Serge Reggiani

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Serge Reggiani (li.) mit René Arrieu in einer Inszenierung von Die drei Musketiere (Dezember 1951)

Serge Reggiani (* 2. Mai 1922 in Sanna, Emilia-Romagna, Italien; † 23. Juli 2004 in Paris) war ein französischer Schauspieler und Chansonnier.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von acht Jahren kam Serge Reggiani nach Frankreich, wo seine Familie Zuflucht vor dem Mussolini-Regime suchte. Als junger Erwachsener besuchte er 1940 bis 1943 das Konservatorium in Paris und machte sein Schauspieler-Diplom. Bereits während der Ausbildung debütierte er 1941 auf dem Theater mit einer kleineren Rolle in Le Loup garou (Der Werwolf) von Vitrac. Engagements für Stücke von Jean Marais und Jean Cocteau folgten sowie Die Eingeschlossenen von Altona Jean-Paul Sartres.

Sehr früh wurde der Film auf seine schauspielerischen Qualitäten aufmerksam. Die erste Filmrolle erhielt er 1942. Weitere folgten trotz der kriegerischen Zeiten rasch. Sein François Villon 1945 machte ihn bekannt. Berühmt machten ihn die Hauptrollen in Marcel Carnés Pforten der Nacht (1946) und Jacques Beckers Goldhelm (1952) mit Partnerinnen wie Édith Piaf und Simone Signoret.

Für eine „Traumrolle“ in Albert CamusDie Gerechten kehrte er 1950 kurz ans Theater zurück. Im selben Jahr brillierte er als Verführer in Max Ophüls’ Filmkunstwerk Der Reigen. In einigen französischen Film noirs feierte er Erfolge, so in Jean-Pierre Melvilles Der Teufel mit der weißen Weste (1962) und Costa-GavrasMord im Fahrpreis inbegriffen (1965).

Zwischenzeitlich begegnete Reggiani Jacques Canetti, der ihn überredete, mit Chansons von Boris Vian als Chansonnier zu debütieren. Die Chansonnière Barbara, die durch ihr Göttingen-Lied in Deutschland und Frankreich Furore machte, half ihm ab 1965 in dieser neuen Karriere Tritt zu fassen. Vom Typus her eigentlich ein Komödiant, vermochte Reggiani seinen Interpretationen von Liedern Georges Moustakis oder Jacques Préverts einen unverwechselbar eigenen Tonfall zu verleihen. Diese stimmliche „Ehrlichkeit“ und Ausdruckskraft verschaffte ihm besonders in den 1970er Jahren volle Konzertsäle. 1968 mit dem Grand Prix ausgezeichnet, beendete er diese Karriere 1980, nachdem er den Selbstmord seines Sohnes verkraften musste.

In den letzten Jahren seines Lebens wandte sich Serge Reggiani zunehmend der Bildenden Kunst zu. Er betätigte sich als Amateur-Maler sowie als Förderer junger Talente. Zuletzt hatte die Pariser Galerie Vekav eine Ausstellung mit Bildern des Künstlers herausgebracht. Im Alter von 82 Jahren verstarb Reggiani in der Nacht von Donnerstag, dem 22. Juli 2004, in Paris an einem Herzanfall. Er wurde auf dem Cimetière Montparnasse beerdigt. Seine Filme und Chanson-Interpretationen von Les Loups sont entrés dans Paris, Moustakis Ma solitude bis Vians Le Déserteur werden bleiben.

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]