Vogtlandbahn

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Vogtlandbahn GmbH
Vogtlandbahn logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Neumark
Webpräsenz www.vogtlandbahn.de
Geschäftsführung

Gerhard Knöbel[1]

Verkehrsverbund Verkehrsverbund Mittelsachsen, Verkehrsverbund Vogtland, Regensburger Verkehrsverbund
Mitarbeiter 140
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 10
Anzahl Fahrzeuge
Lokomotiven 11 ER20
5 EuroSprinter
Triebwagen 18 RegioSprinter
26 Siemens Desiro Classic
8 Stadler Regio-Shuttle RS1
Statistik
Fahrgäste 4,5 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 9,5 Mio. km pro Jahr
Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 900 km
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Neumark (Sachsen)

Die Vogtlandbahn GmbH (VBG) ist ein deutsches Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in Neumark (Sachsen), das ursprünglich nur im Vogtland Verkehrsleistungen erbrachte, mittlerweile aber auch überregional agiert. Die Vogtlandbahn ist ein Unternehmen der „Regentalbahn – Die Länderbahn“ welche zur Ferrovie dello Stato-Tochterfirma Netinera (ehemals Arriva Deutschland) gehört.

Die Vogtlandbahn ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 waren im Vogtland wie auch in den meisten übrigen Regionen der neuen Bundesländer die Fahrgastzahlen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) stark rückläufig, da die Deutsche Reichsbahn mit veralteten Lokomotiven und Reisezugwagen gegen die mehr und mehr instandgesetzten Straßen bald nicht mehr ankam. Daher entschloss sich der Freistaat Sachsen zu einer umfangreichen Attraktivitätssteigerung der Bahnstrecken Zwickau – Falkenstein – Klingenthal und Herlasgrün – Falkenstein – Adorf (Kursbuchstrecke 539), die zu SPNV-Modellstrecken werden sollten. So wurden vom Infrastrukturbetreiber DB Netz mit finanzieller Unterstützung des Freistaats Sachsen der Fahrweg durchgehend erneuert und für Geschwindigkeiten von 80 km/h hergerichtet, die bestehenden Stationen barrierefrei umgebaut und neue Stationen eingerichtet. Allerdings wurden aufgrund hoher Unterhaltskosten auch etliche Gleise wegrationalisiert, Bahnhöfe wie der des Skiortes Schöneck wurden in schlichte Haltepunkte umgewandelt.

Die Vogtlandbahn in der Nähe von Irfersgrün
Ein RegioSprinter der Vogtlandbahn nahe dem Haltepunkt Schöneck Ferienpark

Bestandteil des Modellprojekts war auch die Neuvergabe der SPNV-Leistungen im Rahmen eines Wettbewerbsprojekts. Gefordert wurden neben neuen Fahrzeugen merkbare Taktfahrpläne und optimierte Umsteigebeziehungen zwischen den Verkehrsträgern. Aus der im September 1994 veröffentlichten Ausschreibung ging die Regental-Bahnbetriebs-GmbH aus dem bayerischen Viechtach als Sieger hervor. Sie konnte nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen am 23. November 1997 den Betrieb aufnehmen. Zum 1. Januar 1998 wurde die vormals nur als Betriebsteil der Regental-Bahnbetriebs-GmbH geführte Vogtlandbahn als eigenständiges Unternehmen unter dem Dach der Länderbahn-Gruppe gegründet.

Vogtlandbahn als dieselbetriebener Tram-Train in der Zwickauer Innenstadt

Im Gegensatz zu den vorher verkehrenden Zügen der Deutschen Bahn hat sich die Auslastung seit der Betriebsübernahme durch die Vogtlandbahn sehr positiv entwickelt. Im Frühjahr 1998 konnte daher mit dem Bau eines eigenen Betriebswerks in Neumark begonnen werden, das nach zweijähriger Bauzeit am 4. Juli 2000 eröffnet wurde. Das zuvor genutzte alte Bahnbetriebswerk in Reichenbach wurde daraufhin nicht mehr benötigt.

„Zwickauer Modell“

Ein weiterer Erfolg war die Ausweitung des Betriebs in die Zwickauer Innenstadt (Zwickauer Modell). Nach dem Vorbild des „Karlsruher Modells“ fahren seit dem 28. Mai 1999 die Züge über den Zwickauer Hauptbahnhof hinaus bis in die Nähe des zentralen Hauptmarkts. Da das Streckennetz der Vogtlandbahn überwiegend nicht elektrifiziert ist, fahren die Züge – anders als in Karlsruhe – nicht mit dem Strom der Straßenbahn, sondern mit ihrem üblichen Dieselantrieb. Zwischen dem Hauptbahnhof und der Haltestelle „Stadthalle“ wurde zur Verknüpfung eine ehemalige Anschlussstrecke reaktiviert, von dort bis zur Haltestelle „Zentrum“ nutzen die Straßenbahn und die Vogtlandbahn eine gemeinsame Trasse. Die Haltestellen „Steinkohlenwerk“ und „Saarstraße“ werden jedoch nur von der Straßenbahn bedient. Aufgrund der unterschiedlichen Spurweiten der Eisenbahn- und Straßenbahnstrecken wurde auf der gemeinsamen Trasse ein Dreischienengleis verlegt, die Straßenbahn verkehrt auf 1000 mm, die Vogtlandbahn auf 1435 mm liegt. Da die Straßenbahnstrecke zu diesem Zeitpunkt erst errichtet wurde, konnte bereits von Anfang an jeweils eine dritte Schiene und ein größerer Gleisabstand eingeplant werden, sodass nachträgliche Umbauten entfielen.

Ein Desiro der Vogtlandbahn nach Weiden beim Zwischenhalt in Marktredwitz
Expansion außerhalb Sachsens

In den darauffolgenden Jahren konnte die Vogtlandbahn mehrere Ausschreibungen für sich entscheiden und ihr Streckennetz stark ausweiten. Aufgrund der Lage des Vogtlands nahe der Grenzen zu Bayern und Thüringen ging die Expansion auch über die sächsischen Landesgrenzen hinaus, wie etwa nach Hof, Schleiz und Gera. Aber auch die nahe Tschechische Republik, damals noch EU-Beitrittskandidat, wurde als neuer Markt erkannt. So wurde die Linie Zwickau–Klingenthal aus dem Anfangsnetz zu Beginn des Sommerfahrplans 2000 nach 55 Jahren der Teilung über die deutsch-tschechische Grenze bis nach Kraslice (Graslitz) verlängert, einzelne Züge ab 2003 bis nach Sokolov (Falkenau) an der Egertalbahn. Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2003 gab die Vogtlandbahn die Bedienung der Strecke Gera – Weida – Zeulenroda – Mehltheuer an die DB Regio AG ab und erhielt dafür den Gesamtverkehr auf der Elstertalbahn Gera–GreizWeischlitz, die sie vorher nur im Wechsel mit der Deutschen Bahn betrieben hatte. Große Streckengewinne konnte die Vogtlandbahn in Bayern verbuchen. Nach der Verlängerung der Linie Zwickau – Plauen – Bad Brambach über das tschechische Cheb (Eger) nach Marktredwitz konnte auch die Linie Plauen – Hof zunächst ab 10. Juni 2001 nach Weiden und ab 15. Dezember 2002 bis Regensburg verlängert werden.

Zum Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2006 musste die Vogtlandbahn erstmals die Bedienung einer Strecke ersatzlos aufgeben. Zwischen Schönberg und Schleiz hatte sich die Inanspruchnahme nicht positiv entwickelt, so dass die Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen als zuständiger Aufgabenträger nicht bereit war, einen Weiterbetrieb zu bestellen. Ein Zusammenhang mit der wenige Monate zuvor beschlossenen Kürzung der Regionalisierungsmittel bestand nicht, da die Stilllegung schon davor vorgesehen war. Dagegen konnte die Vogtlandbahn im Nordosten Bayerns wiederum Verkehr hinzugewinnen. Im Auftrag von DB Regio Nordostbayern sind seit Dezember 2006 Züge der Vogtlandbahn auf den Strecken (Hof –) Münchberg – Helmbrechts und Lichtenfels – Neuenmarkt – Wirsberg, teilweise neben der Deutschen Bahn, aber auch als Alleinanbieter, im RegionalBahn-Verkehr im Einsatz.

Im Herbst 2004 verkaufte der Freistaat Bayern seine mehrheitlichen Anteile an der Länderbahn an die britische Arriva-Unternehmensgruppe. Nachdem Arriva 2010 von der Deutschen Bahn aufgekauft worden war, musste das Deutschlandgeschäft aus wettbewerbsrechtlichen Gründen weiterverkauft werden. Der neue Eigentümer ist die italienische Ferrovie dello Stato zusammen mit dem luxemburgischen Infrastrukturfonds Cube. Die deutsche Dachgesellschaft heißt seit März 2011 Netinera.

Das Kernnetz der Vogtlandbahn im Vogtlandkreis, Westsachsen und Ostthüringen wurde im Frühjahr 2010 durch die Aufgabenträger neu ausgeschrieben. Das ausgeschriebene Wettbewerbnetz „Vogtland“ umfasst die Linien Hof – Falkenstein – Adorf, Mariánské Lázne – Plauen ob Bf – Zwickau Zentrum, Weischlitz – Gera, Zwickau Zentrum – Kraslice mit jährlich 3,16 Millionen Zugkilometern. Die Vogtlandbahn konnte diese Ausschreibung im September 2010 für sich entscheiden, so dass der Verkehr im Vogtland ab Dezember 2012 bis Dezember 2027 weiterhin von dieser Gesellschaft durchgeführt werden wird. Dabei werden Regio-Shuttles, Desiros und nach der Elektrifizierung Hof – Reichenbach auch elektrische Triebwagen eingesetzt werden.

Mit dem Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2012 endete der planmäßige Reisezugverkehr zwischen Zwotental und Adorf, der zuletzt nur noch an Wochenenden stattfand.

Liniennetz[Bearbeiten]

Im aktuellen Fahrplanjahr werden folgende zehn Linien von der Vogtlandbahn bedient[2][3]

Linie Verlauf Länge Stationen Betriebsaufnahme
alex Nord München Hbf – Landshut Hbf – Regensburg Hbf – Schwandorf –
  / Weiden – Marktredwitz – Hof Hbf
  / Furth im Wald – Plzeň hl.n. – Praha hl.n.
318/443 km 16/16 9. Dezember 2007
alex Süd München Hbf – Buchloe – Kempten Hbf – Immenstadt –
  / Oberstdorf
  / Hergatz – Lindau Hbf
172/221 km 17/14 9. Dezember 2007
VE 16 Werdau – Reichenbach ob Bf – Plauen (Vogtl) ob Bf – Mehltheuer – Hof 86 km 18 Werdau – Reichenbach ob Bf: 9. Dezember 2012
Reichenbach ob Bf – Plauen (Vogtl) ob Bf: 13. Oktober 1996
Plauen (Vogtl) ob Bf – Hof Hbf: 28. Mai 2000
VL 1 Zwickau Zentrum – Zwickau (Sachs) Hbf – Lengenfeld – Auerbach – Falkenstein – Zwotental – Klingenthal – Kraslice 73 km 23 Zwickau Hbf – Klingenthal: 23. November 1997
Zwickau Zentrum – Zwickau Hbf: 28. Mai 1999
Klingenthal – Kraslice: 28. Mai 2000
VL 2 Zwickau (Sachs) Hbf – Reichenbach ob Bf – Plauen (Vogtl) ob Bf – Mehltheuer – Hof 96 km 20 Zwickau Hbf – Plauen (Vogtl) ob Bf: 13. Oktober 1996
Plauen (Vogtl) ob Bf – Hof Hbf: 28. Mai 2000
VL 3 Plauen (Vogtl) ob Bf – Weischlitz – Adorf – Bad Brambach – Cheb 75 km 19 Plauen (Vogtl) ob Bf – Bad Brambach: 13. Oktober 1996
Bad Brambach – Cheb: 28. Mai 2000
VL 4 Gera Hbf – Greiz – Elsterberg – Plauen unt Bf – Weischlitz (Elstertalbahn) 62 km 19 Wechselverkehr: 1. Juli 2002
Gesamtverkehr: 14. Dezember 2003
VL 5 Plauen (Vogtl) ob Bf – Herlasgrün – Auerbach – Falkenstein 38 km 9 Plauen (Vogtl) ob Bf – Falkenstein: 23. November 1997
VB 3 Marktredwitz – Wiesau – Altenstadt (Waldnaab) – Weiden – Nabburg – Schwandorf – Regensburg Hbf 138 km 25 Hof Hbf – Weiden: 10. Juni 2001
Weiden – Regensburg Hbf: 15. Dezember 2002
Hof Hbf – Marktredwitz: bis 9. Dezember 2012
Marktredwitz – Regensburg Hbf bis 14. Dezember 2014
VB 8 Marktredwitz – Schirnding – Cheb 27 km 5 28. Mai 2000 bis 14. Dezember 2014
VX Plauen (Vogtl)ob Bf – Zwickau (Sachs) Hbf – Chemnitz Hbf – Riesa – Berlin Schönefeld Flughafen – Berlin Hbf  – Berlin Zoologischer Garten 326 km 14 12. Juni 2005; eingestellt am 16. Februar 2009; Wiederaufnahme am 8. April 2009; erneut eingestellt am 1. Oktober 2012; seitdem als Bus
TLX Liberec – Zittau – Varnsdorf – Rybniště/ Seifhennersdorf

(Mandaubahn)

56/50 km 17/16 12. Dezember 2010

Zwischen Zwickau, Falkenstein und Klingenthal, Kraslice sowie zwischen Falkenstein und Plauen verkehren die Züge überwiegend im 1-Stundentakt. Nur am Wochenende wird auf diesen Streckenabschnitten das Angebot zeitweise auf den 2-Stundentakt verringert.

Ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 verkehrt die Vogtlandbahn auch auf den Bahnstrecken Dresden – Görlitz und Dresden – Zittau (– Liberec).[4] Derzeit verkehrt auf diesen Strecken DB Regio Südost. Im März 2014 gab der ZVON bekannt, dass diese Linien im sogenannten Ostsachsennetz durch die Vogtlandbahn auch unter der Marke Trilex betrieben werden. Die Regionalexpress-Linien werden dann als TLX 1 und 2, die Regionalbahn-Linien als TL 60 und 61 bezeichnet. Die bisherige Trilex-Strecke wird dann als TL 70 bezeichnet.[5]

Die Linien VB 3 und VB 8 werden ab dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 von der Konzernschwester Regentalbahn betrieben, die am 2011 die Ausschreibung Regionalzüge Ostbayern der Bayerischen Eisenbahngesellschaft gewonnen hatte.[6]

Rückblick

Die aus Zwickau und Hof – Plauen kommenden Triebzüge der Linien VB 1 und VB 5 verkehrten früher als Einheit bis Zwotental, wo sie wieder getrennt („geflügelt“) wurden und separat ihre Fahrt nach Kraslice bzw. Adorf fortsetzten. Gleiches geschah in der Gegenrichtung. Dies hatte den Vorteil, dass auf dem Abschnitt Falkenstein – Zwotental doppelt so viele Fahrgäste befördert werden konnten. Darüber hinaus bot das Zusammenkuppeln beider Züge den betrieblichen Vorteil, dass nicht zwei Trassen für diese Fahrzeuge bestellt werden mussten sowie ein Triebfahrzeugführer alleine die beiden gekuppelten Fahrzeuge fahren konnte.

Die Züge der Linie VB 2 fuhren zwischen dem 12. Dezember 2004 und dem 13. Dezember 2008 alle zwei Stunden bis in die Zwickauer Innenstadt, diese Umläufe begannen bzw. endeten bereits in Adorf und wurden mit Triebwagen des Typs „RegioSprinter“ gefahren. Die Züge, die von Zwickau bis in das tschechische Mariánské Lázně (Marienbad) fahren, begannen und endeten weiterhin im Zwickauer Hauptbahnhof, da diese mit Triebwagen des Typs „Desiro“ gefahren wurden, die aufgrund ihres höheren Gewichts und der fehlenden Ausstattung nicht für den BOStrab-Betrieb in der Innenstadt geeignet sind. Die Kernstrecke der Linie vom Zwickauer Hauptbahnhof bis Adorf wurde demzufolge stündlich bedient, die äußeren Äste bis Zwickau Zentrum und Mariánské Lázně alle zwei Stunden.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Eine RegioSprinter-Doppeltraktion am Haltepunkt Schöneck Ferienpark

Da zum Zeitpunkt der Betriebsaufnahme der Vogtlandbahn ein nur recht eingeschränktes Angebot an verschiedenen Fahrzeugtypen seitens der Industrie bestand, entschied man sich zur Beschaffung von Leichtbauzügen des Typs „RegioSprinter“ von Duewag, der zuvor bereits von der Dürener Kreisbahn geordert worden war. Zunächst wurden in einer ersten Serie ab 1996 acht Triebzüge beschafft, in einer zweiten Serie im Sommer 1997 weitere zehn Züge, sodass zur Beginn des planmäßigen Betriebs insgesamt 18 RegioSprinter zur Verfügung standen. Zwischen 1998 und 1999 wurden die zehn Fahrzeuge der zweiten Serie für den Betrieb auf der Innenstadtstrecke in Zwickau umgebaut. Sie erhielten gemäß Betriebsordnung der Straßenbahnen (BOStrab) Seitenblinker, Bremslichter und Warnglocken. Ferner wurden sie mit Signalbeeinflussung ausgestattet, um sich – ebenso wie die Straßenbahn – die Ampeln freischalten zu können und nicht vom Straßenverkehr beeinträchtigt zu werden. Im Jahr 2004 wurden auch die übrigen acht Triebzüge aus der ersten Serie entsprechend umgebaut, um noch mehr Zügen die Fahrt in das Zwickauer Stadtzentrum zu ermöglichen. Die RegioSprinter sind vorrangig für den Betrieb auf kürzeren Strecken geeignet, da sie über eine 2+3-Bestuhlung mit nur dünn gepolsterten Sitzen verfügen und lediglich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erreichen. In ihrem ursprünglichen Zustand besaßen die Fahrzeuge auch keine Toilette, für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Tschechien wurden alle Triebwagen später dementsprechend nachgerüstet. Die RegioSprinter verkehren planmäßig auf den Linien VB 1, VB 5 und zur Hälfte auf der VB 2. Ebenso wurden sie bis Dezember 2006 auf der mittlerweile stillgelegten Strecke Schönberg–Schleiz (Linie VB 7) eingesetzt. Im Jahr 2006 waren zwei Triebwagen längerfristig an die Prignitzer Eisenbahn GmbH verliehen, die sie im Raum Oberhausen einsetzte.

Innenraum eines Desiros der Vogtlandbahn

Im Jahr 2000 beschaffte die Vogtlandbahn als Reaktion auf ihre Geschäftsausweitung neun Triebwagen des Typs „Desiro Classic“ von Siemens Transportation Systems. Die Fahrzeuge, die bei der Deutschen Bahn unter der Baureihennummer 642 laufen, sind auch für längere Strecken geeignet. Im Gegensatz zu den RegioSprintern fand hier eine komfortablere Bestuhlung in der Anordnung 2+2 mit dicker gepolsterten Sitzen Verwendung. Zudem wurde ein Abteil als 1. Klasse in der Bestuhlung 1+2 ausgeführt und ein geschlossenes WC-System eingebaut. Gegenüber den baugleichen Triebwagen der Deutschen Bahn wurden die Desiros der Vogtlandbahn u. a. auch mit einem Fahrkartenautomaten, Schiebetritten in den Einstiegsbereichen und Notbremsüberbrückung ausgestattet. In zwei weiteren Serien wurden im Jahr 2002 nochmals 15 Triebwagen beschafft. Während die erste Serie analog den DB-Zügen über eine Motorleistung von 2 × 275 kW (2 × 374 PS) verfügte, wurden in den folgenden Serien Motoren mit 2 × 315 kW (2 × 429 PS) eingebaut, um auch mitunter steigungsreiche Abschnitte des Streckennetzes ungehindert befahren zu können. Die Desiros kommen planmäßig auf den Linien VB 3, VB 4, zur Hälfte auf der VB 2, auf dem TLX sowie als Vogtland-Express zum Einsatz.

Ab Februar 2012 begann der Zulauf von neuen Triebwagen des Typs Stadler Regio-Shuttle RS1, die zur Verjüngung des Fahrzeugbestandes beschafft wurden. Die Triebwagen erfüllen die Voraussetzungen der BOStrab, um die Strecke in das Zwickauer Zentrum bedienen zu können.[7] Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 wurden acht neue Triebwagen in Betrieb genommen.[8]

Trilex[Bearbeiten]

Logo Trilex
Ein Trilex der Vogtlandbahn im Haltepunkt Seifhennersdorf
Trilex (TLX)
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Liberec
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Machnín
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Machnín hrad
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Chrastava-Andělská Hora
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Chrastava
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Bílý Kostel nad Nisou
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Chotyně
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Hrádek nad Nisou
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Zittau
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Mittelherwigsdorf
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Hainewalde
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Großschönau (Sachs)
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Varnsdorf
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BSicon STR.svgBSicon BHF.svg
Dolní Podluží
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Jiřetín pod Jedlovou
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Horní Podluží
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Rybniště
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Varnsdorf staré nádraží
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Varnsdorf-pivovar Kocour
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Seifhennersdorf

Seit dem 12. Dezember 2010 bedient die Vogtlandbahn einige Strecken in Ostsachsen. Sie ging 2009 als Sieger in einer deutsch-tschechischen Ausschreibung von drei ÖPNV-Aufgabenträgern für den Betrieb der Dreiländerbahn Liberec–ZittauVarnsdorf–Rybniště/Seifhennersdorf hervor. Zum Einsatz kommen Triebwagen der Baureihe Desiro, die mit zweisprachigen Zugbegleitern besetzt sind. Dabei wurden umsteigefreie Verbindungen von Liberec nach Seifhennersdorf bzw. Rybniště geschaffen, welche im 1-Stunden-Takt zwischen Liberec und Varnsdorf und im 2-Stunden-Takt zwischen Varnsdorf und Seifhennersdorf oder Rybniště verkehren. Zudem gibt es einen 30-Minuten-Takt zwischen Liberec und Hrádek nad Nisou in der Hauptverkehrszeit.[9]

Der Marketingname Trilex (Eigenschreibweise: trilex) ging im Oktober 2010 als Sieger-Vorschlag aus einem Namenswettbewerb der Vogtlandbahn hervor und steht für Dreiländerexpress. Dabei ist die erste Namenshälfte tri auf die griechische Vorsilbe für drei zurückzuführen. Diese steht für die drei Staaten Deutschland, Tschechische Republik und Polen, durch die die Züge fahren. Die zweite Namenshälfte geht auf die Namensphilosophie der Vogtlandbahn zurück, da bereits zuvor mit Alex ein weiterer solcher Marketingname entstanden war.[10]

Ab Dezember 2014 betreibt die Vogtlandbahn auch die Strecken Dresden – Görlitz und Dresden – Zittau – Liberec (Ostsachsennetz) unter dem Namen Trilex. Die Namenshälfte tri steht dann auch für die drei Regionen Dresdner Elbtal, Oberlausitz und das obere Tal der Lausitzer Neiße.

alex[Bearbeiten]

Logo alex
Hauptartikel: alex (Zug)

Aus einem im Jahr 2005 durchgeführten Wettbewerbsverfahren der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ging die Länderbahn im Oktober desselben Jahres mit dem Arriva-Länderbahn-Express als Sieger hervor. Das Ausschreibungsprojekt umfasste einen „regionalen Schnellverkehr“ im Zwei-Stunden-Takt von München über Regensburg nach Schwandorf, von wo aus die Züge jeweils alle vier Stunden alternierend nach Hof und Furth im Wald ihre Fahrt fortsetzen sollen. Ebenso konnte die Länderbahn die Neuausschreibung des Betriebs auf der Strecke München – Kempten – Oberstdorf/Lindau für sich entscheiden, die sie seit Dezember 2003 bereits unter dem Markennamen „Allgäu-Express“ gemeinsam mit der schweizerischen SBB GmbH bedient. Für die neuen Verkehre hat die Vogtlandbahn 90 gebrauchte Reisezugwagen gekauft, von denen 60 Stück in Halberstadt und Neumünster modernisiert wurden. Seit Fahrplanwechsel 2009 sind zusätzlich sieben Doppelstockwagen im Einsatz, die in Bautzen hergestellt wurden. Diese Wagen kommen als Einzelwagen nur auf dem Nordast von München nach Hof zum Einsatz. Für die Bespannung der Züge sind zwischen Oberstdorf/Lindau und München sowie zwischen Regensburg und Hof/Plzeň elf Diesellokomotiven BR 223, des Typs EuroRunner von Siemens Transportation Systems im Einsatz, die durch das Unternehmen Angel Trains Europa an die Vogtlandbahn verleast wurden. Für den elektrifizierten Abschnitt München – Regensburg wurden zusätzlich vier Loks vom Siemens-Typ ES64U4 (entspricht der ÖBB 1216) geleast und als BR 183 eingereiht. Im Unterschied zur 1216 der ÖBB verfügen die Lokomotiven der BR 183 nicht über eine Gleichstromausrüstung. Gewartet werden diese Züge komplett im neuen Werk der Länderbahn in Schwandorf. Seit der Übernahme durch die FS wird der Zug nur noch als alex vermarktet.

Vogtland-Express[Bearbeiten]

Der Vogtland-Express in Berlin Ostbahnhof

Von Juni 2005[11] bis Oktober 2012 bot die Vogtlandbahn als eine von wenigen Privatbahnen einen Zug im Schienenpersonenfernverkehr an. Einmal täglich wurde die Verbindung von Plauen nach Berlin und zurück befahren. Die Vogtlandbahn füllte die Lücke, die seit der Einstellung des letzten InterRegios aus dem Vogtland nach Berlin entstanden war und der Region den Nord-Süd-Fernverkehr nahm. Vom 16. Februar 2009 bis zum 7. April 2009 wurde der Vogtlandexpress aus wirtschaftlichen Gründen vorläufig eingestellt, nahm seine Fahrt jedoch am 8. April 2009 wieder auf.

Seit Januar 2011 verkehrte der Vogtland-Express als Schienenersatzverkehr (SEV), da der Vogtlandbahn keine entsprechenden Triebwagen zur Verfügung standen. Der SEV-Bus fuhr von Reichenbach (Vogtl) über Zwickau (Sachs) Hbf, Chemnitz Hbf und Berlin-Schönefeld Flughafen nach Berlin Zoologischer Garten. Zum Fahrplanwechsel wurde der Vogtland-Express ab 12. Juni 2011 teilweise wieder auf Triebwagen umgestellt. Seit 1. Oktober 2012 verkehrt der Vogtland-Express täglich nur noch als Fernbus ab Plauen über Reichenbach im Vogtland, Zwickau, Chemnitz, Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen, Berlin Zoologischer Garten zum Zentralen Omnibusbahnhof am Berliner Funkturm und zurück.[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vogtlandbahn – Impressum. Abgerufen am 3. September 2012.
  2. Aktueller Liniennetzplan
  3. Liniennetzplan des Trilex, abgerufen im April 2011. (PDF, 1.090 KB)
  4. Vogtlandbahn bedient ab Dezember 2014 die Zuglinien im Ostsachsennetz. Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, 9. Oktober 2013, abgerufen am 10. Oktober 2013 (PDF; 37,6 KB).
  5. Antworten des ZVON im Gästebuch auf www.zvon.de (Beiträge Nr. 1433 und 1439)
  6. Bayerische Eisenbahngesellschaft:„Zuschlag Regionalzüge Ostbayern geht an die Regental Bahnbetriebs-GmbH“, 2011, abgerufen 26. März 2014
  7. Vogtlandbahn – Überführung des ersten RegioShuttles nach Neumark. Abgerufen am 3. September 2012.
  8. Vogtlandbahn - Inbetriebnahme der acht Regio-Shuttle. Abgerufen am 11. Dezember 2012.
  9. Fahrplanbuch 2010/2011 des ZVON, Seite 7, Absatz 3
  10. Pressemitteilung zum Namenswettbewerb der Dreiländerbahn auf www.vogtlandbahn.de
  11. MeldungDer Vogtland-Express rollt – Konkurrenz zum Inter-Connex. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8–9/2005, S. 363.
  12. Vogtland-Express als Linienbus

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vogtlandbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien