihr erstes und einziges Acht-Spur-Demo Dark Romanticism für rund 50 Pfund in ihrer Heimatstadt Skerries aufnehmen. Angesichts der Ausrüstung, des Zeitaufwands und der eigenen Erfahrung war die Band von der Qualität der Aufnahme überrascht. Von Dark Romanticism wurden über 1.100 Exemplare verkauft. Die Band, die den damaligen Death Metal zunehmend als langweilig empfand und sich eher dem Black Metal zugehörig sah, trat im August erstmals mit Corpsepaint auf. Die Band sah nun auch die Aufnahme eines Albums als möglich an. Peaceville Records zeigte sich 1994 nicht interessiert, Jonny von Deaf Records jedoch schon. Primordial wurde zu den ersten Bands im Deaf-Programm gezählt, es wurde dort jedoch nichts veröffentlicht. Laut Averill wurde die Band von immer mehr Untergrund-Plattenfirmen wie Candlelight Records, Necromantic Gallery Productions, Unisound Records und Hellspawn Records kontaktiert. Die Band half bei der Organisation von Auftritten für damalige Candlelight-Bands wie Decomposed und Korpse, in der Hoffnung, dass Candlelight Records zu Primordial kommen würde, es kam jedoch nicht dazu und zu keinem Vertrag. Dani Filth von Cradle of Filth bedrängte Cacophonous Records laut Averill, Primordial unter Vertrag zu nehmen, die Plattenfirma wollte jedoch weitere Lieder hören. Als Antwort schickte die Band eine Live-Kassette mit einem Mitschnitt ihres Auftritts mit Decomposed, Korpse und The Fifth Dominion (inzwischen Arcane Sun), die fünf neue Stücke enthielt und der Band den Vertrag mit Cacophonous Records verschaffte. Im November nahm die Band mit gemieteter Ausrüstung dort, woe sie ihr Demo eingespielt hatte, innerhalb von zwölf Tagen ein „Sub-Standard-Album“ beziehungsweise Demo auf, das „nicht entsetzlich, aber nicht zum Veröffentlichen geeignet“ war. Die Band musste bis Mai 1995 warten, um das Album neu abzumischen. Dass Imrama überhaupt hörbar sei, lag laut Averill an Mags von der Akademie, der ein Freund der Band wurde. Imrama wurde in drei Tagen neu abgemischt und schließlich im September, beinahe ein Jahr nach der Aufnahme, veröffentlicht. 1995 spielte die Band außerdem erstmals außerhalb Irlands zusammen mit unter anderem Occult, Gomorrah und Bal-Sagoth in London. Das Album verkaufte sich ohne Interviews der Band relativ gut. Es wurden Tourneen mit Bands wie Gehenna, Bal-Sagoth, Samael und Cradle of Filth erwägt, die jedoch nicht zustandekamen. Ende 1995 spielte Primordial mit Cradle of Filth und Gorgoroth auf der Metal-Hammer-Nacht im Astoria in London.[1]

1996 war das laut Averill schlimmste Jahr für die Band, in dem nichts nennenswertes passierte außer einem Auftritt in Athy in einer Gaelic-Athletic-Association-Halle mit The Fifth Dominion und Thy Sinister Bloom, der in der Mitte des Primordial-Auftritts von der Polizei abgebrochen wurde.[1] Außerdem erschien eine Neuaufnahme von To Enter Pagan vom 1993er-Demo auf einer Split-10” mit Katatonia. Die Band gibt diese in ihrer Diskographie als Veröffentlichung von 1996 an[3][4], in ihrer Biographie werden der Vertrag mit Misanthropy Records, die Neuaufnahme von To Enter Pagan binnen sechs Stunden und die Veröffentlichung im Zusammenhang als Geschehnisse von 1997 erzählt[1]. Nach den Aufnahmen trennte die Band sich von ihrem Schlagzeuger, den Averill in der Biographie als „Krebs innerhalb der Band“ und dessen Ausstieg als „lange überfällig“ bezeichnet. Als neuer Schlagzeuger stieß Simon O’Laoghaire zur Band. Bei Auftritten mit Mayhem im Winter spielte Fergal von Arcane Sun den Bass. Das Jahr endete mit der Ankündigung, dass die Band im Februar des folgenden Jahres ihr zweites Album in den Academy-Studios in Yorkshire aufnehmen sollte, wofür sie nicht vorbereitet war.[1]

1998 trat die Band beim Wacken Open Air erstmals auf dem europäischen Festland auf.[2]

1998, 2000 und 2002 folgten A Journey’s End, Spirit the Earth Aflame und Storm Before Calm. Das nächste Album The Gathering Wilderness erschien 2005 bei Metal Blade Records.

Im Jahr 2006 hatte die Band ihren ersten Auftritt in den Vereinigten Staaten. Im November 2007 veröffentlichte Metal Blade Records das Primordial-Album To the Nameless Dead, welches im Rock Hard und auch im Metal Hammer zum „Album des Monats“ gewählt wurde.

Bei demselben Label veröffentlichte die Band am 15. März 2010 ihre erste DVD All Empires Fall. Sie enthält zahlreiche Live-Mitschnitte und Dokumentationen aus ihrer langen Karriere.

Stil[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

Als die Band gegründet wurde, war sie von Slayer, Metallica und Megadeth beeinflusst. Während die Musiker technisch besser wurden, orientierten sie sich zunehmend am extremen Thrash Metal und frühen Death Metal von Bands wie Sepultura und Death. Um 1989/1990 hatten Bands wie Morbid Angel, Obituary, Autopsy und Pestilence Einfluss auf sie. Die ersten zwei eigenen Lieder der Band, Nefarious Affliction und Prince of the Sky, enthielten viele, laut Averill naive, satanische und okkulte Referenzen, was zu Zwietracht zwischen der Band und der übrigen irischen Szene führte. Jene sah sich Bands wie Rotting Christ oder Varathron näher als vielen der „öko-freundlichen Hardcore-‚Death‘-Metaller in der irischen Szene“. Während sie einen eigenen Stil fand und von Bands wie Bathory, Celtic Frost, Sabbat und Candlemass inspirieren ließ, sah sie sich zunehmend dem Black Metal nahestehend und den Death Metal als „größtenteils gesetzt und langweilig“ an.[1] To Enter Pagan vom Demo Dark Romanticism gilt als wegweisend für den Pagan Metal.[5]

Primordials Debütalbum Imrama, welches 1995 erschien, orientierte sich noch am melodischen Black Metal. Beginnend mit dem Folgealbum A Journey’s End wandte Primordial sich aber einem vom Irish Folk beeinflussten Klang zu. So benutzte die Band traditionelle irische Instrumente wie Mandolinen, Flöten und den Bodhrán. Insgesamt wurde der Stil wesentlich epischer, und neben gekreischtem Gesang – wie er im Black Metal üblich ist – nutzte sie fortan auch klareren Männergesang. Daher, sowie durch die ausladenden Stücke, rückte sie musikalisch auch in die Richtung des Doom Metal.

Dieser doomige Ansatz wurde auf den nachfolgenden Alben teilweise wieder verworfen, die Folk-Elemente hingegen weiter verfeinert. Die Musik ist somit eine Melange aus Black Metal, Celtic-/Folk Metal und Pagan Metal. Katrin Kropf von RockZOOM.de schreibt über To the Nameless Dead: „Es klingt als haben die Herren MacUilliam und O’Floinn diese Töne direkt aus dem irischen Boden gesogen, ein vorchristliches Relikt.“ (Katrin Kropf für RockZOOM.de[6])

Texte[Bearbeiten]

Die Band beschäftigt sich nicht mit dem Satanismus und ist daher in dem Sinne nicht dem Black-Metal-Spektrum zuzuordnen. Nemtheanga selbst betont, dass Black Metal „immer auf einer spirituellen oder idealistischen Sichtweise“ basierte; „die Texte und die generelle Ästhetik mussten satanisch, esoterisch, okkult oder gar religiös sein, um als ‚orthodox‘ durchzugehen. Schlicht und einfach: keine Abweichungen, keine Kompromisse. Das habe ich 1992 so gesehen, und das sehe ich auch heute noch so.“[7] Allerdings äußerte er, sich mehr als politische und weniger als spirituelle Person und Gleichgültigkeit als modernes Übel anzusehen.[8] Insbesondere durch die (meist englischsprachigen) Texte der Band drückte sich eine intensive Beschäftigung mit irischer Tradition und Geschichte aus; im Gegensatz zur Band Void of Silence, in der Averill ebenfalls aktiv ist, drehen sich die Texte bei Primordial weniger um ihn als um allgemeinere Themen.[8] Das Stück The Coffin Ships vom Album The Gathering Wilderness beschäftigt sich mit den Opfern der Hungersnot in Irland in den 1840er Jahren. Das Album To the Nameless Dead handelt von den irischen wie britischen Toten des irischen Freiheitskampfes.[6] Inspiriert wird Averill unter anderem von Statuen in alten europäischen Kirchen und der durch sie dargestellten Brutalität. Primordial versteht er als Kunst und nicht als Unterhaltung. In Interviews und Liedtexten betont er oftmals Werte wie Stärke, Ehre und Kampfgeist.[8]

Diskografie[Bearbeiten]

Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill am 26. Mai 2007 auf dem Wave-Gotik-Treffen im Kohlrabizirkus.

Alben[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 1993: Dark Romanticism (Demo)
  • 1996: Scarlet Heavens / To Enter Pagan MCMXCVI (Split-EP mit Katatonia) (Misanthropy Records)
  • 1999: The Burning Season (EP) (Hammerheart Records)
  • 2005: Soul Must Sleep / Cluain Tarbh (Split-EP mit Mael Mórdha) (Sentinel Records)
  • 2010: All Empires Fall (DVD) (Metal Blade Records)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h A.A.N.: Biography. Primordial, abgerufen am 25. Oktober 2014 (englisch).
  2. a b c  Conny Schiffbauer: Schwatzkasten. Alan Averill. In: Rock Hard. Nr. 328, September 2014, S. 14.
  3. Discography. Primordial, abgerufen am 28. Oktober 2014 (englisch).
  4. Split 10" EP with Katatonia. Primordial, abgerufen am 28. Oktober 2014 (englisch).
  5.  Marc Halupczok: Waldschrate & Met-Trinker. In: Metal Hammer. Axel Springer Mediahouse GmbH, Berlin März 2010, S. 31.
  6. a b Katrin Kropf: Gedanken zu PRIMORDIALs “To the Nameless Dead” auf RockZOOM.de, 26. November 2007 (deutsch, abgerufen am 19. Dezember 2007)
  7.  Alan Nemtheanga: Keine Abweichungen, keine Kompromisse. In: Rock Hard. Nr. 269, Oktober 2009, S. 69.
  8. a b c Marcel Tilger: Alan Nemtheanga. Struck by forgotten Grace. In: Mørkeskye, Nr. 12/Sounds Under the Surface, Nr. 5, S. 303-311.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Primordial – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien