Schlafzimmer

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Rogier van der Weyden: Verkündigung an Maria, um 1435 (in einem Schlafzimmer der Entstehungszeit des Gemäldes)
Vincent van Gogh: Van Goghs Schlafzimmer in Arles, 1889
Schlafzimmer in einem HO-Möbelhaus in Ost-Berlin, 1949

Das Schlafzimmer, auch Schlafkammer (kleines Schlafzimmer) oder Kubikel genannt, ist das Zimmer einer Wohnung oder eines Wohnhauses, in dem dessen Bewohner schlafen.

Zu diesem Zweck enthält das Zimmer mindestens ein Bett (oft auch ein Doppelbett). In kleineren Wohnungen wird das Schlafzimmer oft mit einem anderen Raum kombiniert. Auch ein Kinderzimmer ist eine Kombination aus Schlafzimmer und dem persönlichen Raum des Kindes.

Das Schlafzimmer spiegelt als intimer Raum die Ansichten und die Individualität der Bewohner wider.

Neben der Schlafgelegenheit enthalten Schlafzimmer oft einen Nachttisch zur Aufbewahrung diverser Utensilien mit Nachttischlampe und Wecker sowie einen Schrank zur Aufbewahrung der Kleidung (siehe auch Einbauschrank, Kleiderschrank). Der Fußboden ist oft mit Teppich ausgelegt, da Parkett oder Fliesenbodenbelag als mit nackten Füßen unangenehmer zu betreten gelten.

Geschichte des Schlafzimmers[Bearbeiten]

Schlafzimmer sind in Mitteleuropa eine relativ neue Erfindung. Während der Steinzeit, Eisenzeit waren Schlafzimmer weitgehend unbekannt, man schlief und wohnte meist im selben Raum auf Strohlagern. Die ersten Betten tauchten im Mittelalter auf, waren aber ein Privileg von Adligen, reicheren Bürgern und sehr wohlhabenden freien Bauern. Einfache Bauern schliefen mit dem Vieh (als Wärmespender) unter einem Dach, aber auch Handwerker und vor allem Tagelöhner schliefen im gleichen Raum, den sie als Wohnzimmer benutzten, oder in der Küche. Dienstboten hatten nicht selten eine kleine Kammer, in die sie sich zurückziehen konnten. Diese enthielt kaum mehr als einen Alkoven oder ein Bett sowie einen Waschtisch. Manche Dienstboten mussten sich allerdings Bett und Kammer mit anderen Dienstboten teilen.

Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein waren besondere Schlafzimmer vor allem für Arbeiter ein unerschwinglicher Luxus. In Deutschland waren Schlafzimmer aufgrund der Wohnraumbewirtschaftung und Einquartierung von Flüchtlingen und Ausgebombten auch nach dem Zweiten Weltkrieg knapp. So waren viele Menschen gezwungen, im Wohnzimmer zu schlafen, dafür wurden spezielle Bettsessel und Schlafcouches entwickelt. In den 1960er Jahren entspannte sich die Situation, oft konnten neben den Eltern einer Kleinfamilie auch die Kinder ein eigenes Zimmer erhalten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pascal Dibie: Wie man sich bettet. Von Bärenfellen, Prunkgemächern, Lasterhöhlen und Lotterbetten. dtv, München 1993 ISBN 3-423-30388-3 (deutsche Ausgabe von Ethnologie de la chambre à coucher)
  • Christoph Wilhelm Hufeland: Der Schlaf und das Schlafzimmer in Beziehung auf die Gesundheit. Gädicke, Weimar 1802 (Digitalisat)
  • Josef Kern: „Wie man sich bettet“. Anmerkungen zum Thema Schlafzimmer. In: Bayerische Blätter für Volkskunde NF 4 (2002), Heft 1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlafzimmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schlafzimmer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen