Demografie Deutschlands

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Karte der Geburtenrate in deutschen Landkreisen, Kinderanzahl je Frau (Fertilitätsrate) im Jahr 2009. Bei einer Entwicklung, in der die Geburtenrate die Sterberate ausgliche, läge sie im Schnitt bei etwa 2,1. Diesen Wert erreicht im Jahre 2012 kein Landkreis in Deutschland.
Karte der Bevölkerungsdichte in Deutschland im Jahr 2006.

In der Wissenschaftsdisziplin Demografie wird die Bevölkerungszusammensetzung beobachtet, beschrieben (Statistiken auch grafisch aufbereitet) und nach Erklärungen für längerfristige Veränderungen der Zusammensetzung gesucht. In Deutschland leben etwa 80,8 Millionen Menschen.[1] Ihre Zusammensetzung unterteilt die Demografie Deutschlands entlang natürlicher und künstlicher Veränderungsfaktoren.

Überblick[Bearbeiten]

Die Geburtenrate der deutschen Bevölkerung befindet sich seit den 1970er-Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau, im Jahr 2012 betrug der Sterbeüberschuss 196 038 Personen. Dem stand im selben Jahr ein Zuwanderungsgewinn von 368 945 Personen gegenüber, so dass die Bevölkerung zahlenmäßig um 195.846 Personen zunahm. Die Binnen- und die Auswanderungsbewegungen sind im letzten Jahrzehnt sehr unterschiedlich. De facto ist insgesamt ein Gleichstand mit den Vorjahren zu beobachten (Veränderung unter 0,1 Prozent, Wanderungssaldo). Knapp 6,6 Millionen hier lebender Menschen sind ausschließlich ausländische Staatsbürger. 15 Millionen Einwohner Deutschlands hatten im Jahr 2011 einen Migrationshintergrund.

Die Anzahl der nicht registrierten Personen anderer Staatsangehörigkeit in Deutschland, die meist mit dem Terminus illegale Einwanderung bezeichnet werden, ist amtlich nicht erfasst. Daher ist es sehr schwierig, hier seriöse Zahlen zu finden. Die meisten Schätzungen und der Vergleich mit anderen Staaten Westeuropas und Nordamerikas lässt eine Anzahl von 0,5 % bis 2 % im Vergleich zur amtlichen Bevölkerung annehmen, also zwischen 415.000 und 1.660.000 Personen. Die wirkliche Anzahl von ausländischen Staatsangehörigen, die sich nicht registriert in Deutschland aufhalten, könnte in diesem Bereich liegen.

Natürliche Bevölkerungsentwicklung, Faktoren[Bearbeiten]

Geburten und Sterbefälle in Deutschland 1946-2006[2]

In den westdeutschen Bundesländern geht die Zahl der Geburten seit Ende der 60er Jahre zurück (sog. Pillenknick). In der DDR war die Entwicklung zeitversetzt um etwa drei Jahre ähnlich, wenngleich die Geburtenzahlen im Osten bis 1990 stets höher waren als im Westen. Seit der Wiedervereinigung ist in Ostdeutschland jedoch ein Einbruch der Geburtenzahlen um bis zu 25 % im Vergleich zum Vorwendeniveau festzustellen.

Die Geburtenrate Deutschlands ist somit die niedrigste innerhalb der Europäischen Union, mit 8,4 Neugeborenen pro 1.000 Einwohner im Jahr 2012. In diesem Jahr kamen 673.544 Kinder zur Welt.[3] Die Geburten pro Frau im gebärfähigen Alter lag 2012 bei 1,38.[4]

Dabei zeigt sich, dass die Geburtenrate der Frauen mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich ist. Im Jahr 2008 hatten Frauen der Jahrgänge 1959–1973 ohne Migrationserfahrung im Schnitt 1,44 Kinder, diejenigen mit Migrationserfahrung 1,95 (darunter Frauen türkischer Staatsangehörigkeit durchschnittlich 2,60 Kinder). Am wenigsten Kinder hatten deutsche Frauen ohne Migrationshintergrund der Jahrgänge 1974–1992 (0,33), am meisten türkische Frauen der Jahrgänge 1933–1958 (3,59).[5]

Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung haben höhere Zahlenwerte zur Zahl der Geburten pro Frau als die amtlichen Zahlen der zusammengefassten Geburtenziffer angegeben. Die niedrigen vom Statistischen Bundesamt berechneten Zahlen unterschätzten die Geburtenneigung, da sie nicht die endgültige Zahl der Kinder angäben, die ein Frauenjahrgang in seinem Leben gebiert, sondern einen vorab berechneten künstlichen Wert. Dieser unterschätze wiederum die endgültige Kinderzahl, wenn Frauen die Geburt ihrer Kinder in ein immer höheres Alter aufschöben (der sogenannte „Tempo-Effekt“), was in Deutschland der Fall ist.[6] Die Berechnung des Max-Planck-Instituts wurde möglich, weil erstmals Zahlen darüber verfügbar sind, in welchem Alter Frauen in Deutschland ihre ersten, zweiten und folgenden Kinder bekommen.[7] Den Angaben des Instituts zufolge liegt die Zahl der Geburten pro Frau in Deutschland für die Jahre von 2001 bis 2008 bei etwa 1,6.[8]

Für das Jahr 2004 hat das Statistische Bundesamt die Konfession der Eltern ermittelt. Von den rund 706.000 Kindern, die damals geboren wurden, hatten etwa 125.000 – rund 18 % – ein römisch-katholisches, 101.000 ein evangelisches Elternpaar. Vater und Mutter von 64.000 Kindern gehörten beide einer islamischen Religionsgemeinschaft an.[9]

Es ist jedoch sowohl politisch als auch wirtschaftswissenschaftlich umstritten, inwieweit ein höheres Bevölkerungswachstum in Deutschland positive wirtschaftliche Effekte hätte. Weiterhin ist umstritten, ob die derzeitige Bevölkerungsentwicklung eine Gefahr für die sozialen Sicherungssysteme darstellt oder bei der derzeitigen Arbeitslosigkeit hierfür eher irrelevant ist und vielmehr eine expansive Lohnpolitik negative Effekte auffangen müsste. Erstgenannte Position wird vor allem von Herwig Birg, letztgenannte von Gerd Bosbach vertreten.

