Sânnicolau Mare
| Sânnicolau Mare Großsanktnikolaus Nagyszentmiklós |
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Rumänien | |||
| Historische Region: | Banat | |||
| Kreis: | Timiș | |||
| Koordinaten: | 46° 4′ N, 20° 38′ O46.07222222222220.62944444444482Koordinaten: 46° 4′ 20″ N, 20° 37′ 46″ O | |||
| Zeitzone: | OEZ (UTC+2) | |||
| Höhe: | 82 m | |||
| Fläche: | 136,77 km² | |||
| Einwohner: | 13.262 (1. Januar 2009) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 97 Einwohner je km² | |||
| Postleitzahl: | 305600 | |||
| Telefonvorwahl: | (+40) 02 56 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | TM | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2012) | ||||
| Gemeindeart: | Stadt | |||
| Bürgermeister: | Dănut Groza (PD-L) | |||
| Postanschrift: | Str. Republicii, nr. 15 loc. Sânnicolau Mare, jud. Timiș, RO–305600 |
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| Webpräsenz: | ||||
Sânnicolau Mare [sɨnnikoˌla.u ˈmare] (auch Sânnicolaul Mare, alte Rechtschreibung Sînnicolau Mare; deutsch Groß Sankt Nikolaus oder Großsanktnikolaus, ungarisch Nagyszentmiklós) ist eine Stadt im Kreis Timiș, Banat, Rumänien mit ca. 13.000 Einwohnern.
Inhaltsverzeichnis |
Geographische Lage [Bearbeiten]
Sânnicolau Mare liegt im äußersten Westen Rumäniens, 64 km nordwestlich von Timișoara. Sie ist eine Grenzstadt und liegt etwa 8 Kilometer von Ungarn und 25 Kilometer von Serbien entfernt. Sie befindet sich am Ufer der Aranka, einst ein Nebenarm der sechs Kilometer nördlich fließenden Marosch.
Nachbarorte [Bearbeiten]
| Kiszombor | Cenad | Nădlac |
| Dudeștii Vechi | Saravale | |
| Teremia Mare | Tomnatic | Sânpetru Mare |
Geschichte [Bearbeiten]
Im 2. Jahrhundert n.Chr. errichteten die Römer ein Kastell, das die an der Marosch entlanglaufende Straße sicherte. Der Ort wurde urkundlich erstmals 1334 unter dem Namen Sanctus Michael erwähnt. Den Namen Großsanktnikolaus erhielt die Stadt im 18. Jahrhundert, als hier Deutsche angesiedelt wurden.
Hier wurde am 25. März 1881 der ungarische Komponist Béla Bartók geboren.
Der Schatz von Nagyszentmiklós, ein bedeutender Goldschatz, der 1799 von dem Bauern 'Pera Vuin' bei Grabungen in seinem Garten gefunden wurde, befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Er besteht aus 23 frühmittelalterlichen Goldgefäßen mit einem Gesamtgewicht von beinahe 10 kg. Die ethnische wie kunsthistorische Zuordnung dieses Schatzes ist nicht ganz geklärt; wahrscheinlich sind die Gefäße zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert gefertigt worden. Funde awarischer Gräber mit Runeninschriften auf Knochen entsprechen den Runen von Nagyszentmiklós, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Goldfunde ebenfalls awarischer Herkunft sind. Auch eine bulgarische Herkunft ist möglich, da zu dieser Zeit das Erste Bulgarische Reich die Region beherrschte.
Die urbane Entwicklung von Großsanktnikolaus ist eng mit der Grafenfamilie Nakó verbunden. Die Familiengeschichte der Nakós reicht bis ins Mittelalter zurück: Den Dokumenten gemäß stammt die Familie aus dem griechischen Marktflecken Dogriani in Mazedonien. Die ersten Nakós im Banat waren ab Mitte des 18. Jahrhunderts ein griechisches Brüderpaar. Von Cristoph Nakó, (* 1745) stammt die erste Nakó-Generation aus Großsanktnikolaus ab. Im Jahr 1919 übersiedelte die Familie nach Ungarn. Das 1864 von Nakó Kalman errichtete Schloss in der Stadtmitte und die von der Familie gestiftete katholische Pfarrkirche erinnern auch heute noch an das Adelsgeschlecht. Das Grafenkastell war im 20. Jahrhundert abwechselnd Sitz der Eisernen Garde, Kaserne, Traktoristenschule, Béla Bartók-Museum, Haus der Pioniere und nach der Wende Disko und Fitnessstudio. Heute ist das Nakó-Schloss Kulturhaus und Stadtmuseum.[1]
Bis 1920 gehörte Nagyszentmiklós zum ungarischen Komitat Torontal und kam dann infolge des Friedensvertrages von Trianon im Juni 1920 zu Rumänien.
Etwa 10 Kilometer nordöstlich liegt die ehemalige Zisterzienserabtei Igriș.
Demografie [Bearbeiten]
| Zählung[2] | Nationalität | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | Rumänen | Deutsche | Ungaren | sonstige | |||
| 1880 | 10.836 | 3528 | 1219 | 4678 | 1411 | |||
| 1900 | 12.639 | 4179 | 1928 | 1586 | 1335 | |||
| 1930 | 10.676 | 4289 | 1474 | 3842 | 1071 | |||
| 1977 | 12.811 | 7970 | 1395 | 2434 | 1012 | |||
| 1992 | 13.083 | 9609 | 1389 | 770 | 1315 | |||
| 2002 | 12.914 | 10.127 | 1150 | 379 | 1258 | |||
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Béla Bartók (1881–1945), Komponist
- Hans Röhrich (1899–1988), Chirurg und Universitätsdozent
- Hans Dama (* 1944), Schriftsteller
- Werner Kremm (* 1951), Journalist und Autor
- Anton Sterbling (* 1953), Soziologe und Pädagoge
- Peter Leber (* 1959), Bundesvorsitzender und Bundesgeschäftsführer der Landsmannschaft der Banater Schwaben[3]
- Sabrin Sburlea (* 1989), Fußballspieler
Partner- und Freundschaften [Bearbeiten]
Sânnicolau Mare unterhält
- Partnerschaften:
- Kazincbarcika in Ungarn
- Makó in Ungarn
- Battonya in Ungarn
- Freundschaft:
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ adz.ro, ADZ, Balthasar Waitz: Verborgenes und Vergessenes, abgerufen am 18. September 2011
- ↑ Varga E. Census data for Timiş county 1880 - 1992 (PDF; 897 kB)
- ↑ Peter-Dietmar Leber neuer Bundesvorsitzender
Literatur [Bearbeiten]
- Franz Wolz / Peter-Dietmar Leber: Heimatbuch Großsanktnikolaus im Banat. Beiträge zur Geschichte der Deutschen im Ort. Rohrbach Ilm 2005, ISBN 3-922979-03-3
- Ioan Romoșan: Monografia orașului Sînnicolau Mare, Editura Solness, Timișoara, 2000, ISBN 973-8145-09-0
- Hans Haas: Das Adelsgeschlecht Nakó de Nagyszentmiklós. Aufstieg und Niedergang einer Grafendynastie, Verlag Banatul Montan Reschitza 2011, ISBN 978-973-1929-42-2
- Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber, Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben, Band 5: Städte und Dörfer, München 2011
Weblinks [Bearbeiten]
-
Commons: Sânnicolau Mare – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - hog-grosssanktnikolaus, Website in deutscher Sprache
- banater-schwaben.org, Website in deutscher Sprache
- picasaweb, Bilder von Sânnicolau Mare