Regentalbahn

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Regentalbahn AG
Länderbahn logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Viechtach
Webpräsenz www.laenderbahn.com
Bezugsjahr 2013
Vorstand Gerhard Knöbel
Mitarbeiter 680[1]
Umsatz 140[1]dep1
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 88[1]
Statistik
Fahrgäste 10 Mio. [1]
Fahrleistung 12 Mio. Zkm[1]
Siemens Desiro, VT19a, in Bad Brambach
Alstom Coradia, LINT 81, in Mainz

Die Regentalbahn AG (RAG, Markenname Die Länderbahn) wurde am 9. Mai 1889 gegründet und betreibt Eisenbahninfrastruktur sowie Personenregional- und Schienenfernverkehr in Bayern und Sachsen mit Verbindungen in die Tschechische Republik; außerdem deutschlandweiten Schienengüterverkehr. Das Unternehmen ist im niederbayrischen Viechtach ansässig und gehört seit 2011 über seine Muttergesellschaft Netinera zur italienischen Ferrovie dello Stato. Netinera war zwischen 2004 und 2010 unter dem Namen Arriva Deutschland Teil des europaweit tätigen Transportkonzerns Arriva.

Zur Regentalbahn gehören die Konzernteile Regental Bahnbetriebsgesellschaft (RBG, mit den Marken Oberpfalzbahn, Waldbahn und ab Dezember 2014 vlexx), die Vogtlandbahn (mit Vogtlandbahn, Vogtland-Express, alex und Trilex), Regental Cargo (Güterverkehr) und die Regentalwerke.

Entstehung der Regentalbahn[Bearbeiten]

Verwaltung der Regentalbahn AG am Bahnhof Viechtach

Am 9. Mai 1889 wurde auf Grund der „Konzession zur Herstellung und zum Betriebe einer normalspurigen Lokalbahn von Gotteszell nach Viechtach“ vom 28. April 1889 die AG Lokalbahn Gotteszell–Viechtach ins Leben gerufen.

Ab 10. November 1890 fuhren schon Güterzüge von Gotteszell nach Teisnach, und am 20. November 1890 wurde der Gesamtverkehr auf dieser Eisenbahnstrecke bis Viechtach eröffnet. Die Gesellschaft erwarb 1903 die „Granitwerke Teisnach AG“ mit dem Steinbruch Prünst, der bis heute Schotter für den Streckenbau liefert.

Am 1. Januar 1928 kam noch die „Lokalbahn Deggendorf–Metten AG“ dazu, die mit der sich nun „Regentalbahn AG“ nennenden Lokalbahn Gotteszell–Viechtach fusionierte.

1924/25 wurde der Neubau der Strecke von Viechtach nach Blaibach in Angriff genommen, auf der am 2. Januar 1928 der Güterverkehr und am 1. Februar 1928 der Personenverkehr eröffnet wurde. Damit war die Bahnstrecke Gotteszell–Blaibach vollendet, die als solche ebenfalls als „Regentalbahn“ bezeichnet wird.

Zum 1. Januar 1973 übernahm die Regentalbahn AG ferner die ebenfalls über achtzigjährige „AG Lokalbahn Lam–Kötzting“.

Im Jahre 2002 etablierte man für die RAG den Markennamen Die Länderbahn, der deutlich machen soll, dass die Bahngesellschaft in Bayern, Sachsen, Thüringen sowie in der Tschechischen Republik tätig ist. Gleichzeitig wurde das Erscheinungsbild des Unternehmens und seiner Tochtergesellschaften strukturiert und neu gestaltet. Das Branding und Corporate Design entwickelten die Design-Agenturen Tricon AG und Absicht AG in Kooperation.[2] [3]

Die Regentalbahn ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Seit den 1970er Jahren ist die Zeit von Modernisierung und Rationalisierungsmaßnahmen geprägt, eine große Anzahl Triebwagen wurde angeschafft (zunächst gebrauchte, seit den 1980er Jahren auch neue) und verschiedene Unternehmensbereiche in Tochtergesellschaften ausgegliedert.

1980 wurde das Granitwerk Prünst in eine GmbH eingebracht, an der die Regentalbahn mit 50 % beteiligt war. Diese Beteiligung wurde 2005 veräußert.

Daneben entstanden unter dem Dach der Regentalbahn folgende 100%-ige Tochtergesellschaften:

Zum 1. Januar 2004 wurde die Regentalbahn Kraftverkehrs GmbH aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst. Die Fahrzeuge und die Angestellten übernahm das Busunternehmen Regionalbus Ostbayern, das die Omnibuslinien von Viechtach und Lam aus weiter betreibt.

Seit 1997 betreibt die Regental Bahnbetriebs-GmbH alle Strecken der Bayerischen Waldbahn im Auftrag der Deutschen Bahn (DB Regio Bayern) unter dem Markennamen Waldbahn. In deren Auftrag befährt sie seit 2001 unter dem Markennamen Oberpfalzbahn nicht nur die eigene Strecke Bad Kötzting – Lam, sondern auch die Strecken Schwandorf – Cham – Furth im Wald, Cham – Waldmünchen und Cham – Bad Kötzting. Außerdem gehört zur Regental Bahnbetriebs-GmbH die Güterverkehrssparte Regental Cargo, die bundesweit Güterzüge fährt. Sie hat ihren Betriebsmittelpunkt in Neuenmarkt-Wirsberg (mit einer Außenstelle in Zwickau) und ist in das Güterwagen-Netzwerk Eccocargo eingebunden.

Die am 1. Januar 1998 gegründete Vogtlandbahn übernahm die der RBG in Sachsen übertragenen Verkehrsleistungen. Von 2005 bis 2012 bot sie als eigenwirtschaftlichen Fernzug den Vogtland-Express, der einmal täglich das Vogtland mit Berlin verband, an.

Im Dezember 2003 startete man als Ersatzverkehr für die eingestellte Interregio-Linie 25 in Zusammenarbeit mit der EuroThurbo GmbH (seit Anfang 2005 SBB GmbH) den Allgäu-Express (alex) zwischen München und Oberstdorf. Nachdem die Regentalbahn im Dezember 2005 die Ausschreibung für die nächste, längere Ausschreibungsperiode gewonnen hatte, ist sie seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 für den Fernverkehr nicht nur auf der Strecke von München nach Oberstdorf, neu mit Zugteil nach Lindau, verantwortlich, sondern auch auf den Strecken München – Regensburg – Hof und München – Regensburg – Furth im Wald – Prag. Die Marke alex wurde beibehalten, wurde aber nunmehr als Arriva-Länderbahn-Express gedeutet; der Verkehr wird von der Vogtlandbahn abgewickelt. Seit 2010 wird er nur noch als alex bezeichnet, der Name Arriva-Länderbahn-Express entfiel. Die Marken- und Fahrzeuggestaltung wurde ebenfalls wie das Konzern-Design von den Agenturen Tricon und Absicht entwickelt.[2] [3]

Die Regental Fahrzeugwerkstätten betreibt Werkstätten für alle Bahnen der Länderbahn: Eine am Stammsitz Viechtach im Bayerischen Wald, eine weitere in Neumark im Vogtland und die jüngste in Schwandorf. Sie wurde an der Strecke nach Furth im Wald neu gebaut und am 22. Dezember 2007 eingeweiht. Dort werden die Shuttle-Triebwagen der Oberpfalzbahn und die Lokomotiven und Wagen des Alex gewartet. In Zwiesel befindet sich eine weitere kleinere Werkstätte im Bau. Um leichtere Instandhaltungen durchzuführen wird dort am Betriebsmittelpunkt der Waldbahn eine zweigleisige 35 m lange und 15,5 m breite Halle inklusive Sozialtrakt errichtet. Die Werkstätte soll im Dezember 2013 eröffnet werden. [4][5]

Aus der im Sommer 2006 veröffentlichten Ausschreibung der Regionalbahn-Leistungen auf der Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden ging im Oktober desselben Jahres die Berchtesgadener Land Bahn, ein Konsortium aus der Regentalbahn und der Salzburg AG, als Sieger hervor, die den Verkehr zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 übernommen hat.

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Die Aktien der Regentalbahn waren lange Zeit auf zahlreiche Eigentümer aufgeteilt. Dazu gehörten 1940 das Deutsche Reich, das Land Bayern, die Bayerische Staatsbank und die Deutsche Reichsbahn. Bis zum Jahre 1982 hatte der Freistaat Bayern 76,9 % der Aktien erlangt. Der Rest verteilte sich auf Städte und Gemeinden, die Benediktinerabtei Metten und Privatpersonen. Im Herbst 2004 verkaufte der Freistaat die Aktienmehrheit an das europaweit tätige britische Verkehrsunternehmen Arriva. Dessen deutsches Tochterunternehmen Arriva Deutschland erhöhte durch weitere Zukäufe seinen Anteil an der Regentalbahn bis Mai 2006 auf 100 Prozent. Arriva ihrerseits wurde 2010 von der Deutschen Bahn aufgekauft. Diese musste Arriva Deutschland allerdings aus wettbewerbsrechtlichen Gründen weiterverkaufen. Den Zuschlag erhielt im Dezember 2010 die italienische Staatseisenbahn Ferrovie dello Stato, die das Unternehmen zusammen mit dem französisch-luxemburgischen Finanzinvestor Cube Infrastructure übernahm. Die neuen Eigentümer benannten Arriva Deutschland im März 2011 in Netinera um.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e Passauer Neue Presse: „Weichen in Richtung weiteres Wachstum gestellt“, 17. Juli 2014
  2. a b Fahrzeuggestaltung − Oberpfalzbahn. Tricon AG, abgerufen am 16. Juli 2013.
  3. a b Referenzen − Kunden − Regentalbahn. Absicht AG, abgerufen am 16. Juli 2013.
  4. Zwieseler Bayerwald-Bote: „Regentalbahn plant Werkstatt in Zwiesel“, 26. Dezember 2012
  5. Zwieseler Bayerwald-Bote: „Regentalbahn bereitet Bau einer Zugwerkstatt vor“, 3. Juli 2013

Weblinks[Bearbeiten]