Die Zahl der Gestorbenen liegt relativ konstant bei 800.000 bis 900.000 pro Jahr, 2012 waren es 869.582.[10] Die insgesamt hohe Lebenserwartung in Deutschland resultiert aus dem inneren Frieden, relativem Wohlstand, der Existenz einer breiten Mittelschicht und einer leistungsfähigen Medizin sowie Gesundheitsfürsorge.

Aus der Differenz von Geburten- und Sterbezahlen ergibt sich die natürliche Bevölkerungsentwicklung. In Deutschland (DDR und alte Bundesrepublik addiert) liegt die Zahl der Sterbefälle seit 1972 höher als die der Geborenen, die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist daher negativ: 2012 lag der „Sterbeüberschuss“ bei 196.038.[11] Seit 2003 reicht auch die Zuwanderung nicht mehr aus, um diese Schrumpfung bei der natürlichen Entwicklung der Zahlen auszugleichen.

In Deutschland gibt es nach offiziellen Schätzungen 250.000 Obdachlose. 80 Prozent davon sind männlich.[12]

Bevölkerungsentwicklung durch Migration[Bearbeiten]

Grenzüberschreitende Migration[Bearbeiten]

Während der 1990er Jahre kam es durch Immigration zu einem Bevölkerungswachstum. Während die Abwanderung aus Deutschland mit 600.000 bis 700.000 relativ stabil blieb, ging die Zuwanderung seit 1992 (1.500.000) zurück und lag 2004 bei 780.000 Menschen. Zwischen 2003 und 2010 konnte die geringere Zuwanderung den Sterbeüberschuss nicht mehr ausgleichen, so dass es zu einem Rückgang der Bevölkerung kam.

2011 lebten insgesamt 15 Millionen Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Dies entspricht 18,9 % der Bevölkerung. Als Personen mit Migrationshintergrund zählen im Zensus 2011 alle Ausländer/-innen sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder mindestens einen nach 1955 zugewanderten Elternteil haben. [13]

Fast die Hälfte der Zugewanderten bzw. ihrer Nachkommen sind inzwischen deutsche Staatsbürger; davon hat ein nicht unerheblicher Anteil zusätzlich die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftslandes.

Die Zuwanderer stammen in der Mehrzahl aus Vorderasien, Süd-, Mittel- und Osteuropa (ehemalige Ostblock-Länder).

Den größten Anteil der Abwanderer stellten im Jahr 2003 Deutsche (127.267), Polen (73.666), Türken (36.863) und Italiener (32.485). Die Anzahl der Emigranten mit deutscher Staatsbürgerschaft schwankt zwischen 100.000 und 140.000 jährlich.[14]

Im Jahre 2011 wurde im Zuge einer stark gestiegenen Zuwanderung der höchste Wanderungsgewinn seit 1996 erreicht. Es wanderten insgesamt etwa 958.000 Menschen nach Deutschland ein bei gleichzeitig etwa 679.000 Auswanderern. Somit ergibt sich ein positiver Wanderungssaldo von 279.000 Personen[15] und ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum um mehr als 135.000 Personen – bzw. ca. 50.000 im Vergleich zum 31. Dezember 2010 – über die drei letzten Quartale des Jahres 2011. Erstmals seit 2003 gleicht die Zuwanderung die negative natürliche Entwicklung wieder aus.[16]

Für den Zeitraum zwischen den Jahren 2012 bis 2017 prognostiziert das private Wirtschaftsforschungsinstitut Kiel Economics für Deutschland die Zahl von 2,2 Millionen Einwanderern. Unter diesen Personen sollen sich vor allem Menschen aus Süd- und Osteuropa befinden, die überwiegend infolge wirtschaftlicher Gründe – bspw. die Situation am heimischen Arbeitsmarkt – in die Bundesrepublik einwandern. [17][18][19]

Im Jahr 2012 wies Deutschland mit folgenden Ländern den höchsten positiven Wanderungssaldo auf (höchste Netto-Einwanderung):

  1. Polen (+69.900)
  2. Rumänien (+45.812)
  3. Ungarn (+26.208)
  4. Bulgarien (+25.121)
  5. Griechenland (+22.923)
  6. Italien (+21.716)
  7. Spanien (+20.539)
  8. Russland (+9.398)
  9. Syrien (+7.891)
  10. China (+6.688)

Im gleichen Jahr befand sich der Saldo nur mit drei Ländern im nennenswert negativen Bereich, nämlich mit der Schweiz (−8.948), mit der Türkei (−4.147) und mit Österreich (−1.491).[20] Insbesondere für kleine Herkunftsländer erreichte der Wanderungssaldo damit beträchtliche Ausmaße, so wanderten im Saldo pro Million Einwohner aus Bulgarien rund 3400, aus Ungarn rund 2600, aus Rumänien rund 2300 und aus Griechenland rund 2100 Personen ein, während es aus Italien nur 360 waren.

Zahlen zur Zu- und Abwanderung in Deutschland
Zu- und Abwanderung von Deutschen und Ausländern
Zuwanderung nach Deutschland
Abwanderung aus
Deutschland
 

Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft[Bearbeiten]

Daten laut Statistischem Bundesamt.[21]

Staat/Region Kontinent in Deutschland 2001 in Deutschland 2008 in Deutschland 2011
Afghanistan Asien 71.662 48.437 56.563
Albanien Europa 11.702 9.971 10.293
Arabische Halbinsel1 Asien 3.953 5.649 8.364
Armenien Asien 11.153 9.584 10.963
Aserbaidschan Asien/Europa 12.351 14.337 14.393
Australien Australien 8.322 8.873 9.968
Belgien Europa 23.463 22.801 23.125
Bosnien und Herzegowina Europa 159.042 156.804 153.470
Bulgarien Europa 38.143 53.984 93.889
China Asien 63.111 78.960 86.435
Dänemark Europa 21.326 19.014 19.211
Estland Europa 3.880 4.003 4.840
Finnland Europa 16.059 13.400 13.182
Frankreich Europa 111.347 108.090 110.938
Georgien Asien 11.463 13.304 13.835
Griechenland Europa 362.708 287.187 283.684
Indien Asien 38.210 44.405 53.386
Indonesien Asien 11.773 11.429 12.620
Irak Asien 76.297 74.481 82.438
Iran Asien 98.555 54.317 53.920
Irland Europa 15.594 10.207 10.595
Island Europa 1.502 1.236 1.419
Israel Asien 9.555 9.798 10.788
Italien Europa 616.282 523.162 520.159
Japan Asien 33.839 30.440 31.403
Jordanien Asien 10.638 7.716 7.848
Kanada Nordamerika 12.646 13.390 13.936
Kasachstan Asien 47.375 53.899 49.499
Kroatien Europa 223.819 223.056 223.014
Lettland Europa 8.543 9.980 18.263
Libanon Asien 49.109 38.028 35.029
Liechtenstein Europa 176 210 230
Litauen Europa 11.156 20.285 27.751
Luxemburg Europa 6.225 10.964 12.708
Malta Europa 366 428 482
Mazedonien Europa 55.986 62.682 67.147
Mittelamerika und Karibik Nordamerika 26.139 30.028 31.849
Moldawien Europa 10.996 12.214 11.872
Niederlande Europa 112.362 132.997 137.664
Nordafrika Afrika 137.876 117.832 117.588
Norwegen Europa 7.511 6.318 5.979
Ostafrika7 Afrika 37.230 34.443 39.471
übriges Ost- und Zentralasien2 Asien 26.944 30.375 30.680
Österreich Europa 188.957 175.434 175.926
Ozeanien Australien 2.879 2.337 3.109
Pakistan Asien 35.433 28.540 32.842
Philippinen Asien 23.956 19.633 19.371
Polen Europa 310.432 393.848 468.481
Portugal Europa 132.625 114.451 115.530
Rumänien Europa 88.102 94.326 159.222
Russland Asien/Europa 136.080 188.253 195.310
Schweden Europa 19.194 17.317 17.347
Schweiz Europa 37.922 37.139 37.722
Serbien, Montenegro, Kosovo und Jugoslawien Europa 656.685 532.322 404.690
Slowakei Europa 17.049 24.477 30.241
Slowenien Europa 19.395 20.463 20.832
Spanien Europa 128.713 105.526 110.193
Sri Lanka Asien 46.632 28.780 26.218
Südamerika Südamerika 66.522 72.843 76.233
übriges Süd- und Südostasien3 Asien 15.914 15.950 17.088
Südkorea Asien 22.634 23.917 24.669
Südliches Afrika Afrika 17.704 15.690 15.112
Syrien Asien 27.389 28.459 32.878
Thailand Asien 41.520 54.580 57.078
Tschechien Europa 26.667 34.386 38.060
Türkei Asien/Europa 1.947.938 1.688.370 1.607.161
Ukraine Europa 103.477 126.233 123.300
Ungarn Europa 55.978 60.024 82.760
Vereinigtes Königreich Europa 115.167 97.560 98.406
Vereinigte Staaten Nordamerika 113.528 100.002 101.643
Vietnam Asien 85.910 83.606 83.830
Weißrussland Europa 11.759 18.382 19.065
Westafrika Afrika 77.582 68.786 73.153
Zentralafrika Afrika 31.763 30.733 30.310
Zypern Europa 956 864 998
staatenlos 17.275 13.630 13.445
ungeklärt 56.144 44.379 40.390
gesamt 7.318.628 6.727.618 6.930.896

1 Jemen, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabische Emirate
2 Ostasien: Mongolei, Nordkorea und Taiwan; Zentralasien: Kirgisien, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan
3 ohne Indien, Indonesien, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Thailand und Vietnam.

Einbürgerungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2000, als das neue Staatsangehörigkeitsgesetz in Kraft trat, wurden 186.700 Personen eingebürgert, seither hat die Anzahl der Einbürgerungen tendenziell abgenommen. Im Durchschnitt erhielten bis 2007 jährlich 140.000 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit.[22] 2010 wurden 101.570 Ausländer auf Antrag eingebürgert, die meisten waren ehemalige Staatsangehörige der Türkei, anderer EU-Staaten und des Irak.[23]

Regionale Entwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung ausgewählter Bundesländer

Nach der Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland kommt es zu Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur, dabei weicht die Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Regionen stark voneinander ab. Während die neuen Bundesländer in den ersten 15 Jahren nach der Wiedervereinigung durch starke Abwanderung gekennzeichnet waren, konnten die alten Bundesländer in diesem Zeitraum einen Bevölkerungszuwachs, einige Bundesländer sogar einen starken Anstieg der Einwohnerzahl verzeichnen. Das Land Baden-Württemberg zum Beispiel hatte 2004 einen Geburtenüberschuss von 5000 Personen.[24] Bezogen auf das Jahr der deutschen Vereinigung 1990 verloren die ostdeutschen Bundesländer einschließlich Berlins bis zum 31. Dezember 2003 8,9 % ihrer Bevölkerung. Am stärksten fiel der Rückgang im Land Sachsen-Anhalt aus (−14,9 %), während Brandenburg den Rückgang durch Zuzüge in die nähere Umgebung Berlins teilweise ausgleichen konnte (-2,5 %). Die Einwohnerzahl der zehn westdeutschen Bundesländer wuchs seit 1990 um 8,4 %, am stärksten war der Anstieg in Baden-Württemberg (+11,2 %), nur zwei westdeutsche Länder verzeichneten einen Rückgang der Bevölkerungszahl (Bremen mit −1,2 % und das Saarland mit -0,4 %).

 
Demografische Entwicklung Deutschlands nach der Wiedervereinigung
Einwohnerzahlen der Bundesländer, 1970-2004
 
Bevölkerungsentwicklung 2007 bis 2009: Nur violette und blaue Kreise gewannen Einwohner, während orangefarbene und rote Kreise stark verloren.

Aktuelle Entwicklung[Bearbeiten]

Potsdam ist vor allem auf Grund seiner reizvollen Landschaft und durch sein reiches kulturelles Angebot als Wohnort in der Hauptstadtregion gefragt.
Frankfurt am Main gehört zu den Städten mit dem höchsten Bevölkerungswachstum. Hier liegt Wohnen in der Stadt im Trend.
Kleine Orte in entlegenen Mittelgebirgsregionen sind überdurchschnittlich von Abwanderung und Überalterung betroffen.
Durch Abwanderung bzw. Landflucht verfallen in wirtschaftsschwachen ländlichen Regionen und Kleinstädten Häuser, da für sie kaum noch Käufer gefunden werden.

Der starke Ost-West-Gegensatz in der Bevölkerungsentwicklung hat sich in der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre abgeschwächt. Mittlerweile geht die Bevölkerung in fast allen Bundesländern zurück. So verloren 2009 alle Bundesländer außer Berlin und Hamburg an Einwohnern. Auch diese Entwicklung unterstreicht einen Trend, der die Ost-West-Wanderung überlagert: das Wachstum städtischer Regionen gegenüber einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung auf dem Land. Diese Wanderungsbewegungen sind in ganz Deutschland wahrnehmbar. So wachsen neben München, Hamburg, Düsseldorf, Köln oder Frankfurt am Main auch städtische Ballungsräume in den neuen Ländern wie Berlin, Leipzig und Dresden, während ländliche Gebiete in den alten Bundesländern ebenso schrumpfen wie jene in den neuen Ländern. Die Dynamik dieser Entwicklung ist allerdings noch unterschiedlich, wobei eine allmähliche Anpassung denkbar ist. So bleibt die Bevölkerung in jenen Bundesländern konstant, in denen das Schrumpfen ländlicher Räume durch Wachstum in städtischen Zentren ausgeglichen werden kann, wie es in Bayern (München, Nürnberg), Baden-Württemberg (Stuttgart, Freiburg im Breisgau, Karlsruhe) oder Hessen (Frankfurt am Main) der Fall ist. Fehlen große städtische Zentren (wie in Rheinland-Pfalz) oder schrumpfen diese ebenfalls (wie das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen oder im Saarland), so nimmt die Bevölkerung in stärkerem Maße ab.

Konkret auf die Zeit zwischen Ende 2007 und Ende 2009 bezogen nahm die Bevölkerung in fast allen Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern weiter zu. Ausnahmen hiervon sind einige Städte im Ruhrgebiet und am Niederrhein, die auf Grund der dortigen Großstadtdichte keine höhere zentralörtliche Funktion für ihr Umland übernehmen, Lübeck und Bielefeld sowie Halle und Chemnitz, wo sich der Rückgang der Einwohnerzahlen gegenüber der Zeit nach der Wiedervereinigung aber deutlich verlangsamt hat. Großräume mit erhöhtem Bevölkerungswachstum waren die Regionen Berlin, Hamburg, Frankfurt und München, während sich der Zuwachs in den übrigen Städten meist auf die Kernstadt beschränkte (beispielsweise in Leipzig). Die einzige ländliche Region mit Bevölkerungswachstum war das Oldenburger Land, das eine verhältnismäßig junge und fertile Bevölkerung besitzt. Die anderen ländlichen Regionen verloren bis zu 3,5  % ihrer Bevölkerung binnen zwei Jahren, besonders betroffen sind das Landesinnere Mecklenburg-Vorpommerns, die Prignitz und die Lausitz sowie große Teile Sachsen-Anhalts, das Thüringer Schiefergebirge und das Erzgebirge. In den alten Bundesländern schrumpfte die Bevölkerung vor allem im Weserbergland und im Harz, in Nordhessen, im Westerwald und im Sauerland, in Oberfranken, in der Eifel und im Hunsrück sowie im Saarland und in der Westpfalz.

Land Einwohner 2007 Einwohner 2009[25] Veränderung in %
Baden-Württemberg 10.749.755 10.744.921 –0,04
Bayern 12.520.332 12.510.331 –0,08
Berlin 3.416.255 3.442.675 +0,77
Brandenburg 2.535.737 2.511.525 –0,95
Bremen 663.082 661.716 –0,21
Hamburg 1.770.629 1.774.224 +0,20
Hessen 6.072.555 6.061.951 –0,17
Mecklenburg-Vorpommern 1.679.682 1.651.216 –1,69
Niedersachsen 7.971.684 7.928.815 –0,54
Nordrhein-Westfalen 17.996.621 17.872.763 –0,69
Rheinland-Pfalz 4.045.643 4.012.675 –0,81
Saarland 1.036.598 1.022.585 –1,35
Sachsen 4.220.200 4.168.732 –1,22
Sachsen-Anhalt 2.412.472 2.356.219 –2,33
Schleswig-Holstein 2.837.373 2.832.027 –0,19
Thüringen 2.289.219 2.249.882 –1,72

Nach Kreisen ergibt sich für den Zeitraum zwischen dem 31. Dezember 2007 und dem 31. Dezember 2009 folgendes Bild:

Rang Kreis West Veränderung in % Kreis Ost Veränderung in %
1 Stadt Frankfurt am Main + 1,96 % Stadt Potsdam + 2,50 %
2 Stadt Kaiserslautern1 + 1,54 % Stadt Dresden + 1,88 %
3 Landkreis Tübingen2 + 1,52 % Stadt Jena + 1,65 %
4 Stadt München + 1,44 % Stadt Leipzig + 1,64 %
4 Stadt Pirmasens − 2,55 % Landkreis Elbe-Elster − 3,35 %
3 Landkreis Osterode am Harz − 2,55 % Landkreis Demmin − 3,42 %
2 Landkreis Birkenfeld − 2,62 % Landkreis Mansfeld-Südharz − 3,60 %
1 Landkreis Holzminden − 2,64 % Stadt Suhl − 3,63 %

1) Die Stadt Kaiserslautern führte am 1. Mai 2009 eine Zweitwohnsitzsteuer ein, wodurch die seit 1995 rückläufige Einwohnerzahl im Jahr 2009 einmalig sprunghaft anstieg.
2) Auch die Stadt Tübingen führte 2009 eine Zweitwohnsitzsteuer ein, wodurch die ansonsten gleichbleibende Einwohnerzahl des Landkreises ebenfalls einmalig sprunghaft anstieg.

Binnenwanderung, Intraregionale Migration[Bearbeiten]

Für die Veränderung der Bevölkerungszusammensetzung können verschiedene Folgen von Binnenwanderung oder Intraregionaler Migration der Auslöser sein, der später langfristig weitere Folgen nach sich zieht. Die Arbeitsplatzsuche in den Jahren nach dem Beitritt der fünf neuen Bundesländer war wahrscheinlich der gravierendste Auslöser von Binnenwanderung seit dem Nachkriegsjahrzehnt.

Landflucht[Bearbeiten]

Landflucht bezeichnet den Prozess, bei dem viele Menschen in einem kurzen Zeitraum von einem ländlichen Gebiet in eine Stadt bzw. ein Ballungsgebiet ziehen. Die Landflucht fand in der Geschichte erstmals zu Beginn der Industrialisierung statt. Begonnen hat sie in England und Irland, als viele Menschen vom Land in die großen Städte Mittelenglands, nach London oder nach Dublin zogen. In Deutschland fand seit ca. 1820 Landflucht statt. Viele Menschen zogen aus den Dörfern in die Städte. Es gab Gebiete geringer Landflucht, die sie durch hohe Geburtenraten ausgleichen konnten (zum Beispiel Bayern, Baden, Hessen, Thüringen) und es gab Gebiete großer Landflucht, wo es zu einem Bevölkerungsrückgang kam (zum Beispiel Hohenlohe, Mittelfranken, Mecklenburg, Vorpommern, Ostpreußen). Der Prozess der Landflucht ebbte nach dem Zweiten Weltkrieg ab. Aber seit 1990 kommt es im Osten Deutschlands wieder zu höherer Landflucht. Viele Menschen ziehen aus den Dörfern Brandenburgs nach Berlin oder aus den Thüringer Dörfern nach Erfurt oder Jena.

Stadtflucht[Bearbeiten]

Stadtflucht ist das Gegenteil der Landflucht. Aufgetreten ist dieses räumliche Migrationsphänomen in (West)-Deutschland während der 1960er- und 1970er-Jahren, als viele Menschen sich mit dem Geld des Wirtschaftswunders ein Eigenheim außerhalb der großen Städte bauten (Vgl. Suburbanisierung). Dieser Prozess findet jedoch ausschließlich in der Umgebung von größeren Städten statt, so dass die Einpendelzeit zur Arbeit 60 Minuten nicht überschreitet. In Deutschland lassen sich viele Beispiele für die Stadtflucht nennen; München-Germering, Frankfurt-Oberursel, Köln-Hürth, Hamburg-Pinneberg-Elmshorn usw. zeigten eine entsprechende Bevölkerungsdynamik. Diese Bewegung ist aber in letzter Zeit etwas „aus der Mode“ gekommen, da die steigenden Energie- u. Kraftstoffpreise das Leben im Vorort teuer machen. Großstädte versuchen der Abwanderung von Familien außerdem mit Instrumenten kommunaler Familienpolitik zu begegnen. In der DDR gab es die Stadtflucht der 1960er- und 1970er-Jahre nicht. So ist zum Beispiel Nesse-Apfelstädt mit 6101 Einwohnern (Stand: 31. Dez. 2011) der größte Vorort von Erfurt, während das gleich große Kassel als größten Vorort Baunatal mit knapp 30.000 Einwohnern besitzt.

Für 2050 prognostizierte Altersverteilung für Deutschland

Altersstruktur[Bearbeiten]

Während die Altersstruktur in Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts noch weitgehend die Form einer klassischen Alterspyramide aufwies, hat sich dies, wie in anderen Industrieländern auch, in den letzten Jahrzehnten dahingehend verändert, dass die bevölkerungsstärksten Jahrgänge in einem immer höheren Alter anzutreffen sind (man spricht hier auch von „Urnenform“ - siehe Abb. Prognose 2050). Ursachen hierfür sind die geringere Geburtenrate und die bessere Gesundheitsversorgung, die eine höhere Lebenserwartung zur Folge hat. Während wir im Jahr 1950 zum Beispiel bei den Zehnjährigen einen sehr bevölkerungsreichen Jahrgang erkennen können, „wanderte“ dieses Maximum bis 2000 zum Jahrgang der 38-Jährigen hoch; bis 2050 ist das Maximum dann bei den 60-Jährigen zu erwarten. Der Altenquotient − das ist das Verhältnis der Personen im Rentenalter (derzeit Personen ab 65 Jahren) zu 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (derzeit 20 bis 64-Jahre) − beträgt im Jahr 2005 ca. 32, im Jahr 2030 wird er bei ca. 50 bzw. 52 liegen, im Jahr 2050 bei 60 bzw. 64. Die Zuwanderung von Ausländern schwächt diese Entwicklung etwas ab, da es sich bei den Migranten häufig um Menschen im jungen Alter handelt und deren höhere Geburtenrate eine Rolle spielt. Allerdings haben sich frühere Wanderungsbewegungen inzwischen weitgehend neutralisiert. Im Jahr 2010 lag das durchschnittliche Alter der Deutschen bei 43,7 Jahren.[26]

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1950

1834 wurde die erste gemeinsame Volkszählung in allen deutschen Staaten durchgeführt. Damit wurde erstmals eine relativ exakte Einwohnerzahl festgestellt, es lebten etwa 23,5 Millionen Menschen in den deutschen Staaten. Es folgten weitere Zählungen in regelmäßigen Abständen.

Seit 1949 hatten die beiden deutschen Staaten und das 1957 beigetretene Saarland ihren gemeinsamen Gebietszuschnitt, wie er auch im heutigen Deutschland fortbesteht. Erstmals in der deutschen Geschichte gab es im Staatsgebiet keine großen nationalen Minderheiten mehr wie früher Franzosen oder Polen. Andererseits begann Deutschland zum Ziel von Zuwanderern aus Europa und Asien zu werden, weshalb inzwischen ein beträchtlicher Bevölkerungsanteil nicht mehr ausschließlich aus Deutschland stammende Vorfahren hat. Durch die Zuwanderung stieg die Bevölkerungszahl von 1972 bis 2002 an, obwohl in dieser Zeit der Geburtensaldo bereits negativ war. Im Zeitraum zwischen den Jahren 2003 bis 2011 verringerte sich die Einwohnerzahl, da der Wanderungssaldo teils negativ ausfiel (bspw. im Jahre 2009) und das seit Jahrzehnten bestehende Geburtendefizit nicht ausglich.

Jahr Einwohner Veränderung in %
1950 69.346.000
1955 71.350.000 +2,89
1960 73.147.000 +2,52
1965 76.336.000 +4,36
1970 78.069.000 +2,27
1975 78.465.000 +0,51
1980 78.397.000 -0,09
1985 77.661.000 -0,94
1990 79.753.000 +2,69
1995 81.817.000 +2,59
2000 82.260.000 +0,54
2005 82.438.000 +0,22
2010 81.752.000 -0,84
2011 80.328.000 -1,74
2012 80.524.000 +0,2
2013 80.767.000 +0,3

Hinweis: Ab 2011 Ergebnisse auf Grundlage des Zensus 2011.
Datenquelle: Statistisches Bundesamt[27]

Bevölkerungsvorausberechnungen[Bearbeiten]

Die in den letzten Jahrzehnten laufend aktualisierten langfristigen koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen haben Modellcharakter. Sie modellieren, nach Maßgabe verschiedener Zahlen u. Modelle, mögliche Bevölkerungsentwicklungen. Dementsprechend gibt es u. a. jeweils eine untere und eine obere Variante. Sie sind im wissenschaftlichen Sinne keine Prognosen, sondern gehen vom gegenwärtigen Altersaufbau aus und setzen die dort jeweils exakt beschriebenen Annahmen rechnerisch um. Allerdings sind große Katastrophen wie Kriege oder Epidemien, die massiv in die Bevölkerungszahlen eingreifen würden, verständlicherweise nicht Gegenstand solcher Modelle.

Die Ergebnisse dieser Vorausberechnungen, koordiniert zwischen Landesämtern und dem Statistischen Bundesamt, haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren bewährt.

Prognose[Bearbeiten]

Deutschland wird bei gleich bleibend niedrigen Geburtenraten in den folgenden Jahrzehnten einen Bevölkerungsrückgang erleben.

Schätzungen des Statistischen Bundesamtes gehen von einem Absinken der Bevölkerung auf 74,0 Millionen Menschen (männlich 36,3 Millionen, weiblich 37,7 Millionen) im Jahr 2050 aus.[28] Dabei handelt es sich um einen „Mittelwert“, andere Quellen prognostizieren für 2050 nur noch zirka 60 Millionen Menschen oder eine bei etwa 80 Millionen Menschen stagnierende Bevölkerung in Deutschland. Dies macht sich insbesondere in der Altersstruktur, aber auch der Bevölkerungszusammensetzung bemerkbar.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wird es immer weniger Kinder und noch mehr ältere Menschen geben. Die jährliche Geburtenzahl wird von etwa 685.000 im Jahr 2005 auf rund 500.000 im Jahr 2050 sinken. Etwa doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene werden erwartet, 2005 gab es fast genauso viele Neugeborene wie 60-Jährige. Die Anzahl der Kinder im Schulalter nimmt weiter ab, ebenso wie die der Auszubildenden. Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich von vier auf zehn Millionen im Jahr 2050 nahezu verdreifachen. Die Bevölkerung im Erwerbsalter sinkt je nach dem Ausmaß der Zuwanderung bis 2050 um 22 oder 29 Prozent.[29]

Besonders deutlich hat sich die Bevölkerungssituation in Ostdeutschland verändert, wo seit der Wiedervereinigung infolge ökonomischen Wandels und dadurch bedingter hoher Arbeitslosigkeit sowohl eine starke Abwanderung als auch eine besonders niedrige Geburtenrate zu verzeichnen sind. Auch die zunehmende Abwanderung deutscher Arbeitnehmer ins Ausland spielt neuerdings eine Rolle.[30] Geschätzt wird die tatsächliche Zahl deutscher Auswanderer für das Jahr 2005 auf 250.000.

Varianten der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes:

  • Variante 1-W1: „mittlere“ Bevölkerung, Untergrenze: Geburtenhäufigkeit annähernd konstant bei 1,4 Kinder je Frau, Basisannahme zur Lebenserwartung, jährlicher Wanderungssaldo von 100.000 Personen pro Jahr
  • Variante 1-W2: „mittlere“ Bevölkerung, Obergrenze: Geburtenhäufigkeit annähernd konstant bei 1,4 Kinder je Frau, Basisannahme zur Lebenserwartung, jährlicher Wanderungssaldo von 200.000 Personen pro Jahr

Die Basisannahme zur Lebenserwartung geht von einer Lebenserwartung neugeborener Jungen im Jahr 2050 von 83,5 Jahren aus, der neugeborener Mädchen von 88,0 Jahren.

Dass die Zahlen der Bevölkerungsvorausberechnung zutreffend sind, scheint kurzfristig zumindest kaum noch wahrscheinlich, da nach Auskunft der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder die Bevölkerungszahl am 9. Mai 2011 real bei 80,2 Millionen Menschen lag (Volkszählung 2011).[31] Das sind fast 1,3 Millionen Personen weniger als die Variante 1-W1 für den 31. Dezember 2010, also rund drei Monate zuvor, angibt (81,5 Millionen). Bei nach wie vor sinkender Bevölkerungszahl erscheint also auch diese pessimistischste Variante („Untergrenze“) eher als optimistisch.

Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung – Basis: 31. Dezember 2008:[32]

Datum Variante 1-W1:
„mittlere“ Bevölkerung,
Untergrenze
Variante 1-W2:
„mittlere“ Bevölkerung,
Obergrenze
31. Dezember 2008 82.002.000 82.002.000
31. Dezember 2010 81.545.000 81.545.000
31. Dezember 2015 80.772.000 80.875.000
31. Dezember 2020 79.914.000 80.437.000
31. Dezember 2025 78.790.000 79.870.000
31. Dezember 2030 77.350.000 79.025.000
31. Dezember 2035 75.686.000 77.981.000
31. Dezember 2040 73.829.000 76.757.000
31. Dezember 2045 71.729.000 75.291.000
31. Dezember 2050 69.412.000 73.608.000
31. Dezember 2055 66.994.000 71.827.000
31. Dezember 2060 64.651.000 70.120.000

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

Einen Überblick über die Entwicklung der Bevölkerung seit 1834 bietet die Liste der Volkszählungen in Deutschland.

Entwicklung der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter[Bearbeiten]

Mit der Abnahme der Bevölkerung in Deutschland sinkt ebenfalls die Bevölkerung im erwerbstätigen Alter. Das erwerbstätige Alter wird von 20 bis 65 Jahren festgelegt. Diese Bevölkerungsgruppe sinkt aufgrund von Alterung und Schrumpfung besonders stark. Das statistische Bundesamt rechnet mit folgender Entwicklung:

Entwicklung der Bevölkerung im erwerbstätigen Alter von 20 bis 65 Jahren in Deutschland von 2008 bis 2050 − Basis: 31. Dezember 2005:[32]

Datum Variante 1-W1:
„mittlere“ Bevölkerung,
Untergrenze
Variante 1-W2:
„mittlere“ Bevölkerung,
Obergrenze
2008 50 Mio. 50 Mio.
2020 48 Mio. 48 Mio.
2030 42 Mio. 43 Mio.
2040 38 Mio. 40 Mio.
2050 36 Mio. 39 Mio.

Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland

Studienangebot[Bearbeiten]

Um den großen Veränderungen in der Altersstruktur frühzeitig begegnen zu können, wurde 2009 an der Universität Stuttgart der interdisziplinäre Studiengang „Integrierte Gerontologie“ ins Leben gerufen. Der berufsbegleitende Masterstudiengang verbindet dabei gerontologische Fragestellungen mit ingenieur-, sozial-, und verhaltenswissenschaftlichen Inhalten, um gelingendes Altern auch bei veränderten demografischen Randbedingungen gewährleisten zu können.[33]

Des Weiteren wird an der Universität Rostock ein starker Fokus auf die Lehre demografischer Grundlagen- und Spezialkenntnisse sowie interdisziplinärer Zusammenhänge gelegt. Seit 2004 sind (neben soziologisch und volkswirtschaftlich ausgerichteten Veranstaltungen) auch Kurse im Bereich Geburtenverhalten, Sterblichkeit und Wanderungsgeschehen ein wichtiger Bestandteil des Studienganges B.A. Sozialwissenschaften.[34] Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Teilnahme am zweijährigen Masterstudiengang (M.Sc. Demografie), in welchem den vielseitigen Aspekten des demographischen Wandels nachgegangen wird,[35] sowie eine (anschließende) Teilnahme am Promotionsstudiengang „Demographischer Wandel“.[36]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herwig Birg: Die demographische Zeitenwende. Der Bevölkerungsrückgang in Deutschland und Europa. C.H.Beck, Oktober 2001
  • Karl Otto Hondrich: Weniger sind mehr: Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist. Frankfurt a. M./ New York, Campus, 2007, ISBN 978-3-593-38270-8.
  • Yves-Marie Laulan: Allemagne : Chronique d'une mort annoncée (Deutschland. Chronik eines angekündigten Todes). Paris 2004, ISBN 2-86839-959-2.
  • Christian Saehrendt: Wer rückt nach? Deutschland altert, das Land leert sich. Aufsatz (neben weiteren internationalen Beiträgen zu Problemen des 21. Jahrhunderts), in: Thomas Kunze u. a. (Hg.) Einundzwanzig. Jahrhundertgefahren, Jahrhundertschancen, Berlin 2010, ISBN 978-3-934882-21-8, S. 136–146.

Internationaler Vergleich

  • Inglehart, R., Norris, P.: Sacred and Secular. Cambridge University Press, 2004, ISBN 0-521-54872-1.

populärwiss.:

  • Hans Schuh: Systematischer Frauenklau. Demografische Analysen zeigen: Städte ziehen junge Frauen an, im Osten droht regional der Niedergang. In: Die Zeit Nr.12 vom 16. März 2006

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erneuter Anstieg der Bevölkerung für 2013 erwartet. Pressemitteilung. Statistisches Bundesamt, 8. Januar 2014, abgerufen am 10. Januar 2014.
  2. Statistisches Bundesamt, Bevölkerung - Geborene und Gestorbene Deutschland, abgerufen am 22. Juli 2013
  3. www.destatis.de
  4. elkerung/Geburten/Tabellen/GeburtenZiffer.html www.destatis.de
  5. DESTATIS: Mikrozensus 2008 - Neue Daten zur Kinderlosigkeit in Deutschland, Tab. 18
  6. http://www.mpg.de/4409714/steigende_geburtenrate_in_deutschland
  7. http://www.demogr.mpg.de/mediacms%5C1047_main_MPIDR_Datenblatt%20zu%20PM%201.6%20Kinder%20pro%20Frau_5.9.2011.pdf
  8. http://www.demogr.mpg.de/cgi-bin/cms/pages.plx?t=cgi&id=2254&l=de
  9. DESTATIS: Pressemitteilung Nr. 331 vom 12. August 2005: Bei 18 % der Neugeborenen waren Mutter und Vater katholisch.
  10. www.destatis.de
  11. [1]
  12. http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/2833732_gott-und-die-welt/9790052_weg-von-der-strasse-ein-obdachloser-sucht-ein
  13. www.zensus2011.de
  14. Migrationsbericht 2004
  15. Statistisches Bundesamt: Hohe Zuwanderung nach Deutschland im Jahr 2011
  16. [2]
  17. Deutschland erwartet Einwanderungswelle aus EU-Krisenländern. In: arte.tv. 18. Dezember 2012, abgerufen am 24. Dezember 2012.
  18. Deutschland vor größter Einwanderungswelle seit Jahrzehnten. In: manager magazin online. 13. Dezember 2012, abgerufen am 24. Dezember 2012.
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatForscher erwarten Millionen Einwanderer. In: Spiegel Online. 2012-13-12, abgerufen am 24. Dezember 2012.
  20. Statistisches Bundesamt: Vorläufige Wanderungsergebnisse 2012, S. 6.
  21. Ausländische Bevölkerung
  22. Statistisches Bundesamt: Einbürgerungen 1990 bis 2010
  23. Statistisches Bundesamt: Einbürgerungen 2010 nach bisheriger Staatsangehörigkeit
  24. www.statistik-portal.de
  25. Statistisches Bundesamt
  26. Der Durchschnittsdeutsche ist 43,7 Jahre, in: aerztezeitung.de. Abgerufen am 21. August 2012.
  27. Statistisches Bundesamt: Bevölkerungsstand – Bevölkerung nach dem Gebietsstand in 1.000
  28. Statistisches Bundesamt: Bevölkerungsvorausberechnung (Version vom 14. Oktober 2007 im Internet Archive)
  29. Statistisches Bundesamt: Im Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene (Version vom 13. September 2007 im Internet Archive)
  30. Tagesschau: Auswandern als Trend: „Politik reagiert zu spät“ (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  31. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Zensus 2011: 80,2 Millionen Einwohner lebten am 9. Mai 2011 in Deutschland
  32. a b Statistisches Bundesamt: Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung
  33. Berufsbegleitender Weiterbildungsstudiengang Master:Online Integrierte Gerontologie M.Sc.
  34. Informationen zum Bachelorstudiengang Sozialwissenschaften mit Spezialisierung auf Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Demografie an der Universität Rostock
  35. Informationen zum Masterstudiengang Demografie an der Universität Rostock
  36. Informationen zum interdisziplinären Promotionsstudiengang „Demographischer Wandel“ an der Universität Rostock

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Zur Diskussion über die Bedeutung von Bevölkerungsprognosen für die Sozialpolitik:

Zum Zusammenhang der Kinderzahl mit Religiosität, Bildung und Einkommen in Deutschland:

Weitere Informationen: