RAF Lakenheath

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RAF Lakenheath
Lakenheathphoto.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EGUL
IATA-Code LKZ
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 46 km nordöstlich von Cambridge
Basisdaten
Eröffnung 1941
Betreiber United States Air Force
Start- und Landebahn
06/24 2743 m Beton/Asphalt



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Die Royal Air Force Station Lakenheath, kurz RAF Lakenheath, ist ein von den United States Air Forces in Europe (USAFE) genutzter Militärflugplatz im Vereinigten Königreich, zwischen Cambridge und Thetford in der Grafschaft Suffolk, East Anglia. Die Basis ist neben dem nahe südwestlich gelegenen RAF Mildenhall eine von zwei verbliebenen USAFE-Basen im England, auf der noch Einsatzgeschwader beheimatet sind. Lakenheath und Mildenhall bilden den größten Standort der USAFE in Großbritannien, allein in Lakenheath sind etwa 4.500 Soldaten und 2.000 Zivilisten tätig.

Geschichte[Bearbeiten]

F-100 als Gate Guard, 1995
F-111F (vorn), 1987
F-15 im Formationsflug, 2009

Der Militärflugplatz entstand 1940 zunächst als Schein-Ziel für die deutsche Luftwaffe: Mit Leuchten und aus Sperrholz gefertigten Flugzeugattrappen sollten deutsche Flugzeuge verwirrt werden, die den benachbarten Flugplatz RAF Mildenhall bombardieren würden. Im Anschluss entstand als einer von drei Satellitenplätzen Mildenhalls (neben Newmarket und Tuddenham) in Lakenheath ein vollwertiger Militärflugplatz mit drei Start- und Landebahnen in A-Form, der im Zweiten Weltkrieg bei der Bombardierung deutscher Städte eine Rolle spielte. 1944 wurde der Flugplatz geschlossen, und zur Aufnahme von Superfortresses ausgebaut. Aufgrund des Kriegsendes kam es jedoch zunächst zu keiner Stationierung dieser Bomber.

Doch schon im Frühjahr 1947 kamen es zu ersten Verlegungen von B-29 aus den Vereinigten Staaten und im Folgejahr, mit Beginn des Kalten Krieges kam es zur dauerhaften Stationierung dieses Luftfahrzeugmusters durch das Strategic Air Command (SAC). Ende des Jahres 1948 bereits wurde die Basis den USAFE unterstellt, jedoch bis Ende der 1950er Jahre weiterhin durch Bomber- und Tank-Verbände des SAC? mitgenutzt, die hierzu aus den USA verlegten.

Fünfzehn Jahre nach der Befreiung Frankreichs durch die Angloamerikaner mussten die bis dato in Frankreich stationierten nuklear-bewaffneten US-Kampfflugzeuge auf Geheiß Präsident de Gaulles das Land 1959 verlassen und Lakenheath wurde Basis der drei Staffeln F-100 Jagdflugzeuge des 48. Tactical Fighter Wings aus Chaumont. Die drei Staffeln, damals wie heute die 492., 493. und 494., flogen die F-100 bis 1974.

Nach einem fünfjährigen Intermezzo mit der F-4D Phantom II (von Ende 1971 bis 1977) rüstete das Geschwader auf die F-111F um, mit der vier Staffeln ausgerüstet waren (Die vierte war die 495.). Die F-111 flogen Einsätze gegen Libyen (Operation El Dorado Canyon) und den Irak im Zweiten Golfkrieg.

Die letzte F-111 verließ Ende 1992 die Basis, nachdem im Laufe des Jahres bereits die ersten neuen F-15E Strike Eagle in England eingetroffen waren. Es wurden jedoch lediglich zwei Staffeln mit dieser Version ausgerüstet. Eine dritte Staffel erhielt die Baureihe F-15C, nachdem deren bisheriger Haupteinsatzplatz in Europa, die Bitburg Air Base, geschlossen worden war.

Der Flugplatz kam in den Blick der deutschen Öffentlichkeit, als am 2. März 2011 mehrere Soldaten des Stützpunktes bei einer Schießerei am Frankfurter Flughafen getötet wurden.[1]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Die Basis beherbergt zur Zeit (2012) die folgenden fliegenden Verbände:

Sonstiges[Bearbeiten]

Während des Kalten Krieges gab es in England neben den vier F-111F Staffeln des 48. Tactical Fighter Wing ein weiteres Geschwader, das die F-111 flog. Das mit drei Staffeln F-111E ausgerüstete 20. Tactical Fighter Wing war in RAF Upper Heyford in Oxfordshire beheimatet. Es war der erste F-111 Verband in Europa und flog die F-111 von 1971 bis 1993, kurz bevor die Basis geschlossen wurde und das 20. Geschwader in Shaw AFB neu aufgestellt wurde. Auch die Rolle Upper Heyfords in den ersten beiden Jahrzehnten des Kalten Krieges war vergleichbar mit der von Lakenheath, im Zweiten Weltkrieg war es vorwiegend eine Training Station der 2. Group der RAF.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: RAF Lakenheath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht auf faz.net vom 3. März 2011, abgerufen am 3. März 2011