RhB Ge 2/4

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RhB Ge 2/4
Ge 2/4 222
Ge 2/4 222
Nummerierung: 201–207
Anzahl: 7
Hersteller: SLM/BBC
Baujahr(e): 1912/1913
Ausmusterung: 1974–2006 (222 Museumsfahrzeug)
Achsformel: 1'B1'
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Länge über Puffer: 8'700 mm
Breite: 2'650 mm
Fester Radstand: 2'600 mm
Gesamtradstand: 6'000 mm
Dienstmasse: 36,7 t
Reibungsmasse: 21,8 t
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Stundenleistung: 300 PS
Stundenzugkraft: 26 kN bei 28.8 km/h
Treibraddurchmesser: 1'070 mm
Laufraddurchmesser: 710 mm
Stromsystem: 11 kV 16,7 Hz
Anzahl der Fahrmotoren: 1
Bremse: Spindelhandbremse, indirekte Vacuumbremse

Die Ge 2/4 ist eine leichte Elektrolokomotivbaureihe der Rhätischen Bahn (RhB).

Geschichte[Bearbeiten]

1913 beschaffte die RhB sieben Exemplare mit den Nummern 201 bis 207 für die neu gebaute und von Anfang an elektrifizierte Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp im Unterengadin. Die 8,7 m langen Loks mit Stangenantrieb erreichten 45 km/h und besaßen eine Leistung von 228 kW. Sie wogen 36,7 t. Den mechanischen Teil lieferte die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM), während BBC die elektrischen Komponenten fertigte. Zum Antrieb wurden Repulsionsmotoren verwendet, die sich durch ein hohes Anzugsmoment und stoßfreien Anlauf auszeichnen.

Zwischen 1943 und 1946 wurden drei Maschinen in Rangierlokomotiven mit zentralem Führerstand umgebaut. Im Volksmund erhielten sie so auch den Namen 'Bügeleisen'. Sie erhielten die Nummern Ge 2/4 211 bis 213, das Dienstgewicht wurde auf 33,0 t reduziert und die Höchstgeschwindigkeit auf 55 km/h angehoben. Das letzte Exemplar (Ge 2/4 212) wurde mittlerweile in den Ursprungszustand der 1940er Jahre zurückversetzt und an die Stiftung "chemin de fer du Kaeserberg" ([4] Website Kaeserberg) abgegeben, die die Lok vor ihrer Modelleisenbahnanlage in Granges-Paccot bei Freiburg im Üechtland aufstellte.[1]

1945 und 1946 wurden zwei weitere Lokomotiven umgebaut: Die in Ge 2/4 221 und 222 umgezeichneten Maschinen wurden zwar äußerlich nicht verändert, jedoch wurde ihr Gewicht auf 30,0 t reduziert, die Leistung auf 450 kW erhöht und die Höchstgeschwindigkeit auf 55 km/h festgesetzt. Bald leisteten sie Vorspanndienste auf der Albulabahn. Erhalten geblieben ist bis heute die Ge 2/4 222; sie wird als Museumslok bei der RhB eingesetzt und ist in Landquart beheimatet.

Die beiden nicht umgebauten Maschinen mit den Nummern 205 und 207 sind heute noch erhalten. Lok 205 stand bis November 2007 als Denkmal und Objekt für Motorenmessungen für die Studenten vor der Zürcher Hochschule Winterthur, über die Schule im Besitz des Kantons Zürich. Anschliessend sollte die Lok 205 Teil des Bahnmuseums Albula werden. Der Club 1889 hat im April 2014 beschlossen, die Lok wieder ins Bündnerland zurückzuführen.[2] Im August 2014 steht die Lok immer noch im Freien in Arth-Goldau.[3] Lok 207, die als einzige der Serie im Ursprungszustand blieb, ist im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern ausgestellt.

Liste der Ge 2/4 der Rhätischen Bahn[Bearbeiten]

Betriebsnummer Inbetriebnahme Umbau Ausmusterung Verblieb
201 27.12.1912 1943 → 213 1992 verschrottet nach Unfall
202 25.01.1913 1943 → 211 2001 verschrottet nach Getriebeschaden
203 16.04.1913 1946 → 221 1998 verschrottet
204 26.04.1913 1946 → 222 -- Beschränkt betriebsfähiges Museumsfahrzeug (Vmax 30 km/h wegen Getriebeschaden)
205 17.05.1913 1928 → Einbau Stirnwandtüren 1974 1974 Funktionsfähiges Denkmal (Standmodell) Winterthur

Seit Ende November 2007 in Arth-Goldau zur Revision als funktionsfähiges Denkmal (Standmodell).

206 06.06.1913 1946 → 212 2006 2007 Denkmal bei Fribourg
207 26.06.1913 - 1974 1982 Verkehrshaus Luzern

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolfgang Finke, Hans Schweers: Die Fahrzeuge der Rhätischen Bahn 1889–1998. Band 3: Lokomotiven, Triebwagen, Traktoren. Schweers + Wall, Aachen 1998, ISBN 3-89494-105-7.

Weblink[Bearbeiten]

http://www.eisenbahn-nostalgie.ch/german/index.htm?http://www.eisenbahn-nostalgie.ch/german/beitraege/rhb_1b1/geschichte/index.htm

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Foto Eingang Modellbahn Kaeserberg mit der Ge 2/4 212 daneben, abgerufen am 9. September 2014
  2. [2] Versammlungbericht Club 1889 in der Engadiner Post vom 17. April 2014
  3. [3] Foto der Lok 205 in Arth-Goldau.