Rottleberode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

51.51833333333310.947222222222202Koordinaten: 51° 31′ 6″ N, 10° 56′ 50″ O

Rottleberode
Gemeinde Südharz
Höhe: 202 m ü. NN
Fläche: 6,99 km²
Einwohner: 1502 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06548
Vorwahl: 034653
Bennungen Breitenstein Breitungen Dietersdorf Drebsdorf Hainrode Kleinleinungen Questenberg Roßla Rottleberode Schwenda Stolberg (Harz) Uftrungen Wickerode Hayn (Harz) Landkreis Mansfeld-SüdharzKarte
Über dieses Bild

Lage von Rottleberode in Südharz

Rottleberode ist ein Ortsteil der Gemeinde Südharz im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage [Bearbeiten]

Rottleberode liegt im Südharz an der Landstraße zwischen Stolberg (Harz) und Berga. Durch den Ort fließt die Thyra.

Geschichte [Bearbeiten]

Rottleberode entstand bereits im 10. Jahrhundert. Wilhelm, der Erzbischof zu Mainz besaß hier einen Hof, er starb im Jahre 968 in Rottleberode[1], was zur ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes führte. Rottleberode verfügte bereits 994 über das Markt-, Münz- und Zollrecht. Später gelangte der Ort in den Besitz der Grafen zu Stolberg, die den Ort in das Amt Stolberg der Grafschaft Stolberg-Stolberg integrierten. Bis 1815 stand Rottleberode unter der Oberhoheit des Königreichs Sachsen und gelangte dann an den Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen. 1819 lebten in Rottleberode 662 Einwohner in 119 Häusern. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Außenlager Rottleberode des KZ Buchenwald (das später dem KZ Dora-Mittelbau unterstellt war) eingerichtet sowie ein diesem unterstelltes Unterkommando in Stempeda, in denen etwa 1.300 KZ-Häftlinge unter anderem bei der Teilmontage für die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke Zwangsarbeit verrichten mussten. Von 1952 bis 1990 gehörte Rottleberode zum DDR-Bezirk Halle.

Geprägt wurden der Ort und seine Umgebung durch einen jahrhundertealten Bergbau auf Eisen, Buntmetalle (Kupferschiefer), Flussspat und Gips. Zahlreiche kleinere und größere Halden in der näheren Umgebung sowie Pingen und überlieferte Namen, wie Kupferhütte und Hüttenhof sind Zeugen der Gewinnung und Verhüttung dieser Bodenschätze. Erwähnenswert ist der „Flussschacht“ bei Rottleberode im Krummschlachttal. Anfang des 20. Jh. war hier die damals größte Flussspatlagerstätte Mitteleuropas aufgeschlossen. Der Produktionsbetrieb wurde 1989 wegen Erschöpfung der Vorräte eingestellt.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Gemeinden Rottleberode, Bennungen, Breitenstein, Breitungen, Dietersdorf, Drebsdorf, Hainrode, Hayn (Harz), Kleinleinungen, Questenberg, Roßla, Schwenda und Uftrungen zur neuen Gemeinde Südharz zusammen.[2] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Roßla-Südharz, zu der Rottleberode gehörte, aufgelöst.

Gedenkstätten [Bearbeiten]

  • Grabstätten auf dem Ortsfriedhof für 36 KZ-Häftlinge, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden

Verkehr [Bearbeiten]

Der Ort liegt an der Eisenbahnstrecke Berga-Stolberg (Thyraliesel). Derzeit ist Rottleberode Bedarfshalt. Der Fahrbetrieb zwischen Berga/Kelbra und Stolberg über Rottleberode wurde während der Woche eingestellt. Am Wochenende und an Feiertagen fährt jedoch ein Sonderzug. Außerdem bestehen Busverbindungen in die umliegenden Orte.

Etwa 10 Kilometer südlich befindet sich die Bundesautobahn 38 und die Thyratalbrücke. Die Anfahrt über die BAB 38 ist möglich über die Anschlussstellen Heringen, Nordhausen oder Berga.

Arbeit und Soziales [Bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber vor Ort ist das örtliche Gipswerk, welches nach 1989 von der Firma Knauf übernommen wurde.

Im Ort befindet sich außerdem eine Grundschule.

Die Ante-Holz-Gruppe (700 Beschäftigte) hat am 10. Mai 2007 für ihren vierten Produktionsstandort in Rottleberode Richtfest gefeiert. Insgesamt 50 Millionen Euro fließen nach Firmenangaben in das sachsen-anhaltische Sägewerk mit Produktionsstätte am Fuße des Südharzes. Es entstehen 100 neue Arbeitsplätze.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

  • Westlich des Ortes im Waldgebiet des Alten Stolbergs steht die Ruine der Grasburg.
  • Die evangelische St. Martinikirche wurde von 1758 bis 1761 als barocke Saalkirche erbaut.
  • Es existiert ein nicht öffentliches, ehemals fürstliches, Jagdschloss nebst Park.
  • Im Ort gibt es einen großen Schlossteich, auch Dorfteich genannt (der ehemalige Hüttenteich der Josefshütte).
  • Restauriertes Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude der ehemals Fürstlich Stolberg-Stolbergschen Domäne.
  • Es existiert ein touristischer Naturlehrpfad entlang des Dorfteiches und des sogenannten "faule Teich", welcher sich als artenreiches Feuchtbiotop präsentiert.
  • In etwa zwei Kilometern Entfernung liegt die Schauhöhle und Gedenkstätte Heimkehle.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes [Bearbeiten]

Personen, die mit Rottleberode in Verbindung stehen [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Vgl. Karl Uhlirz: Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 115–117.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010