Sânnicolau Mare

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sânnicolau Mare
Großsanktnikolaus
Nagyszentmiklós
Wappen von Sânnicolau Mare
Sânnicolau Mare (Rumänien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 46° 4′ N, 20° 38′ O46.07222222222220.62944444444482Koordinaten: 46° 4′ 20″ N, 20° 37′ 46″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 82 m
Fläche: 136,77 km²
Einwohner: 13.282 (1. Juli 2007)
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahl: 305600
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2008)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Dănut Groza (PD-L)
Webpräsenz:
Goldschatz von Großsanktnikolaus
Großsanktnikolaus während der Josephinischen Landaufnahme

Sânnicolau Mare (auch Sânnicolaul Mare, alte Rechtschreibung Sînnicolau Mare, deutsch Groß Sankt Nikolaus; ungarisch Nagyszentmiklós) ist eine Stadt im Banat, Rumänien mit ca. 13.000 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Großsanktnikolaus liegt im äußersten Westen Rumäniens, 64 km nordwestlich von Temeswar. Die Stadt befindet sich am Ufer der Aranka. Großsanktnikolaus ist eine Grenzstadt, welche sowohl zu Ungarn als auch zu Serbien hin geöffnet ist.

[Bearbeiten] Geschichte

Im 2. Jahrhundert n.Chr. errichteten die Römer ein Kastell, das die an der Marosch entlanglaufende Straße sicherte. Der Ort wurde urkundlich erstmals 1334 unter dem Namen Sanctus Michael erwähnt. Den Namen Großsanktnikolaus erhielt die Stadt im 18. Jahrhundert, als hier Deutsche angesiedelt wurden.

Hier wurde am 25. März 1881 der ungarische Komponist Béla Bartók geboren.

Der Schatz von Nagyszentmiklós, ein bedeutender Goldschatz, der 1799 von dem Bauern Pera Vuin bei Grabungen in seinem Garten gefunden wurde, befindet sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien. Er besteht aus 23 frühmittelalterlichen Goldgefäßen mit einem Gesamtgewicht von beinahe 10 kg. Die ethnische wie kunsthistorische Zuordnung dieses Schatzes ist nicht ganz geklärt; wahrscheinlich sind die Gefäße zwischen dem 7. und dem 9. Jahrhundert gefertigt worden. Funde awarischer Gräber mit Runeninschriften auf Knochen entsprechen den Runen von Nagyszentmiklós, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Goldfunde ebenfalls awarischer Herkunft sind. Auch eine bulgarische Herkunft ist möglich, da zu dieser Zeit das Erste Bulgarische Reich die Region beherrschte.

Die urbane Entwicklung von Großsanktnikolaus ist eng mit der Grafenfamilie Nakó verbunden. Die Familiengeschichte der Nakós reicht bis ins Mittelalter zurück: Den Dokumenten gemäß stammt die Familie aus dem griechischen Marktflecken Dogriani in Mazedonien. Die ersten Nakós im Banat waren ab Mitte des 18. Jahrhunderts ein griechisches Brüderpaar. Von Cristoph Nakó, (* 1745) stammt die erste Nakó-Generation aus Großsanktnikolaus ab. Im Jahr 1919 übersiedelte die Familie nach Ungarn. Das 1864 von Nakó Kalman errichtete Schloss in der Stadtmitte und die von der Familie gestiftete katholische Pfarrkirche erinnern auch heute noch an das Adelsgeschlecht. Das Grafenkastell war im 20. Jahrhundert abwechselnd Sitz der Eisernen Garde, Kaserne, Traktoristenschule, Béla Bartók-Museum, Haus der Pioniere und nach der Wende Disko und Fitnessstudio. Heute ist das Nakó-Schloss Kulturhaus und Stadtmuseum.[1]

Bis 1920 gehörte Nagyszentmiklós zum ungarischen Komitat Torontal und kam dann infolge des Friedensvertrages von Trianon im Juni 1920 zu Rumänien.

Etwa 10 Kilometer nordöstlich liegt die ehemalige Zisterzienserabtei Igriș.

[Bearbeiten] Einwohner

Großsanktnikolaus hatte 1880 10836 Einwohner, davon 3390 Rumänen, 1172 Ungarn, 4462 Deutsche.

2002 hatte Großsanktnikolaus 12914 Einwohner, davon 10127 Rumänen, 1150 Ungarn, 379 Deutsche.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Partner- und Freundschaften

Sânnicolau Mare unterhält

[Bearbeiten] Einzelnachweis

  1. adz.ro, ADZ, Balthasar Waitz: Verborgenes und Vergessenes, abgerufen am 18. September 2011
  2. Peter-Dietmar Leber neuer Bundesvorsitzender

[Bearbeiten] Literatur

  • Franz Wolz / Peter-Dietmar Leber: Heimatbuch Großsanktnikolaus im Banat. Beiträge zur Geschichte der Deutschen im Ort. Rohrbach Ilm 2005, ISBN 3-922979-03-3
  • Ioan Romoșan: Monografia orașului Sînnicolau Mare, Editura Solness, Timișoara, 2000, ISBN 973-8145-09-0
  • Hans Haas: Das Adelsgeschlecht Nakó de Nagyszentmiklós. Aufstieg und Niedergang einer Grafendynastie, Verlag Banatul Montan Reschitza 2011, ISBN 978-973-1929-42-2

[Bearbeiten] Weblinks


Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen