Sinj

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Dieser Artikel behandelt eine Stadt im dalmatinischen Hinterland in Kroatien. Eine ähnlich klingende Stadt befindet sich in der Kvarner Region, siehe Senj.
Sinj
Wappen von Sinj
Sinj (Kroatien)
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43.70238055555616.638108333333326Koordinaten: 43° 42′ 9″ N, 16° 38′ 17″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Wappen der Gespanschaft Split-Dalmatien Split-Dalmatien
Höhe: 326 m. i. J.
Fläche: 181,00 km²
Einwohner: 24.826 (2011)
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+385) 021
Postleitzahl: 21 230
Kfz-Kennzeichen: ST
Struktur und Verwaltung
(Stand: 2013, vgl.)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Ivica Glavan (parteilos)
Postanschrift: Dragašev prolaz 10
21 230 Sinj
Website:
Sonstiges
Schutzpatron: Gospa Sinjska (Madonna von Sinj)
Stadtfest: 15. August

Sinj (ital. Signo auch Sign oder Sing, dt. Zein) ist eine Stadt in Kroatien. Sie gehört zur Gespanschaft Split-Dalmatien (kroat. Splitsko-dalmatinska županija), die den mittleren Teil Dalmatiens umfasst.

Geschichte[Bearbeiten]

Sinj

Im Jahr 1516 fällt Sinj an die Osmanen.

1686 wird es mit der Unterstützung der Bevölkerung von der Republik Venedig erobert.

1715 widersteht Sinj einer türkischen Belagerung unter anderem mit Hilfe der Gospa von Sinj, aus deren Altarbild eine weiß gewandete Frau stieg, bei deren Anblick die osmanischen Belagerer angeblich die Flucht ergriffen. Zu Ehren dieser Geschehnisse findet bis heute jährlich die Alka von Sinj statt.

1718 wird es beim Frieden von Požarevac endgültig Venedig zugesprochen, wo es bis 1797 und dem Zusammenbruch der Republik verbleibt.

Danach ist Sinj bis 1918 Teil des Königreichs Dalmatien innerhalb Österreich-Ungarns mit eigener Garnison.

Im Jahre 1914 lag hier das I. Bataillon des Dalmatinischen Infanterieregiments Carl I. König von Rumänien Nr. 6 und die reitende Dalmatinische Landesschützendivision.

Nach dem Ersten Weltkrieg wird Sinj Teil von Jugoslawien, wo es bis 1991 und der Loslösung Kroatiens verbleibt.

Am 15. August eines jeden Jahres findet das Stadtfest statt, welches an die Sinjska Gospa gebunden ist.

Geographie[Bearbeiten]

Sinj liegt ca. 25 km landeinwärts von Split zwischen den vier Bergen Svilaja, Dinara, Kamešnica und Visoka. In der Nähe befindet sich der Peruća-See. Der Fluss Cetina, welcher diesen Stausee füllt, fließt größtenteils durch die Sinj Ebene.

Ritterspiel Sinjska Alka[Bearbeiten]

Die jährlichen Reiterspiele in Sinj

Die Sinjska alka ist ein Ritterspiel, das alljährlich am ersten Augustwochenende seit dem Jahr 1715 zum Gedenken an den Sieg über die Osmanischen Angreifer stattfindet.

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Sinjska Gospa: Madonna von Sinj. Bevor Medjugorje berühmt wurde, war Sinj der größte Marienwallfahrtsort im Süden Kroatiens.
  • Balun: Laut Aussagen von einigen Archäologen wurde das Fußballspiel in der Gegend von Sinj erfunden. In Trilj wurde eine Büste aus dem 1. Jhr. v. Chr. entdeckt, welche einen Mann mit einem Ball darstellt. Wissenschaftlich belegt wurde dies allerdings bis heute noch nicht.
  • Sinjska rera: Die im Jahr 1903 eröffnete und 1962 stillgelegte Schmalspurbahn (76 cm) von Split nach Sinj umfasste ca. 40 Kilometer und wies eine Höchststeigung von 27 Promille auf.

Sport[Bearbeiten]

  • Pferdesport: Neben der Sinjska alka ist Sinj auch bekannt für seine Pferdesportbegeisterung. 1820 gründete man die erste Pferdegemeinschaft, unter dem Namen Dalmatinsko kolo jahača (Dalmatinischer Reiterkreis). Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete man die Reitersektion DTO Partizan. 1968 wurde der K.K. Alkar gegründet, und 1979 weihte man das Hippodrom in Sinj ein. Seither werden traditionell Wettkämpfe im Springreiten und Rennen ausgetragen.
  • Fußball: Das erste Fußballspiel wurde vom Studenten Franjo Tripalo-Kekcia aus Tschechien eingeführt. 1916 wurde der Fußballverein N. K. Junak gegründet.
  • Basketball: Der Verein KK Alkar ist der wahrscheinlich erfolgreichste Verein in Sinj. Gegründet 1954 gelang in der Vereinsgeschichte einst sogar der Einzug in das Pokalfinale des damaligen Jugoslawien. Heute spielt der Verein in der ersten Kroatischen Liga.

Die Fans der Sinjer Klubs nennen sich Maligani.

Neben diesen Sportarten stellte Sinj auch mehrere Handballnationalspielerinnen.

Auf dem Sportflugplatz Flughafen Sinj (ehemaliger Flughafen der Stadt Split) von Sinj sind die Mitglieder des Aero Klub Sinj sowie Flugsportbegeisterte aus dem weiteren Umfeld (größtenteils Split und Umgebung) aktiv.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]