Samedan

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Samedan
Wappen von Samedan
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Malojaw
Kreis: Oberengadin
BFS-Nr.: 3786i1f3f4
Postleitzahl: 7503
Koordinaten: 786668 / 15651646.5338849.8722141721Koordinaten: 46° 32′ 2″ N, 9° 52′ 20″ O; CH1903: 786668 / 156516
Höhe: 1'721 m ü. M.
Fläche: 113.80 km²
Einwohner: 3007 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 26 Einw. pro km²
Website: www.samedan.ch
Samedan

Samedan

Karte
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Samedan [sɐˈmeːdən]?/i oder Samaden ist ein Dorf und eine politische Gemeinde im Kreis Oberengadin, Bezirk Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Samedan vom Kirchhügel Sankt Peter aus gesehen

Der Engadiner Wintersport- und Luftkurort liegt am Inn nördlich von St. Moritz und wird im Westen vom 3'246 m ü. M. hohen Piz Ot überragt. Der Ort liegt am westlichen Rand einer Hochebene, in der der Inn und der von Pontresina kommende Flaz zusammenfliessen.

In Samedan treffen verschiedene Schienen- und Strassenverkehrswege zusammen: von St. Moritz im Südwesten, vom Puschlav über den Berninapass im Süden und vom Unterengadin im Nordosten.

Klima[Bearbeiten]

Durch die besondere Lage in einem Tal kann es im Winter bei klarem Wetter in Samedan sehr kalt sein. Temperaturen unter −20 Grad sind fast alltäglich, mit Extremwerten von unter −37 Grad. Dieser Umstand kommt stets durch eine Inversionswetterlage zustande. An 260 Tagen des Jahres sinkt die Temperatur unter 0 Grad. Selbst im Juli gibt es durchschnittlich rund fünf Frosttage.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wird seit der Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt (1137/1139 [Kop.] in Zuze et in Samadene; 1156 coloniam de Samadn), die Herkunft des Namens ist unbekannt. Die unterengadinisch und deutsch noch heute übliche Namensform Samaden [sɐˈmɑːdə(n)] wurde als amtlicher Gemeindename 1943 mit der einheimischen Form Samedan [sɐˈmeːdən]?/i ersetzt; deren bei Auswärtigen verbreitete Aussprache [sameˈdaːn] mit Betonung auf der Endsilbe wird auf Analogie zu Parpan, Fetan etc. zurückgeführt.[2]

Seit 1462 war Samaden Sitz des Niedergerichts Sur Funtauna Merla. Im Schwabenkrieg von 1499 wurde das Dorf durch Brand verwüstet. 1551 wurde die Reformation eingeführt; seit 1860 nahm der Anteil der katholischen Bevölkerung wieder stark auf heute knapp 40 % zu. Ab dem 16. Jahrhundert errichteten besonders die zu Reichtum gelangten Geschlechter von Salis und von Planta einige repräsantive Bauten. Der seit 1830 aufkommende Tourismus führt zum Bau von Hotels, Campingplätzen, einer englischen Kirche (1872), eines Golfplatzes (1893) sowie der Standseilbahn auf die Muottas Muragl. Mit der Eröffnung der Albulalinie 1903 erhielt das Dorf Bahnanschluss; 1937 nahm der Flugplatz seinen Betrieb auf. Beim Abwurfe mehrerer Bomben aus amerikanischen Flugzeugen am 1. Oktober 1943 wurde die Chiesa Planta beschädigt.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Die Einwohner der Gemeinde sprachen ursprünglich Puter, ein rätoromanisches Idiom. Doch bereits im 19. Jahrhundert drang das Deutsche vor. 1880 gaben nur noch 47 % Romanisch als Muttersprache an. Dieser Wert blieb bis zum Zweiten Weltkrieg ziemlich stabil (1910: 45 %; 1941: 42 %). Zugunsten des Deutschen sank der Anteil der Romanischsprachigen bis 1970 auf 31 %. Nach einer kurzen Erholung verliert die ehemalige Mehrheitssprache seit 1980 stetig an Boden. Doch sprachen im Jahr 2000 dank dem Einfluss der Schule, an der auch auf Romanisch unterrichtet wird, noch 42 % Romanisch. Behördensprachen sind Deutsch und Romanisch. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in Samedan GR
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 1140 44,65 % 1567 54,50 % 1886 61,45 %
Rätoromanisch 841 32,94 % 649 22,57 % 511 16,65 %
Italienisch 451 17,67 % 476 16,56 % 458 14,92 %
Einwohner 2553 100 % 2875 100 % 3069 100 %

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 2854 Bewohnern waren 2300 (= 81 %) Schweizer Staatsangehörige.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Schwarz ein goldener (gelber) Flussgott mit goldenem Ruder und Wassergefäss.

Das auf das Hauptmotiv beschränkte Siegelbild der Gemeinde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bahnhof Samedan

Wie im ganzen Oberengadin hat der Tourismus für die örtliche Wirtschaft eine wichtige Bedeutung.

Als einziger Ort im Oberengadin verfügt Samedan über ein Güterumschlagszentrum der Rhätischen Bahn.[4] Rund um den Bahnhof und in der Industriezone haben sich somit diverse Unternehmen angesiedelt. Der Kreishauptort hat somit auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine zentrale Funktion im Oberengadin übernommen.

Medien[Bearbeiten]

In Samedan domiziliert sind die Engadiner Post, die Engadiner Wochenzeitung (bis 2011) und Radio Engiadina.

Spital[Bearbeiten]

In Samedan liegt das Spital Oberengadin, der grösste Arbeitgeber der Region.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Von der Albulabahn zweigt in Samedan die Strecke nach Pontresina ab. Die Rhätische Bahn betreibt ein Güterumschlagszentrum.

Strasse[Bearbeiten]

Von der durch das Engadin verlaufenden Hauptstrasse 27 zweigt bei Samedan die Hauptstrasse 29 ab, die über den Berninapass ins Puschlav führt.

Flughafen[Bearbeiten]

Flugplatz

Der Flughafen Engadin in der Ebene am östlichen Ortsrand ist der höchstgelegene Flughafen für zivile Luftfahrt in Europa.

Hochlandbasis der REGA[Bearbeiten]

Im Engadin fliegt die REGA seit 1957 Einsätze, seit 1977 mit einer eigenen Infrastruktur auf dem Flughafen Engadin. Rega 9 ist eine Hochlandbasis mit einem grossen Spektrum an Einsätzen, wobei es sich hauptsächlich um so genannte Primäreinsätze handelt, bei denen Notarzt und Rettungssanitäter zur Erstversorgung an eine Unfallstelle geflogen werden.[5]

Der schweizerdeutsche Spielfilm Heldin der Lüfte wurde mit Unterstützung der REGA unter anderem in Samedan gedreht.[6]

Bildung[Bearbeiten]

In Samedan domiziliert ist die Academia Engiadina mit der Höheren Fachschule für Tourismus und dem Gymnasium.

Sport[Bearbeiten]

Am Hang oberhalb des Dorfes ist im Winter ein Skilift in Betrieb.

Samedan ist Durchgangs- und (seit 2014) Startort des Gebirgslaufs Swiss Irontrail.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmalgeschützt ist die reformierte Dorfkirche, gleichfalls sehenswert sind die reformierte Begräbniskirche St. Peter und die Katholische Pfarrkirche Herz-Jesu[7]. Im Dorfzentrum liegen der als Kulturzentrum genutzte Turm La Tuor aus dem 13. Jahrhundert und die Chesa Planta aus dem 16. Jahrhundert.

Weitere erwähnenswerte Bauten:

Bilder[Bearbeiten]

Panoramabild, von Richtung Celerina aus gesehen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Samedan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Andres Kristol, Samedan GR (Maloja/Maloggia) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 790.
  3. Ottavio Clavuot: Samedan im Historischen Lexikon der Schweiz
  4. Bündner Güterbahn, Ausgabe 2009. In: Rhätische Bahn. Abgerufen am 21. September 2010 (PDF; 2,1 MB).
  5. Rega 9: „Hochlandbasis“ im Engadin, abgerufen am 15. Dezember 2008
  6. Tages-Anzeiger online (3. Dezember 2008): Melanie Winiger rettet Leben im Bündnerland, abgerufen am 4. Dezember 2008
  7. Katholische Pfarrkirche Herz-Jesu
  8. Academia Engiadina
  9. Badhaus
  10. Chesa Flurina
  11. Gemeindehaus
  12. Haus Krone
  13. Hotel Bernina
  14. Sektionshaus der RhB
  15. Ulrich Bruppbacher auf www.sikart.ch