Bad Brambach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Brambach
Bad Brambach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Brambach hervorgehoben
50.22444444444412.313055555556604Koordinaten: 50° 13′ N, 12° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 604 m ü. NHN
Fläche: 43,83 km²
Einwohner: 2024 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08648
Vorwahlen: 03 74 38
Kfz-Kennzeichen: V, AE, OVL, PL, RC
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 030
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Adorfer Straße 1
08648 Bad Brambach
Webpräsenz: www.badbrambach.de
Bürgermeister: Helmut Wolfram (CDU)
Lage der Gemeinde Bad Brambach im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Markneukirchen Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Pausa-Mühltroff Muldenhammer Mylau Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa-Mühltroff Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Reuth (Vogtland) Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen Weischlitz Werda KlingenthalKarte
Über dieses Bild
Blick auf Bad Brambach
Kurhaus
Kirche der Gemeinde

Bad Brambach ist die südlichste Gemeinde Sachsens und liegt im Vogtlandkreis. Der Kurort ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt für seine Radonbäder und bildet mit Bad Elster die Sächsischen Staatsbäder.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bad Brambach gehört zum Oberen Vogtland und grenzt im Westen, Süden und Osten an Tschechien. Der Kurort liegt in einer von West nach Ost ausgerichteten Quermulde am Röthenbach, der im Ort seinen Namen in Fleißenbach ändert. Die Gemeinde gehört der grenzüberschreitenden Mikroregion Freunde im Herzen Europas an.

Ortsteile[Bearbeiten]

Zum Gemeindegebiet von Bad Brambach gehören die Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten]

Ein Rittergeschlecht de Brantbuch wurde 1154, der Ort Brambuch 1307 erstmals genannt.[2] Die Veste des Ortes wurde 1372 erwähnt. Brambach war später lange Zeit in Besitz der Grundherrenfamilien von Zedtwitz und von Schirnding und als Sitz eines Leutpriesters kirchlicher Mittelpunkt der Umgebung. Der Ort unterstand dem Dekanat des Bistums Regensburg. Am 11. September 1842 fielen die Kirche und 28 bäuerliche Häuser mit zugehörigen Wirtschaftsgebäuden einem Großbrand zum Opfer. Beim Wiederaufbau trug man bei der Anlage der neuen Gebäude dem Strukturwechsel Rechnung, der mit dem Einzug der Musikinstrumentenmacherei einherging, so dass überwiegend Werkstatthäuser errichtet wurden. Brambach und seine heutigen Ortsteile gehörten bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Voigtsberg.[3]

Um 1890 nahm der Pächter Schüller unter dem Namen Schillerquelle den Mineralwasserversand mit Wasser einer 1860 entdeckten Quelle auf. Später trugen noch weitere zwei Quellen zu einer erhöhten Mineralwassererzeugung bei. 1912 wurden bereits über zwei Millionen Flaschen Sprudel produziert. Der später daraus entstandene VEB Brambacher Sprudel wurde größter Mineralwasserlieferant des Oberen Vogtlandes.

1911 wurde die spätere Wettinquelle entdeckt, die als stärkste Radiummineralquelle der Welt bezeichnet wurde, worauf 1912 der Kurbetrieb einsetzte und die Stadt 1922 den Titel Bad Brambach (von 1933 bis 1963 Radiumbad Brambach) erhielt. Es entstanden zahlreiche Kureinrichtungen.

Nach 1945 diente Bad Brambach der Sowjetarmee als Sanatorium. 1949 wurden wieder Patienten der Sozialversicherungen aufgenommen und 1957 das gesamte Bad den Behörden der DDR übergeben, die die Gebäude modernisierten. 1961 wurde das Kurgelände mit 40.000 Bäumen aufgeforstet.

Seit der politischen Wende 1989/90 hat Bad Brambach seine Weiterentwicklung zu einem ländlichen Heilbad vorangetrieben. Zahlreiche kommunale und private Investitionen sowie ein nicht unerhebliches Engagement der Sächsischen Staatsbäder GmbH haben das Ortsbild (insbesondere auch im Bereich des Kurparks) erheblich geprägt. Dazu gehören die Bade- und Saunalandschaft AQUADON, die sanierte Festhalle und das sanierte zentrale Quellengebäude, der Neubau der EBEL-Fachklinik, das umgebaute und sanierte ehemalige Kurheim des R.D.B. (in der DDR Kurheim Julius-Fucik-Haus) zu einer Seniorenresidenz, das Hotel Ramada Bad Brambach Resort (ehemals Vogtlandhaus) sowie das Parkhotel.

Mit dem Neubau einer im Jahr 2001 eröffneten Ortsumgehung wurde der Ort vom grenzüberschreitenden Verkehr in das benachbarte Tschechien (Grenzübergang Schönberg-Vojtanov) entlastet. Seit dieser Zeit gibt es verstärkt kommunale und private Aktivitäten zur Verschönerung des Ortskerns.

Die Mineralwasserproduktion wurde mit dem Neubau des Betriebsgebäudes der Bad Brambacher Mineralquellen GmbH & Co. Betriebs KG fortgesetzt und ausgebaut. Das Unternehmen ist nicht nur einer der größten Arbeitgeber im Ort, sondern unterstützt auch zahlreiche Vereine und veranstaltet jährlich im August ein Brunnenfest.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bärendorf[4][5] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hohendorf
Frauengrün[6] vor 1880
29. November 1937
Eingemeindung nach Brambach (Unterbrambach),
Umgliederung nach Oberbrambach
Gürth[4][5] 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Raun
Hennebach[6] vor 1880 Eingemeindung nach Rohrbach
Hohendorf[4] 1. Januar 1974
Kleedorf[6] vor 1880
29. November 1937
Eingemeindung nach Raun,
Umgliederung nach Oberbrambach
Oberbrambach[4] 1. Januar 1972
Raun[7] 1. Januar 1994
Raunergrund [6] 1. Januar 1883 Eingemeindung nach Raun
Röthenbach[6] vor 1880
Rohrbach[4] 1. Januar 1972
Schönberg (mit Bärenteich)[7] 1. März 1994

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 48,9 %
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
89,8 %
10,2 %
keine
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+12,7 %p
+0,4 %p
-13,1 %p
Sonst.

Der Gemeinderat (im Ergebnis der Kommunalwahl vom Frühjahr 2009) setzt sich zusammen aus: 15 Sitze, davon 14 CDU, 1 DIE LINKE

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1583: 39
  • 1764: 69
  • 1871: 1502
  • 1890: 1527
  • 1910: 1975
  • 1925: 2226
  • 1939: 2331
  • 1946: 2706
  • 1950: 2647
  • 1964: 2135
  • 1971: 2122
  • 1998: 2396
  • 1999: 2421
  • 2000: 2425
  • 2001: 2416
  • 2002: 2368
  • 2003: 2326
  • 2004: 2260
  • 2007: 2139
  • 2008: 2109
  • 2012: 2013
Datenquelle: Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen (bis 1964), ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort liegt an der B 92 bzw. E 49, die südwärts direkt nach Tschechien führt. Bad Brambach hat einen Bahnhof und im Ortsteil Raun zudem einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Plauen–Cheb.

Klinik[Bearbeiten]

Die Klinik Bad Brambach als Rehabilitationsklinik für Rheumatologie, Orthopädie und Kardiologie wurde 1991 von den Dr. Ebel Fachkliniken GmbH & Co. übernommen. 1994 wurde der Neubau fertiggestellt.

Kurpark[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Breslauer: Von Arkona bis Zobes. 20 Jahre Volksmusik mit dem Original Vogtlandecho. Burg Verlag Rehau, 2011, ISBN 978-3937344737.
  • Erhard Günther: Familienbuch von Schönberg bei Bad Brambach 1620-1940. Belgershain: Internetservice OFB 2004 (= Ortsfamilienbücher Mitteldeutschlands 2)
  • Maria Patzschke, Frieder Reinhold und Michael Fahrentholz: Familienbuch für Brambach im Vogtland 1587 1722. Leipzig: Deutsche Zentralstelle für Genealogie 1997 (= Schriften der Deutschen Zentralstelle für Genealogie in Leipzig 11). Reprint: Plaidt: Cardamina-Verlag 2012
  • Dieter Tauchert, Herbert Stübiger: Zur Entwicklung der Kureinrichtung Bad Brambach. in: Sächsische Heimatblätter Heft 1/1984, S. 17-20, ISSN 0486-8234

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Brambach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Brambach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2012 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Historisches über Bad Brambach
  3. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  4. a b c d e Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. a b Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  6. a b c d e Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943
  7. a b Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  8. Freie Presse, Sachsens größte Zeitung: Ehrenbürgerwürde für Gustav Ploß, erschienen am 26. November 2010
  9. http://www.vogtlandecho.com